Lang ging’s gestern bei der Jahreshauptversammlung in der Emscher-Lippe-Halle. Für mich war es die erste, aber sicher nicht die letzte. Da so viel passiert ist und ich einfach nicht die Zeit habe, alles wiederzugeben, hier der Versuch, das Geschehen in Stichpunkten zusammen zu fassen:
Anträge:
- Die Versammlung begann mit einem Eklat. Per Antrag wurde gefordert, Medien und Gäste von der JHV auszuschließen. Nachdem Tönnies noch nicht richtig wach und die Abstimmungsfrage zunächst falsch gestellt wurde, kam es bereits hier zur Kampfabstimmung mit Stimmzettel. Dass die Medien nicht immer positiv und auch nicht immer objektiv über den S04 berichteten, wurde ihnen nun zum Verhängnis. Etwas mehr als 50% waren gegen Transparenz und die überregionalen Medien mussten gehen. Alte Haudegen unter der schreibenden Zunft kennen diese Anträge und sind schon längst Mitglied. Der Schuss musste also nach hinten losgehen. Die Medienberichterstattung wird dementsprechend ausfallen.
Ehrungen:
- Tibulski und Bordon sind nun in der Ehrenkabine. Der anwesende Bordon wurde mehrmals mit stehenden Ovationen gefeiert. Dieser dankte es mit echten Tränen. Dann leistete er sich leider noch einen kleinen Fehltritt. Bei der kurzen Dankesrede versicherte er, nicht schwul zu sein, obwohl er immer weine. Auch wenn es witzig gemeint war und auch so rüber kam: Wann hören diese Vorurteile endlich auf?
Peter Peters:
- Peters hat sicher immer den miesesten Job auf so einer Mitgliederversammlung. Er muss die Finanzsituation erklären. Die ist nicht rosig. Da hat er auch kein Blatt vor den Mund genommen. Er versicherte aber, die Lage im Griff zu haben. Weitere Neuigkeiten vom Vorstand Finanzen: Die GAK soll wieder in den Besitz des Vereins übergehen. Zudem soll das Berger Feld weiter ausgebaut (siehe Foto) und das Parkstadion so umgebaut werden, dass es die Anforderungen der dritten Bundesliga erfüllt. Weiterhin steht der Verein offenbar in Verhandlungen mit dem SFCV, die Verteilung der Karten einfacher und transparenter zu machen. Rolf Rojek lächelte bei diesen Aussagen noch ein wenig gequält. Da muss man abwarten. Alles andere (Verschlankung der Gesellschaften, Umschuldung, Ablöse der Schächter-Anleihe) war bereits bekannt.
Horst Heldt:
- Sicher der Gewinner dieser JHV. Er durfte die Vertragsverlängerung von Julian Draxler bis 2016 verkünden. Kritisierte den vorherigen Sportvorstand (Magath), bei Manuel Neuer den richtigen Zeitpunkt zur Verlängerung verpasst zu haben. Ich denke, er meint während/nach der Vizemeister-Saison und vor der WM 2010. Zudem stellte er die bereits vollzogenen Umstrukturierungen im Jugend- und Amateurbereich vor und gab für die U23 (zweite Mannschaft) das mittelfristige Ziel “Aufstieg in die dritte Bundesliga” bekannt. Auch zur Personalie Lehmann musste Heldt sich äußern. Dort scheint noch alles offen. Eine Kritik richtete Heldt auch an die Fans. Ihm sei es in der Arena zu leise. Er könne sich erinnern, als Gegner in der Arena immer etwas von der Stimmung eingeschüchtert gewesen zu sein. Der immer schwächer werdende Support sei aber unübersehbar und er forderte wieder mehr Feuer in der Bude.
Clemens Tönnies:
- Der Aufsichtsratsvorsitzende wirkte am Sonntag nervös und verbockte zum Teil wichtige Abstimmungen durch Korrekturen und unsouveränem Handeln. Er nahm ausführlich zum Thema Magath Stellung und erzählte viel aus dem Nähkästchen. Zudem erklärte er, warum er sich während der Magath-Trennung wieder in den Vordergrund geschoben habe. Zum einen, weil er sich den Fehler Magath selber ankreide und auf seine Kappe nahm. Zum anderen war zu diesem Zeitpunkt schlichtweg niemand anders außer er selbst in einer Position, sich gegenüber den Medien zum Thema Magath zu rechtfertigen. Als Peter Wendt, offenbar abermals, bei den Redebeiträgen scharf gegen ihn und den Aufsichtsrat wetterte, wurde Tönnies laut und stutze ihn zurecht. Für mich persönlich gibt es keinen besseren starken Mann auf Schalke. Tönnies ist authentisch, offen gegenüber Ideen und Kritik und er weiß sich zu verkaufen. Natürlich klebt er an seinem Stuhl, sonst währe er nach der Magath-Ära mitgegangen. Aber so ist das mit der Macht nunmal: Du hälst sie fest, wenn du sie hast.
