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Zurück in die Vergangenheit: Eine Chronik

Freitag, März 27th, 2009

Man fragt sich, wie es so weit kommen konnte.

Hier ist die Antwort:

  • September 2004: Nach der sportlichen Talfahrt unter Trainer Jupp Heynckes präsentiert der FC Schalke 04 einen neuen Trainer. Andreas Müller, damals noch Teammanager, hat einen Mann aus dem Hut gezaubert, den Rudi Assauer auf der Pressekonferenz als “Rolf Rangnick” vorstellt und schon damals deutlich machte, was er von dem Trainer hielt.
  • Dezember 2005: Nach einer erfolgreichen Saison mit attraktivem Fußball, der erstmaligen direkten Champions-League Qualifikation, einem Schnitt von 2,04 Punkten pro Spiel und einer langsamen, aber stätigen Demontage durch Rudi Assauer, verkündet Rangnick genervt seinen Rücktritt zum Saisonende. Direkt vor dem Spiel gegen Mainz 05 verabschiedet sich der Trainer bereits mit einer Ehrenrunde von den Fans. Zwei Tage später wurde er entlassen.
  • Januar 2006: Völlig überraschend drückt Teammanager Andreas Müller erneut einen Underdog gegen den mächtigen Rudi Assauer durch. Kurz nach dem Jahreswechsel wird Mirko Slomka, bis dahin Co-Trainer seines guten Freundes Rangnick, auf den Chefsessel gehoben. Rudi Assauer gibt zu: “Auf den wäre ich nicht gekommen” und Slomka war sich sicher, dass er nur auf die Geschäftsstelle fährt, um seine Beurlaubung mitgeteilt zu bekommen.
  • Mai 2006: Schalke schafft es nicht, sich für die Champions League zu qualifizieren. Noch im selben Monat bekommen die Schalker Führungsspieler, Fabian Ernst und Kevin Kuranyi mitgeteilt, dass sie ihren sicher geglaubten Platz im Kader der Nationalelf für die WM 2006 im eigenen Land verloren haben. Ein Schlag ins Gesicht nicht nur für die beiden Spieler, sondern auch für ganz Schalke.
  • September 2006: Schalke scheidet in der ersten Runde des UEFA-Cups am AS Nancy. Gerüchte machen die Runde, dass Schalke nun in eine arge finanzielle Schieflage geraten könnte, da die eingeplanten Einnahmen nun fehlen.
  • Oktober 2006: Clemens Tönnies stellt über seinen Freund Gerhard Schröder Kontakt zum Energieriesen Gazprom her. Der Deal klappt und Schalke erhält einen der lukrativsten, aber auch fragwürdigsten Sponsorenverträge der Liga.
  • Dezember 2006: Schalke steht nach 17 Spieltagen Punktgleich mit Bremen an der Spitze. Lediglich das schlechtere Torverhältnis versperrt den Weg zum Herbstmeistertitel.
  • Februar 2007: Schalke schlägt im Spitzenspiel den SV Werder Bremen auswärts mit 2:0 und übernimmt zum dritten Mal in der Saison die Tabellenspitze. Es sollten noch 12 weitere Spieltage folgen.
  • Mai 2007: Am 32. Spieltag, Schalke hätte an diesem Tag Meister werden können, verlieren die Knappen in Lüdenscheid sang und klanglos mit 2:0. Stuttgart gewinnt die letzten beiden Spiele und Schalke weint.
  • Juni 2007: Lincoln verkündet seinen Wechsel zu Galatasaray Istanbul. Damit geht der Spieler, der für den Aufschwung unter Rangnick und Slomka, maßgeblich beteiligt war. Schalke beschließt, den Brasilianer nicht durch einen anderen klassischen 10er zu ersetzen.
  • Dezember 2007: Schalke übersteht erstmals die Vorrunde der Champions League. Mit einem 3:1 gegen Rosenborg Trondheim landet man hinter dem FC Chelsea auf Platz 2. Zu diesem Zeitpunkt steht Schalke in der Liga nur auf einem enttäuschenden fünften Platz. Unmut und der Ruf nach Verstärkungen kommen auf.
  • Januar 2008: Schalke verpflichtete in der Winterpause drei neue Kreativspieler. Vicente Sanchez, Ze Roberto und Albert Streit sollen das Offensivspiel ankurbeln. Sanchez schafft es, zumindest 14 mal auf dem Platz zu stehen. Er spielte einmal durch. Streit kommt auf neun Einsätze. meist als Einwechselspieler in der Schlussphase und Ze Roberto kommt auf sagenhafte 3 Einsätze, erzielte dabei aber immerhin ein Tor. Auf Schalke rumort es bereits. Slomka ist trotz der Erfolge in der Champions League unter Druck.
  • April 2008: Nach dem Viertelfinal aus in der Champions League gegen Barcelona und einer 5:1 Auswärtsniederlage in Bremen, muss Slomka seinen Hut nehmen. Schalke sehnt sich nicht nur nach der Meisterschaft. Auch der attraktive Fußball ging dem Team unter Slomka immer wieder ab. Erfolgreich hatte Slomka immer gespielt. Er schaffte 1,8 Punkte pro Spiel und war damit der zweiterfolgreichste Trainer der Schalke. Hinter Rangnick. Das Trainerduo Büskens/Mulder übernimmt. Schalke startet eine Serie und wird hinter München und Bremen Dritter und darf in der Champions League Qualifikation ran. Noch im gleichen Monat stellt Schalke Slomkas Nachfolger vor. Es wurde nach einem Mann mit internationalem Standing gesucht. Es wurde Fred Rutten, Trainer des Überrschungsteams Twente Entschede in der Eredevise. Er gilt als Disziplinfanatiker, interntionale Erfahrung hat er als Cheftrainer allerdings nicht.
  • Juli 2008: Rafinha fährt, entgegen aller Warnungen vom Berger Feld nicht mit ins Trainingslager, sondern nach China, um mit Brasilien Gold zu holen. Das Theater dauert die ganze Vorbereitung. Rafinha holt Silber und kommt ohne weiter Sanktionen durch den Verein davon.
  • August 2008: Schalkes erste bittere Stunde in der neuen Saison. Atletico Madrid zieht nach einem 4:0 gegen schwache Schalker in die Königsklasse ein. Schalke bleibt nur der UEFA-Cup.
  • September 2008: Schalke ist trotz unkonstanter Leistungen nach dem Spiel gegen Frankfurt auf Platz 1. Beim nächsten Spiel in Köln spielt Schalke unterirdisch. Danach geht es konstant Berg ab.
