Wäre ich die Bildzeitung, würde ich von einem Rumpel Start reden.

Leider passt dieser Unbegriff tatsächlich. Schalke spielte am Sonntag gegen den Glubb weitestgehend ideenlos. Das ist sicher nichts neues, zumal mit Baumjohann (und Ze Roberto) die dazugewonnene Kreativität auf der Tribüne saß.

Trotzdem war etwas anders an diesem Sonntag Nachmittag. Überzeugte Schalke in der Hinrunde durch Kampfkraft und Einsatzwillen, war davon am Sonntag zumindest sehr viel weniger zu spüren. Die Vorstellung erinnerte an den blassen Auftritt beim Freundschaftsspiel gegen St.Pauli.

Dass es trotzdem zu drei Punkten reichte, lag vor allem an zwei Defensivspielern. Neben Manuel Neuer war dieses Mal Benni Höwedes der Turm in der Brandung. Während Bordon und vor allem Westermann ein ums andere Mal zu langsam oder zu unkonzentriert agierten, war es Höwedes, der die Fehler der Mitspieler ein ums andere Mal ausbügelte.

Ich hoffe, der Sportdirektor Magath hat diese Leistung gesehen und hält dieses Juwel. Zumindest bis zum Ende der Saison.

Das Tor des Abends erzielte (mal wieder) Kevin Kuranyi. Der Trainer Felix Magath hat sicherlich drei Kreuze gemacht, als Kuranyi dem FC Sunderland einen Korb gab. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass Manager Magath am Ende der Saison ähnlich froh sein wird. Durch den Sieg vergrößerte sich der Abstand zum “Alles muss raus”-Platz 6 auf 9 Punkte. Ein gutes Polster. Mehr allerdings nicht.

Dass das Tor in der 48. Minute so ziemlich Kuranyis einzige Aktion war, ist schade, aber nicht weiter tragisch. Auffälliger waren da schon Edu und vor allem Jefferson Farfan, der mit seine starken Vorarbeit den entscheidenden Treffer überhaupt möglich machte.

Edu zeichnete sich vor allem als Wand ab. Leider hat Rakitic zur Zeit mal so gar kein Selbstvertrauen. Torschüsschen und Fehlpässe statt nen ordentliches Pfund. Schade eigentlich.

Am Samstag geht es dann zum kleinen Derby nach Bochum. Das dritte Spiel gegen Bochum in dieser Saison. Nach dem Hinrundenmatch (3:0) und dem klaren Pokalsieg (0:3) sollten auch beim dritten Match die Punkte mitgenommen werden. Ruhr2009/2010 Meister wären wir damit schon mal.

 

Endlich isset geschafft. Nee, nee! Nich die WM-Quali der deutschen Nationalmannschaft. Ok. Die auch, aber viel wichtiger: Die Länderspielpause ist vorbei! Es gibt endlich wieder dreckigen Bundesligafußball zu beschauen.

Wir dürfen unsere Mannen am Samstag gegen Stuttgart grätschen sehen. Babbel und seine Jungs stecken knietief in der Kacke. Mieser Bundesligastart, Babbels Pendelorgien nach Köln, verletzte Spielmacher und weit und breit kein Stürmer Marke Mario Gomez. Der VFB steckt in der Krise. Da fragt man sich, ob das vielleicht auch an der Form von Mario Gomez liegt. Der spielt genauso schlecht wie der Stuttgarter. Ob der Würstchen Uli da vergessen hat nach der Transferüberweisung die Nabelschnur abzuschneiden?

Apropos Mario Gomez: Amüsiert und schokiert zu gleich stelle ich fest, dass er wohl den gleichen Weg geht, wie unser Käffin Kuranyi. Das Publikum verliert bei “Super Mario” ebenso schnell die Geduld wie bei unserem Nutella-Boy. Da hat der emotionale Deutschland- und/oder Bayernfan schneller die Pfoten im Mund als das Bier am Hals.