Wahlen zum Wahlausschuss:
- Diese Wahl war fast die spannendere im Vergleich zur Wahl zum Aufsichtsrat. Zuvor wurden Gerüchte und Befürchtungen laut, die Ultras und andere organisierte Fans planen einen Durchmarsch und wollen den Wahlausschuss übernehmen. Was soll man sagen: Sie haben es geschafft! Arthur Saager und Frank Arndt (beide SFCV), Dr. Stephan Kleier (Ultras GE), Dennis Steckel (Supporters Club) und der in der Fanszene offenbar ebenfalls sehr aktive Günther Reipen wurden in den Wahlausschuss gewählt. Die Plätze füllen Birgit Feldbrügge und Prof. Dr. Eva-Maria John. Letztere ist übrigens die Ex-Frau von Peter Peters. Was sich nun im Wahlausschuss ändert wird leider nicht bekannt werden, da dieser laut Satzung seine Nominierungen nicht begründen muss. Das ist schade und sollte geändert werden. Ich überlege einen Antrag auf Änderung der Satzung auszuarbeiten und vorzustellen. Dazu muss ich mir das Ganze aber vorher nochmal etwas genauer ansehen. Einen faden Beigeschmack hatte der Auftritt des Kandidaten Thomas Sinning. Er zog seine Kandidatur vor den Mikros zurück und empfahl ausdrücklich, die dem Aufsichtsrat und Vorstand nahe stehenden Kandidaten zu wählen. Das war zu offensichtlich inszeniert. Dazu passt, dass Sinning sich nicht mal die Mühe machte, sich vorher auf der Homepage vernünftig vorzustellen. Ob er seinen Alibi-Satz selber verfasst hat, das wage ich arg zu bezweifeln. Wie gesagt: Ein fader Beigeschmack bleibt.
Wahlen zum Aufsichtsrat:
- Auf diesen Part der Versammlung war ich aufgrund der Kurzinterviews hier im Blog natürlich besonders gespannt. Die Wahlen zum Aufsichtsrat gewannen Dr. Jens Buchta und Dr. Armin Langhorst. Beide machten auf der Bühne auch den besten Eindruck. Wobei ich sagen muss, dass vieles, was hier im Blog auf meine Fragen geschrieben, auch auf der Bühne gesagt wurde. Das war witzig mit anzuhören.
Ich hoffe, dass ich die wichtigsten Punkte hier vollständig und korrekt wiedergegeben habe. Falls nicht, dann schreibt doch bitte die Korrekturen und Ergänzungen in die Kommentare.
Glück Auf!
Wenn man sich aber schon bei einem Anwalt trifft, dann kann das nur ein Scheidungsanwalt gewesen sein. Zudem hat Magath dem Team bis zum Mittwoch frei gegeben. Ein weiterer Hinweis darauf, dass eine Trennung kurz bevor steht. Anscheinend sieht er keine Notwendigkeit mehr darin, das Team auf ein Bundesligaspiel vorzubereiten, bei dem er nicht mehr auf der Bank sitzen wird. Ich finde es sehr schade, dass die Ehe zwischen Magath und Schalke nicht länger gehalten hat. Der eine (Schalke) wusste bereits vorher von den Fehlern des anderen, während dieser (Magath) nicht bereit war, auf den Partner zuzugehen und sein Verhalten den Umständen (Fans/Mitarbeiter) anzupassen. Was so toll begonnen hat, geht vermutlich mit einer Schlammschlacht zu Ende.
Denn Tönnies wirft Magath Satzungsbruch in mehreren Fällen vor, da sich dieser wohl nicht an die – von ihm eh gehassten – Statuten bei Transfers über 300.000 Euro gehalten haben soll und in manchen Fällen den Aufsichtsrat wohl nicht kontaktiert hat. Deswegen will man Magath nicht auszahlen. Der Ehevertrag wird – davon gehe ich aus – vor dem Gericht landen und wird uns wohl noch einige Zeit begleiten.
Schalke sucht einen neuen Partner und hat dabei so einiges an Mitgift zu bieten. Da wäre zum einen die europäische Königsklasse. Klanghafte Namen wie Barcelona und Manchester United könnten Trainer-Kandidaten, die eventuell erst zur nächsten Saison bereit wären, schneller ins Boot locken. Zumal Schalke auch immer noch die Chance auf einen weiteren Titel hat. Mit einem Spiel könnte sich der neue Kapitän an Bord den Gewinn des DFB-Pokals auf die Fahnen schreiben. Und das gegen einen Zweitligisten. Einfacher geht es wohl nicht.
Doch ein Laster hat Schalke ebenfalls: Das Abstiegsgespenst ist trotz des Erfolges gegen Eintracht Frankfurt immer noch nicht ganz vom Berger Feld verscheucht. Auf die Pokalwettbewerbe konzentrieren und sich auf die neue Saison vorbereiten, wäre für den neuen Coach also nicht drin. Es gilt, die Konzentration auf die Bundesligasaison zu behalten, will man nicht als der Depp in die Geschichte eingehen, der einen der größten Clubs Deutschlands in wenigen Spielen an die Wand gefahren hat.
Es lässt sich also traumhaft spekulieren. Otto Rehhagel steht wohl als Übergangslösung Gewehr bei Fuß. Allerdings nur, wenn die langfristige Lösung erst im Sommer frei wird. Wie es zum Beispiel bei Robin Dutt, Mike Büskens oder Huub Stevens der Fall wäre. Auch Ralf Rangnick hatte, nach seinem Abschied aus Hoffenheim, betont, erst wieder im Sommer ein Traineramt zu übernehmen. Doch die Aussicht auf die Champions League und einen nationalen Titel dürften gute Argumente auf Schalker Seite sein, den Ex-Trainer schon eher ans Steuer zu holen.
Man darf nun auch auf die Rolle von Horst Heldt gespannt sein. Er wird derjenige sein, der den neuen Trainer verpflichtet und wird ab diesem Zeitpunkt nicht nur am Rande der Manege stehen, sondern wieder mitten im Zirkus Bundesliga mitmischen. Und das im königsblauen Dress. Ob es ihm passt und ob die Menge nach der Vorstellung aplaudiert, muss man abwarten.
Welcher Trainer in den nächsten 48 Stunden präsentiert wird, ist eigentlich noch völlig offen. Deswegen lade ich alle Leser ein, bei diesem kleinen Tippspiel mitzumachen. Es gibt auch etwas zu gewinnen. Das Buch wird unter allen richtigen Antworten verlost.