  • Oktober 2008: In der Tabelle zieht ein kleiner Club names TSG 1899 Hoffenheim am FC Schalke 04 vorbei. Trainer dieses Clubs ist Ralf Rangnick. Seine Mannschaft begeistert durch attraktiven Offensivfussball und wird sensationell Herbstmeister. Vorher haben die Hoffenheimer unter Rangnick den Durchmarsch aus der Regionalliga geschafft.
  • November 2008: Nach der Niederlage in Leverkusen meldet sich erstmals Tönnies zu Wort. Er fordert von den Verantwortlichen “10 Punkte aus den letzten 4 Spielen” in der Vorrunde. Schon länger fokussiert sich die Kritik an der sportlichen Talfahrt auf Andreas Müller. Seine Einkäufe in der vorangegangen Winterpause und vor der Saison schlugen nicht ein.
  • Dezember 2008: Schalke scheidet als Gruppenletzter aus dem UEFA-Cup aus. Ausgerechnet gegen Entschede kassiert die Rutten-Elf die entscheidene Niederlage.
  • Januar/Februar 2009: Nach dem Abgang von Mittelfeldstratege Fabian Ernst kurz vor Ende der Transferperiode, startet die Mannschaft mit einer Niederlage gegen Hannover in die Rückrunde. Vor allem Müller geriet stark unter Druck. Anstatt sich den zahlrechen internen und externen Kritikern zu wehren, legt er sich selbst einen Maulkorb an und äußert sich nicht mehr gegenüber den Medien. Das Team rutscht währenddessen immer weiter ins Mittelmaß ab.
  • 03. März 2009: Schalke verabschiedet sich vom letzten Titeltraum. Der Zweitligist FSV Mainz 05 ist der Stolperstein. Schalke ist die Lachnummer der Nation.
  • 06. März 2009: Beim 1:0 Heimsieg gegen den 1.FC Köln wird das ganze Ausmaß der Schalker Probleme deutlich. Der Supporters Club ruft halbherzig zum Boykott aus. Der Rest folgt dem Ruf nicht, unterstützt die Mannschaft aber auch nicht richtig. Nach zwei unorthodoxen Auswechslungen schallt ein gemisch aus “Rutten/Müller raus!” durch die Arena. Kristjic legt sich noch während des Spiels mit den Fans an. Nach dem Spiel verweigert die komplette Mannschaft den Gang in die Nordkurve. Sie wird mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedet.
  • 09. März 2009: Andeas Müller wird bis auf weiteres von seinen Aufgaben freigestellt. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Rutten soll Teile der Managementaufgaben übernehmen. Bei einer Mannschaftsitzung soll Rutten emotional überreagiert haben und seinen Rücktritt angeboten haben.
  • 13. März 2009: Die Entlassung des Managers zeigt keine Wirkung auf die Mannschaft. Mit viel Glück verliert man nur 3:4 beim VfL Wolfsburg, dem besten Rückrundenteam.
  • 17. März 2009: Nun erfassen die Auflösungserscheinungen auch die Mannschaft. Käptain Bordon tritt ohne Begründung zurück und überlässt Kristajic das Amt, der ihn zuvor den Stammplatz streitig machte.
  • 19. März 2009: Oli Kahn wird im Hotel des Schalker Aufsichtsrat-Vorsitzenden Clemens Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gesichtet. Die Bild berichtet per Live Ticker vor Ort. MAn erfährt, was es zum Mittag gibt und wer wie lange auf’s Klo geht. Nach dem Treffen stellt sich KAhn den Medien souverän (”Reines Informationsgespräch”). Tönnies lässt den Proll raus und nennt Kahn “einen super Typ und Schalke einen geilen Club, zu dem viele wollen”.
  • 22. März 2009: Der Hamburger SV, noch gezeichnet von der packenden UEFA Cup Partie gegen Istanbul, gastiert in der Arena. Das Spiel ist von beiden Seiten schlecht. Neuer patzt und leitet die achte Niederlage der Saison ein. Die Fans sind wie gelehmt. Sogar das obligatorische Pfeifkonzert nach dem Spiel bleibt aus. Die Höchststrafe für Mannschaft und Trainer. Der gibt erneut zu Protokoll, dass die Niederlage “weh tat”.
  • 23. März 2009: Die Bild berichtet, dass Rutten schon mitgeteilt wurde, dass es für ihn auf Schalke nicht weitergeht. Er leitet noch das Vormittagstraining. Danach flüchtet er nach Entschede. Die zweite Trainingseinheit fällt aus.
  • 25. März 2009: Präsident Josef Schnusenberg verkündet einen radikalen Sparkurs auf Schalke. Der Etat für die Spielergehälter soll von 50 Millionen auf 35 Millionen runtergeschraubt werden. Er verabschiedet sich für ein paar Jahre vom Meisterschafts-Traum.
  • 26. März: Rutten spricht aus, was eh schon jeder weiß. Für ihn geht es nach der Saison auf Schalke nicht mehr weiter. Längst steht er schon beim PSV auf der Liste. Am Abend wird ihm dann mitgeteilt, dass es schon ab morgen nicht mehr für ihn weitergeht. Das Kapitel Rutten ist nach 9 Monaten und 1,48 Punkten pro Spiel beendet.
  • 27. März 2009: Der einzige ernsthafte Kandidat für den Managerposten, Oliver Kahn, sagt ab. Gleichzeitig verkündet der Präsident Josef Schnusenberg seinen Rücktritt im Jahr 2010. Interimstrainer Büskens/Mulder springen wieder ein, werden das Team aber nicht bis zum Saisonende leiten. Schnusenberg sagt, dass für die letzten 9 Spieltage ein neuer Interimstrainer gesucht wird. Der Trainer für die neue Saison soll der neue Manager bestimmen, der ebenfalls nicht in Sicht ist. Der FC Schalke 04 steht ohne sportliche Leitung dar. Der Käptain ist zurückgetreten und wird den Club wohl zum Saisonende verlassen. Ihm werden viele weitere Spieler folgen, die, gemessen an ihren Leistungen, absolut überbezahlt sind. Es ist kein Trainer da und auch kein Manager mehr. Dies alles in einer Phase, in der die Weichen für die neue Saison gestellt werden sollte. Schalke ist auf dem Tiefpunkt angelangt.

