Ich habe das Spiel in der Konferenz verfolgt. Und dass Schalke schwach gespielt hat, konnte man auch dort verfolgen. Viel spannender in dieser Woche war wohl aber der ganz normale und deshalb königsblaue Wahnsinn.

Dass die Außendarstellung, auch unter Magath, wohl noch ausbaufähig ist, kann man bei der Schnusi-Entmachtung eindrucksvoll miterleben. Über die Medien erfahren Clubmitglieder und der Rest der Anhänger, dass sich da oben was tut. Das Ganze sah arg nach dem Versuch aus, die Sache tot zu Schweigen und dann mit dem “Schlamassel” fertig zu werden. Guter Stil sieht zumindest anders aus.

Die Kompetenzen sind nun nur noch auf zwei Schultern verteilt. Ob wohl im Rennen um die königsblaue Alleinherrschaft der schlaue Felix oder der listige Peters das Rennen machen wird?

Deren Vorgänger Rudi Assauer sorgt für den nächsten Knaller, der mir ganz übel auf stößt. In der Bild, und vorher wohl auch beim DSF, gibt Assauer die Info preis, dass man ja noch nicht einmal die Gehälter der Spieler zahlen könne und dass eh alles den Bach runter geht, seitdem er nicht mehr der Lotse an Bord ist.

Ob ersteres wahr ist oder nicht, sei mal dahingestellt und soll hier gar kein Thema sein. Auch über die Rolle und die Verantwortung Assauers am heutigen “Gesamtbild” Schalke lässt sich streiten. Assauer hat sich mit diesen Äußerungen nicht nur in der blau-weißen Belle Etage des Vereins unbeliebt gemacht. Assauer zieht ganz Schalke vor versammelter Mannschaft die Hose runter. Egal, was an der Geschichte wahr ist, oder nicht. Ich habe selten einen schlechteren Stil erlebt. Das Denkmal Assauer brökelte auf Schalke schon die ganze Zeit vor sich hin. Jetzt ist es umgefallen. Schade eigentlich.

Auch die Profi des S04 zeigten schlechten Stil am Samstag Nachmittag, doch damit ist die Liste immer noch nicht zu Ende. Schlechten Stil legt auch mal wieder die Medien an den Tag. Praktisch mit dem Halbzeitpfiff verkündet der Kicker die Falschmeldung über den “quasi” perfekten Transfer Rafinhas zu den Bayern. Die Nachricht scheint im Stadion blitzschnell die Runde gemacht zu haben, denn pünktlich zum Wiederanpfiff wird sich in der Arena wohl regelrecht um den wichtigsten Feldspieler des Teams gezankt. Pfiffe kommen bei den ersten Ballberührungen auf. Andere diskutieren mit den “Pfeifen” und halten mit Klatschen und Anfeuerungen dagegen. Gue Nachrichen für alle Schalker und in dieser Saison ganz besonders Ivan Rakitic. Schalke steht doch noch für etwas ein!

Dass quasi alle Medien diese “Auseinandersetzungen” nicht mitzubekommen scheinen und ausschließlich die Pfiffe gehört haben wollen, bleibt mir ein Rätsel. Hier muss man den Medien ebenfalls schlechten Stil vorwerfen. Die Reaktion der (meisten) Fans war nämlich vorbildlich. Sie haben den Pfeiffen endlich mal paroli geboten. Gut und weiter so.

 

Da ich das Spiel ja nicht live sehen konnte und Patric beim Spielbericht und in der Einzelkritik für mich in die Bresche gesprungen ist, hier nocheinmal zwei Eindrücke von den Zusammenfassungen, die ich mir später nageguckt habe.

Zunächst einmal: Der bordonsche lange Fehlpass war in der 36. Minute keiner. Es war die Vorlage zur Vorlage, die zum 1:0 führt. Und dass auch noch in einem verletzten Zustand. Respekt, St. Marcello…

Dan zu dem anderen Brasilianer. Rafinha ist echt ne Nummer. Nach einer Gelb Roten Karte so dreist neben dem Schiri zu stehen und zu aplaudieren ist einfach eine Frechheit. Das war so ziemlich das Unfairste, was ich in letzter Zeit neben Tätlichkeiten gesehen habe. Rafinha scheint wirklich etwas abgehoben. Die Olympia Teilnahme habe ich ihm verziehen. Er handelte unter Druck des Verbandes und mit der Sicherheit, die FIFA hinter sich zu wissen. Aber so eine Aktion zeugt einfach von Charakterschwäche. Rafinha war neben Christian Pander eigentlich immer mein Lieblingsspieler. Geknickt. Das war einmal.

Ansonsten bin ich mit den 3 Punkten zufrieden und leide mit Kevin Kuranyi, der  mal wieder ausführliches Bashing über sich ergehen lassen muss.