Häufig hatte man den Eindruck, er agiere nicht zum Wohle des Vereins, sondern ausschließlich zum Wohle und im Sinne von Magath. Jetzt möge mancher behaupten, dass Magath so viel Macht besäße, dass es da keinen wirklich großen Unterschied mehr gäbe. Dass dem nicht so ist, konnte man in den letzten Tagen beobachten. In einer Mehrheitsentscheidung hat der Vorstand die Freistellung des Pressesprechers beschlossen. Der Vorstand besteht derzeit aus Peter Peters, Horst Heldt und eben Felix Magath. Der Trainager zeigte sich auf der Pressekonferenz überrascht von der Entwicklung.
Ich lese aus diesen Ereignissen, dass der restliche Vorstand, gemeinsam mit dem Aufsichtsrat, ein Zeichen in Richtung Felix Magath setzen wollte: “Wir wollen mit dir weiter machen, deine Alleingänge innerhalb des Vereins machen wir aber nicht mehr mit. Jetzt kannst du mal sehen, wie sich das anfühlt, wenn einfach so über deinen Kopf hinweg entschieden wird.”
Derzeit habe ich mich noch nicht abschließend zum Thema geäußert. Das liegt zum einen daran, dass mir bisher die Zeit fehlte, meine Meinung kund zu tun. Zum anderen liegt es daran, dass diese Meinung ziemlich komplex und vielschichtig ist:
Meiner Meinung nach sollte man es weiterhin mit Magath versuchen. Zumindest bis zum Saisonende. Als Trainer gehört er für mich immer noch zu den besten im Lande. Das beweist sein Erfolg in der letzten Saison. Auch in dieser Spielzeit hat Magath etwas geleistet. DFB-Pokal Finale und Champions-League Viertelfinale sind durchaus achtsam. Die Bundesligasaison ist eh die verrückteste, die ich bisher erlebt habe. Solange er es schafft, nicht mehr in den Abstiegsstrudel zu geraten, ist auch hier alles in Butter.
Dass sich die Mannschaft über seine Gangart beschwert hat, kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Er ist als harter Hund bekannt und zieht sein Ding durch. Wer damit nicht klarkommt, sollte gehen.
Diesen harten Hund sollte er aber nicht als Arbeitgeber auf der Geschäftsstelle geben, denn die dortigen Mitarbeiter sind keine Profifußballer mit Millionengehältern. Sie sind, im Gegensatz zu den Lizenzspielern, ein kontinuierlicher Teil des Vereins, der diesen Umgang nicht braucht. Magath betont immer und gerne, dass er auch Fehler gemacht habe. Ob er auch in der Lage ist, diese Fehler abzustellen und den Verein (damit meine ich Fans und Mitarbeiter) mit ins Boot zu holen, da bin ich mir noch nicht so sicher. Sollte in dem Gespräch mit Tönnies die Bereitschaft auf Seiten Magaths nicht erkennbar sein, sollte die Trennung vollzogen werden. Denn der Verein ist das höhere Gut. Er steht auch über Erfolg und Titel.
Sportlich gesehen wird das Spiel gegen Frankfurt heute mehr oder weniger zum Fingerzeig. Gewinnt man, bleibt der Absteigskampf nur im Hinterkopf. Sollte man Punkte lassen oder gar verlieren, dann geht es in den nächsten Wochen nur noch um eins: Ums sportliche Überleben.
Wir dürfen unsere Mannen am Samstag gegen Stuttgart grätschen sehen. Babbel und seine Jungs stecken knietief in der Kacke. Mieser Bundesligastart, Babbels Pendelorgien nach Köln, verletzte Spielmacher und weit und breit kein Stürmer Marke Mario Gomez. Der VFB steckt in der Krise. Da fragt man sich, ob das vielleicht auch an der Form von Mario Gomez liegt. Der spielt genauso schlecht wie der Stuttgarter. Ob der Würstchen Uli da vergessen hat nach der Transferüberweisung die Nabelschnur abzuschneiden?
Apropos Mario Gomez: Amüsiert und schokiert zu gleich stelle ich fest, dass er wohl den gleichen Weg geht, wie unser Käffin Kuranyi. Das Publikum verliert bei “Super Mario” ebenso schnell die Geduld wie bei unserem Nutella-Boy. Da hat der emotionale Deutschland- und/oder Bayernfan schneller die Pfoten im Mund als das Bier am Hals.
Gefährlich, was wir da mit unseren Stürmern anstellen. Ob wir Deutschen wohl glauben, dass wir unsere Stürmer dadurch stärker machen? Ich denke nicht, dass das nötig ist. Und da frage ich mich doch glatt noch eins: Warum wird der Poldi nicht ausgepfiffen? Der spielt seit 2 Spielzeiten nicht mehr auf Nationalmannschaftsniveau. Zumindest in der Bundesliga.
Egal: Wir fahren nach Südafrika. Der Rest der Schalker Nationalmannschaftsfraktion allerdings nicht. Einzig Billy, der Grieche, hat noch die Möglichkeit, ein WM Ticket zu lösen. Ob es klappt, erfahren wir Mitte November…
Angst hatte ich vor dem gestrigen Donnerstag. Zwei Tage vor einem Schalke-Spiel? Da muss doch mal wieder ne Schlagzeile zu den Finanzen kommen. Kam se auch. Allerdings von Schalker Seite. Die Bayern freut’s nicht. Die glauben auch immer noch, dass das liebe Geld schuld ist, dass sie seit Jahren nix auf internationaler Bühne reißen. Der Rest der Bundesliga ist allerdings auch nicht begeistert. Der allwöchentliche Schalke Skandal wurde dieses Mal vom Stern aufgedeckt. Der will erfahren haben, dass Magath (noch) mehr Macht bekommt und der in der Satzung festgelegte Eil-Aussuss mal so mir nichts, dir nichts abgeschafft werden soll. Schon wieder eine Ente, auf die Tönnies jedoch, zum Glück, angemessen reagierte.