Gefährlich, was wir da mit unseren Stürmern anstellen. Ob wir Deutschen wohl glauben, dass wir unsere Stürmer dadurch stärker machen? Ich denke nicht, dass das nötig ist. Und da frage ich mich doch glatt noch eins: Warum wird der Poldi nicht ausgepfiffen? Der spielt seit 2 Spielzeiten nicht mehr auf Nationalmannschaftsniveau. Zumindest in der Bundesliga.

Egal: Wir fahren nach Südafrika. Der Rest der Schalker Nationalmannschaftsfraktion allerdings nicht. Einzig Billy, der Grieche, hat noch die Möglichkeit, ein WM Ticket zu lösen. Ob es klappt, erfahren wir Mitte November…

Angst hatte ich vor dem gestrigen Donnerstag. Zwei Tage vor einem Schalke-Spiel? Da muss doch mal wieder ne Schlagzeile zu den Finanzen kommen. Kam se auch. Allerdings von Schalker Seite. Die Bayern freut’s nicht. Die glauben auch immer noch, dass das liebe Geld schuld ist, dass sie seit Jahren nix auf internationaler Bühne reißen. Der Rest der Bundesliga ist allerdings auch nicht begeistert. Der allwöchentliche Schalke Skandal wurde dieses Mal vom Stern aufgedeckt. Der will erfahren haben, dass Magath (noch) mehr Macht bekommt und der in der Satzung festgelegte Eil-Aussuss mal so mir nichts, dir nichts abgeschafft werden soll. Schon wieder eine Ente, auf die Tönnies jedoch, zum Glück, angemessen reagierte.

Aber naja. Ich freu mich. Die Perle Bundesliga kommt wieder. Auf ein Auswärtssieg bei den Schwaben!

 

Die Zeit heilt alle Wunden. Ziemlich platter Spruch, funktioniert bei mir allerdings ziemlich gut. Nach der Woche voller Kahn-Spekulationen, dem Rücktritt eines großen Kapitäns mit dem Spitznamen “heiliger St. Marcello” und der neuerlichen bitteren Enttäuschung nach dem Spiel gegen den HSV, ist die Wundheilung doch sehr schnell eingetreten.

Die Trainerentlassung überrascht nicht mich und auch nicht den Rest der Fußballnation. Ich mag den Mensch Rutten (soweit man das von seinem Auftreten in der Öffentlichkeit so sagen kann), aber als Trainer für Schalke ist er einfach nicht mehr haltbar gewesen. Der erneute spielerische Offenbarungseid gegen den HSV, gepaart mit immer mal wieder auf Kurzarbeit geparkten Leidenschaft musste einfach der Schlusspunkt sein. Dazu der unglückliche Umgang mit den Medien. Viel mehr können Büskens und Mulder gar nicht mehr falsch machen. Im Gegenteil. Man befindet sich sportlich in einer ähnlichen Situation wie im letzten Jahr. Nach der 1:5 Schlappe gegen Bremen, war Schalke auch am Boden. Man musste sich spätestens nach diesem Spiel eingestehen, dass es dieses Jahr wiedermal nix wird mit ganz oben angreifen. Heute ist es so, dass nach dem HSV Spiel auch die letzten Optimisten einsehen mussten, dass man nächste Saison nichtmal durch Europa fährt. Dass in der Gegenwart auch noch auf diletantische Art und Weise ein neuer Manager gesucht wird, die Öffentlichkeitsarbeit nichtmal mehr ne 6 verdient und sich der Spalt zwischen Verein und Gefolgschaft gefährlich vertieft, macht das Bild nicht schöner. Es passt aber leider trotzdem irgendwie zu unserem S04.

