Er zog aus aus dem (fussballerisch) mittelmäßigem Kölle, um die Welt zu erobern. Er ging als “Prinz”. Prinz Poldi. Längst ein Markenname für die größte Hoffnung des deutschen Fussballs nach Sebastian Deisler.

Nun sitze ich gestern im Curry Cologne und lass mir die lecker pikante Berliner Currywurst schmecken und muss das lesen, was ich schon die ganze Zeit befürchtet hatte: “Poldi zum Express: Es sieht gut aus!”

Poldi wird also wieder zum FC wechseln und eine ganze Stadt steht Kopf. Das nehme ich der Stadt nicht übel. Noch immer gilt Podolski in der Republik als großer Star und Klasse Stürmer. Fachfussballdeutschland macht da mittlerweile eine Einschränkung. Ein großer Star und ein Klasse Stürmer. Aber nur in der Nationalmannschaft. Da fühlt sich Poldi wohl. Beim großen FC Bayern, der ihn 2006 ja praktisch verpflichten musste, obwohl auch Bremen sicher eine gute Adresse für Podolski gewesen wäre. Dort haben selbst die Fans nach Podolski gerufen, als der noch im Trikot des FC zu Gast im Bremer Weserstadion war.

Aber so ein “Prestigeobjekt” wechselt nirgendwo anders hin als zu den großen Bayern. Podolski scheiterte kläglich. Mit den Verpflichtungen von Miroslav Klose und Luca Toni, war Podolski nur noch der Pausenclown auf der Bank. Eigentlich war die ganze Beziehung Podolski/Bayern ein einziges Missverständnis.

In seiner letzen Saison beim FC immerhin noch mit 12 Toren in 32 Spielen und somit mit einer Torquote von 0.375 pro Spiel, bringt es Podolski in seiner Zeit bei den Bayern (2006 bis heute) auf 0.206 Tore pro Spiel (58 Spiele, 12 Tore). Schon die letzte Saison beim FC war also keine überragende. Vieles wurde dem Superstar aber damals noch verziehen.

Vergleicht man die Torquote mit der eines Kevin Kuranyi (2006 bis heute), so bringt es Kuranyi auf eine grandiose Quote von 0.439 Tore pro Spiel (82 Spiele, 36 Tore).

Also kein Wunder, dass Podolski München den Rücken kehren will. Aber tut er sich damit einen Gefallen? Läuft er wieder für den FC auf, steht nur noch Podolski auf dem Platz. Nicht für den Gegner, sondern für die Fans und die Medien. Keine wirklich tolle Situation für einen Spieler und ganz sicher nicht gesund für eine Mannschaft, die zusammen arbeiten muss, um das Ziel Klassenerhalt und Stabilisierung in der Bundesliga zu erreichen. Was passiert, wenn Podolski sein phlegmatisches Spiel auch beim FC nicht durch Tore retuschieren kann? Was passiert, wenn der FC mit Podolski wieder in den Abstiegsstrudel hineingerät, weil Novakovic zwar noch trifft, von Podolski aber einfach zu wenig kommt?

Der FC und auch Podolski gehen hier ein hohes Risiko. Köln streckt sich finanziell ungemein, um den “verlorenen Sohn” wieder an den Rhein zu holen. Podolski geht das Risiko ein, in der Belanglosigkeit zu versinken, sollte der FC in den kommenden Jahren nicht international spielen oder, worst case, wieder in die zweite Liga absteigen. Dann kann Podolski nicht einfach wieder abhauen. Das würde man ihm in Köln wohl nicht verzeihen.

Podolski hat noch andere Angebote. Zumindest auch vom HSV. Ich würde es als riesen Fehler ansehen, jetzt schon zum FC zurückzukehren. Er ging als Prinz und kehrt auch als Prinz zurück. Das kann nicht richtig sein. Podolski muss international spielen und wenn nicht beim HSV, dann halt irgendwo im Ausland. Köln ist ein Schritt zurück. Er sollte später zurückkehren. Als König….

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