Aber naja. Ich freu mich. Die Perle Bundesliga kommt wieder. Auf ein Auswärtssieg bei den Schwaben!
Hier ist die Antwort:
- September 2004: Nach der sportlichen Talfahrt unter Trainer Jupp Heynckes präsentiert der FC Schalke 04 einen neuen Trainer. Andreas Müller, damals noch Teammanager, hat einen Mann aus dem Hut gezaubert, den Rudi Assauer auf der Pressekonferenz als “Rolf Rangnick” vorstellt und schon damals deutlich machte, was er von dem Trainer hielt.
- Dezember 2005: Nach einer erfolgreichen Saison mit attraktivem Fußball, der erstmaligen direkten Champions-League Qualifikation, einem Schnitt von 2,04 Punkten pro Spiel und einer langsamen, aber stätigen Demontage durch Rudi Assauer, verkündet Rangnick genervt seinen Rücktritt zum Saisonende. Direkt vor dem Spiel gegen Mainz 05 verabschiedet sich der Trainer bereits mit einer Ehrenrunde von den Fans. Zwei Tage später wurde er entlassen.
- Januar 2006: Völlig überraschend drückt Teammanager Andreas Müller erneut einen Underdog gegen den mächtigen Rudi Assauer durch. Kurz nach dem Jahreswechsel wird Mirko Slomka, bis dahin Co-Trainer seines guten Freundes Rangnick, auf den Chefsessel gehoben. Rudi Assauer gibt zu: “Auf den wäre ich nicht gekommen” und Slomka war sich sicher, dass er nur auf die Geschäftsstelle fährt, um seine Beurlaubung mitgeteilt zu bekommen.
- Mai 2006: Schalke schafft es nicht, sich für die Champions League zu qualifizieren. Noch im selben Monat bekommen die Schalker Führungsspieler, Fabian Ernst und Kevin Kuranyi mitgeteilt, dass sie ihren sicher geglaubten Platz im Kader der Nationalelf für die WM 2006 im eigenen Land verloren haben. Ein Schlag ins Gesicht nicht nur für die beiden Spieler, sondern auch für ganz Schalke.
- September 2006: Schalke scheidet in der ersten Runde des UEFA-Cups am AS Nancy. Gerüchte machen die Runde, dass Schalke nun in eine arge finanzielle Schieflage geraten könnte, da die eingeplanten Einnahmen nun fehlen.
- Oktober 2006: Clemens Tönnies stellt über seinen Freund Gerhard Schröder Kontakt zum Energieriesen Gazprom her. Der Deal klappt und Schalke erhält einen der lukrativsten, aber auch fragwürdigsten Sponsorenverträge der Liga.
- Dezember 2006: Schalke steht nach 17 Spieltagen Punktgleich mit Bremen an der Spitze. Lediglich das schlechtere Torverhältnis versperrt den Weg zum Herbstmeistertitel.
- Februar 2007: Schalke schlägt im Spitzenspiel den SV Werder Bremen auswärts mit 2:0 und übernimmt zum dritten Mal in der Saison die Tabellenspitze. Es sollten noch 12 weitere Spieltage folgen.
- Mai 2007: Am 32. Spieltag, Schalke hätte an diesem Tag Meister werden können, verlieren die Knappen in Lüdenscheid sang und klanglos mit 2:0. Stuttgart gewinnt die letzten beiden Spiele und Schalke weint.
- Juni 2007: Lincoln verkündet seinen Wechsel zu Galatasaray Istanbul. Damit geht der Spieler, der für den Aufschwung unter Rangnick und Slomka, maßgeblich beteiligt war. Schalke beschließt, den Brasilianer nicht durch einen anderen klassischen 10er zu ersetzen.
- Dezember 2007: Schalke übersteht erstmals die Vorrunde der Champions League. Mit einem 3:1 gegen Rosenborg Trondheim landet man hinter dem FC Chelsea auf Platz 2. Zu diesem Zeitpunkt steht Schalke in der Liga nur auf einem enttäuschenden fünften Platz. Unmut und der Ruf nach Verstärkungen kommen auf.
- Januar 2008: Schalke verpflichtete in der Winterpause drei neue Kreativspieler. Vicente Sanchez, Ze Roberto und Albert Streit sollen das Offensivspiel ankurbeln. Sanchez schafft es, zumindest 14 mal auf dem Platz zu stehen. Er spielte einmal durch. Streit kommt auf neun Einsätze. meist als Einwechselspieler in der Schlussphase und Ze Roberto kommt auf sagenhafte 3 Einsätze, erzielte dabei aber immerhin ein Tor. Auf Schalke rumort es bereits. Slomka ist trotz der Erfolge in der Champions League unter Druck.
- April 2008: Nach dem Viertelfinal aus in der Champions League gegen Barcelona und einer 5:1 Auswärtsniederlage in Bremen, muss Slomka seinen Hut nehmen. Schalke sehnt sich nicht nur nach der Meisterschaft. Auch der attraktive Fußball ging dem Team unter Slomka immer wieder ab. Erfolgreich hatte Slomka immer gespielt. Er schaffte 1,8 Punkte pro Spiel und war damit der zweiterfolgreichste Trainer der Schalke. Hinter Rangnick. Das Trainerduo Büskens/Mulder übernimmt. Schalke startet eine Serie und wird hinter München und Bremen Dritter und darf in der Champions League Qualifikation ran. Noch im gleichen Monat stellt Schalke Slomkas Nachfolger vor. Es wurde nach einem Mann mit internationalem Standing gesucht. Es wurde Fred Rutten, Trainer des Überrschungsteams Twente Entschede in der Eredevise. Er gilt als Disziplinfanatiker, interntionale Erfahrung hat er als Cheftrainer allerdings nicht.
