Eigentlich hätte sich der FC Schalke 04 von den Medien für die gelungene Jahreshauptversammlung hätte feiern lassen können. Klar wurde es ab und an mal laut im weiten Rund der Emscher-Lippe-Halle. Doch im Großen und Ganzen ging es doch relativ harmonisch zu. Der gemeinsame Feind war schon zu Beginn der Versammlung in einem Video schnell ausgemacht: Felix Magath.

Doch ansonsten präsentierten sich Vertreter und Mitglieder des Vereins höchst professionell und harmonisch. Zumindest für Schalker Verhältnisse. Denn natürlich gab es ein paar Pfiffe, als das Thema auf Manuel Neuer kam. Von einem Pfeiffkonzert, das die zu diesem Zeitpunkt noch anwesenden Medienvertreter gehört haben wollen, habe ich allerdings nichts mitbekommen.

Schade also, dass die Berichterstattung natürlich vom Ausschluss der oben genannten Medienvertreter dominiert wurde. Mir war direkt nach der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses klar, dass sich die Presse für diese Aktion rächen würde, indem sie den Fokus auf eben diese Abstimmung lenken wird.

In einigen königsblauen Blogs (I, II, III) wird das Ereignis seitdem heftigst diskutiert. Da gibt es die einen, die auf das Recht eines Vereins und seiner Mitglieder pochen, die Medienvertreter und Gäste aus der Versammlung heraus zu halten. Gründe gibt es dafür denkbar viele, wobei in diesem Fall der gekränkte Stolz einiger Mitglieder wohl der ausschlaggebende Punkt war. Denn die Medien haben das Tun und Machen unseres Vereins immer besonders gerne in den Dreck gezogen. Zum einen, weil es da in der älteren und jüngeren Vergangenheit so einiges gab, was genau als solches bezeichnet werden kann. Zum anderen, weil spätestens mit dem Abgang von Rudi Assauer keiner der Protagonisten mehr einen richtig guten und engen Draht zu den entscheidenden Angestellten der Medienwelt zu haben scheint.

Wenn es um den FC Schalke geht, dann kann man als Journalist nämlich getrost erstmal drauf los schreiben und dann gucken ob die Quellen stimmen. Sollten die Quellen wiedererwartend falsch sein, wird die Falschmeldung so lange wiederholt, bis es auch der letzte Schalker für bare Münze nehmen sollte. Zu häufig und zu lange hat man in den Führungsetagen des S04 diesem Treiben keinen Riegel vorgeschoben. Als Schalke-Fan reagiert man besonders sensibel auf diese UnArt und Weise des Journalismus. Ich auch. Trotzdem wäre ich nie auf die Idee gekommen, die Journalisten aus dieser Versammlung rauszuwerfen. Denn nicht jeder Journalist sollte hier über den gleichen Kamm geschert werden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch solche am Sonntag in die Emscher-Lippe-Halle geschafft haben, die ihren Beruf mit der entsprechenden Professionalität begegnen. Zudem sollte man nicht vergessen, dass das Verhältnis zwischen einem Fußballverein und den Medien auf Gegenseitigkeit beruht.

Man stelle sich vor, ab sofort würde die unabhängige Presse keinen Fitzel mehr über Königsblau berichten. Keine bewegten Bilder mehr von den Spielen. Keine Radioübertragungen. Keine Interviews nach dem Spiel. Kein Bild von Raúl, wie er mit einem Stück Kohle und etwas verloren dreinschauend zwischen zwei Bergmännern steht. Ich als Fan würde das reichlich blöd finden. Vor allem, weil die Berichterstattung nicht nur direkt Geld in Form von TV-Einnahmen einbringt, sondern auch indirekt die Marke Schalke in der Presse vertreten ist. Ob nun positiv oder negativ ist da erstmal zweitrangig. Die Marketingabteilung freut es und beim Merchandise klingelt die Kasse.

