Schalke unterliegt ManU im ersten Spiel des Halbfinales der Champions League zu Hause mit 0:2. Manchester unterschätzte die Knappen leider nicht. Die Anfangsoffensive überstanden die Engländer unbeschadet und dominierten spätestens nach den ersten 15. Minuten das Spiel bis zum Schluss. Der Doppelschlag von Giggs und Rooney Mitte der zweiten Halbzeit, konnte selbst der Verstoßene nicht halten.

Denn der Protagonist dieses Abends war eigentlich Manuel Neuer. In der ersten Halbzeit schwebte wieder dieses Karma der Unüberwindbarkeit über Neuer, das mich jedes Mal in eine Art Torjubel ausbrächen lässt, wenn er wieder einen dieser unhaltbaren Dinger irgendwo aus der Ecke fischt. Vor allem in der ersten Halbzeit hatte er reichlich Gelegenheit, mich ein ums andere Mal vom Hocker zu reißen.

Vom Hocker in der Grünen Wiese

Mit van der Saar im Tor wären wir wohl mit einem Gegentor in die Pause gegangen. Mit jedem anderen Torwart aus der Bundesliga hätten wir drei bis fünf Gegentore kassiert.

 

Ich kann durchaus verstehen, dass sich Horst Heldt gelassen zurücklehnt, wenn der Rest des Bundesliga-Zirkus uns Schalkern fasst schon aufzwingt, einen von Rummenigge diktierten Preis für Neuer zu akzeptieren. Natürlich hat der FC Bayern in einer weiteren Saison ohne Neuer kein ernsthaftes Torwartproblem, wenn sie die größte Baustelle der Mannschaft, die Abwehr, besser aufstellen. Da gebe ich dem Baziblogger Recht. Doch sie haben eben auch noch nicht den wohl besten Keeper der Welt, sondern “nur” einen grundsoliden Butt. Selbst wenn auch noch das Pokalfinale in Berlin verloren geht, halte ich den Verkauf Neuers an einen direkten Konkurrenten auch finanziell für einen Fehler. Diese Rechnung will ich aber nicht nochmal aufmachen. Einen eindrucksvollen Überblick verschaffte vor wenigen Wochen Gastautor Bene beim schalkefan.de.

Was bleibt ist eine minimale Hoffnung auf irgendein Fußballwunder in Manchester. Und natürlich der Stolz auf die Mannschaft, die zwar spielerisch nicht mithalten konnte, weil ihr schlussendlich auch ein wenig die Courage fehlte, dafür aber astrein gekämpft hat. Spieler wie Matip, aber auch Jurado und Baumjohann, haben gestern viel gelernt. Dies wird sich alles in der kommenden Saison auszahlen. Wie Manuel Neuer.

 

 

Gestern sorgte der Bericht über das verschwundene Lippenbekenntnis Manuel Neuers auf der Schalke Homepage für reichlich Verwirrung.

Nachdem ich den Artikel veröffentlicht habe und eine entsprechende Anfrage an den verantwortlichen Pressesprecher Thomas Spiegel gestellt hatte, tauchte der Artikel unverändert gegen Mittag wieder auf.

Doch was war passiert und wie kam es zu dieser reichlich unprofessionell wirkenden Aktion? Thomas Spiegel, Mitarbeiter der Presseabteilung des FC Schalke 04, antwortete mir gestern Nachmittag auf eine entsprechende Anfrage und klärte die Situation auf.

Der besagte Artikel, so Spiegel, rutschte nach dem Bremen Spiel in der Rangliste der meistgelesenen Artikel auf der Schalke Homepage raketenhaft nach oben. Da die Internet Nutzer von heute sich nicht die Mühe machen (das kann ich übrigens nur bestätigen) einen Artikel in seiner Vollständigkeit zu lesen und zu bewerten, wurde die Aussage Neuers

Entweder spiele ich für Schalke oder gar kein Fußball

von vielen Fans als aktuelle Aussage gewertet und es flogen dementsprechend viele und negative Emails in den elektronischen Briefkasten des Vereins. Dieser Umstand verwundert aus zweierlei Gründen: Zum einen stammt der Artikel aus dem Herbst 2006 und handelt von einem Schalker Stammtisch, dem Vorgänger der heutigen dritten Halbzeit. Dies ist und war auch immer deutlich unter der Überschrift lesbar und erkennbar. Zum anderen wird hier nicht der damals 20 jährige Manuel Neuer zitiert, sondern der vierjährige Dötz, der sich entschieden hat, seine Fußballlaufbahn zu beginnen und eben nur zu diesem einen Club wollte.