Zeit für einen Neuanfang

Freitag, März 27th, 2009

Die Zeit heilt alle Wunden. Ziemlich platter Spruch, funktioniert bei mir allerdings ziemlich gut. Nach der Woche voller Kahn-Spekulationen, dem Rücktritt eines großen Kapitäns mit dem Spitznamen “heiliger St. Marcello” und der neuerlichen bitteren Enttäuschung nach dem Spiel gegen den HSV, ist die Wundheilung doch sehr schnell eingetreten.

Die Trainerentlassung überrascht nicht mich und auch nicht den Rest der Fußballnation. Ich mag den Mensch Rutten (soweit man das von seinem Auftreten in der Öffentlichkeit so sagen kann), aber als Trainer für Schalke ist er einfach nicht mehr haltbar gewesen. Der erneute spielerische Offenbarungseid gegen den HSV, gepaart mit immer mal wieder auf Kurzarbeit geparkten Leidenschaft musste einfach der Schlusspunkt sein. Dazu der unglückliche Umgang mit den Medien. Viel mehr können Büskens und Mulder gar nicht mehr falsch machen. Im Gegenteil. Man befindet sich sportlich in einer ähnlichen Situation wie im letzten Jahr. Nach der 1:5 Schlappe gegen Bremen, war Schalke auch am Boden. Man musste sich spätestens nach diesem Spiel eingestehen, dass es dieses Jahr wiedermal nix wird mit ganz oben angreifen. Heute ist es so, dass nach dem HSV Spiel auch die letzten Optimisten einsehen mussten, dass man nächste Saison nichtmal durch Europa fährt. Dass in der Gegenwart auch noch auf diletantische Art und Weise ein neuer Manager gesucht wird, die Öffentlichkeitsarbeit nichtmal mehr ne 6 verdient und sich der Spalt zwischen Verein und Gefolgschaft gefährlich vertieft, macht das Bild nicht schöner. Es passt aber leider trotzdem irgendwie zu unserem S04.

In der Trainerfrage wird zunächst auf die schon erfolgreich getestete Kombination Büskens/Mulder gesetzt. Dass die beiden auch über die Saison hinaus weiterarbeiten, ist allerdings unwahrscheinlich, hängt aber sicher auch von den Ergebnissen ab, die sie eventuell mit der Mannschaft erzielen. Ich persönlich würde Miouri Bülder die Aufgabe durchaus zutrauen. Gerade Büskens verkörpert das Ruhrgebiet und den S04 wie kein Zweiter. Erste Gerüchte gab es bereits um Armin Veh, für den Schalke sicher eine reizvolle Aufgabe wäre.

Ob man Stadionverbot bekommt, wenn man seinen eigenen Manager mit Bananen bewirft?

In der Managerfrage scheint alles auf Oliver Kahn rauszulaufen. Andere ernsthafte Kandidaten stehen zur Zeit eigentlich gar nicht mehr zur Debatte.Verhandelt Tönnies tatsächlich noch mit weiteren Kandidaten, dann macht er das zumindest um einiges dezenter als letzte Woche. Kahn wird von allen Seiten hoch gelobt. Hitzfeld, Beckenbauer, ja fast die ganze bayuvarisch gefärbte Fussballprominenz redet den Titan stark. Hitzfeld zählt einige Eigenschaften auf, die Kahn durchaus zu einem guten Manager befähigen. Er geht souverän mit den Medien um und nimmt damit auch Druck von Mannschaft und Trainer. Das hat Müller eigentlich nie geschafft. Zudem konnte er sich jahrelang die Arbeit von Uli Hoeness anschauen, der auch quasi noch mit schmutzigem Trikot direkt an den Schreibtisch gewechselt ist. Zudem kommt er aus einem hochprofessionell geführtem Verein.

Eines ist klar: Falls Clemens Tönnies den Manager Oliver Kahn durchdrückt, ist sein Schicksal genauso von dem Erfolg des Neulings abhängig, wie zuvor das Schicksal von Müller an dem von Trainer Fred Rutten hing. Einen Fehlgriff darf sich Tönnies nicht erlauben, dann fordert man in der Arena demnächst nicht mehr nur den Kopf des Trainers oder des Managers, sondern schlicht und einfach: “Tönnies raus!”.

“Oooooh Mezquida. Keiner dribbelt so wie dieser!”

Ein wahres Trostpflaster war die Meldung über die nun fixe Verpflichtung vom Movarek und Mezquida. Letzterer wird zunächst in der Jugend spielen. Das Puzzle des FC Schalke 04 der Zukunft wird damit immer deutlicher. Neuer und Höwedes aus dem eigenen Stall sind fest gebunden. Westermann hat bereits verlängert, bei Jones sieht es zumindest gut aus. Beides die für mich auf hohem Level konstantesten Feldspieler in dieser Saison. Dazu gesellen sich höchstens noch die schon erwähnten Neuer und Höwedes, sowie Rafinha, der uns wohl nach dieser Saison leider verlassen wird. Ich sehe wenig Chancen ohne die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb. Selbst wenn…nein…ich hör ja schon auf.

