Man fragt sich, wie es so weit kommen konnte.

Hier ist die Antwort:

  • September 2004: Nach der sportlichen Talfahrt unter Trainer Jupp Heynckes präsentiert der FC Schalke 04 einen neuen Trainer. Andreas Müller, damals noch Teammanager, hat einen Mann aus dem Hut gezaubert, den Rudi Assauer auf der Pressekonferenz als “Rolf Rangnick” vorstellt und schon damals deutlich machte, was er von dem Trainer hielt.
  • Dezember 2005: Nach einer erfolgreichen Saison mit attraktivem Fußball, der erstmaligen direkten Champions-League Qualifikation, einem Schnitt von 2,04 Punkten pro Spiel und einer langsamen, aber stätigen Demontage durch Rudi Assauer, verkündet Rangnick genervt seinen Rücktritt zum Saisonende. Direkt vor dem Spiel gegen Mainz 05 verabschiedet sich der Trainer bereits mit einer Ehrenrunde von den Fans. Zwei Tage später wurde er entlassen.
  • Januar 2006: Völlig überraschend drückt Teammanager Andreas Müller erneut einen Underdog gegen den mächtigen Rudi Assauer durch. Kurz nach dem Jahreswechsel wird Mirko Slomka, bis dahin Co-Trainer seines guten Freundes Rangnick, auf den Chefsessel gehoben. Rudi Assauer gibt zu: “Auf den wäre ich nicht gekommen” und Slomka war sich sicher, dass er nur auf die Geschäftsstelle fährt, um seine Beurlaubung mitgeteilt zu bekommen.
  • Mai 2006: Schalke schafft es nicht, sich für die Champions League zu qualifizieren. Noch im selben Monat bekommen die Schalker Führungsspieler, Fabian Ernst und Kevin Kuranyi mitgeteilt, dass sie ihren sicher geglaubten Platz im Kader der Nationalelf für die WM 2006 im eigenen Land verloren haben. Ein Schlag ins Gesicht nicht nur für die beiden Spieler, sondern auch für ganz Schalke.
  • September 2006: Schalke scheidet in der ersten Runde des UEFA-Cups am AS Nancy. Gerüchte machen die Runde, dass Schalke nun in eine arge finanzielle Schieflage geraten könnte, da die eingeplanten Einnahmen nun fehlen.
  • Oktober 2006: Clemens Tönnies stellt über seinen Freund Gerhard Schröder Kontakt zum Energieriesen Gazprom her. Der Deal klappt und Schalke erhält einen der lukrativsten, aber auch fragwürdigsten Sponsorenverträge der Liga.
  • Dezember 2006: Schalke steht nach 17 Spieltagen Punktgleich mit Bremen an der Spitze. Lediglich das schlechtere Torverhältnis versperrt den Weg zum Herbstmeistertitel.
  • Februar 2007: Schalke schlägt im Spitzenspiel den SV Werder Bremen auswärts mit 2:0 und übernimmt zum dritten Mal in der Saison die Tabellenspitze. Es sollten noch 12 weitere Spieltage folgen.
  • Mai 2007: Am 32. Spieltag, Schalke hätte an diesem Tag Meister werden können, verlieren die Knappen in Lüdenscheid sang und klanglos mit 2:0. Stuttgart gewinnt die letzten beiden Spiele und Schalke weint.
  • Juni 2007: Lincoln verkündet seinen Wechsel zu Galatasaray Istanbul. Damit geht der Spieler, der für den Aufschwung unter Rangnick und Slomka, maßgeblich beteiligt war. Schalke beschließt, den Brasilianer nicht durch einen anderen klassischen 10er zu ersetzen.
  • Dezember 2007: Schalke übersteht erstmals die Vorrunde der Champions League. Mit einem 3:1 gegen Rosenborg Trondheim landet man hinter dem FC Chelsea auf Platz 2. Zu diesem Zeitpunkt steht Schalke in der Liga nur auf einem enttäuschenden fünften Platz. Unmut und der Ruf nach Verstärkungen kommen auf.
  • Januar 2008: Schalke verpflichtete in der Winterpause drei neue Kreativspieler. Vicente Sanchez, Ze Roberto und Albert Streit sollen das Offensivspiel ankurbeln. Sanchez schafft es, zumindest 14 mal auf dem Platz zu stehen. Er spielte einmal durch. Streit kommt auf neun Einsätze. meist als Einwechselspieler in der Schlussphase und Ze Roberto kommt auf sagenhafte 3 Einsätze, erzielte dabei aber immerhin ein Tor. Auf Schalke rumort es bereits. Slomka ist trotz der Erfolge in der Champions League unter Druck.