Manuel Neuer hat danach, im Erwachsenenalter, viele ähnlich auslegbare Aussagen getätigt, die man ihm, sollte er denn wirklich den Verein Richtung Süden verlassen, um die Ohren hauen kann. Einem vierjährigen sollte man solch unbedachte Aussagen dann aber doch nachsehen.

Die negativen Reaktionen seien also der Grund gewesen, warum ein Mitarbeiter, offensichtlich vorschnell, den Artikel aus dem Netz genommen hat und somit im Grunde noch für viel mehr Aufregung gesorgt hat. Man kann nur hoffen, dass die Redaktion der Schalker Homepage daraus gelernt hat und in Sachen Online-Management ein paar Nachhilfestunden nimmt. Als Community-Manager kann ich nur raten: Augen zu und durch! Beantwortet die Emails, die ihr erhaltet und versteckt euch und besagten Artikel nicht. Erklärt die Situation, zumal negative Kritik immer lauter ist, als positive. Hier wäre eventuell auch die Facebook Fanpage (Interview mit dem Initiator Raphael Brinkert) eine geeignete Plattform gewesen, um die Irritationen zum Artikel aus dem Weg zu räumen. Hoffen wir, dass so etwas nicht noch einmal vorkommt und aus den Fehlern gelernt wird.

 

Es scheint ein Trend zu sein, Inhalte aus dem Internet zu löschen, sobald neue Ereignisse nicht mehr zu dem gegebenen Inhalt passen.

Christoph Metzelder hat es getan, nachdem der Wechsel zum FC Schalke bekannt wurde. Damals hat er selbst geübte Kritik über seine Jugendjahr beim S04 von seiner eigenen Homepage gelöscht, um den Start bei seinem neuen alten Club nicht schon im Vorfeld zu vermasseln.

Doch das Internet vergisst nicht. Das musste auch Christoph Metzelder lernen. Sein Verein und Manuel Neuer  haben es offensichtlich nicht gelernt. Gestern noch gab es das Zitat Manuel Neuers: “Entweder ich spiele bei Schalke oder gar kein Fußball” als Überschrift zu einem Artikel im Archiv des S04 zu finden.

Update: Der Artikel ist seit dem 19.04, ca. 12:45 wieder auf seinem ursprünglichen Platz.

Der Artikel stammt aus dem Oktober 2006 und ist heute nicht mehr verfügbar. Es ging in dem Artikel um den ersten Auftritt des Keepers bei einem Fantreffen. Es verwundert doch ein wenig, dass der Verein den Artikel aus dem Netz genommen hat. Zumal das Zitat wohl von dem vierjährigen Neuer stammte, als es darum ging, in welchem Verein der Bu(e)rsche denn seine ersten Schritte in Fußballschuhen machen soll. Wer hat dies zu Verantworten? Haben die Berater Neuers Druck gemacht oder will der Verein seinen Keeper schützen, damit ihm dieses Zitat nicht um die Ohren fliegt? Dafür ist es jetzt zu spät.

Die Posse Neuer gerät zur Farse. Jetzt schon. Das ist schade, denn sie trübt die Vorfreude auf die Champions League und auf das Pokal-Finale.

via: @supportersclub und @hellwach1957

Apr 192011
 

Schon vor ein paar Monaten hat Thomas Wings hier auf blogundweiss.de einen Reisebericht über die Auswärtsfahrt in Valencia verfasst. Heute ist er wieder zu Gast und gibt seinen Senf zum Thema Manuel Neuer dazu. Hier und hier habe ich bereits etwas zu diesem Thema geschrieben und ich werde mich wohl in Zukunft auch noch einmal äußern, wenn die Zeit reif dafür ist.

Jetzt aber erstmal viel Spaß mit dem Gastbeitrag von Tommes04:

Nachdem die Spatzen auf den Dächern schon unerträglich laut sind, ist es nur noch eine Frage von Tagen, bis Manuel Neuer verkünden wird, nächstes Jahr im Trikot von Bayern München zu spielen und sich von dem Publikum in der Allianz-Arena zujubeln zu lassen.