Eines der nächsten Puzzleteile währe Levan Kenia. Und von dem gibt es auch gutes zu berichten. Seit gefühlten 8 Monaten zum ersten Mal eine vollständige Einheit durchgezogen. Weiter so! Bei ihm kann man sicher noch nicht sagen, wohin die Reise geht. Vom Hörensagen und den wenigen Auftritten, die ich Live von ihm gesehen habe, (1,2) hat er auf jeden Fall Spaß und Hoffnung auf mehr gemacht.

Dazu kommt mit Marvin Pouri ein Stürmer, der zur Zeit beim Zweitligist 1860 München leider noch keine Bäume ausreisst. Dafür kann er sich bei den Löwen schon mal an eine gewisse Form des Chaos gewöhnen. Solche Erfahrungswerte sind nicht zu unterschätzen ;)

Fraglich ist bei dem von Josef Schnusenberg angekündigtem Sparkurs auch, was aus Jefferson Farfan und Orlando Engelaar wird. Für letzteren interessieren sich angeblich der PSV und Ajax Amsterdam. Eine Ablöse über drei Millionen Euro würde Orlando Engelaar wohl zu einem der größten Fehleinkäufe in der Geschichte des Clubs machen. Hand in Hand mit Bent Christensen.

Bei Farfan sieht es anders aus. Sicher spielt er keine gute Saison. Trotz alledem ist er wichtig für das Schalker Spiel. Es stehen immerhin 12 Scorerpunkte zu buche und man weiß, dass er sich noch steigern kann. Das sieht bei seinen Sturmkollegen anders aus. Der erste auf der Liste ist für mich ganz klar Halil Altintop. Er schafft es einfach nicht an die längst vergangene Zeit in Kaiserslautern anzuknüpfen. Bei Vereinen wie Hannover oder Frankfurt wird er sicher unterkommen. Oder er wechselt ins Ausland.

Auch bei Kevin Kuranyi stehen die Zeichen auf Abschied. Nach der nächsten Saison ist Kuranyi ablösefrei und eine vorzeitige Vertragsverlängerung ist bei dem zerRutteten (noch ein Wortspiel ;)) Verhältnis zu den Fans und seiner permanenten Unkonstanz nahezu unmöglich. Wenn ein passendes Angebot kommt, wird er sicher verkauft. Asamoah wird bleiben und auch Sanchez hat sich nach seinen zuletzt guten Auftritten eine neue Saison beim geilsten Club der Welt verdient.

Interessante Personalien sind für mich auch Albert Streit, Ze Roberto und Carlos Großmüller. Carlito spielt ohne zu murren in der zweiten Mannschaft. Es wird für ihn sicher keine großen Angebote geben. Von daher wäre es nur fair, wenn er unter dem neuen Trainer wieder eine Chance in der Profimannschaft bekommt. Ze Roberto klagt über fehlenden Lohn, spielt aber bei seinem Club wohl eine gute Rolle.

Auch Albert Streit währe für das neue Mittelfeld eine Alternative. Er hätte zumindest die Bundesligaerfahrung, um den jungen Spielern halt zu geben. Ein 4-4-2 mit Jones als 6er, Streit und Rakitic auf den Halbpositionen und Kenia/Movarek auf der 10 verspricht zumindest mehr Offensive als ein unkreatives dreier Mittelfeld. Für Ze Roberto und Albert Streit wäre es ein Neuanfang. Wenn wir gerade mal dabei sind. Warum nicht?

Who wants to be a Manager?

Montag, März 16th, 2009

Schalke befindet sich auf der Suche. Nicht nur nach effektivem Offensivspiel ala Grafite, Dzeko und Missimovic, sondern auch nach einem Manager.
Während Rutten sich schon gegen den Job als Interims-Manager zu sträuben scheint, kommt die Suche nach einer externen Lösung nur langsam in Gang.

Viele Namen wurden schon genannt. Die meisten an den Haaren herbei gezogen. Hier ein kleiner Überblick:

Oliver Kahn, Ebbe Sand, Olaf Thon:

Alle drei mit zu wenig Erfahrung im operativen Geschäft, als das sie für den Managerposten geeignet wären. Zudem sind Kahn und Thon in meinen Augen zumindest charakterlich fragwürdig. Ein Ebbe Sand als Assistent des neuen Managers könnte sicher passen.

Marc Wilmots:

Wie Thon und Sand ein “Ehemaliger”, aber sicher schon mit etwas mehr Erfahrung in der Praxis. Als Interims-Trainer grandios gescheitert. Eher nicht.

Heribert Bruchhagen:

Bruchhagen scheint der Wunschkandidat für die Position zu sein, obwohl er wohl schon abgelehnte

“Streichen Sie bitte meinen Namen von der Liste.”  Quelle: 11freunde.de

und sich der Eintracht versprochen hat. Bruchhagen wird seine Ämter sicherlich nicht so mirnichts dirnichts mitten in der Saison aufgeben. Der Name könnte allerdings wieder interessant werden, wenn sich die Managersuche bis nach dem Ende der Saison zieht. Meiner persönlichen Meinung nach, ist Bruchhagen sicher ein fähiger Mann für den Job. Er kennt auch das Umfeld, da er schon mal als Trainer am Berger Feld tätig war. Ob das allerdings unbedingt einen Vorteil darstellt, ist schwer zu sagen. Ein “unbefleckter” Manager wäre vielleicht die bessere Lösung.