 

Wie geht es weiter? Rafinha steht nicht im Finale der Olympischen Spiele. Wird er jetzt vorzeitig nach Gelsenkirchen zurückkehren, um eventuell schon gegen Bremen wieder aufzulaufen oder sich zumindest auf das Rückspiel der Champions-League Qualifikation vorzubereiten? Ironie des Fussball-Schicksals, dass ausgerechnet der Madrilene Sergio Aguero dafür sorgte, dass der Traum von Gold für die Brasilianer geplatzt ist und Rafinha durch einen elfmeterreifes Foul an Aguero die Entscheidung zugunsten der Argentinier erzwang.

Ich hoffe, dass Rafi ein einsehen hat und schnellstmöglich wieder in Gelsenkirch aufschlägt.. Schalke hat seine gerichtlichen Bemühungen schon lange eingestellt. Rafinha hat bereits angekündigt, dass er auf Schmusekurs ist. Er könnte mit einer vorzeitigen Rückkehr sicherlich viele Wogen glätten und dem Verein, aber vor allem auch den Fans ein Stück Wut aus den Segeln nehmen.

Sollte er auf Stur stellen und das Turnier bis zum bronzenen Schluss durchziehen, hätte er auch bei mir viel Kredit verspielt. Bisher stehe ich auf dem Standpunkt, dass er, beeinflusst durch unklare FIFA-Regeln, einem druckausübenden brasilianischen Fussballverband und der Aussicht in Zukunft auch regelmäßige Einladungen zur A-Nationalmannschaft zu erhalten, gehandelt zu haben.

Ich werde in den nächsten Tagen mit Mikro und Kamera Tag und Nacht am Düsseldorfer Flughafen ausharren, um euch die exklusive Nachricht seiner Rückkehr zu vermelden.

Hoffentlich landet er nicht in Frankfurt…

 

Irren ist menschlich. Irritiert sein auch? Gerade musste ich in diesem Spiegel Kurzpass folgendes lesen:

“Der CBF reagierte unterdessen nach eigener Darstellung “irritiert” über das Vorgehen der Gelsenkirchener. “Von Schalke hat der CBF überhaupt nichts erhalten”, erklärte ein Verbandssprecher. Im Gegensatz zur Darstellung Schalkes sei es Rafinha “vom Verein erlaubt, hier zu sein – und deshalb hat er ja auch schon gespielt.”

Dazu sage ich nur : Ähndie? Was ist da schon wieder los?

Im Laufe des Tages bestimmt mehr…

 

Joseph Blatter zieht vom Leder: «Strandfußball oder Fünf gegen Fünf» – transfermarkt.de

Der kleine Hobbit kann es einfach nicht lassen. Obwohl er angekündigt hat, das Urteil des CAS zu respektieren, tritt der kleine Schweizer gegen die Vereine nach.
Dass er an der ganzen Klamotte schuld hat ist ihm dabei nur kurz in den Sinn gekommen. Meiner Meinung nach verhalten sich die Vereine vorbildlich. Sie könnten die Spieler nun zwingen, zurück zu kommen. Stattdessen kommen sie auf den IOC zu und verlangen nur das, was ihnen zusteht. Und das ist vor allem eine Versicherung falls sich der Spieler verletzt.
Alles andere (Gehalt der Spieler und Abstellungsgebühr) dürften für Verbände und IOC eher Peanuts sein.
Blatter fühlt sich in die Enge gedrengt und winselt sich jetzt hin und her. Kein guter Stil für einen FIFA-Präsidenten. Vor allem für einen, der – trotz seiner Größe – immer versucht über den Dingen zu stehen.

Ich fordere hiermit seinen Rücktritt! Franz Beckenbauer hat sogar mittlerweile einen eigenen Cup. Und zwar den größten, den ich jemals gesehen habe. Der ist überreif für die Position des FIFA-Präsidenten. Vielleicht muss er dann auch seine Kolumne in der Bild-Zeitung stoppen. Da hätte man zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

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Das Urteil ist gefällt. Der Sepp steht im Regen und Olympia mal wieder als Verlierer da.
Ob Rafinha nun zurück kommt, ist fraglich. Reaktionen seitens des Vereins bleiben abzuwarten

Der FC Schalke 04 hat sich zu Wort gemeldet und zusammen mit der Hertha aus Berlin und Werder Bremen auf Bedinungungen und Konditionen geeinigt, zu denen die Spieler in Peking bleiben dürfen.

Die Vereine fordern, dass die Verbände das Gehalt der Spieler für den Zeitraum zahlen, in dem sie nicht beim Verein weilen. Zusätzlich fordern sie eine bestimmte Summe X Entschädigung und eine Versicherung, die eine eventuelle Verletzung des Spielers deckt.