Schlussendlich hat man sich mit dieser Aktion keinen Gefallen getan. Denn natürlich muss allen “Ja-Sagern” klar gewesen sein, dass trotzdem über den Inhalt der Versammlung berichtet wird. Auch über die unangenehmen Dinge. Denn es gibt, man höre und staune, mittlerweile mobiles Internet und entsprechende Geräte zur Nutzung. Doch anstatt über den tollen Auftritt von Horst Heldt, den lebendigen Reden der Kandidaten zum Wahlausschluss und die markigen Sprüche von Clemens Tönnies zu berichten, musste sich die Schar der Journalisten auf dieses Thema stürzen. Denn niemand lässt sich gerne den Mund verbieten. Ob das nun das Recht eines Vereins ist, oder nicht.

Zum Schluss dann auch noch eine kleine Umfrage zum Thema:

War die Entscheidung der anwesenden Mitglieder richtig, die Medienvertreter von der Jahreshauptversammlung auszuschließen?

View Results

Loading ... Loading ...

 

 

Heute gibt es einen Zusatzartikel von Markus Brauer. Markus ist der Sitznachbar meiner Eltern in der heimischen Arena und seit kurzem auch im Dunstkreis Kölns wohnhaft. Viel Spaß beim lesen!

Kaum sind die Feierlichkeiten des Pokalsieges abgeklungen und der Alltag langsam wieder eingekehrt, erstaunte einen so mancher Pressekommentar. Da gewinnt Schalke 04 endlich mal wieder einen Titel und man liest über Katerstimmung, Planlosigkeit und großspuriger Kaufrausch in der jüngeren Vergangenheit, Kopfschmerzen bei der Saisonplanung und dass man doch ohne Champions League die Schulden nicht abbauen könne.

Ob der gute Herr Gert auf der Heide vom Bonner General-Anzeiger die irrationale Sicht eines Fans überhaupt nachvollziehen kann, bleibt dahingestellt. Jedoch möchte ich den Versuch starten zu erläutern, warum dieser Pokalsieg für mich etwas Besonderes ist.

  1. Wir sind nicht der FC Bayern! Wir haben nach neun Jahren und zahlreichen Fehlversuchen wieder einen Titel nach Hause geholt. Das ist für einen Verein wie Schalke ein toller Erfolg und enorm wertvoll für unser Prestige, sowohl im In- als auch im Ausland.
  2. Wir sind auch in der nächsten Saison wieder international dabei! Nach einer tollen Champions League-Saison, in der wir uns auch in Europa wieder einen guten Namen machen konnten, haben wir auch in der neuen Saison wieder die Möglichkeit, uns über die Landesgrenzen hinaus zu präsentieren und vielleicht an den diesjährigen Erfolgen anzuknüpfen. Letzteres würde unser tatsächlich klammen Vereinskasse natürlich auch nicht schaden. Aber auch wenn es diesmal nicht die Champions League ist. Wir sind weiterhin da.
  3. Raul! Es ist einfach Weltklasse, dass dieser Spieler den Weg zu unserem Verein gefunden hat und seine grandiose Titelsammlung auch mit unserem Verein erweitern kann. Genau das hat er sich durch sein Wesen und seine Leistung auf dem Platz auch redlich verdient. Ich glaube, man braucht auch nicht mehr weiter dazu zu sagen.
  4. Manuel Neuer! Man kann über ihn denken oder sagen was man möchte. Natürlich möchte auch ich ihn nicht beim FC Bayern sehen und habe so manches Mal den Kopf geschüttelt ob seiner Entscheidung oder bei der Mannschaftsaufstellung vor dem Spiel geschwiegen. Aber trotz allem: Seine Aussage, dass sein Herz auch weiter an unserem Verein hängt, nehme ich ihm ab. Aufgrund seines bisherigen Werdegangs kann es auch gar nicht anders sein. Alles andere wäre unlogisch. Und genau deshalb hat auch er diesen Pokalsieg verdient. Was danach kommen wird, ist wieder eine andere Geschichte.