Rainer Callmund:

Das rheinische Massenphänomen ist sicherlich heiß auf die Bundesliga. Fachlich ist er ebenfalls top und hat mit seiner losen Schnauze auch das richtige Werkzeug gegen die Boulevard-Meute auf Schalke. In Leverkusen hat er oberflächlich sehr gut gearbeitet. Mit ihm war Leverkusen stärker als jemals zuvor. Allerdings hinterließ “Calli” dem Verein ein großes Häufchen Schulden. Davon haben wir bereits genug, also vorsichtig. Er ist eher der Typ Rudi Assauer. Flotte Sprüche, Klüngelei und nach außen hin den Starken makieren. Eher nicht so mein Ding.

Matthias Sammer:

Sammer hält sich zum Thema Schalke bisher bedekt, obwohl er sicher ein Kandidat ist. Bisher konnte ich keine Aussage zu diesem Thema von ihm lesen, hören oder sehen. Sammer ist durch seine Vergangenheit bei den Lüdenscheidern sicherlich vorbelastet. Wir haben allerdings auch einen Andreas Möller in unser Herz aufgenommen, da würde bei entsprechendem Erfolg sicher auch ein Platz für Sammer. Fachlich ist er sicher kompetent und man kann schon sagen ein Fussball-Verrückter. Er bringt ebenfalls die notwendige Konsequenz mit, sowohl im Umgang mit der Mannschaft, als auch mit Medien und Vorstand. Wenn es ein deutscher Manager sein soll, dann wäre es für mich Matthias Sammer.

Andreas Rettig:

Derzeit beim FC Augsburg tätig. Wäre für Rettig also ein Riesencoup. Für Schalke bezweifel ich das. Er würde sicher nicht den starken Mann darstellen, den sich viele wünschen und der meine Meinung auch her muss. Ich denke, dass Schalke im Moment noch ein Stufe zu hoch für ihn ist.

Rudi Assauer:

Kein Kommentar. Das wäre das Schlimmste, was passieren könnte und ist wegen der Fehde zwischen Tönnies und “Assi” zum Glück auch mehr als unwahrscheinlich.

Frank Arnesen:

In meinen Augen ein sehr interessanter Mann. Wenn nicht sogar der interessanteste von den bisher genannten. Als aktiver Spieler dem PSV treu, heuerte er dort nach seiner Karriere direkt an. Zunächst als Assistens Coach, wurde er ziemlich schnell technischer Direktor mit Hauptaufgabe Talentscouting. Klangsvolle Namen wie van Niestelroy, Ronaldo und Jap Stam gehen auf seine Kappe. Arbeitet von 2001 bis 2004 auch schon mit Rutten (Jugendkoordinator) eng zusammen. Er würde Rutten sicher auch mehr Selbstvertrauen verleihen, da er seine Methoden bestens kennt. Zur Zeit ist Arnesen Chef-Talentscout beim FC Chelsea und verpulvert die Abramovic-Millionen. Morinho beklagte damals den mäßigen Erfolg. Auch bei seiner ersten Manager-Station bei den Tottenham Hotspurs hat er ebenfalls keine Bäume ausgerissen. Trotzdem gilt er als Mann mit dem besonderen Blick für junge Talente und mit den besten Kontakten in aller Herren Länder. Als globaler Fußballfachmann würde ihm im Team, im Vorstand und in den Medien sicher auch der notwendige Respekt entgegen gebracht werden. Zudem kommt er “unbefleckt” nach Schalke. Bis auf Rutten hatte er noch nix mit Schalke zu tun. Meiner Meinung nach ein großer Vorteil gegenüber Kanidaten wie Bruchhagen, Sammer oder Callmund, die sicher auch innerhalb des Vereins schon den ein oder anderen Freund bzw. Feind haben sollten.

Für mich wäre Arnesen die Ideallösung. Er ist kurzfristig sicher verfügbar, kennt als Däne zumindest den Sprachstamm und kennt Rutten aus seiner Zeit beim PSV. Eine Koalition aus Manager/Trainer als Gegengewicht zur Rheda-Fraktion im Vorstand ist sicherlich auch nicht das Schlechteste, was Schalke derzeit passieren könnte.

Was denkt ihr über die Kandidaten und welchen (ernsthaften) Kandidaten, der noch nicht abgesagt hat, habe ich eventuell vergessen?

Karneval auf Schalke

Freitag, Februar 20th, 2009

Eigentlich geht es beim FC Schalke nicht erst seit dem 11.11., sondern schon seit Beginn der Saison hoch her. Doch pünktlich zum Karnvals-Showdown steigt das Thermometer auch beim Revierclub deutlich an.

Manager und Trainer stehen bei Fans und Medien in der Kritik. Würde man die beiden handelnden Personen als Karrikatur auf einen Karnevalswagen setzen, sie würden sicher eine schlechtere Figur abgeben als unsere Bundeskanzlerin in ihrem knappen Bikini. Die Mannschaft kommt (noch) ganz gut weg. Doch gerade auf die Einstellung der Mannschaft kommt es wohl heute Abend an, wenn es in die Mutter aller Derbys geht. Ein glanzloser Auftritt wie gegen Bremen oder die erschreckend blutleere Vorstellung gegen den VfL Bochum wird würde wohl zum Boomerang werden. Vom Ergebnis hängt dann ab, ob auf Schalke gleich zum Ascher-Mittwoch übergegangen werden kann oder ob am Rosenmontag wieder Jecken-Stimmung herrscht.

Zum 100. Vereinsjubiläum der Lüdenscheider wären drei blau-weiße Kirschen auf dem Geburtstagskuchen genau das Richtige. Ich werde wieder Live aus dem Stadion bloggen und meine Eindrücke hier im Blog schildern.

MACHT SIE ALLE! SCHIESST SIE AUS DER HALLE! ALAAF!

Schalke bekommt die Quittung

Donnerstag, Januar 22nd, 2009

Schalker zu sein ist in diesen Tagen nicht leicht. Miese Hinrunde, ungenügende Aussendarstellung, harm- und kreativlose Offensive. Auf Schalke passt es derzeit einfach nicht. Die Quittung bekommen nun die Schalker von Fussballfachdeutschland.