Der gemeine Schalker fragt sich natürlich, was das soll. Wo ist der Karriereschritt, der einen Wechsel ja immer begründen soll, bei einem Wechsel nach München? Den inoffiziellen Titel des „besten Torwarts der Welt“ hat er von den Beobachtern schon einige Zeit lang inne. Warum also nun ein Wechsel zu einem Verein, der sich für die Champions League noch erst qualifizieren muss? Also den Wettbewerb, in dem sein jetziger Verein schon das Halbfinale spielen darf. Ja, Titel in München mögen garantiert sein. Na und? Was will ich mit einem Titel für einen Verein, den ich angeblich noch nie leiden konnte? Seit wann ist Fußball kein Mannschaftssport mehr? Wäre es keine Herzensangelegenheit gewesen, endlich den ersehnten Titel für seinen Verein zu holen? Titel wird es also geben. Und nach den Titeln jeweils nette Galaabende mit den Freunden und Förderern des FC Bayern in einem noblen Ambiente, der Kaiser oder wahlweise Würstchen-Uli Hoeneß hält eine beeindruckende Dankesrede, anschließend geht es mit den Spielern noch ins P1 und am nächsten Tag auf den Münchener Rathausbalkon. Spätestens am Sonntag um 16 Uhr dann wieder nach Hause zur Familie. Wem‘s Spaß macht. Ich will mir gar nicht ausmalen, wie das schäbige Ruhrgebiet rocken wird, wenn denn irgendwann mal der unvergleichliche Fall hier eintritt. Das weiß auch ein Manuel Neuer. Unterstellt den Fall, die glorreichen Schalker gewinnen in dieser Saison nicht die Champions League, hat er seine Chance auf ein Denkmal in Gelsenkirchen-Buer verspielt. In München wird er auch keines bekommen.

Also doch Geld. Vermutlich ist es noch nicht mal das Jahresbruttoeinkommen. Das könnte Schalke mit einem Kraftakt wohl auch bezahlen. Große Werbeeinnahmen und andere Annehmlichkeiten hingegen bietet nur Bayern München und diesem Lockruf hat Neuer nicht widerstanden. Geld vor Emotion. Ich habe verstanden.

Die Frage bleibt, wie wir auf Schalke mit dem Wechsel umgehen werden. Jeder für sich anders, das ist schon klar. Aber was bleibt von Neuer, der so unnachahmlich gut hält und so perfekt in das Bild unseres Vereins gepasst hat? Wie wird es sein, wenn es gegen Schalke gehen wird? Es fällt schwer, diese Frage rational zu beantworten. Fußball und im speziellen Schalke 04 ist aufgrund seiner Emotionen schon fast so kompliziert wie eine Paarbeziehung. Im Augenblick kommt es mir so vor, als wenn man nach heftiger Flirterei eines anderen (Hoeneß) nun feststellt, daß der Partner (Neuer) nicht nur zurückflirtet, sondern schon die Trennung plant. Wir könnten ihm nicht bieten, was er braucht, wird es heißen, und: „Laß uns Freunde bleiben!“ Wie auch in einer nach Jahren gescheiterten Beziehung wird aber genau das eher schwierig. Im Moment überwiegt das kalte Gefühl der enttäuschten Liebe, die Eifersucht dominiert und der Groll auf den anderen (Hoeneß). Man selbst rückt sich ins rechte Licht, versucht zu argumentieren, daß man sich ja noch ändern könne (Angebot über 21 Millionen Euro in 3 Jahren). Aber all das hält ihn (Neuer) nicht davon ab, sich den anderen (Hoeneß) zu schnappen. Vielleicht klappt das mit dem „Freunde bleiben“ irgendwann, in ein paar Jahren mal. Wenn wir (S04) wieder in einer glücklichen Beziehung mit einem neuen Torwart sind und merken, daß es bei den beiden anderen (Neuer und Hoeneß) doch nicht so gut klappt. Weil er (Neuer) die Freunde (Schickeria) des anderen (Hoeneß) nicht so toll findet. Und umgekehrt. Weil er (Neuer) merkt, daß der andere (Hoeneß) zwar viel Geld hat, ein tolles Auto und spannende Freunde (Boris Becker, Helmut Markwort, Edmund Stoiber), aber sonst vollkommen sterbenslangweilig (Allianz-Arena) ist. Weil in München eben kein Fußball gelebt wird, wie das in Gelsenkirchen der Fall ist.