  • April 2008: Nach dem Viertelfinal aus in der Champions League gegen Barcelona und einer 5:1 Auswärtsniederlage in Bremen, muss Slomka seinen Hut nehmen. Schalke sehnt sich nicht nur nach der Meisterschaft. Auch der attraktive Fußball ging dem Team unter Slomka immer wieder ab. Erfolgreich hatte Slomka immer gespielt. Er schaffte 1,8 Punkte pro Spiel und war damit der zweiterfolgreichste Trainer der Schalke. Hinter Rangnick. Das Trainerduo Büskens/Mulder übernimmt. Schalke startet eine Serie und wird hinter München und Bremen Dritter und darf in der Champions League Qualifikation ran. Noch im gleichen Monat stellt Schalke Slomkas Nachfolger vor. Es wurde nach einem Mann mit internationalem Standing gesucht. Es wurde Fred Rutten, Trainer des Überrschungsteams Twente Entschede in der Eredevise. Er gilt als Disziplinfanatiker, interntionale Erfahrung hat er als Cheftrainer allerdings nicht.
  • Juli 2008: Rafinha fährt, entgegen aller Warnungen vom Berger Feld nicht mit ins Trainingslager, sondern nach China, um mit Brasilien Gold zu holen. Das Theater dauert die ganze Vorbereitung. Rafinha holt Silber und kommt ohne weiter Sanktionen durch den Verein davon.
  • August 2008: Schalkes erste bittere Stunde in der neuen Saison. Atletico Madrid zieht nach einem 4:0 gegen schwache Schalker in die Königsklasse ein. Schalke bleibt nur der UEFA-Cup.
  • September 2008: Schalke ist trotz unkonstanter Leistungen nach dem Spiel gegen Frankfurt auf Platz 1. Beim nächsten Spiel in Köln spielt Schalke unterirdisch. Danach geht es konstant Berg ab.
  • Oktober 2008: In der Tabelle zieht ein kleiner Club names TSG 1899 Hoffenheim am FC Schalke 04 vorbei. Trainer dieses Clubs ist Ralf Rangnick. Seine Mannschaft begeistert durch attraktiven Offensivfussball und wird sensationell Herbstmeister. Vorher haben die Hoffenheimer unter Rangnick den Durchmarsch aus der Regionalliga geschafft.
  • November 2008: Nach der Niederlage in Leverkusen meldet sich erstmals Tönnies zu Wort. Er fordert von den Verantwortlichen “10 Punkte aus den letzten 4 Spielen” in der Vorrunde. Schon länger fokussiert sich die Kritik an der sportlichen Talfahrt auf Andreas Müller. Seine Einkäufe in der vorangegangen Winterpause und vor der Saison schlugen nicht ein.
  • Dezember 2008: Schalke scheidet als Gruppenletzter aus dem UEFA-Cup aus. Ausgerechnet gegen Entschede kassiert die Rutten-Elf die entscheidene Niederlage.
  • Januar/Februar 2009: Nach dem Abgang von Mittelfeldstratege Fabian Ernst kurz vor Ende der Transferperiode, startet die Mannschaft mit einer Niederlage gegen Hannover in die Rückrunde. Vor allem Müller geriet stark unter Druck. Anstatt sich den zahlrechen internen und externen Kritikern zu wehren, legt er sich selbst einen Maulkorb an und äußert sich nicht mehr gegenüber den Medien. Das Team rutscht währenddessen immer weiter ins Mittelmaß ab.
  • 03. März 2009: Schalke verabschiedet sich vom letzten Titeltraum. Der Zweitligist FSV Mainz 05 ist der Stolperstein. Schalke ist die Lachnummer der Nation.
  • 06. März 2009: Beim 1:0 Heimsieg gegen den 1.FC Köln wird das ganze Ausmaß der Schalker Probleme deutlich. Der Supporters Club ruft halbherzig zum Boykott aus. Der Rest folgt dem Ruf nicht, unterstützt die Mannschaft aber auch nicht richtig. Nach zwei unorthodoxen Auswechslungen schallt ein gemisch aus “Rutten/Müller raus!” durch die Arena. Kristjic legt sich noch während des Spiels mit den Fans an. Nach dem Spiel verweigert die komplette Mannschaft den Gang in die Nordkurve. Sie wird mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedet.