Nachdem schon Kevin Kuranyi von seinen Kollegen zum Verlierer der Hinrunde degradiert wurde, trifft es nun auch Management und Trainer. Der Kicker hat nach seiner alljährlichen Winterpausen-Umfrage die Ergebnisse veröffentlicht. Demnach leisten sowohl Fred Rutten, als auch Manager Andreas Müller die mit Abstand schlechteste Arbeit aller Bundesligisten. Rang 18. Rote Laterne. Woran mag das liegen?

Sicher nicht daran, dass sie tatsächlich so schlechte Arbeit leisten. Es liegt daran, dass die Arbeit als so schlecht dargestellt wird. Kein Tag vergeht, an dem nichts negatives über den S04 in der Zeitung steht. Und selbst, wenn es nichts negatives zu berichten gibt, die Blöd findet immer was.

Ich will jetzt nicht den Medien den schwarzen Peter in die Schuhe schieben. Sicher können es sowohl Müller als auch Rutten besser. Und dass ein Kommunikationsproblem zwischen Trainer und Mannschaft besteht, wissen wir nicht erst seit Albert Streit.

Heute schon wieder ein Beleg dafür, dass eine positive Nachricht aufgrund mangelnder Kommunikation und kritischer Meinungsmache einen faden Beigeschmack behält.

So berichtet Pander heute im Kicker, dass die Verletzung gar nicht so schlimm sei, wie von Trainer Rutten prognostiziert.

Realistisch wäre ein Transfer für Schalke also nur bei erfolgreicher Rückrunde. Dass dazu auch Christian Pander (25) beitragen kann, daran lässt er selbst keine Zweifel. Zwar stand der Linksverteidiger wegen einer Reizung im mehrfach operierten linken Knie nicht im Kader für den am Mittwoch geplanten (und dann abgesagten) Test auf St. Pauli. Aber: “Es ist diesmal keine große Sache. Ich weiß, ich kann spätestens Anfang nächster Woche wieder einsteigen.” Am Mittwoch absolvierte Pander problemlos Intervall-Läufe, während Rutten tags zuvor noch “große Sorge um Christian” geäußert hatte, der Zeitpunkt einer Rückkehr sei nicht absehbar. Prompt wurde spekuliert, Pander drohe das Saison-Aus. Für Ruttens Aussagen hat Pander “keine Erklärung, wir haben das Thema ja gar nicht ausführlich besprochen”. Mal wieder ein höchst rätselhaftes Kommunikationsproblem auf Schalke.

Schalke braucht Ruhe, einen Kommunikationstrainer und eine(n) PR-Berater/In. Frau Möbus übernehmen Sie!

Rakitic wird deutlich

Montag, September 29th, 2008

Nun hat er selbst das ausgesprochen, was Schalke Fans in diversen Foren schon seit Wochen gesehen haben und dementsprechende Konsequenzen fordern: Ivan Rakitic und der Part als Linker Aussenstürmer. Das passt einfach nicht.

Nun lies er erste Kritik an Trainer Fred Rutten durchsickern. Ob dies seine Situation verbessert und Rutten das Experiment zu Grabe trägt, wird sich wohl am Donnerstag zeigen. Gegen Nikosia hat Rutten die einmalige Chance, Spieler zu testen, die bisher gar nicht oder auf der falschen Position zum Zuge kamen.

Für mich ist die schon seit Wochen schwache Leistung von Ivan Rakitic doppelt bitter. Nicht, dass ich den Kroaten nicht mag, ich war (und bin) aber schon immer Fan von Mesut Özil, der bei Werder gerade seinen ersten Frühling erlebt. Voller Neid schaue ich auf die Spritzigkeit und Agilität, mit der Özil auf kurz oder lang auch ein Kandidat für die Löw Elf werden sollte. Genau diese Spritzigkeit geht Rakitic nämlich komplett ab. Er ist meiner Meinung nach einfach zu langsam und ich bin mir nicht sicher, ob sich das mit einem Positionswechsel ins Mittelfeld aufheben wird. Er ist sicher kein schlechter Fußballer oder besser gesagt ein schlechterer Fußballer, aber… Naja lassen wir das.

Fakt ist allerdings, dass Rakitic in der kroatischen Nationalelf immer gute Spiele gemacht hat, wenn er im linken Mittelfeld der Raute eingesetzt wurde. Die Position gibt es zwar nicht wirklich im ruttenschen System, aber die 8er Position im linken offensiven Mittelfeld scheint wie gemacht für Rakitic. Offensiv, im Zusammenspiel mit Farfan und/oder dem neuen Linkssaussen (mir fällt da der Name Streit ein). Das könnte klappen.

Wie gesagt: Ich hoffe, dass ich am Donnerstag eine völlig neue Schalker Mannschaft sehen werde. Und das meine ich nur im Sinne von neuem Personal, sondern auch von der Einstellung her.

Für Asa nix neues…

Samstag, September 13th, 2008

Als so ziemlich jeder Dortmundfan dies gelesen hat, muss ihm für kurze Zeit das Herz stehen geblieben sein.

Im Training am Donnerstag stürmte Farfan links, Kuranyi in der Mitte und Sie rechts – ein Fingerzeig?
Gut möglich. Denkbar wäre es. Aber unser Trainer ist immer für eine Überraschung gut. Mal abwarten. Ich bin selbst gespannt. Quelle: westline.de

Fred Rutten hat seine Hausaufgaben gemacht. Und selbst wenn dies nur eine taktische Finte war und Asamoah heute nicht in der ersten Elf stehen dürfte, so war dies doch ein leister und sicherlich wirkungsvoller Konter zum zweiten Neutrainer in diesem ewig jungen Duell.