In der Trainerfrage wird zunächst auf die schon erfolgreich getestete Kombination Büskens/Mulder gesetzt. Dass die beiden auch über die Saison hinaus weiterarbeiten, ist allerdings unwahrscheinlich, hängt aber sicher auch von den Ergebnissen ab, die sie eventuell mit der Mannschaft erzielen. Ich persönlich würde Miouri Bülder die Aufgabe durchaus zutrauen. Gerade Büskens verkörpert das Ruhrgebiet und den S04 wie kein Zweiter. Erste Gerüchte gab es bereits um Armin Veh, für den Schalke sicher eine reizvolle Aufgabe wäre.

Ob man Stadionverbot bekommt, wenn man seinen eigenen Manager mit Bananen bewirft?

In der Managerfrage scheint alles auf Oliver Kahn rauszulaufen. Andere ernsthafte Kandidaten stehen zur Zeit eigentlich gar nicht mehr zur Debatte.Verhandelt Tönnies tatsächlich noch mit weiteren Kandidaten, dann macht er das zumindest um einiges dezenter als letzte Woche. Kahn wird von allen Seiten hoch gelobt. Hitzfeld, Beckenbauer, ja fast die ganze bayuvarisch gefärbte Fussballprominenz redet den Titan stark. Hitzfeld zählt einige Eigenschaften auf, die Kahn durchaus zu einem guten Manager befähigen. Er geht souverän mit den Medien um und nimmt damit auch Druck von Mannschaft und Trainer. Das hat Müller eigentlich nie geschafft. Zudem konnte er sich jahrelang die Arbeit von Uli Hoeness anschauen, der auch quasi noch mit schmutzigem Trikot direkt an den Schreibtisch gewechselt ist. Zudem kommt er aus einem hochprofessionell geführtem Verein.

Eines ist klar: Falls Clemens Tönnies den Manager Oliver Kahn durchdrückt, ist sein Schicksal genauso von dem Erfolg des Neulings abhängig, wie zuvor das Schicksal von Müller an dem von Trainer Fred Rutten hing. Einen Fehlgriff darf sich Tönnies nicht erlauben, dann fordert man in der Arena demnächst nicht mehr nur den Kopf des Trainers oder des Managers, sondern schlicht und einfach: “Tönnies raus!”.

“Oooooh Mezquida. Keiner dribbelt so wie dieser!”

Ein wahres Trostpflaster war die Meldung über die nun fixe Verpflichtung vom Movarek und Mezquida. Letzterer wird zunächst in der Jugend spielen. Das Puzzle des FC Schalke 04 der Zukunft wird damit immer deutlicher. Neuer und Höwedes aus dem eigenen Stall sind fest gebunden. Westermann hat bereits verlängert, bei Jones sieht es zumindest gut aus. Beides die für mich auf hohem Level konstantesten Feldspieler in dieser Saison. Dazu gesellen sich höchstens noch die schon erwähnten Neuer und Höwedes, sowie Rafinha, der uns wohl nach dieser Saison leider verlassen wird. Ich sehe wenig Chancen ohne die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb. Selbst wenn…nein…ich hör ja schon auf.

Eines der nächsten Puzzleteile währe Levan Kenia. Und von dem gibt es auch gutes zu berichten. Seit gefühlten 8 Monaten zum ersten Mal eine vollständige Einheit durchgezogen. Weiter so! Bei ihm kann man sicher noch nicht sagen, wohin die Reise geht. Vom Hörensagen und den wenigen Auftritten, die ich Live von ihm gesehen habe, (1,2) hat er auf jeden Fall Spaß und Hoffnung auf mehr gemacht.

Dazu kommt mit Marvin Pouri ein Stürmer, der zur Zeit beim Zweitligist 1860 München leider noch keine Bäume ausreisst. Dafür kann er sich bei den Löwen schon mal an eine gewisse Form des Chaos gewöhnen. Solche Erfahrungswerte sind nicht zu unterschätzen ;)

Fraglich ist bei dem von Josef Schnusenberg angekündigtem Sparkurs auch, was aus Jefferson Farfan und Orlando Engelaar wird. Für letzteren interessieren sich angeblich der PSV und Ajax Amsterdam. Eine Ablöse über drei Millionen Euro würde Orlando Engelaar wohl zu einem der größten Fehleinkäufe in der Geschichte des Clubs machen. Hand in Hand mit Bent Christensen.