  • 09. März 2009: Andeas Müller wird bis auf weiteres von seinen Aufgaben freigestellt. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Rutten soll Teile der Managementaufgaben übernehmen. Bei einer Mannschaftsitzung soll Rutten emotional überreagiert haben und seinen Rücktritt angeboten haben.
  • 13. März 2009: Die Entlassung des Managers zeigt keine Wirkung auf die Mannschaft. Mit viel Glück verliert man nur 3:4 beim VfL Wolfsburg, dem besten Rückrundenteam.
  • 17. März 2009: Nun erfassen die Auflösungserscheinungen auch die Mannschaft. Käptain Bordon tritt ohne Begründung zurück und überlässt Kristajic das Amt, der ihn zuvor den Stammplatz streitig machte.
  • 19. März 2009: Oli Kahn wird im Hotel des Schalker Aufsichtsrat-Vorsitzenden Clemens Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gesichtet. Die Bild berichtet per Live Ticker vor Ort. MAn erfährt, was es zum Mittag gibt und wer wie lange auf’s Klo geht. Nach dem Treffen stellt sich KAhn den Medien souverän (“Reines Informationsgespräch”). Tönnies lässt den Proll raus und nennt Kahn “einen super Typ und Schalke einen geilen Club, zu dem viele wollen”.
  • 22. März 2009: Der Hamburger SV, noch gezeichnet von der packenden UEFA Cup Partie gegen Istanbul, gastiert in der Arena. Das Spiel ist von beiden Seiten schlecht. Neuer patzt und leitet die achte Niederlage der Saison ein. Die Fans sind wie gelehmt. Sogar das obligatorische Pfeifkonzert nach dem Spiel bleibt aus. Die Höchststrafe für Mannschaft und Trainer. Der gibt erneut zu Protokoll, dass die Niederlage “weh tat”.
  • 23. März 2009: Die Bild berichtet, dass Rutten schon mitgeteilt wurde, dass es für ihn auf Schalke nicht weitergeht. Er leitet noch das Vormittagstraining. Danach flüchtet er nach Entschede. Die zweite Trainingseinheit fällt aus.
  • 25. März 2009: Präsident Josef Schnusenberg verkündet einen radikalen Sparkurs auf Schalke. Der Etat für die Spielergehälter soll von 50 Millionen auf 35 Millionen runtergeschraubt werden. Er verabschiedet sich für ein paar Jahre vom Meisterschafts-Traum.
  • 26. März: Rutten spricht aus, was eh schon jeder weiß. Für ihn geht es nach der Saison auf Schalke nicht mehr weiter. Längst steht er schon beim PSV auf der Liste. Am Abend wird ihm dann mitgeteilt, dass es schon ab morgen nicht mehr für ihn weitergeht. Das Kapitel Rutten ist nach 9 Monaten und 1,48 Punkten pro Spiel beendet.
  • 27. März 2009: Der einzige ernsthafte Kandidat für den Managerposten, Oliver Kahn, sagt ab. Gleichzeitig verkündet der Präsident Josef Schnusenberg seinen Rücktritt im Jahr 2010. Interimstrainer Büskens/Mulder springen wieder ein, werden das Team aber nicht bis zum Saisonende leiten. Schnusenberg sagt, dass für die letzten 9 Spieltage ein neuer Interimstrainer gesucht wird. Der Trainer für die neue Saison soll der neue Manager bestimmen, der ebenfalls nicht in Sicht ist. Der FC Schalke 04 steht ohne sportliche Leitung dar. Der Käptain ist zurückgetreten und wird den Club wohl zum Saisonende verlassen. Ihm werden viele weitere Spieler folgen, die, gemessen an ihren Leistungen, absolut überbezahlt sind. Es ist kein Trainer da und auch kein Manager mehr. Dies alles in einer Phase, in der die Weichen für die neue Saison gestellt werden sollte. Schalke ist auf dem Tiefpunkt angelangt.
 