Denn auch Neu-Borusse Jürgen Klopp weiß, wie man sich bei den eigenen Fans beliebt macht und gleichzeitig die Emotionstemperatur des Derbys um ein paar Grad nach oben schraubt.

„Schalke hat sich ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt, indem sie das Saisonziel Deutscher Meister ausgegeben haben. Viel gewinnen können die nicht…“ Quelle: Bild.de

Aber nicht nur das Ruhrpott Derby verspricht heute einiges. Die gesamte Bundesliga scheint aus vielen kleinen Top-Spielen zu bestehen. So spielt nicht nur Dortmund (3) gegen Schalke (1), sondern auch der HSV (3) gegen Leverkusen (4), 1860 Hoffenheim (6) gegen den VfB Stuttgart (5), Bayern München (7) gegen Köln (9) und Wolfsburg (8) gegen die Hertha aus Berlin (10).

Die ersten 10 Mannschaften spielen also alle gegeneinander, wobei keines der Teams mehr als zwei Plätze vor oder hinter seinem heutigen Gegner steht. Sicher ist das am dritten Spieltag noch nicht so aussagekräftig, die Tabelle sollte nach diesem Samstag allerdings deutlich “durchgeschüttelter” aussehen.

Mein Tipp fürs Spiel: 1:3

Pressekonferenz und Live Stream findet ihr links in der Sidebar…

Schalker Systemfrage

Sonntag, Juli 27th, 2008

Ich habe mich schon vor einigen Wochen mit der Schalker Systemfrage beschäftigt. Gestern fand gegen Besiktas Istanbul das vorletzte Testspiel der Vorsaison statt und Fred Rutten scheint mit den Lesern dieses Blog konform zu gehen: Das 4-3-3 mit zwei offensiven Mittelfeldspielern scheint das favorisierte System des Ex-Twente-Coaches zu sein. Dieses System favorisieren auch 34 % der Leser, die in dieser Frage abgestimmt haben.
Auf Platz zwei und drei folgen die Spielsysteme 4-4-2 mit Raute (23%) und das 4-3-3 mit zwei defensiven 6ern (21%).
Das 4-2-3-1, das in der letzten Saison relativ häufig praktiziert wurde, kam mit 18% nur auf Rang vier.

Wie das neue System aussehen wird und welche Spieler für welche Position in Frage kommen, zeige ich nun hier mal auf:


Die Aufzählung der Spieler zeigt auch meine Präferenz, wer dort von Beginn an agieren sollte.

  1. Torwart: Neuer, Schober, Amsif, Fährmann
  2. Rechter Aussenverteidiger: Rafinha, Westermann, Jones, Varela
  3. Rechter Innenverteidiger: Westermann, Bordon, Höwedes
  4. Linker Innenverteidiger: Bordon, Kristajic, Zambrano
  5. Linker Aussenverteidiger: Pander, Westermann, Zambrano, Kobiashvili
  6. Defensiver Mittelfeldspieler: Ernst, Jones, Engelaar, Kenia, Kobiashvili
  7. Rechter offensiver Mittelfeldspieler: Rakitic, Jones, Streit, Kenia, Varela, Ze Roberto
  8. Linker offensiver Mittelfeldspieler: Engelaar, Rakitic, Kenia, Ze Roberto, Großmüller
  9. Rechter Aussenstürmer: Farfan, Rakitic, Asamoah, Streit, Altintop
  10. Mittelstürmer: Kurnayi, Farfan, Altintop, Asamoah
  11. Linker Aussenstürmer: Sanchez, Farfan, Lövenkrands

Diese Aufzählung ist sicherliche streitbar (dafür ist die Kommentarfunktion da!!!), aber eines zeigt diese Aufzählung auf jeden Fall: Der FC Schalke 04 ist mittlerweile auf jeder Position doppelt gut besetzt. Mit Ausnahme vielleicht von der rechten Verteidigerposition, wo Westermann normalerweise nicht als Rafinha Ersatz eingeplant ist.
Die restlichen Positionen sind sicher doppelt gut besetzt.

Nahtloser Übergang

Freitag, Juni 27th, 2008

Ich muss ja sagen, dass ich gerade Jahreszahlen liebe.
Warum? Es ist mindestens EM oder WM und ab und zu kommen noch ein paar Olympische Spiele hinzu.
Der FC Schalke 04 beginnt seine Vorbereitung praktisch direkt nachdem ich am Montag meinen Suff ausgeschlafen habe, weil Deutschland entweder Europameister geworden ist oder aber ich aus Frust den Hals nicht voll genug bekommen konnte.
Egal, Fusi is eigentlich immer und das ist auch gut so. Und welche neuen und alten Gesichter wir am Montag begrüßen dürfen, werde ich hier einmal kurz auflisten:

Wen können wir also am Montag begrüßen?