Bei Farfan sieht es anders aus. Sicher spielt er keine gute Saison. Trotz alledem ist er wichtig für das Schalker Spiel. Es stehen immerhin 12 Scorerpunkte zu buche und man weiß, dass er sich noch steigern kann. Das sieht bei seinen Sturmkollegen anders aus. Der erste auf der Liste ist für mich ganz klar Halil Altintop. Er schafft es einfach nicht an die längst vergangene Zeit in Kaiserslautern anzuknüpfen. Bei Vereinen wie Hannover oder Frankfurt wird er sicher unterkommen. Oder er wechselt ins Ausland.

Auch bei Kevin Kuranyi stehen die Zeichen auf Abschied. Nach der nächsten Saison ist Kuranyi ablösefrei und eine vorzeitige Vertragsverlängerung ist bei dem zerRutteten (noch ein Wortspiel ;)) Verhältnis zu den Fans und seiner permanenten Unkonstanz nahezu unmöglich. Wenn ein passendes Angebot kommt, wird er sicher verkauft. Asamoah wird bleiben und auch Sanchez hat sich nach seinen zuletzt guten Auftritten eine neue Saison beim geilsten Club der Welt verdient.

Interessante Personalien sind für mich auch Albert Streit, Ze Roberto und Carlos Großmüller. Carlito spielt ohne zu murren in der zweiten Mannschaft. Es wird für ihn sicher keine großen Angebote geben. Von daher wäre es nur fair, wenn er unter dem neuen Trainer wieder eine Chance in der Profimannschaft bekommt. Ze Roberto klagt über fehlenden Lohn, spielt aber bei seinem Club wohl eine gute Rolle.

Auch Albert Streit währe für das neue Mittelfeld eine Alternative. Er hätte zumindest die Bundesligaerfahrung, um den jungen Spielern halt zu geben. Ein 4-4-2 mit Jones als 6er, Streit und Rakitic auf den Halbpositionen und Kenia/Movarek auf der 10 verspricht zumindest mehr Offensive als ein unkreatives dreier Mittelfeld. Für Ze Roberto und Albert Streit wäre es ein Neuanfang. Wenn wir gerade mal dabei sind. Warum nicht?

 

…oder: auch in der Premiere League kocht man nur mit Wasser.

 

Schalker zu sein ist in diesen Tagen nicht leicht. Miese Hinrunde, ungenügende Aussendarstellung, harm- und kreativlose Offensive. Auf Schalke passt es derzeit einfach nicht. Die Quittung bekommen nun die Schalker von Fussballfachdeutschland.

Nachdem schon Kevin Kuranyi von seinen Kollegen zum Verlierer der Hinrunde degradiert wurde, trifft es nun auch Management und Trainer. Der Kicker hat nach seiner alljährlichen Winterpausen-Umfrage die Ergebnisse veröffentlicht. Demnach leisten sowohl Fred Rutten, als auch Manager Andreas Müller die mit Abstand schlechteste Arbeit aller Bundesligisten. Rang 18. Rote Laterne. Woran mag das liegen?

Sicher nicht daran, dass sie tatsächlich so schlechte Arbeit leisten. Es liegt daran, dass die Arbeit als so schlecht dargestellt wird. Kein Tag vergeht, an dem nichts negatives über den S04 in der Zeitung steht. Und selbst, wenn es nichts negatives zu berichten gibt, die Blöd findet immer was.

Ich will jetzt nicht den Medien den schwarzen Peter in die Schuhe schieben. Sicher können es sowohl Müller als auch Rutten besser. Und dass ein Kommunikationsproblem zwischen Trainer und Mannschaft besteht, wissen wir nicht erst seit Albert Streit.