- Juli 2008: Rafinha fährt, entgegen aller Warnungen vom Berger Feld nicht mit ins Trainingslager, sondern nach China, um mit Brasilien Gold zu holen. Das Theater dauert die ganze Vorbereitung. Rafinha holt Silber und kommt ohne weiter Sanktionen durch den Verein davon.
- August 2008: Schalkes erste bittere Stunde in der neuen Saison. Atletico Madrid zieht nach einem 4:0 gegen schwache Schalker in die Königsklasse ein. Schalke bleibt nur der UEFA-Cup.
- September 2008: Schalke ist trotz unkonstanter Leistungen nach dem Spiel gegen Frankfurt auf Platz 1. Beim nächsten Spiel in Köln spielt Schalke unterirdisch. Danach geht es konstant Berg ab.
- Oktober 2008: In der Tabelle zieht ein kleiner Club names TSG 1899 Hoffenheim am FC Schalke 04 vorbei. Trainer dieses Clubs ist Ralf Rangnick. Seine Mannschaft begeistert durch attraktiven Offensivfussball und wird sensationell Herbstmeister. Vorher haben die Hoffenheimer unter Rangnick den Durchmarsch aus der Regionalliga geschafft.
- November 2008: Nach der Niederlage in Leverkusen meldet sich erstmals Tönnies zu Wort. Er fordert von den Verantwortlichen “10 Punkte aus den letzten 4 Spielen” in der Vorrunde. Schon länger fokussiert sich die Kritik an der sportlichen Talfahrt auf Andreas Müller. Seine Einkäufe in der vorangegangen Winterpause und vor der Saison schlugen nicht ein.
- Dezember 2008: Schalke scheidet als Gruppenletzter aus dem UEFA-Cup aus. Ausgerechnet gegen Entschede kassiert die Rutten-Elf die entscheidene Niederlage.
- Januar/Februar 2009: Nach dem Abgang von Mittelfeldstratege Fabian Ernst kurz vor Ende der Transferperiode, startet die Mannschaft mit einer Niederlage gegen Hannover in die Rückrunde. Vor allem Müller geriet stark unter Druck. Anstatt sich den zahlrechen internen und externen Kritikern zu wehren, legt er sich selbst einen Maulkorb an und äußert sich nicht mehr gegenüber den Medien. Das Team rutscht währenddessen immer weiter ins Mittelmaß ab.
- 03. März 2009: Schalke verabschiedet sich vom letzten Titeltraum. Der Zweitligist FSV Mainz 05 ist der Stolperstein. Schalke ist die Lachnummer der Nation.
- 06. März 2009: Beim 1:0 Heimsieg gegen den 1.FC Köln wird das ganze Ausmaß der Schalker Probleme deutlich. Der Supporters Club ruft halbherzig zum Boykott aus. Der Rest folgt dem Ruf nicht, unterstützt die Mannschaft aber auch nicht richtig. Nach zwei unorthodoxen Auswechslungen schallt ein gemisch aus “Rutten/Müller raus!” durch die Arena. Kristjic legt sich noch während des Spiels mit den Fans an. Nach dem Spiel verweigert die komplette Mannschaft den Gang in die Nordkurve. Sie wird mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedet.
- 09. März 2009: Andeas Müller wird bis auf weiteres von seinen Aufgaben freigestellt. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Rutten soll Teile der Managementaufgaben übernehmen. Bei einer Mannschaftsitzung soll Rutten emotional überreagiert haben und seinen Rücktritt angeboten haben.
- 13. März 2009: Die Entlassung des Managers zeigt keine Wirkung auf die Mannschaft. Mit viel Glück verliert man nur 3:4 beim VfL Wolfsburg, dem besten Rückrundenteam.
- 17. März 2009: Nun erfassen die Auflösungserscheinungen auch die Mannschaft. Käptain Bordon tritt ohne Begründung zurück und überlässt Kristajic das Amt, der ihn zuvor den Stammplatz streitig machte.
- 19. März 2009: Oli Kahn wird im Hotel des Schalker Aufsichtsrat-Vorsitzenden Clemens Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gesichtet. Die Bild berichtet per Live Ticker vor Ort. MAn erfährt, was es zum Mittag gibt und wer wie lange auf’s Klo geht. Nach dem Treffen stellt sich KAhn den Medien souverän (“Reines Informationsgespräch”). Tönnies lässt den Proll raus und nennt Kahn “einen super Typ und Schalke einen geilen Club, zu dem viele wollen”.
- 22. März 2009: Der Hamburger SV, noch gezeichnet von der packenden UEFA Cup Partie gegen Istanbul, gastiert in der Arena. Das Spiel ist von beiden Seiten schlecht. Neuer patzt und leitet die achte Niederlage der Saison ein. Die Fans sind wie gelehmt. Sogar das obligatorische Pfeifkonzert nach dem Spiel bleibt aus. Die Höchststrafe für Mannschaft und Trainer. Der gibt erneut zu Protokoll, dass die Niederlage “weh tat”.
- 23. März 2009: Die Bild berichtet, dass Rutten schon mitgeteilt wurde, dass es für ihn auf Schalke nicht weitergeht. Er leitet noch das Vormittagstraining. Danach flüchtet er nach Entschede. Die zweite Trainingseinheit fällt aus.
