Eine der ersten Aussagen von Chinedu Obasi in Königsblau hatte die mögliche Meisterschaft zum Thema. “Was für ein Noob!” – hab ich mir gedacht. Auch Klaas-Jan Huntelaar schlug in die gleiche Kerbe und die Meldungen in den Print- und Onlinemedien überschlugen sich. Als Vollblut Schalker kann man da nur mit dem Kopf schütteln. “Haben sich diese Spieler denn nicht mit der königsblauen Vergangenheit beschäftigt?” Offensichtlich nicht. Und warum sollte es ausgerechnet in dieser Saison klappen? Hier ein paar Gründe.

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Eigentlich wollte ich diese Zeilen als Kommentar auf diesen Blogbeitrag posten. Da der Platz für Kommentare allerdings begrenzt ist, gibt es die Antwort etwas ausführlicher jetzt hier:

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…sollte nicht mit Steinen werfen!

An dieses gute alte Sprichtwort fühlte ich mich gestern erinnert, als ich den Artikel der Bildzeitung las, der sich mit den Spruchbändern und Plakaten gegen Manuel Neuer beim 0:2 Sieg der Bayern in der Arena und der Gummipuppe im Bayerngewand an einer Gelsenkirchener Brücke beschäftigt.

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Wir schreiben das Jahr 2012. Der Mai hat gerade erst begonnen. Genauer gesagt ist es der 6.5.2012 und es ist schon spät. Der erste Teil des Frühsommers ist vorüber, doch bei 19,04 Grad und Alkohol im Blut lässt es sich gut an mit dem kurzärmligen Schalketrikot auf dem kleinen Balkon in der Kölner Innenstadt sitzen. Ich bin erstaunt, dass ich noch vernünftig auf meiner Tastatur rumtippen kann, denn es war ein langes Wochenende.

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Der letzte Einzelkritiksaisonrückblick 2010/11 ist gleichzeitig der schwerste und einfachste. Es geht um Manuel Neuer. Um die Kultfigur auf Schalke. Um den zur Zeit wohl besten Torhüter der Welt. Dies hat er nicht nur in der Nationalmannschaft bewiesen, sondern vor allem auch in der vergangenen Saison beim FC Schalke 04. Noch mehr als Raúl ist es Manuel Neuer zu verdanken, dass Schalke nicht schon den ersten Bundesligaspieltag hinter sich hat.

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Rummmms! Da sind wir also. Wir haben’s endlich schwarz auf weiß. Manuel Neuer wird schon in dieser Saison zum Sammler. Verdammt schade das Ganze. Auch wenn es abzusehen war. Manu macht den von der Fußballfachwelt so oft zitierten nächsten und logischen Schritt. Für Fußballromantiker wie mich sind das allerdings bittere Tage. Nicht nur nüchtern betrachtet. Auch im alkoholisierten Zustand tut die Geschichte weh. Das habe ich gestern im Selbsttest feststellen müssen. Vor allem, weil der Wechsel sowas von vorhersehbar war. Und weil die Bayern nunmal sind, wie se sind, verpflichten sie am selbigen Tag auch noch einen der besten Schalker der letzten fünf Jahre. Rafinha wird nämlich auch nach München wechseln.

Doppelwatschn!

Jetzt wird im Süden wieder süffisant gelächelt aufgrund der finanziellen Überlegenheit. Drauf geschissen! So ist das Fußballgeschäft. Fragt mal den Blatter Sepp. Ich als Fußballromantiker freue mich über die Rückkehr eines verlorenen Ziehsohnes. Ralf Fährmann wird wieder Schalker. Die richtige, weil günstigste Nachfolge. Zudem mit königsblauer Vergangenheit und viel Talent. Ich wünsche unserem neuen Schnapper nur das Beste und unserem alten Schnapper die Pest an die Torwarthandschuhe. Mögest du oft daneben greifen, Manu!

 

Schalke schenkt weiter ab. Mit einer weiteren Niederlage verabschiedet sich das Team von Ralf Rangnick aus der heimischen Arena. Obwohl das Spiel nicht so schlecht war wie die vergangenen Begegnungen gegen Manchester und München, hinterlässt die Mannschaft ein enttäuschtes Publikum, das für dieses Spiel sogar einen Topzuschlag zahlen mussten.

Zum Spiel will und kann ich gar nicht viel sagen. Der Grill hatte mehr Anziehungskraft an diesem Nachmittag, so dass das Geschehen auf dem Platz nur mit einem Auge verfolgt wurde. Was mich am meisten an diesen ärgerlichen Niederlagen aufregt? Mittlerweile stimme ich den Vertretern der Medien zu, die Manuel Neuer diesem Team schon lange entwachsen sahen. Dass Schalke durch solche Ergebnisse und Leistungen diesen Eindruck dick und fett unterstreicht und somit in gewissem Maße die Verhandlungsposition des Vereins schwächt, enttäuscht mich fast genau so wie die Tatsache selbst, dass Neuer alles dafür tut, die Interessen seines Wunschvereins höher zu stellen als die Interessen seines Heimatvereins. Nicht anders sind die Aussagen Neuers zum möglichen Interesse Manchester Uniteds zu verstehen und zu interpretieren.