Mittlerweile glaubt eh keiner mehr, dass Rafinha vorzeitig aus dem Olympischen Dorf auszieht. Wahrscheinlicher ist, dass Rafinha erst nach dem Turnier zum S04 zurückkehrt und das Duell mit seinem Nationalmannschaftskollegen Diego verpasst. Wie Diego halt.

 

Morgen gibt der CAS sein Urteil zum Thema Olympia-Abstellungspflicht von Fussballprofis bekannt.
Das könnte der Anfang vom Ende sein. Für wen?

  • Joseph Blatter: Verliert er, trotz peinlichem Appell und Verzögerungstaktik, diesen Prozess, dann könnte es der Anfang vom Ende für den FIFA-Präsidenten sein. Schlechte Presse bekommt der Schweizer eh schon zu Hauf. Sollte es weitere Probleme mit der Ausrichtung der Weltmeisterschaft in Südafrika geben, wird es für Blatter wohl keine andere Wahl geben, als sich selbst in Frage zu stellen und seinen Hut zu nehmen.
  • Das Olympische-Fussballturnier: Gewinnen die Vereine, fällt also das Gewohnheitsrecht, werden es sich die Clubs zwei mal überlegen, ob sie Stars wie Ronaldinho demnächst einfach so aus der Vorbereitung nehmen.
  • Rafinha beim S04: Egal wie das Urteil ausgeht. Ob Rafinha beim S04 jemals nochmal glücklich wird, steht in den Sternen. Es kommt vor allem auf die Reaktion des Vereins nach dem Urteil an. Gewinnt der S04 und fordert Rafinha umgehend zurück, könnte das Ende schneller kommen, als man denkt. Es kommt auch auf die Reaktion Ruttens an, nachem Rafinha aus China zurückkehrt. Wann auch immer. Rutten gilt als Disziplin-Fanatiker. Wenn er schon austickt, wenn Asamoah sich während einer Ansprache die Eier schaukelt, dann möchte ich nicht wissen was er über einen Spieler denkt, der einfach nicht zum Trainingslager erscheint.

Eines ist auf jeden Fall sicher: Es ist der Anfang vom Ende dieser leidigen Olympia-Diskussion. Und das ist gut so!

 

Nicht nur der Krach um Rafinha hinterlässt jetzt schon einen bitteren Beigeschmack bei mir, wenn es um die Olympischen Spiele in China geht.
Und dabeiwill ich nicht in die eh schon tiefe Kerbe der Menschenrechtsverletzungen, Umweltprobleme etc. eingehen, die Chnia seit Bekanngabe der Entscheidung pro Beijing 2008 begleiten.
Es geht hier um das Versprechen der Chnesischen Regierung, einen freien Internetzugang, zumindest für ausländische Journalisten, zu gewährleisten.
Vor Tagen berichteten erste Journalisten, die im Hightech Medienzentrum eingetroffen sind, dass der Zugang keineswegs frei sind.
Neben den Standardseiten von Amnesty International und diversen anderen Menschenrechtsorganisationen, sind wohl auch bestimmte Blogseiten nicht zu empfangen.
Buisness as usual in China, kann man sich denken.
Doch dass sich jetzt auch noch der IOC auf die Seite Chinas stellt und dieses Verhalten billigt, ist eine Farse.
Der Chef der IOC-Pressekommission, Kevan Gosper stellt nun klar, dass diese “freie” Berichterstattung nur auf sportliche Themen bezogen war. Dass dies aber schon immer der Fall war, macht die Sache nur noch lächerlicher.
Die großen Verbände bekläckern sich zur Zeit nicht gerade mit Ruhm.
Die FIFA verzögert eine Entscheidung im Falle Rafinhas und Diegos, die IOC stellt sich auf eine Stufe mit Chinas Regierung. Da können wir mit unserem DFB ja noch ganz glücklich sein.

OLYMPIA-MAFIA IOC!!!

Ich bin ja mal gespannt, ob auch dieser Blog ab jetzt in China nicht mehr zu erreichen ist. Es würde mich nicht überraschen.
Eines ist sicher: Die Olympischen Spiele in diesem Jahr zu verfolgen wird mir sehr viel schwerer fallen als in all den Jahren zuvor.