- 25. März 2009: Präsident Josef Schnusenberg verkündet einen radikalen Sparkurs auf Schalke. Der Etat für die Spielergehälter soll von 50 Millionen auf 35 Millionen runtergeschraubt werden. Er verabschiedet sich für ein paar Jahre vom Meisterschafts-Traum.
- 26. März: Rutten spricht aus, was eh schon jeder weiß. Für ihn geht es nach der Saison auf Schalke nicht mehr weiter. Längst steht er schon beim PSV auf der Liste. Am Abend wird ihm dann mitgeteilt, dass es schon ab morgen nicht mehr für ihn weitergeht. Das Kapitel Rutten ist nach 9 Monaten und 1,48 Punkten pro Spiel beendet.
- 27. März 2009: Der einzige ernsthafte Kandidat für den Managerposten, Oliver Kahn, sagt ab. Gleichzeitig verkündet der Präsident Josef Schnusenberg seinen Rücktritt im Jahr 2010. Interimstrainer Büskens/Mulder springen wieder ein, werden das Team aber nicht bis zum Saisonende leiten. Schnusenberg sagt, dass für die letzten 9 Spieltage ein neuer Interimstrainer gesucht wird. Der Trainer für die neue Saison soll der neue Manager bestimmen, der ebenfalls nicht in Sicht ist. Der FC Schalke 04 steht ohne sportliche Leitung dar. Der Käptain ist zurückgetreten und wird den Club wohl zum Saisonende verlassen. Ihm werden viele weitere Spieler folgen, die, gemessen an ihren Leistungen, absolut überbezahlt sind. Es ist kein Trainer da und auch kein Manager mehr. Dies alles in einer Phase, in der die Weichen für die neue Saison gestellt werden sollte. Schalke ist auf dem Tiefpunkt angelangt.
Die Trainerentlassung überrascht nicht mich und auch nicht den Rest der Fußballnation. Ich mag den Mensch Rutten (soweit man das von seinem Auftreten in der Öffentlichkeit so sagen kann), aber als Trainer für Schalke ist er einfach nicht mehr haltbar gewesen. Der erneute spielerische Offenbarungseid gegen den HSV, gepaart mit immer mal wieder auf Kurzarbeit geparkten Leidenschaft musste einfach der Schlusspunkt sein. Dazu der unglückliche Umgang mit den Medien. Viel mehr können Büskens und Mulder gar nicht mehr falsch machen. Im Gegenteil. Man befindet sich sportlich in einer ähnlichen Situation wie im letzten Jahr. Nach der 1:5 Schlappe gegen Bremen, war Schalke auch am Boden. Man musste sich spätestens nach diesem Spiel eingestehen, dass es dieses Jahr wiedermal nix wird mit ganz oben angreifen. Heute ist es so, dass nach dem HSV Spiel auch die letzten Optimisten einsehen mussten, dass man nächste Saison nichtmal durch Europa fährt. Dass in der Gegenwart auch noch auf diletantische Art und Weise ein neuer Manager gesucht wird, die Öffentlichkeitsarbeit nichtmal mehr ne 6 verdient und sich der Spalt zwischen Verein und Gefolgschaft gefährlich vertieft, macht das Bild nicht schöner. Es passt aber leider trotzdem irgendwie zu unserem S04.
In der Trainerfrage wird zunächst auf die schon erfolgreich getestete Kombination Büskens/Mulder gesetzt. Dass die beiden auch über die Saison hinaus weiterarbeiten, ist allerdings unwahrscheinlich, hängt aber sicher auch von den Ergebnissen ab, die sie eventuell mit der Mannschaft erzielen. Ich persönlich würde Miouri Bülder die Aufgabe durchaus zutrauen. Gerade Büskens verkörpert das Ruhrgebiet und den S04 wie kein Zweiter. Erste Gerüchte gab es bereits um Armin Veh, für den Schalke sicher eine reizvolle Aufgabe wäre.
Ob man Stadionverbot bekommt, wenn man seinen eigenen Manager mit Bananen bewirft?
In der Managerfrage scheint alles auf Oliver Kahn rauszulaufen. Andere ernsthafte Kandidaten stehen zur Zeit eigentlich gar nicht mehr zur Debatte.Verhandelt Tönnies tatsächlich noch mit weiteren Kandidaten, dann macht er das zumindest um einiges dezenter als letzte Woche. Kahn wird von allen Seiten hoch gelobt. Hitzfeld, Beckenbauer, ja fast die ganze bayuvarisch gefärbte Fussballprominenz redet den Titan stark. Hitzfeld zählt einige Eigenschaften auf, die Kahn durchaus zu einem guten Manager befähigen. Er geht souverän mit den Medien um und nimmt damit auch Druck von Mannschaft und Trainer. Das hat Müller eigentlich nie geschafft. Zudem konnte er sich jahrelang die Arbeit von Uli Hoeness anschauen, der auch quasi noch mit schmutzigem Trikot direkt an den Schreibtisch gewechselt ist. Zudem kommt er aus einem hochprofessionell geführtem Verein.
Eines ist klar: Falls Clemens Tönnies den Manager Oliver Kahn durchdrückt, ist sein Schicksal genauso von dem Erfolg des Neulings abhängig, wie zuvor das Schicksal von Müller an dem von Trainer Fred Rutten hing. Einen Fehlgriff darf sich Tönnies nicht erlauben, dann fordert man in der Arena demnächst nicht mehr nur den Kopf des Trainers oder des Managers, sondern schlicht und einfach: “Tönnies raus!”.
“Oooooh Mezquida. Keiner dribbelt so wie dieser!”