Das Spiel in Köln werde ich mir auch nicht – zumindest nicht live – im Stadion antun. Nicht mal mehr der Reiz, den FC in die zweite Liga zu schießen, ist gegeben. Dass wir als Kölner Fanclub vom SFCV nur Sitzplatzkarten für diese Begegnung erhalten haben, ist ein weiterer Grund. Auch die Lust auf Berlin ist mir allmählich deutlich vergangen. Denn mit einem Sieg rechne ich nicht mehr. Ich hoffe sogar fast schon, dass die Saison mit einem großen Knall zu Ende geht.

Der Verein und das Team hätten es in dieser Saison einfach nicht verdient. Denn ich messe die Leistung meiner Mannschaft immer noch primär am Abschneiden in der Bundesliga. Natürlich ist das Finale in Berlin und das Halbfinale der Champions League ein toller Erfolg. Dieser kann aber nicht die Qualen, die Enttäuschungen und das Ärgern über die Leistungen und Ergebnisse der meisten Bundesligaspiele überlagern. Im Gegenteil: Man fragt sich zurecht, wie es mit dieser Mannschaft so weit kommen konnte. Im positiven, wie im negativen.

 

Am Samstag geht es gen Süden zum Rekordmeister. Normalerweise ist das eines der Highlights der Saison. Da der FC Bayern in jeglichen Wettbewerben hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, können wir immerhin dafür sorgen, dass die Bayern nächste Saison am Donnerstag antreten müssen. Da es für uns in der Liga um nix mehr geht, sollte das als Zusatzmotivation reichen.

Natürlich macht auch die Personalie Manuel Neuer das Duell interessant. Der Ablösepoker hat längst begonnen. Während sich die Fußballwelt auf die Seite des Rekordmeisters stellt und den Wechsel in diesem Sommer als ein Muss ansieht, geben sich Tönnies und Heldt standhaft. Manuel Neuer hat zuletzt am Dienstag bewiesen, dass er – auch wenn nur noch mit einem Jahr Vertrag ausgestattet – keineswegs für Kleingeld an die Isar wechseln wird.

Mit Spannung muss man am Samstag Abend auch auf die Ränge der Allianz-Arena schauen. Schon des Öfteren hat die Südkurve – unter Führung der Ultra-Gruppierung Schickeria – deutlich gemacht, dass sie einen Wechsel eines Ur-Schalkers in ihren Kasten so gar nicht akzeptieren wollen. Man darf also gespannt sein, was sich die Fans am Samstag einfallen lassen, um Neuer erneut darauf hinzuweisen, dass er nicht Willkommen ist.

Einen Weg zur Deeskalation zwischen Neuer und der Schickeria könnten ausgerechnet die Ultras-GE geebnet haben. Die haben Manuel Neuer nach ihrem Gespräch und der Veröffentlichung seiner Entscheidung nämlich aus ihrem Kreis verbannt. Dies scheint auf den zweiten Blick etwas voreilig gewesen zu sein. Denn Neuer ist noch nicht weg und bis dahin nunmal einer von uns.

Nur weil Manuel Neuer sich schon entschieden hat, muss das lange noch nicht für Schalke gelten. Ich bin ein Verfechter der 2012 Lösung und hoffe, dass der Hotte das durchzieht und noch ein Jahr von Neuer profitiert, statt ihn vorzeitig ziehen zu lassen. Und ja, ich bin Fußballromantiker! Deswegen denke ich auch, dass Manuel Neuer sich mit noch einem Jahr Schalke anfreunden könnte. Vor allem, wenn das Ruhrpott Derby in Berlin – das hört sich so falsch an – gewonnen wird und auch wir demnächst am Donnerstag mit die Perle vonnet Revier auf Reise gehen werden. Holland, Türkei, Belgien, Spanien, Kanaren und dann gegen Inter in Rumänien. Datt hätte doch watt.

 

 

Schalke unterliegt ManU im ersten Spiel des Halbfinales der Champions League zu Hause mit 0:2. Manchester unterschätzte die Knappen leider nicht. Die Anfangsoffensive überstanden die Engländer unbeschadet und dominierten spätestens nach den ersten 15. Minuten das Spiel bis zum Schluss. Der Doppelschlag von Giggs und Rooney Mitte der zweiten Halbzeit, konnte selbst der Verstoßene nicht halten.

Denn der Protagonist dieses Abends war eigentlich Manuel Neuer. In der ersten Halbzeit schwebte wieder dieses Karma der Unüberwindbarkeit über Neuer, das mich jedes Mal in eine Art Torjubel ausbrächen lässt, wenn er wieder einen dieser unhaltbaren Dinger irgendwo aus der Ecke fischt. Vor allem in der ersten Halbzeit hatte er reichlich Gelegenheit, mich ein ums andere Mal vom Hocker zu reißen.