 

Die FIFA hat bisher noch keine Entscheidung über den Olympia-Streit zwischen den Vereinen Schalke 04 und Werder Bremen getroffen – obwohl eine klare Aussage für heute angekündigt war.
Dies lässt Zweierlei vermuten: Entweder die FIFA ist so lahm wie eh und je. Immerhin hat Karl-Heinz Rummenigge in seiner Funktion als Präsident der Vereinigung der europäischen Klubs (ECA) schon zu Beginn des Jahres auf die Problematik hingewiesen.
Oder aber die FIFA drückt sich vor einer Entscheidung, um ihrem Präsidenten, Joseph Blatter, nicht in den Rücken zu fallen. Es könnte sein, dass der FIFA Richerentscheid zugunsten der Vereine, also gegen die Auffassung Blatters ausgefallen wäre. Man wollte sich aber die Peinlichkeit ersparen und schweigt die Sache lieber aus.
Beide Alternativen werfen mal wieder kein gutes Licht auf den Fussball Weltverband.
Um eine Entscheidung vor Beginn des Olympischen Fussballturniers zu erzwingen, hat der FC Schalke 04 nun alle drei Klagen (Gegen den IOC, den brasilianischen Fussballverband und das brasilianische Nationale Olympische Komitee) an das CAS gereicht.
Hier ist eine Entscheidung anfang nächster Woche zu erwarten.

 

Blatter wird deutlich – News – Mehr Sport – kicker online

Jospeh Blatter, seineszeichens FIFA-Präsident und Aushilfs-Hobbit hat sich in Sachen Olympia zu Wort gemeldet und die Diskussion mehr oder weniger beendet.
Blatter wird im oben stehenden Artikel folgendermaßen zitiert:
“In Bezug auf die Abstellung der Spieler unter 23 Jahren war sich die Fußballfamilie stets einig, dass diese Spieler für das Olympische Fußballturnier der Männer abgestellt werden müssen. Dieser Grundsatz war in der Vergangenheit stets anerkannt und wurde nie angezweifelt. (…) Aufgrund seines einzigartigen Charakters erfuhr das Olympische Fußballturnier der Männer bewusst eine Sonderbehandlung. Das heißt aber nicht, dass die betreffenden Klubs keine Abstellpflicht trifft.

Angesichts der Bedeutung des Olympischen Fußballturniers der Männer für die gesamte Sportbewegung im Allgemeinen und den Fußball im Besonderen sowie seines besonderen Charakters und auf der Grundlage des Gewohnheitsrechts ist die Abstellung von Spielern von unter 23 Jahren für alle Klubs zwingend. Für Peking 2008 gilt dieser Grundsatz ohne Vorbehalt.

Spieler unter 23 Jahren, die den Stamm der Teams bilden, an der Teilnahme an der Endrunde zu hindern, würde dem Geist der Olympischen Bestimmungen widersprechen.”

Da wird Andreas Müller und der Rest des FC Schalke 04 wohl dumm aus der Wäsche gucken. Zwar besteht hierzu immer noch keine festgeschriebene Regel in irgendeinem Regelwerk, doch wenn der S04 Rafinha nicht verlieren will, dann müssen sie ihn in Peking spielen lassen. Denn Blatter bezieht sich auf das Gewohnheitsrecht, das praktisch seit knapp 20 Jahren gilt (siehe Artikel) und somit ziemlich zementiert sein dürfte.

Damit dürfte Rafinha aber noch nicht aus dem Schneider sein. Zum Zeitpunkt seiner “Flucht”, stand diese Aussage noch nicht und sein Arbeitgeber hat sich deutlich dagegen ausgesprochen, dass Rafinha nach Paris/Peking fliegt anstatt bei Dauerregen mit den Kollegen zu schuften.
Eine saftige Strafe dürfte Rafinha dennoch bekommen. Nicht weil Fred Rutten in den kommenden Wochen wohl auf den rechten Außenverteidiger verzichten muss, sondern weil er den Anordnungen des Vereins nicht gefolgt ist, wie man es sich von einem Arbeitnehmer wünscht.

Ich kann nur hoffen, dass die Sache eingermaßen glimpflich abläuft:

  • Wir qualifizieren uns für die Gruppenphase der Champions League
  • Rafinha holt Gold mit Brasilien und steigert mit Top-Leistungen seinen Marktwert
  • Er kommt gesund und pünktlich wieder zurück
  • Wir stehen zu diesem Zeitpunkt mit 6 Punkten und 7:1 Toren an der Tabellenspitze
  • Müller und Rutten geben Rafinha nen kräftigen Tritt in den Arsch und ne saftige Geldstrafe

Damit dürfte die Sache dann hoffentlich gegessen sein. Hoffentlich…

Mittlerweile hat sich auch Andreas Müller zu dem Schreiben des FIFA-Präsidenten geäußert. Müller sieht darin kein neues Recht. Und auch der SV Werder Bremen lässt sich von Blatters Aussagen nicht beeindrucken.

Es bleibt nun wohl nur noch eine Frage zu klären: Wieviel Recht steckt in Gewohnheitsrecht? das muss jetzt der Internationale Sport Gerichtshof (CAS) entscheiden…

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