Andreas Müller ist gegangen worden. Das teilte der S04 auf seiner Homepage mit.

Ob diese Maßnahme den FC Schalke 04 wieder in ruhigere Gewässer leitet, darf bezweifelt, muss aber auch abgewartet werden.

Was haltet ihr vom Rausschmiss Müllers?

 

Eigentlich geht es beim FC Schalke nicht erst seit dem 11.11., sondern schon seit Beginn der Saison hoch her. Doch pünktlich zum Karnvals-Showdown steigt das Thermometer auch beim Revierclub deutlich an.

Manager und Trainer stehen bei Fans und Medien in der Kritik. Würde man die beiden handelnden Personen als Karrikatur auf einen Karnevalswagen setzen, sie würden sicher eine schlechtere Figur abgeben als unsere Bundeskanzlerin in ihrem knappen Bikini. Die Mannschaft kommt (noch) ganz gut weg. Doch gerade auf die Einstellung der Mannschaft kommt es wohl heute Abend an, wenn es in die Mutter aller Derbys geht. Ein glanzloser Auftritt wie gegen Bremen oder die erschreckend blutleere Vorstellung gegen den VfL Bochum wird würde wohl zum Boomerang werden. Vom Ergebnis hängt dann ab, ob auf Schalke gleich zum Ascher-Mittwoch übergegangen werden kann oder ob am Rosenmontag wieder Jecken-Stimmung herrscht.

Zum 100. Vereinsjubiläum der Lüdenscheider wären drei blau-weiße Kirschen auf dem Geburtstagskuchen genau das Richtige. Ich werde wieder Live aus dem Stadion bloggen und meine Eindrücke hier im Blog schildern.

MACHT SIE ALLE! SCHIESST SIE AUS DER HALLE! ALAAF!

 

Schalke hat einen erneuten Tiefpunkt erreicht. Die Niederlage gegen den VfL Bochum zeigte mal wieder deutlich, dass es im ganzen Verein einfach nicht stimmt. Schalke hat gut begonnen. Sie kontrollierten das Spiel und wurden vor allem durch Rafinha immer wieder gefährlich. Die Führung durch den aufmerksamen Kuranyi hat er und Schalke sich verdient. Bochum spielte mit, kam zu seinen Chancen, aber das Unentschieden zur Pause hat sicher auch die Bochumer überrascht. Neuer sah bei der Situation leider nicht gut aus. Von einem richtig krassen Torwartfehler würde ich allerdings nicht sprechen. Der Ball war sehr gut geschossen und dreht sich tückisch in die Ecke, in die Neuer seinen letzten Schritt eben nicht gemacht hat. Genauso wie Altintop vor dem 0:1 nicht so frei zum Schuss kommen darf, darf das Azauagh beim 1:1 auch nicht. Stört ihn jemand beim Schussversuch, dann trifft der den nie so. Trifft er ihn doch so, spricht man von einem Glücksschuss und Neuer wird kein Fehler unterstellt (siehe Pinto gegen Hannover).

Die Vorstellung in der zweiten Halbzeit war dann wieder ein Rückfall in nicht mal vergessene Zeiten. Kaum mehr Kreativität nach vorne. Unkonzentriertheiten im Mittelfeld und in der Abwehr. Stürmer, die nicht mal schießen, wenn sie schon im fünf Meter Raum sind, sondern stattdessen lieber nochmal nen Haken schlagen oder den Ball durchzustecken wollen. Das Tor war eigentlich vorherzusehen und beschreibt die Schalker Situation eigentlich ganz gut:

Rakitic verliert die Balance und sprintet dann nichtmal hinterher. Kristajic reagiert in der Abeehr gut, aber unglücklich. Neuer auch, aber in der entscheidenden Situation nicht gut genung. Der Gegner kriegts einfach auch nicht gebacken, aber stolpert den Ball mit Hilfe der Schalker (Kristajic) ins Tor.

Der Rest ist schnell erzählt, da es schon zu oft in dieser Saison vorkam. Schalke lies sich nicht beirren und spielte seinen Stiefel weiter runter: Rückpässe en masse, kaum zwingende Aktionen und das Hoffen, dass eine Standardsituation die erhoffte Wende bringt. Das hat wiedermal nicht geklappt. Pander hatte Pech mit seinem Freistoss. Auch das passt ins Schalker Bild. Genauso wie der Schalg ins Gesicht von Rafinha und die drohende Strafe für Farfan (oder auch nicht). Disziplin ist im Team des Disziplin-Fanatikers Rutte ein Fremdwort.