Ein wahres Trostpflaster war die Meldung über die nun fixe Verpflichtung vom Movarek und Mezquida. Letzterer wird zunächst in der Jugend spielen. Das Puzzle des FC Schalke 04 der Zukunft wird damit immer deutlicher. Neuer und Höwedes aus dem eigenen Stall sind fest gebunden. Westermann hat bereits verlängert, bei Jones sieht es zumindest gut aus. Beides die für mich auf hohem Level konstantesten Feldspieler in dieser Saison. Dazu gesellen sich höchstens noch die schon erwähnten Neuer und Höwedes, sowie Rafinha, der uns wohl nach dieser Saison leider verlassen wird. Ich sehe wenig Chancen ohne die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb. Selbst wenn…nein…ich hör ja schon auf.
Eines der nächsten Puzzleteile währe Levan Kenia. Und von dem gibt es auch gutes zu berichten. Seit gefühlten 8 Monaten zum ersten Mal eine vollständige Einheit durchgezogen. Weiter so! Bei ihm kann man sicher noch nicht sagen, wohin die Reise geht. Vom Hörensagen und den wenigen Auftritten, die ich Live von ihm gesehen habe, (1,2) hat er auf jeden Fall Spaß und Hoffnung auf mehr gemacht.
Dazu kommt mit Marvin Pouri ein Stürmer, der zur Zeit beim Zweitligist 1860 München leider noch keine Bäume ausreisst. Dafür kann er sich bei den Löwen schon mal an eine gewisse Form des Chaos gewöhnen. Solche Erfahrungswerte sind nicht zu unterschätzen ;)
Fraglich ist bei dem von Josef Schnusenberg angekündigtem Sparkurs auch, was aus Jefferson Farfan und Orlando Engelaar wird. Für letzteren interessieren sich angeblich der PSV und Ajax Amsterdam. Eine Ablöse über drei Millionen Euro würde Orlando Engelaar wohl zu einem der größten Fehleinkäufe in der Geschichte des Clubs machen. Hand in Hand mit Bent Christensen.
Bei Farfan sieht es anders aus. Sicher spielt er keine gute Saison. Trotz alledem ist er wichtig für das Schalker Spiel. Es stehen immerhin 12 Scorerpunkte zu buche und man weiß, dass er sich noch steigern kann. Das sieht bei seinen Sturmkollegen anders aus. Der erste auf der Liste ist für mich ganz klar Halil Altintop. Er schafft es einfach nicht an die längst vergangene Zeit in Kaiserslautern anzuknüpfen. Bei Vereinen wie Hannover oder Frankfurt wird er sicher unterkommen. Oder er wechselt ins Ausland.
Auch bei Kevin Kuranyi stehen die Zeichen auf Abschied. Nach der nächsten Saison ist Kuranyi ablösefrei und eine vorzeitige Vertragsverlängerung ist bei dem zerRutteten (noch ein Wortspiel ;)) Verhältnis zu den Fans und seiner permanenten Unkonstanz nahezu unmöglich. Wenn ein passendes Angebot kommt, wird er sicher verkauft. Asamoah wird bleiben und auch Sanchez hat sich nach seinen zuletzt guten Auftritten eine neue Saison beim geilsten Club der Welt verdient.
Interessante Personalien sind für mich auch Albert Streit, Ze Roberto und Carlos Großmüller. Carlito spielt ohne zu murren in der zweiten Mannschaft. Es wird für ihn sicher keine großen Angebote geben. Von daher wäre es nur fair, wenn er unter dem neuen Trainer wieder eine Chance in der Profimannschaft bekommt. Ze Roberto klagt über fehlenden Lohn, spielt aber bei seinem Club wohl eine gute Rolle.
Auch Albert Streit währe für das neue Mittelfeld eine Alternative. Er hätte zumindest die Bundesligaerfahrung, um den jungen Spielern halt zu geben. Ein 4-4-2 mit Jones als 6er, Streit und Rakitic auf den Halbpositionen und Kenia/Movarek auf der 10 verspricht zumindest mehr Offensive als ein unkreatives dreier Mittelfeld. Für Ze Roberto und Albert Streit wäre es ein Neuanfang. Wenn wir gerade mal dabei sind. Warum nicht?
„Wir sondieren weiter den Markt. Wir haben uns darauf verständigt, dass wir in zwei bis drei Woche nochmal telefonieren. Kahn ist ein geiler Typ und wir sind total d’accord! Wir haben ein Konzept besprochen und das passt alles gut. Wir wollen aber noch mit anderen Kandidaten sprechen!“ Tönnies auf Bild.de
Uns Fans bleibt wirklich nichts erspart. Jetzt ist ein “geiler Typ” im Gespräch die Nachfolge von Andreas Müller zu übernehmen. Olli Kahn als Manager des S04? Mit null Erfahrung in Sachen Management. Mit null Standing bei den Fans.
Ich kann nur hoffen, dass dieser Kelch an uns vorüber geht….
Während Rutten sich schon gegen den Job als Interims-Manager zu sträuben scheint, kommt die Suche nach einer externen Lösung nur langsam in Gang.
Viele Namen wurden schon genannt. Die meisten an den Haaren herbei gezogen. Hier ein kleiner Überblick:
Oliver Kahn, Ebbe Sand, Olaf Thon:
Alle drei mit zu wenig Erfahrung im operativen Geschäft, als das sie für den Managerposten geeignet wären. Zudem sind Kahn und Thon in meinen Augen zumindest charakterlich fragwürdig. Ein Ebbe Sand als Assistent des neuen Managers könnte sicher passen.
Marc Wilmots:
Wie Thon und Sand ein “Ehemaliger”, aber sicher schon mit etwas mehr Erfahrung in der Praxis. Als Interims-Trainer grandios gescheitert. Eher nicht.