  • Fred Rutten (45): Er soll die sportliche Leitung übernehmen und Schalke endlich zur Meisterschaft führen. Bisherige Trainerstationen waren Twente Entschede (Trainer) und PSV Eindhoven (Co-Trainer unter Guus Hiddink). Er steht für offensiven Fussball und Disziplin. Zwei Bausteine, die Mirko Slomka zwar immer einforderte, aber zuletzt immer häufiger vermissen lies. 
Ob Rutten der Erhoffte Heilsbringer ist, muss erst einmal abgewartet werden. Er ist aber sicherlich die beste Alternative die zum Zeitpunkt seiner Verpflichtung auf dem Trainermarkt zu finden war. Rutten favorisiert ein 4 - 3 - 3 mit zwei offensiven Mittelfeldspielern. Sicherlich auch eine Möglichkeit für die kommende Saison. Breit genug sind wir aufgestellt.
  • Mike Büskens (40) und Juri Mulder (39): Die beiden Interimstrainer zwischen Mirko Slomka und Fred Rutten, die gleich mal einen historischen Vereinsrekord aufgestellt haben. 16 Punkte von 18 möglichen Punkten aus 6 Spielen ist statistisch gesehen top! Büskens, als verantwortlicher Cheftrainer rückt zurück ins zweite Glied und versucht das Team mit seiner Kombination aus Kumpel und Motivator auf Kurs zu halten. Juri Mulder bringt dann noch die Notwendige Lockerheit und eine gute Portion Humor mit und schon steht das Trainer-Dreier-Gespann. Sicherlich eine kluge Entscheidung, Mulder und Büskens im Team zu belassen. Mulder stellt die Holland-Connection zu Rutten her und kann ihn medial entlasten. Büskens bringt die Verbundenheit zur Basis. Zum Pott.
  • Jefferson Farfan (23): Der erste Neuzugang für die neue Saison. Und dann auch noch so ein Knaller! Für viele Fans (zumindest im TM.de-Forum) der Wunschspieler hat es endlich nach Schalke geschafft. Müller hatte schon länger ein Auge auf den Peruaner geworfen, der sowohl mit dem PSV, als auch bei Alianza Lima in Peru mittlerweile 6 (!) mal in Folge die Meisterschaft in der jeweiligen Liga geholt hat. Das nenn ich mal Siegertyp.
Der Stürmer kann im 4 - 3- 3 praktisch alle offensiven Positionen bekleiden. Gleiches gilt für’s 4 - 4 - 2. Menschlich dürfte er sicherlich keine Probleme machen, obwohl er zur Zeit nicht für die peruanische Nationalmannschaft spielt. Grund: Saufgelage vor einem Länderspiel. Wenn’s weiter nix is… o_O
  • Peter Lövenkrands (28) und Sören Larsen (26): Bis Montag wird sich wechseltechnisch wohl nichts mehr ergeben bei den Beiden. Von daher sind  sie auch beim Trainingsauftakt dabei. Ob und wann sie denn wechseln, steht noch nicht fest. Sowohl für Lövenkrands als auch für Larsen liegen Angebote vor. Das sagt zumindest die Gerüchteküche. Ob es klug ist beide Stürmer zu verkaufen, sei bei der von Rutten favorisierten offensiven Variante des 4 - 3 - 3 mal dahingestellt. Beide haben allerdings wenig Perspektive auf Schalke.
  • Levan Kenia (17) und Carlos Zambrano (18): Die beiden Nachwuchskicker kommen direkt aus der U19 in den Profikader. Außergewöhnlich für beide ist, dass sie schon Einsätze in ihren jeweiligen Nationalmannschaften hatten. Noch sehr viel außergewöhnlicher ist, dass sowohl Kenia schon für Georgien als auch Zambrano für Peru bereits einen Treffer erzielt haben. Besondere Hoffnung pflege ich bei Carlos Zambrano. Ich hab ihn zwar noch nicht spielen sehen, denke aber, dass er eine gute Alternative für Pander sein wird, falls der sich mal wieder verletzt. Für Kenia wird es indes schwierig bei nur drei nominellen Mittelfeldspielern und namenhafter Konkurrenz einen Platz im Team des S04 zu ergattern.
Trotzdem toll, solch zwie junge und auftrebende Spieler im Kader zu haben. Einer von Beiden wird in der kommenden Siason für eine Überraschung sorgen. Da bin ich mir sicher.
  • Orlando Engelaar (28): Noch ist der Deal mit seinem Verein Twente Entschede nicht in trockenen Tüchern. Müller und vor allem Rutten wollen ihn aber unbedingt. Gleiches gilt wohl für Engelaar, der seinem Trainer gerne ins Blau-Weisse Wunderland folgen würde. Vor der EM kannte ihn praktisch niemand. Nach überzeugenden und soliden Auftritten in der Elftaal spicht plötzlich halb Europa von ihm.
Er ist, wie schon gesagt, der Wunschspieler von Fred Rutten. Engelaar war sein Kaptain und verlängerter Arm auf dem Platz. Den will er wohl nicht missen. Bei der EM ist er mir vor allem durch sein unaufgeregtes und sicheres Spiel aufgefallen. Er war, vor allem gegen Russland, für mich der Turm in der Brandung, der den Ball immer wieder behauptet und sicher verteilt hat, als Holland auseinander zu fallen drohte. Allerdings gibt es auch Kritiker dieses Transfers. Die behaupten, wir brauchen nicht noch einen defensiven Mittelfeldspieler, denn mit Ernst und Jones haben wir schon zwei sehr gute Strategen auf der 6. Weiterhin behaupten diese Personen, Engelaar sei zu langsam und behäbig auf dem Platz.
Dazu mal meine Meinung: Engelaar soll, wie auch schon in Entschede im offensiven Mittelfeld agieren und dort Schaltzentrale sein. Dort besteht meiner Meinung nach durchaus noch Bedarf, da lediglich Rakitic und Streit als alternativen auf dieser Position in Frage kommen. Sicherlich gibt es dort auch noch einen Carlos Großmüller und einen Ze Roberto, aber auf die Beiden würde ich mich auch nicht verlassen.
Der eine hat zwar schon ein Tor erzielt, obwohl er erst 10 Minuten für den S04 gespielt hat. Dieser eine heisst Ze Roberto und war bisher lediglich verletzt. Seine Tainingsleistungen, so hört man, waren auch nicht besonders.
Der andere, Großmüller, hat sich zwar viel vorgenommen und ist schon im Training, hat aber in der letzten Saison auch nicht überzeugt. Von daher spreche ich mich durchaus für eine Verpflichtung Engelaars aus. Ein weiterer Vorteil ist auch das Spielverständnis für die Taktik Ruttens, die Engelaar direkt mitbringt und den Spielern auf dem Platz vermitteln kann.

Ob es das mit den neuen (und alten) Gesichern war, kann ich euch nicht sagen. Zumindest steht der Stamm und ich bin guter Dinge für die  kommende Saison.

Was meint ihr?