Wie es weiter gehen soll? Ich weiß es nicht. Ich sehe gegen Lüdenscheid schwarz, wenn ich ehrlich bin. Ich fühle mich wie ein angeschlagenes Tier, das die gehassten Hyänen wittert. Ja, ich habe Angst um meinen S04, denn bei einer Niederlage müssen Köpfe rollen. Leider weiß ich selber nicht, welche Köpfe das sein sollen.

Manager Müller hat sich zurückgezogen. Die “Müller raus” Rufe kann ich mittlerweile nachvollziehen, halte sie aber für falsch. Ein Farfan war eine Verstärkung, diebei den Fans und in der Fachpresse als Top Verpflichtung gesehen wurde. Ein Engelaar war holländischer Nationalsspieler und wohl Wunschspieler des neuen Trainers. Das sieht man nicht zu letzt daran, dass Engelaar trotz teilweise grottenschlechter Leistungen immer wieder das Vertrauen des Trainers genießt. Selbst gestern hält er trotz viel stärkerer Leistung von Rakitic an dem Holländer fest. Für mich ein klarer Trainerfehler. Ebenso Albert Streit. Den einzigen Vorwurf, den man Müller in diesem Fall machen kann ist die vorzeitige Verpflichtung in der Winterpause letzten Jahres, anstatt abzuwarten bis Streit wieder fit und billiger ist. Der Rest ist eine Sache zwischen Trainer und Spieler. Die Qualität Streits war unbestritten und durch Statistiken belegt. Kein Vorwurf an Müller.

Sanchez ist für den Preis ein vernünftiger Joker, der aber leider ebenfalls zu wenig trifft. Großmüller und Ze Roberto waren klassische Fehleinkäufe. Die kommen aber in so ziemlich jedem Verien vor. Hervorragende Arbeit machte Müller in Sachen Vertragsverlängerung: Sei es Neuer, Höwedes oder aber Rafinha. Müller hat es geschafft die jungen Leistungsträger langfristig an den Klub zu binden. Das kann besonders in sportlich schlechten Zeiten Gold wert sein. Rafinha wäre nach dieser Saison ablösefreit zu einem anderen Club gewechselt, hätte es Müller 2007 nicht geschafft, ihn für zwei weitere Jahre bis 2011 zu verlängern. Sollte das internationale Geschäft tatsächlich verpasst werden, könnte ein Verkauf Rafinhas das Loch schon stopfen, dass zmindest der verpasste UEFA-Cup-Platz reissen würde.

Müller ist hier nicht der Schwachpunkt. Wenn, dann ist es der Trainer oder einzelne Spieler. Engelaar ist für mich eine einzige Enttäuschung. So langsam kann auch Rutten die schlechten Leistungen nicht mehr ignorieren. Es könnte auch am System liegen. Ein 4-4-2 wäre vielleicht das bessere System für diesen Kader. Ich bin zur Zeit ratlos und sehe auch kein Licht am Ende des Tunnels. Vielleicht, weil ich das bittere Ende nicht sehen will.

Einzelkritik:

Manuel Neuer: 2-

Starkes Spiel. Nur beim 1:1 sah er nicht gut aus, auch wenn ich von dem Begriff “Torwartfehler” absehen würde.

Rafinha: 2-

Vor allem in der ersten Halbzeit bester Schalker. Leider wieder mit einer Unbeherrschtheit, die wirklich nicht sein muss.

Mladen Kristjic: 3-

Sicherlich der bessere Innenverteidiger an diesem Abend, auch wenn er bei beiden Treffern nicht gut aussah. Beim 1:1 ist er derjenige, der Azauagh nicht entscheidend stört. Drei Schritte nach vorne hätte diese Torchance wohl zunichte gemacht. Auch beim 2:1 sah er nicht gut aus. Ansonsten aber mit Klasse Stellungsspiel, die die mangelnde Schnelligkeit vergessen lies.

Heiko Westermann: 4-

Wirkte gestern nicht frisch und hatte große Probleme auf seiner Wunschposition Innenverteidigung. Lief meist hinterher und hatte auch in der Offensive nichts zu bieten.