Ich glaube nicht, dass Neuer auf Schalke ausgepfiffen werden wird. Dafür war die Beziehung einfach zu innig und man hatte schließlich eine wunderbare Zeit miteinander. Man wird aber in Kontakt bleiben, dem anderen (Hoeneß) nur das schlechteste wünschen und hoffen, daß er (Neuer) merkt, seinen Vertrauensbruch irgendwann einmal zu bereuen.

Bis dahin werde ich ihn ab der neuen Saison offiziell ignorieren. Bei jedem anderen Club, zu dem er gegangen wäre (nach Lüdenscheid wäre er nicht gegangen), hätte ich ihm –fußballerisch- viel Glück gewünscht. Ausgerechnet bei Bayern München möchte ich das nicht. Ich bin zu enttäuscht.

Und hoffe auf die vereinbarte Ausstiegsklausel für 19,04 Millionen €.

 

 

Kaum eine Aktion hat in den letzten Monaten für so viel Aufsehen in der Fanszene gesorgt, wie die andauernden Antipathie-Bekundungen der Münchener Ultra/Fanszene gegen Manuel Neuer.

Seit der Eckfahne/Kahn-Immitation des Schalker Urgesteins in der Münchener Allianz-Arena 2009 und dem mehr oder weniger offenen Interesse der Bayern am Weltklasse Torhüter, ließen die Münchener Anhänger kein Zweifel daran, dass Neuer eine Persona non grata in der Münchener Schickeria sein wird. Vor allem, nachdem sich mit Thomas Kraft ein Jungspund aus dem eigenen Verein aufmacht, ein richtig guter Torhüter zu werden. Ein weiterer Höhepunkt waren die zahlreichen Plakate, Banner und Pfiffe gegen Neuer am Mittwoch im DFB-Pokal Halbfinale.

Die Frage, die sich mittlerweile alle stellen, ist die nach den Konsequenzen, die Neuer aus diesen Entwicklungen zieht. Auch die handelnden Entscheider beim FC Bayern nehmen die Bewegung contra Neuer mittlerweile sehr ernst. Nicht anders ist es zu verstehen, dass sich so ziemlich jeder Wichtigtuer aus München medienwirksam und persönlich bei Manuel Neuer entschuldigt hat. Hoeness und Co. merken gerade, dass die Entscheidung um den besten Keeper der Welt mittlerweile auf einer Ebene ausgetragen wird, die sie gar nicht mehr beeinflussen können. Denn nicht nur Geld und sportliche Perspektive sind bei einem potenziellen Wechsel wichtige Kriterien. Er wird sich als Kind der Nordkurve drei Mal überlegen, ob er sich bei einem Verein in den Kasten stellt, dessen Kurve ihm im wahrsten Sinne des Wortes im Nacken sitzt, gerade weil sich seine Geschichte “Aus der Kurve in den Kasten” auch immer wieder mit der Schalker Ultra-Bewegung kreuzt.

Sehr beunruhigend aus Schalker Sicht sind allerdings die Aussagen Neuers über die erneuten Anfeindungen aus der Fankurve der Münchener. Bei Möller und Metzelder hätte es zu Beginn auch Antipathie gegeben. Nun wären sie voll akzeptiert, behauptet der Nationaltorhüter. Doch hier irrt Neuer bzw. vergleicht Äpfel mit Birnen. Zum einen ist ein Christoph Metzelder vor allem bei der Ultra-Szene allerhöchstens geduldet. Man pfeift zwar nicht mehr, doch Akzeptanz sieht sicher anders aus. Zum anderen haben weder Möller noch Metzelder eine so lange und intensive Vergangenheit bei den Unaussprechlichen wie es Neuer auf Schalke hat.

Die Vergleiche von Neuer verwundern schon und lassen zumindest eine Tendenz bei Neuer erkennen, die wohl Richtung Süden zeigt. Dass Manuel Neuer den Verein zum Saisonende verlassen wird, steht für mich persönlich so gut wie fest. Die Leistungen seiner Mannschaftskollegen in den letzten Wochen muss einen Keeper seiner Klasse einfach abschrecken. Einen Vereinswechsel würde ihm der Großteil der königsblauen Fanbewegung sicher nicht übel nehmen, wenn es ihn nur nicht zur verhassten Konkurrenz aus München zieht, sondern auf eine Insel. Und sei es nur die iberische Halbinsel. Geld, sportliche Perspektive, Identität mit den eigenen Fans und dem Club. Wie viel Ultra steckt denn nun in Manuel Neuer?