Heute schon wieder ein Beleg dafür, dass eine positive Nachricht aufgrund mangelnder Kommunikation und kritischer Meinungsmache einen faden Beigeschmack behält.

So berichtet Pander heute im Kicker, dass die Verletzung gar nicht so schlimm sei, wie von Trainer Rutten prognostiziert.

Realistisch wäre ein Transfer für Schalke also nur bei erfolgreicher Rückrunde. Dass dazu auch Christian Pander (25) beitragen kann, daran lässt er selbst keine Zweifel. Zwar stand der Linksverteidiger wegen einer Reizung im mehrfach operierten linken Knie nicht im Kader für den am Mittwoch geplanten (und dann abgesagten) Test auf St. Pauli. Aber: “Es ist diesmal keine große Sache. Ich weiß, ich kann spätestens Anfang nächster Woche wieder einsteigen.” Am Mittwoch absolvierte Pander problemlos Intervall-Läufe, während Rutten tags zuvor noch “große Sorge um Christian” geäußert hatte, der Zeitpunkt einer Rückkehr sei nicht absehbar. Prompt wurde spekuliert, Pander drohe das Saison-Aus. Für Ruttens Aussagen hat Pander “keine Erklärung, wir haben das Thema ja gar nicht ausführlich besprochen”. Mal wieder ein höchst rätselhaftes Kommunikationsproblem auf Schalke.

Schalke braucht Ruhe, einen Kommunikationstrainer und eine(n) PR-Berater/In. Frau Möbus übernehmen Sie!

 

Die Bauern kommen. Und mit dem Fußvolk ala Schweini, Poldi und Rensing, kommt auch der König.

Der Kaiser wird sich das sicher das Topspiel sicher auch nicht entgehen lassen. Und einer ist ganz sicher dabei: Der Messias! Der manifestiert sich gerade im Dauergrinsen des Jürgen Klinsmanns und sollte eigentlich die Bundesliga mit seinen neuen Methoden revoluzionieren.

Hat er bisher aber nicht. Im Gegenteil. Solange der König nicht da war, konnte der Messias das Fußvolk nicht inspirieren. Sie spielten schlecht. Als der König kam, wurde es besser. Meisterlich waren bisher die wenigsten Vorstellungen der Bauern. Stattdessen gab es schlaue Sprüche, die man auch schon vor der WM 2006 gehört hat.

Und ich freue mich mal wieder über meine hellseherischen Fähigkeiten, die mir schon vor der Saison einflüsterten, dass der FC Bayern diese Saison nicht so dominieren wird wie die letzte. Ich sag die kommen am Ende höchstens in den UEFA Cup. Höchstens.

Wie das heute so wird, das kann ich leider wirklich nicht voraussagen. Ich habe ein 1:0 getippt. Es kann aber auch 4:0, 0:4 oder 0:0 ausgehen. Beide Teams sind Wundertüten in dieser Saison.

Ich hoffe auf Ernst und Kuranyi und dessen Rachegelüste gegen den Ex-DFB-Coach Klinsmann, der die beiden vor der WM im eigenen Land ausgebootet hat. Zusätzliche Motivation in Sachen Kuranyi erhoffe ich mir von der wahrscheinlichen Anwesenheit des derzeitigen Bundestrainers Jogi Löw. Wie geil wär das, wenn der Käffin den beiden zeigt, was ne Harke is und die Bauern samt König, Kaiser und Messias nach Hause schickt.

 

Kevin Kuranyi ist nicht mehr Miglied der deutschen Nationalmannschaft. Das sollte mittlerweile jeder mitbekommen haben.