Levan Kobiashvili: 3-

Machte keinen schlechten Job als linker Verteidiger. Trotzdem muss er gerade in Strafraumnähe schneller und aggressiver attackieren. Rückte für Rakitic uns Mittelfeld und konnte dort keine entscheidenden Impulse mehr setzen.

Orlando Engelaar: 5

2-3 gute Pässe in die Spitze. Ansonsten Ballverluste und Quer- bzw. Rückpässe. Er ist kein Mann für die erste Elf. Ich hoffe, dass Rutten das bald auch einsieht.

Halil Altintop:4+

Besser als in den letzten Spielen. Vielleicht auch, weil er im Mittelfeld randurfte. Trotzdem noch keine Leistung, die Schalke sehr viel weiter bringt.

Ivan Rakitic: 3+

War in der ersten Hälfte mit Rafinha und Kuranyi Aktivposten. Wurde dafür von den Bochumern ein paar mal hart an die Karre genommen. Hat einmal den Abschluss gesucht. und muss das einfach häufiger probieren. Warum er als bester Mittelfeldspieler rausgenommen wurde, bleibt mir ein Rätsel.

Gerald Asamoah: 5

Hat mittlerweile wohl mehr Großchancen vergeben, als Kuranyi und Farfan zusammen. Sein zwischenzeitliches Hoch vor der Winterpause ist verpufft. Er muss wieder auf die Bank

Jefferson Farfan: 4+

Hatte vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit seine starken Szenen auf der rechten Aussenbahn. Muss aber ebenfalls mehr den Abschluss suchen, wenn er denn schon mal im 16er ist.

Kevin Kuranyi: 3+

Wirkte selbstbewusst und technisch stark in der ersten Halbzeit. Hat sich sein Tor verdient. Danach wurde er nicht mehr in Szene gesetzt.

Bitte wählt rechts den Schalker der Spiels!

 

Schalker zu sein ist in diesen Tagen nicht leicht. Miese Hinrunde, ungenügende Aussendarstellung, harm- und kreativlose Offensive. Auf Schalke passt es derzeit einfach nicht. Die Quittung bekommen nun die Schalker von Fussballfachdeutschland.

Nachdem schon Kevin Kuranyi von seinen Kollegen zum Verlierer der Hinrunde degradiert wurde, trifft es nun auch Management und Trainer. Der Kicker hat nach seiner alljährlichen Winterpausen-Umfrage die Ergebnisse veröffentlicht. Demnach leisten sowohl Fred Rutten, als auch Manager Andreas Müller die mit Abstand schlechteste Arbeit aller Bundesligisten. Rang 18. Rote Laterne. Woran mag das liegen?

Sicher nicht daran, dass sie tatsächlich so schlechte Arbeit leisten. Es liegt daran, dass die Arbeit als so schlecht dargestellt wird. Kein Tag vergeht, an dem nichts negatives über den S04 in der Zeitung steht. Und selbst, wenn es nichts negatives zu berichten gibt, die Blöd findet immer was.

Ich will jetzt nicht den Medien den schwarzen Peter in die Schuhe schieben. Sicher können es sowohl Müller als auch Rutten besser. Und dass ein Kommunikationsproblem zwischen Trainer und Mannschaft besteht, wissen wir nicht erst seit Albert Streit.

Heute schon wieder ein Beleg dafür, dass eine positive Nachricht aufgrund mangelnder Kommunikation und kritischer Meinungsmache einen faden Beigeschmack behält.

So berichtet Pander heute im Kicker, dass die Verletzung gar nicht so schlimm sei, wie von Trainer Rutten prognostiziert.

Realistisch wäre ein Transfer für Schalke also nur bei erfolgreicher Rückrunde. Dass dazu auch Christian Pander (25) beitragen kann, daran lässt er selbst keine Zweifel. Zwar stand der Linksverteidiger wegen einer Reizung im mehrfach operierten linken Knie nicht im Kader für den am Mittwoch geplanten (und dann abgesagten) Test auf St. Pauli. Aber: “Es ist diesmal keine große Sache. Ich weiß, ich kann spätestens Anfang nächster Woche wieder einsteigen.” Am Mittwoch absolvierte Pander problemlos Intervall-Läufe, während Rutten tags zuvor noch “große Sorge um Christian” geäußert hatte, der Zeitpunkt einer Rückkehr sei nicht absehbar. Prompt wurde spekuliert, Pander drohe das Saison-Aus. Für Ruttens Aussagen hat Pander “keine Erklärung, wir haben das Thema ja gar nicht ausführlich besprochen”. Mal wieder ein höchst rätselhaftes Kommunikationsproblem auf Schalke.