 

Schalke spielt heute in München um den Einzug in das DFB-Pokal-Finale in Berlin. Es graut mir vor einem eventuellen Sieg, denn dann haben Mannschaft, Trainer und Manager ein weiteres Alibi für schlechte Leistungen in der Bundesliga. Und das, obwohl man mit dem Finaleinzug noch nichts erreicht hat. Anders als sonst, würde man dann im Finale nicht automatisch auf eine Spitzenmannschaft stoßen, die eh schon einen internationalen Startplatz für die kommende Saison inne hat. Stattdessen wird man auf einen bis in die Haarspitzen motivierten MSV Duisburg treffen, der mit einer letzten Anstrengung über 90 bis 120 Minuten Geschichte schreiben kann.

Doch so weit ist es ja bekanntlich noch lange nicht. Denn erst einmal will der Rekordpokalsieger bezwungen werden. Wie man es macht, hat uns am Samstag wieder mal der unaussprechliche Reviernachbar mit seinem abartig guten Offensivfußball und seinem ekelhaft effizienten Defensivverhalten vorgemacht.

Dass wir von Schalke in dieser Saison so eine Leistung nicht sehen werden, dafür braucht man kein Prophet zu sein. Nicht mal allzu viel Fußballsachverstand ist dafür nötig. Schalkes Qualitäten liegen…. ich fang nochmal an… Schalke ist immer dann stark, wenn… tja. Da fällt mir jetzt gar nichts zu ein. Doch! Jetzt! Schalke ist immer dann stark, wenn Manuel Neuer einen guten Tag erwischt! Zumindest kriegen wir dann wenig bis keine Gegentore.

Neuer feiert dieser Tage sein 20 jähriges Jubiläum als aktives Mitglieder der Schalker Fußballabteilung. Da kann man nur gratulieren. Einen kleinen Rückblick über die wenigen Profifußballjahre des Manuel N. gibt Skandy im Web04.

Wenn ich ehrlich bin, sehe ich nicht viele Chancen heute Abend. Ich hoffe nur, dass wir uns nicht allzu sehr blamieren werden. Im Grunde ist das aber nur Selbstschutz, denn so kann mich das Team nur noch positiv überraschen.

Hoffen wir das Beste,

Glück Auf!

 

Dass Manuel Neuer am vorletzten Freitag das Derby quasi im Alleingang gefühlt gewonnen hat, konnte man praktisch überall nachlesen. Seit Samstag Abend haben wir noch einen gefühlten Derbysieger: Jan Moravek. Mit einem zuckerfeinen Sonntagsschuss in der letzten Minute rettete unsere Leihgabe dem 1. FC Kaiserslautern einen Punkt.

19 der 22 Bundesligapiele hat Moravek für Lautern bestritten und kam dabei im Schnitt auf 66. Spielminuten. Mittlerweile kann man ihn wohl als Stammspieler und Aushilfs-Torjäger bezeichnen. 5 Tore konnte Moravek bisher erzielen. Kein schlechter Wert. Auch auf Schalke hat Moravek schon Goalgetter-Qualitäten bewiesen: In 7 Spielen (19 Minuten im Schnitt) knipste er immerhin doppelt. Vorlagen sind allerdings nicht so sein Ding. Lediglich ein Mal gab er den entscheidenden Pass.

Dass Moravek zurück kommt, steht eigentlich außer Frage. Er hat noch Vertrag bis 2013 und kostete mehr als 2 Millionen Euro. Die von Magath geforderte Ablöse würde das Budget der Pfälzer wohl mehr als sprengen. In Kaiserlautern spielt Moravek mittlerweile wohl auf der 8. Also im Zentrum, aber nicht direkt hinter den Spitzen. Pfälzer Taktikfüchse dürfen mich hier gerne berichtigen. In unserem derzeitigen Spielsystem wäre er weniger zu gebrauchen. Doch da ich in der nächsten Saison einen Abgang von Farfan und den Wechsel auf ein 4-4-2  mit Raute erwarte, könnte Moravek bis auf die 6 eigentlich alle Mittelfeldpositionen besetzen.

Grundsätzlich muss man Felix Magath hier wieder ein sehr gutes Händchen und einen mittel- bis langfristigen Blick attestieren. Schon mit der Leihe von Lewis Holtby (21 Spiele, 66. Minuten im Schnitt) hat Magath alles richtig gemacht.