Die Umstände seines Rücktrittes/Rausschmisses will ich gar nicht näher erläutern. Fakt ist allerdings, dass er damit allen einen Gefallen getan hat. Zuallererst einmal sich selbst. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Spießroutenlauf, angefangen bei der Nichtnominierung bei der WM 2006 nicht sehr einfach gewesen ist. Ständige Kritik an seiner Person, Pfiffe duch das eigene (Schalker) Publikum. Daran hat sich Kuranyi anscheinend doch nicht so gewöhnt wie er in Interviews immer verlauten lies. Nun kam noch hinzu, dass ihm jüngere Spieler vorgezogen wurden und an alt eingesessenen, trotz schwacher Form, festgehalten wurde. Kuranyi stand da immer zwischen den Stühlen und ist letztendlich durchgefallen.

Kuranyi hat auch Joachim Löw einen Gefallen getan. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit hätte Kuranyi den Sprung zur EM 2008 wieder verpasst, hätte er dieses Trauma nicht schon 2006 erlebt. Auf de Bank mit anzusehen, wie Klose und vor allem Gomez versagten und trotzdem das Vertrauen des Trainers nicht zu erhalten, muss schlimm gewesen sein. Ich will hier nicht behaupten, dass er es zwingend besser gemacht hätte. Fakt ist allerdings, dass Löw immer schön an Kuranyi vorbeiagumentiert hat. Ging es um Klose und Podolski, hieß es immer, man muss seinen Stürmern den Rücken stärken. Ging es um Helmes oder Gomez, wurde mit dem Leistungsprinzip argumentiert. Und da stand Kuranyi abermals zwischen den Stühlen. Denn unglaublich herausragende Leistung hat er nicht gebracht, steckte aber auch nicht in so einem krassen Formtief wie Klose oder Podolski es taten. Löw wollte und will Kuranyi nicht mehr in der Nationalmannschaft. Das zeigt auch seine “überharte” Reaktion auf die Entschuldigung. Ihm muss als halbwegs intelligentem Menschen bewusst sein, dass Kuranyi in einer sehr schwierigen Situation is und dort auch ein bisschen Mitgefühl zeigen. Das soll jetzt nicht heissen, dass er Kuranyi sofort wieder nominieren muss. Er soll nur Verständnis für einen Fehler zeigen. Schliesslich ist es auch einem Michael Ballack erlaubt, einfach so den Teammanager zu degradieren, Und das über Wochen hinweg ohne dass es irgendeine Art “Strafe” für den Mittelfeldspieler gibt. Kuranyi nach einer vergleichsweise harmlosen Aktion sofort Auf-Nie-Mehr-Wieder-Sehen abzuservieren kann eigentlich nur dafür sprechen, dass er keine ernsthaften Pläne mehr mit ihm hat. Ob Helmes, Gomez, Klose oder wer auch immer die besseren Stürmer sind, kann man so oder so sehen. Fakt ist: Kuranyi ist unbeliebt: Bei den Fans, bei der Nationalmannschaft und bei seinen eigenen Fans.

Der MENSCH Kuranyi ist am Boden. Das hat man bei der Pressekonferenz überdeutlich gesehen. Es liegt nun an uns Schalkern ihn wieder aufzubauen. Ich frage mich bis heute, warum die Person Kuranyi so unbeliebt auf Schalke ist. Natürlich kleidet sich Kuranyi sehr modisch, achtet auf sein Aussehen und hat einen kleinen Sprachfehler. Ich wusste nur nicht, dass das Auf Schalke mehr zählt als eine gute Trefferquote und vor allem: Bedingungsloser Einsatz. Ich habe selten einen Mittelstürmer gesehen, der so sehr nach hinten arbeitet wie Kuranyi. Er hat eine weitaus bessere Trefferquote als Ebbe Sand, fightet ähnlich viel wie Willi das Kampfschwein, doch sobald er nur den kleinsten Stockfehler begeht, fängt die Meute an zu pfeiffen. Wir auf Schalke sind zu verwöhnt geworden. Wir wollen Spitzenfussball alá Werder Bremen sehen. Den kriegen wir hier aber nur höchst selten geboten. Komischerweise wird die Unzufriedenheit darüber immer nur an einigen wenigen Personen festgemacht. Kuranyi war es eigentlich schon immer. Dazu gesellten sich mal Hamit, Halil und nun scheint Neuzugang Orlando Engelaar auf dem besten Wege zu sein.