Schalke braucht Ruhe, einen Kommunikationstrainer und eine(n) PR-Berater/In. Frau Möbus übernehmen Sie!

 

Einige ausgewählte Kommentare aus dem SZ-Interview mit Andreas Müller:

“Das Fazit ist durchweg positiv.”

Andreas Müller auf die Frage nach seinen Eindrücken vom Trainingslager in Valencia. Mit 0 Toren und einer Niederlage aus zwei Spielen gegen spanische Zweitligisten hätte es schon jeweils eine 5:0 Klatsche geben müssen, um dem ganzen was negatives Abzugewinnen.

“Unser Anspruch ist ganz eindeutig, in Deutschland jedes Jahr unter die ersten Drei zu kommen.”

Anspruch und Wirklichkeit liegen derzeit so weit auseinander wie Hoffenheim und Gladbach.

“Unser Team ist, was Disziplin angeht, absolut intakt.”

Vier Platzverweise, diverse berufliche (Olympia) und private (Alkoholfahrt) Skandale von Rafinha. Trainingsverweigerungen (Großmüller, Varela), die Flucht Kuranyis aus der Nationalmannschaft und zahlreiche Interviews mit Teaminternas beweisen das Gegenteil.

“Stand heute schließe ich eigentlich aus, dass wir in diesem Winter noch was machen.”

Stand heute (2 Tage später): Schalke ist interessiert

“Es kann ein einziges Spiel sein, dass die ganze Saison dreht.”

Die Hoffnung auf ein Wunder stirbt zuletzt. Es muss also ein Spiel wie gegen die Bayern her. Dazu ein Traumtor in der 19:04 Minute. Wie gesagt: Die Hoffnung stirbt zuletzt…

 

Noch heute morgen habe ich das ausführliche Interview mit Manager Andreas Müller und Trainer Fred Rutten gelesen, bei dem zum Thema Neuverpflichtung in der Winterpause folgende Aussage Müllers zu lesen war:

“Wenn wir jemanden verpflichten, müsste uns der Spieler sofort weiterhelfen, sonst würden wir es nicht machen. Aber derzeit sieht es nicht so aus, als ob wir noch etwas tun werden.”

Keine zwei Stunden später berichtet die ruhr-nachrichten über den ersten Wintertransfer des S04. Marvin Pourie wechselt ab sofort zum S04. Marvin wer? Hab ich mich auch gefragt. Pourie spielte zuletzt in der Jugend des FC Liverpool und wagt nun den Schritt in die Bundesliga. Offensichtlich ein Transfer, der uns nicht direkt weiterhilft. Es sei denn, er schlägt ein wie eine Bombe und lässt Kuranyi wie einen alten Sack aussehen. Ich habe nichts gegen diese Verpflichtung. Im Gegenteil. Trotzdem widerspricht dieser Transfer mal wieder einer Aussage, die nur wenige Stunden zuvor veröffentlicht wurde. So gut Müllers Händchen beim Thema Talente ist, das Thema Aussendarstellung ist gewiss nicht seins.

Schalke baut an seiner Zukunft

Mit Manuel Neuer, Rafinha, Benedikt Höwedes, Carlos Zambrano, Danny Latza, Ivan Rakitic, Levan Kenia und nun auch Marvin Pourie haben wir ne halbe Fussballmanschaft, die gerade 23 Jahre oder deutlich jünger ist. Und schon gezeigt haben, was sie drauf haben. Neuer und Rafinha sind gestandene Bundesligaspieler mit Anspruch auf mehr. Bendedikt Höwedes zeigt in seiner zweiten Saison, dass er ernsthafter Kandidat für einen Stammplatz in der Innenverteidigung ist und auch schon das ein oder andere Lob von Jogi Löw eingeheimst hat. Zambrano und Kenia spielen schon in ihren jungen Jahren für ihre Nationalmannschaft. Ebenso Rakitic. Latza ist gerade Europameistergeworden und Pourie feierte einen furioses Debut in der U18.

Gute Aussichten. Zumindest wenn man Weitsichtig ist.