Heribert Bruchhagen:
Bruchhagen scheint der Wunschkandidat für die Position zu sein, obwohl er wohl schon abgelehnte
“Streichen Sie bitte meinen Namen von der Liste.” Quelle: 11freunde.de
und sich der Eintracht versprochen hat. Bruchhagen wird seine Ämter sicherlich nicht so mirnichts dirnichts mitten in der Saison aufgeben. Der Name könnte allerdings wieder interessant werden, wenn sich die Managersuche bis nach dem Ende der Saison zieht. Meiner persönlichen Meinung nach, ist Bruchhagen sicher ein fähiger Mann für den Job. Er kennt auch das Umfeld, da er schon mal als Trainer am Berger Feld tätig war. Ob das allerdings unbedingt einen Vorteil darstellt, ist schwer zu sagen. Ein “unbefleckter” Manager wäre vielleicht die bessere Lösung.
Rainer Callmund:
Das rheinische Massenphänomen ist sicherlich heiß auf die Bundesliga. Fachlich ist er ebenfalls top und hat mit seiner losen Schnauze auch das richtige Werkzeug gegen die Boulevard-Meute auf Schalke. In Leverkusen hat er oberflächlich sehr gut gearbeitet. Mit ihm war Leverkusen stärker als jemals zuvor. Allerdings hinterließ “Calli” dem Verein ein großes Häufchen Schulden. Davon haben wir bereits genug, also vorsichtig. Er ist eher der Typ Rudi Assauer. Flotte Sprüche, Klüngelei und nach außen hin den Starken makieren. Eher nicht so mein Ding.
Matthias Sammer:
Sammer hält sich zum Thema Schalke bisher bedekt, obwohl er sicher ein Kandidat ist. Bisher konnte ich keine Aussage zu diesem Thema von ihm lesen, hören oder sehen. Sammer ist durch seine Vergangenheit bei den Lüdenscheidern sicherlich vorbelastet. Wir haben allerdings auch einen Andreas Möller in unser Herz aufgenommen, da würde bei entsprechendem Erfolg sicher auch ein Platz für Sammer. Fachlich ist er sicher kompetent und man kann schon sagen ein Fussball-Verrückter. Er bringt ebenfalls die notwendige Konsequenz mit, sowohl im Umgang mit der Mannschaft, als auch mit Medien und Vorstand. Wenn es ein deutscher Manager sein soll, dann wäre es für mich Matthias Sammer.
Andreas Rettig:
Derzeit beim FC Augsburg tätig. Wäre für Rettig also ein Riesencoup. Für Schalke bezweifel ich das. Er würde sicher nicht den starken Mann darstellen, den sich viele wünschen und der meine Meinung auch her muss. Ich denke, dass Schalke im Moment noch ein Stufe zu hoch für ihn ist.
Rudi Assauer:
Kein Kommentar. Das wäre das Schlimmste, was passieren könnte und ist wegen der Fehde zwischen Tönnies und “Assi” zum Glück auch mehr als unwahrscheinlich.
Frank Arnesen:
In meinen Augen ein sehr interessanter Mann. Wenn nicht sogar der interessanteste von den bisher genannten. Als aktiver Spieler dem PSV treu, heuerte er dort nach seiner Karriere direkt an. Zunächst als Assistens Coach, wurde er ziemlich schnell technischer Direktor mit Hauptaufgabe Talentscouting. Klangsvolle Namen wie van Niestelroy, Ronaldo und Jap Stam gehen auf seine Kappe. Arbeitet von 2001 bis 2004 auch schon mit Rutten (Jugendkoordinator) eng zusammen. Er würde Rutten sicher auch mehr Selbstvertrauen verleihen, da er seine Methoden bestens kennt. Zur Zeit ist Arnesen Chef-Talentscout beim FC Chelsea und verpulvert die Abramovic-Millionen. Morinho beklagte damals den mäßigen Erfolg. Auch bei seiner ersten Manager-Station bei den Tottenham Hotspurs hat er ebenfalls keine Bäume ausgerissen. Trotzdem gilt er als Mann mit dem besonderen Blick für junge Talente und mit den besten Kontakten in aller Herren Länder. Als globaler Fußballfachmann würde ihm im Team, im Vorstand und in den Medien sicher auch der notwendige Respekt entgegen gebracht werden. Zudem kommt er “unbefleckt” nach Schalke. Bis auf Rutten hatte er noch nix mit Schalke zu tun. Meiner Meinung nach ein großer Vorteil gegenüber Kanidaten wie Bruchhagen, Sammer oder Callmund, die sicher auch innerhalb des Vereins schon den ein oder anderen Freund bzw. Feind haben sollten.
Für mich wäre Arnesen die Ideallösung. Er ist kurzfristig sicher verfügbar, kennt als Däne zumindest den Sprachstamm und kennt Rutten aus seiner Zeit beim PSV. Eine Koalition aus Manager/Trainer als Gegengewicht zur Rheda-Fraktion im Vorstand ist sicherlich auch nicht das Schlechteste, was Schalke derzeit passieren könnte.
Was denkt ihr über die Kandidaten und welchen (ernsthaften) Kandidaten, der noch nicht abgesagt hat, habe ich eventuell vergessen?








Kommentare
Carlito69: Gute Tipps, habe es mal auf der FB-Seite von S04 gepostet… ;)
tobitatze: Ach guck an. Noch ein neuer Schalke Blog. Willkommen in der Nerdkurve!
Carlito69: Egal, ob jetzt 69%, 75% oder 82%, die beiden sind aktuell sau wichtig für unser erfolgreiches Spiel....
Carlito: Ich warte gespannt! :-)
Carlito: Ja, der Huub wird es nicht leicht haben, wenn sich alle wieder fit melden. Ich vermute aber mal, dass er...