Beide Spieler haben an Reife, Qualität und letztendlich auch Marktwert gewonnen. Spielpraxis sei Dank. Die hätten sie auf Schalke wohl so nicht erhalten.

Von den verliehenen Perspektivspielern bleibt noch Carlos Zambrano übrig. Auch er ist bei St. Pauli Stammspieler (17 Spiele, 88. Minuten im Schnitt). Ihn sehe ich in der nächsten Saison nicht unbedingt wieder im Trikot der Königsblauen. Hier würde nur Handlungsbedarf bestehen, sollten Magath und Höwedes ein gutes Angebot von einem attraktivem Verein erhalten. Dann wäre Zambrano die günstige Alternative zu einem teuren Neueinkauf. Als Backup für Höwedes und Metzelder wäre Zambrano wohl zu ambitioniert und gewillt, dann doch eher ganz zu wechseln.

Übrigens könnten wir mit Zambrano und Mr. Derby, Gerald Asamoah am Samstag weitere gefühlte Derbysieger 2011 feiern. St. Pauli ist in der Wellblechhütte zu Gast und Asa trifft somit auf seinen ganz speziellen Freund. Den schönen Roman. An dieser Stelle schon mal der Aufruf: Mach ihn nass, Asa!

Ach ja. Gegen Valencia spielen wir heute auch noch :)

Mein Tipp: 1:1

 

Wem anders soll man den ersten Blogpost nach dem Derby widmen als Manuel Neuer?

Mehr Protagonist in einem Derby geht eigentlich nicht. Im Grunde spielte Schalke 90 Minuten lang 1 Torwart gegen 10 Feldspieler. Weidenfeller spielte praktisch keine Rolle. Hoffnungslos unterlegen, ging es bei den Unaussprechlichen schon mit dem Anpfiff  nur noch darum, irgendwie den perfekt getimeten Ball an Neuer vorbei zu legen. Es sollte einfach nicht gelingen.

Spätestens nach 20 Minuten saßen Uli Hoeness und Sir Alex Fergussen schon mit dem Taschenrechner vor dem TV, um das Transferbudget für Neuer weiter und weiter nach oben zu korrigieren.. Es gibt keinen besseren zur Zeit. Schon bei der WM hat er Rückhalt bewiesen. Jetzt schlägt er sich mit Schalke zumindest auf dem internationalen Parkett ziemlich gut. Gleichzeitig schafft er es in den beiden wohl wichtigsten Spielen der Saison, gegen die Bayern und bei den Unaussprechlichen, eine absolute Weltklasseleistung zwischen die Pfosten zu liefern. Druck? Kennt der nich!

Nach diesem Spiel sehe ich keine Chance mehr, Neuer nach der Saison zu halten. Dafür gibt es dann aber auch fette Beute.

Gut, dass wir Felix Magath haben. Der weiß was damit anzufangen.

Mehr gibt’s in den folgenden Tagen.

 

Ein Wunder ist geschehen! Schalke gewinnt nach zwei Niederlagen (1:0, 4:2) wieder ein Auswärtsspiel in Hannover. Und dabei waren wir vor dem Spiel auch noch der Außenseiter. Den Unterschied am Samstag machten genau zwei Personen. Zum einen wäre da der Torwart Manuel Neuer zu nennen. Nach dem 17. Spieltag wollte die Presse ihm schon eine Krise in die Handschuhe schreiben und in der ersten Minute hätte Neuer mit etwas Pech direkt der Depp werden können, als er den Winkel für Ya Konan zwar zu machte, der Ball aber dennoch nur knapp vorbei segelte.

Nach der ersten heiklen Sitaution strahlte Neuer wieder diese “Ich kriege eh keinen rein” Sicherheit aus, die nach zwei drei guten Aktionen nicht nur mich ansteckt, sondern wohl auch die Viererkette vor dem Schnapper. Denn obwohl Hannover sich zahlreiche Chancen erarbeitete, machten Moritz, Höwedes, Metzelder und Schmitz eine gute Partie. Generell spielte Hannover einen erstaunlich guten Fußball. Da ist eine Handschrift zu erkennen. Respekt vor der Leistung der Slomka-Elf. Ein Unentschieden wäre durchaus verdient gewesen.