 

Irren ist menschlich. Irritiert sein auch? Gerade musste ich in diesem Spiegel Kurzpass folgendes lesen:

“Der CBF reagierte unterdessen nach eigener Darstellung “irritiert” über das Vorgehen der Gelsenkirchener. “Von Schalke hat der CBF überhaupt nichts erhalten”, erklärte ein Verbandssprecher. Im Gegensatz zur Darstellung Schalkes sei es Rafinha “vom Verein erlaubt, hier zu sein – und deshalb hat er ja auch schon gespielt.”

Dazu sage ich nur : Ähndie? Was ist da schon wieder los?

Im Laufe des Tages bestimmt mehr…

 

Schalke: Slomka fordert zu viel Geld – S04 – DerWesten

Die Vergangenheit holt Schalkes Manager Andreas Müller mal wieder ein. Diesemal ist es aber die Jüngere. Mirko Slomka, Angestellter des FC Schalke 04, macht genau das, worüber sich echte Sportsmänner immer wieder aufregen: Sie setzen sich faul auf die Tribüne, anstatt auf ein bisschen Knete zu verzichten und sich eine neue Herausforderung zu suchen. Und Andreas Müller ist wieder mal in Erklärungsnot.

Die Zusammenfassung in aller Küze:
Slomka tritt den Job als österreichischer Nationaltrainer nicht an, da er sich mit Schalke nicht auf eine Abfindung einigen kann. Er fordert eine Auszahlung seines Grundgehalts, Müller will ihm eine (nach seiner Aussage) branchenübliche Abfindung zahlen. Kurioser Weise hat Slomka bei den damaligen Vertragsverhandlungen darauf bestanden, dass keine festgeschriebene Abfindung im Falle einer Entlassung den Weg in das Vertragswerk findet.

Hm? Slomka hat also einen (m.M.n. schwierigen, aber interessanten) Job als Nationaltrainer Österreichs abgelehnt und lässt sich lieber weiterhin von einem Verein bezahlen, der ihn vor knapp drei Monaten in den Urlaub geschickt hat und verhandelt lieber weiter um Kohle, die, nach Müllers Aussage, überhaupt gar nicht branchenüblich ist? Abgesehen davon, dass dies einfach schlechter Stil von Seiiten des netten Herrn Slomkas ist, stinkt die Sache irgendwie.

Beide handelnden Personen sind relative Grünschnäbel in ihrem Geschäft, wenn man das mal überspitzt sagen will. Aber beides sind auch intelligente Menschen, soweit ich das beurteilen kann.
Wie kommt es also zu diesen Missverständnissen, die Slomka und vor allem Andreas Müller aber irgendwie schon immer begleitet haben?
Sei es die misteriöse Geschichte um Abwehrmann Gustavo, der nie das Berger Feld gesehen hat, obwohl er angeblich einen gültigen Vertrag hatte oder die Affäre um Gerald Asamoah, das Sommertheater um Appiah und zu guter letzt die Flucht Özils. In allen Fällen blieb immer ein bitterer Beigeschmack. Vor allem bei Andreas Müller.

Ich will Müller nicht seine Qualitäten als Manager abspechen. In Sachen Transfers hat er vor allem in der letzten Saison höchstens zwei Fehler begangen, die sich allerdings erst noch herausstellen müssen. Diese Fehler tragen den Namen Ze Roberto, der wohl immer noch nicht auf Touren zu kommen scheint und Carlos Großmüller, der meiner Ansicht nach auch dieses Jahr den Sprung in die Startelf eher selten schaffen dürfte.
Mit Westermann, Jones und Rakitic hat er die besten Einkäufe seit Jahren getätigt. Und zumindest bei Rutten und Farfan sind sich so ziemlich alle Fussballexperten, sei es hinter dem Notebook oder hinter dem Tresen, einig, dass dies die besten Transfers waren, die in den jeweiligen Situationen möglich waren.
Aber warum passieren solche Stirnrunzler wie die oben beschriebenen, nicht auch einem das z.B. Klaus Allofs, der sich höchstens Mal mit einem Carlos Alberto rumschlagen muss. Oder einem Heribert Bruchhagen?
Müller ist längst nicht so souverän, dass er sich einen Spitzenmanager schimpfen darf. Dabei muss man allerdings auch berücksichtigen, dass Schalke kein einfaches Pflaster ist, um sein Handwerk zu lernen.

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