 

 

Die Presse beschäftigt sich nach dem umkämpften 1:0 gegen ebenfalls kriselnde Bremer hauptsächlich mit zwei Figuren, die gerade im Rampenlicht stehen, bzw. aus diesem verschwinden wollen.
Der Kicker findet das Verhalten des Managers Müller mal wieder sonderbar. Blieb er doch den Pressekonferenzen und dem kompletten übrigen Medienrummel fern:

Aktuell sei vonseiten des Managers “alles gesagt”. Ein Vorgang, der im Grunde kaum der Rede wert wäre – hätte Müller nicht vor Weihnachten den Auftrag des Aufsichtsrats erhalten, sich öffentlich stärker zu profilieren. (kicker.de)

Westline.de findet allerdings auch lobende Worte für den Manager. Und das zurecht. Denn nicht nur die Vertragsverlängerung von Benny Höwedes ist auf seinem Mist gewachsen:

Es ist momentan vielleicht nicht besonders populär, Schalkes Manager Andreas Müller zu loben – aber manchmal ist es halt durchaus angebracht.
Die kurz vor der Winterpause vollzogene vorzeitige Vertragsverlängerung von Benedikt Höwedes (bis 2014) kann für Schalke 04 noch Gold wert sein. (Westline.de)

Auch Rafinha, obwohl von vielen Top-Clubs umworben, hat sich vom Manager damals überzeugen lassen. Beide sind heute Leistungsträger, genauso wie Manuel Neuer. Höwedes und Neuer finden sich bei derwesten.de mit Loorbeeren überhäuft:

Manuel Neuer und Benedikt Höwedes hatten großen Anteil am Sieg Am Samstag waren es eindeutig zwei Spieler aus Schalkes junger Garde, die nachhaltig mithalfen, den 1:0-Sieg gegen Bremen unter Dach und Fach zu bringen. (derwesten.de)

Die Reviersport ist ebenfalls voll des Lobes. Trotzdem stellt sie klar, dass dies noch lange keine Trendwende gewesen sein kann:

Er weiß, dass sich die Mannschaft nur Schritt für Schritt wieder ihren eigenen Ansprüchen annähern kann. In diesem Sinne war das Ergebnis gegen Bremen ein guter Anfang, nicht mehr, aber auch nicht weniger. (Reviersport.de)

 

Marcel Reif ist für mich ein ähnlich rotes Tuch, wie Werner Hansch damals für meinen Vater. Wenn der Kommentiert und ich die Macht (<- Fernbedienung) in der Hand hab, dann wird auf Stadion-Ton gestellt oder aber der Ton gänzlich abgestellt.
Dieser Artikel im Tagesspiegel lässt meine Zweifel an Reifs Objektivität, Seriösität und an seinem Sachverstand noch weiter anzweifeln.
Dass der einmal der beste Fussballkommentator gewesen sein soll, treibt mir die Gänsepocke auf die Arme…

 

Wei heise online berichtet, wird es in dieser Saison Fussball satt geben. Und zwar für die Ohren. Der Radiosender 90Elf wird in der kommenden Saison alle Spieler der Bundesliga Live in der Konferenz oder als Einzelspiel übertragen.

Eine frohe Botschaft, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Noch ist die Seite nicht wirklich zu erreichen. Ab dem 13. August ( -> morgen) soll es dann losgehen. In der Zwischenzeit kann man sich mit einem eher mäßigen Fan-Kneipen-Quartett die Zeit vertreiben und den Newsletter abonieren.

Was die Übertragung wirklich leisten kann, sowohl von der Streaming-Qualität, als auch von der Qualität des Kommentars, bleibt abzuwarten.

© 2011 blogundweiss.de Suffusion theme by Sayontan Sinha