Dass Schalke am Ende 0:1 gewann, lag am anderen königsblauen Protagonisten. Raul, Weltstar und Malocher in Personalunion. Diesem Menschen beim Fußball zuzusehen ist als Schalker schon eine wahre Wonne. Von Magath mit allen Freiheiten ausgestattet, erfüllt Raul mehr und mehr die Erwartungen. Er taucht zwar immer noch unverhältnismäßig oft in der eigenen Hälfte auf, er hat mittlerweile aber auch die Luft, dann auch vorne die entscheidenden Dinger zu machen. So in der 33. Minute, als er die Flanke von Schmitz erahnt, sich hinter dem Rücken von Pogatetz weg stiehlt und den Ball mit feiner Technik im Tor versenkt. Die Sehnsucht nach Europa scheint bei Raul anscheinend besonders groß. Denn nun trifft er auch endlich auswärts.

Eine weitere Geschichte schrieb Julian Draxler. Als zweitjüngster Profi aller Zeiten debütierte er am Samstag bei einem Bundesligaspiel in der Startelf. Nur Nuri Sahin war bei seinem Startelfdebüt etwas jünger. Auch Olaf Thon hatte ein paar Tage weniger auf dem Buckel, als er das erste Mal bei den Profis auflief. Das war allerdings in der zweiten Liga. Zählt also nicht.

Draxler nahm am Samstag die Position auf der linken Außenbahn ein, die sich normalerweise Edu und Jurado teilen. Dafür ist er eigentlich nicht gemacht. Das hat man auch gesehen. Immerhin leitete er das 1:0 mit einem gut getimeten Pass auf Lukas Schmitz ein. Insgesamt kann man mit der Leistung zufrieden sein, auch wenn es vor allem an der körperlichen Robustheit fehlt. Die will ihm Magath in den “nächsten Tagen und Wochen” noch an trainieren. Klingt nach Extra-Schichten für den Youngster.

Was nimmt man aus dem Spiel mit? Schalke kann sich mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung also doch gegen die Überraschungsteams dieser Saison durchsetzen. Obwohl Hannover mindestens gleichwertig war, konnte man aufgrund der individuell hohen Qualität drei Punkte aus der niedersächsischen Landeshauptstadt entführen. Den Horrorstart der Hinrunde wird man in der Rückrunde nun definitiv nicht wiederholen.

Schlussendlich kann Schalke auch seinen Lauf fortsetzen. Wettbewerbsübergreifend gewann Schalke 8 der letzen 10 Spiele. Bei zwei Niederlagen. Das kann sich doch sehen lassen, oder?

Wähle hier deine Knappen des Spiels gegen Hannover 96

 

Eigentlich mache ich sowas ja nicht allzu gerne. Einen Beitrag schreiben, nur um ihn dann ein paar Tage später nochmal zu aktualisieren. Doch für unser aller Supperschnapper, Manu Neuer, mach ich einfach mal eine Ausnahme. Und zwar aus zweierlei Gründen:

Zum einen hat mich Janosch freundlicherweise auf den Artikel im  Südkurvenbladdl aufmerksam gemacht, wo sich die Münchener Schickeria (die Ultra-Gruppierung des FC Bayern) ganz klar gegen Manuel Neuer positioniert. Das wird Hoeness, Nerlinger und Konsorten sicher gar nicht schmecken, denn gerade bei Neuer weiß man, wie “fanfühlig” er ist.

Südkurvenbladdl der Münchener Schickeria

Ein weiterer Grund für das Update ist dieser wirklich lesenswerte Artikel von Frank Wilmes im Handelsblatt, der Manuel Neuer als PR-Produkt analysiert und ihm schlussendlich rät, doch bitte schön auf Schalke unsterblich zu werden. Dabei skizziert Wilms eine wirklich bizarre Situation, die mir so noch gar nicht in den Sinn gekommen ist. Man stelle sich vor, Neuer wechselt nach München, nur um dann mit anzusehen, wie der FC Schalke 04 ohne ihn Meister wird. Schizophren! Eigentlich unvorstellbar. Oder doch ein Opfer, das man bereit ist zu bringen?

Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich bin hin und hergerissen. Lieber weitere 1904 Jahre ohne Schale und dafür ein Weltklasse Idol zwischen den Pfosten oder ne Menge Knete und die lang ersehnte Meisterschaft mit einem Haufen Spieler, die wenig bis gar nichts für den Verein empfinden?

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