Vom Hocker in der Grünen Wiese

Mit van der Saar im Tor wären wir wohl mit einem Gegentor in die Pause gegangen. Mit jedem anderen Torwart aus der Bundesliga hätten wir drei bis fünf Gegentore kassiert.

 

Ich kann durchaus verstehen, dass sich Horst Heldt gelassen zurücklehnt, wenn der Rest des Bundesliga-Zirkus uns Schalkern fasst schon aufzwingt, einen von Rummenigge diktierten Preis für Neuer zu akzeptieren. Natürlich hat der FC Bayern in einer weiteren Saison ohne Neuer kein ernsthaftes Torwartproblem, wenn sie die größte Baustelle der Mannschaft, die Abwehr, besser aufstellen. Da gebe ich dem Baziblogger Recht. Doch sie haben eben auch noch nicht den wohl besten Keeper der Welt, sondern “nur” einen grundsoliden Butt. Selbst wenn auch noch das Pokalfinale in Berlin verloren geht, halte ich den Verkauf Neuers an einen direkten Konkurrenten auch finanziell für einen Fehler. Diese Rechnung will ich aber nicht nochmal aufmachen. Einen eindrucksvollen Überblick verschaffte vor wenigen Wochen Gastautor Bene beim schalkefan.de.

Was bleibt ist eine minimale Hoffnung auf irgendein Fußballwunder in Manchester. Und natürlich der Stolz auf die Mannschaft, die zwar spielerisch nicht mithalten konnte, weil ihr schlussendlich auch ein wenig die Courage fehlte, dafür aber astrein gekämpft hat. Spieler wie Matip, aber auch Jurado und Baumjohann, haben gestern viel gelernt. Dies wird sich alles in der kommenden Saison auszahlen. Wie Manuel Neuer.

 

 

Gestern sorgte der Bericht über das verschwundene Lippenbekenntnis Manuel Neuers auf der Schalke Homepage für reichlich Verwirrung.

Nachdem ich den Artikel veröffentlicht habe und eine entsprechende Anfrage an den verantwortlichen Pressesprecher Thomas Spiegel gestellt hatte, tauchte der Artikel unverändert gegen Mittag wieder auf.

Doch was war passiert und wie kam es zu dieser reichlich unprofessionell wirkenden Aktion? Thomas Spiegel, Mitarbeiter der Presseabteilung des FC Schalke 04, antwortete mir gestern Nachmittag auf eine entsprechende Anfrage und klärte die Situation auf.

Der besagte Artikel, so Spiegel, rutschte nach dem Bremen Spiel in der Rangliste der meistgelesenen Artikel auf der Schalke Homepage raketenhaft nach oben. Da die Internet Nutzer von heute sich nicht die Mühe machen (das kann ich übrigens nur bestätigen) einen Artikel in seiner Vollständigkeit zu lesen und zu bewerten, wurde die Aussage Neuers

Entweder spiele ich für Schalke oder gar kein Fußball

von vielen Fans als aktuelle Aussage gewertet und es flogen dementsprechend viele und negative Emails in den elektronischen Briefkasten des Vereins. Dieser Umstand verwundert aus zweierlei Gründen: Zum einen stammt der Artikel aus dem Herbst 2006 und handelt von einem Schalker Stammtisch, dem Vorgänger der heutigen dritten Halbzeit. Dies ist und war auch immer deutlich unter der Überschrift lesbar und erkennbar. Zum anderen wird hier nicht der damals 20 jährige Manuel Neuer zitiert, sondern der vierjährige Dötz, der sich entschieden hat, seine Fußballlaufbahn zu beginnen und eben nur zu diesem einen Club wollte.

Manuel Neuer hat danach, im Erwachsenenalter, viele ähnlich auslegbare Aussagen getätigt, die man ihm, sollte er denn wirklich den Verein Richtung Süden verlassen, um die Ohren hauen kann. Einem vierjährigen sollte man solch unbedachte Aussagen dann aber doch nachsehen.

Die negativen Reaktionen seien also der Grund gewesen, warum ein Mitarbeiter, offensichtlich vorschnell, den Artikel aus dem Netz genommen hat und somit im Grunde noch für viel mehr Aufregung gesorgt hat. Man kann nur hoffen, dass die Redaktion der Schalker Homepage daraus gelernt hat und in Sachen Online-Management ein paar Nachhilfestunden nimmt. Als Community-Manager kann ich nur raten: Augen zu und durch! Beantwortet die Emails, die ihr erhaltet und versteckt euch und besagten Artikel nicht. Erklärt die Situation, zumal negative Kritik immer lauter ist, als positive. Hier wäre eventuell auch die Facebook Fanpage (Interview mit dem Initiator Raphael Brinkert) eine geeignete Plattform gewesen, um die Irritationen zum Artikel aus dem Weg zu räumen. Hoffen wir, dass so etwas nicht noch einmal vorkommt und aus den Fehlern gelernt wird.

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