Noch ist Kuranyi nur aus der Nationalmannschaft geflüchtet. Wir müssen aufpassen, dass selbiges nicht hier beim S04 passiert. Dann können wir die Champions League nämlich erstmal vergessen.

Wir haben nun die einmalige Chance, diesen Top-Stürmer einen Neuanfang zu schenken. Lasst es uns machen und wir werden in dieser Saison noch viel Freude an ihm haben.

 

Da ich das Spiel ja nicht live sehen konnte und Patric beim Spielbericht und in der Einzelkritik für mich in die Bresche gesprungen ist, hier nocheinmal zwei Eindrücke von den Zusammenfassungen, die ich mir später nageguckt habe.

Zunächst einmal: Der bordonsche lange Fehlpass war in der 36. Minute keiner. Es war die Vorlage zur Vorlage, die zum 1:0 führt. Und dass auch noch in einem verletzten Zustand. Respekt, St. Marcello…

Dan zu dem anderen Brasilianer. Rafinha ist echt ne Nummer. Nach einer Gelb Roten Karte so dreist neben dem Schiri zu stehen und zu aplaudieren ist einfach eine Frechheit. Das war so ziemlich das Unfairste, was ich in letzter Zeit neben Tätlichkeiten gesehen habe. Rafinha scheint wirklich etwas abgehoben. Die Olympia Teilnahme habe ich ihm verziehen. Er handelte unter Druck des Verbandes und mit der Sicherheit, die FIFA hinter sich zu wissen. Aber so eine Aktion zeugt einfach von Charakterschwäche. Rafinha war neben Christian Pander eigentlich immer mein Lieblingsspieler. Geknickt. Das war einmal.

Ansonsten bin ich mit den 3 Punkten zufrieden und leide mit Kevin Kuranyi, der  mal wieder ausführliches Bashing über sich ergehen lassen muss.

 

Heiko Westermann bot 90 Minuten eine solide Leistung. Kuranyi durfte immerhin 45 unauffällige Minuten ran. Im Spiel 1 nach der EM gab es immerhin mal wieder Schalker Spieler auf dem Platz. Eine gute Nachricht.

Der Rest der Schalker, die zur Zeit mit der Nationalmannschaften unterwegs sind, hatten allerdings noch bessere Nachrichten zu vermelden.

Halil Altintop, vor der EM aus dem Kader geschmissen und auch gegen Chile erst zur Halbzeit eingewechselt, konnte in der 75. Minute das 1:0 Siegtor für die Türken markieren.

Ebenfalls erfolgreich und zwar gegen Wales war Levan Kenia. Der Georgier erzielte in der 67. Minute den zwischenzeitlichen Ausgleich beim 1:2 Sieg der Georgier.

Noch besser machte es Ivan Rakitic. Der im linken Mittelfeld agierende Blondschopf markierte zwei Tore beim 2:3 Sieg der Kroaten gegenüber Slowenien. Darunter den entscheidenden Treffer zum 2:3

Auch die Urus um Vincente Sanchez tankten mit einem 1:3 gegen Japan Selbstvertrauen. Ob Sanchez spielte kann ich euch leider nicht sagen.

Jetzt müssen nur noch alle heile nach Hause kommen…

 

Morgen wird Jogi Löw seinen Kader für das nächste Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Belgien (20. August, 21 Uhr) benennen.
Ziel für alle ist die erfolgreiche Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika.
Inwiefern Schalker an dieser Mission teilnehmen können/dürfen/sollen und im Fall Fabian Ernst muss man auch wollen schreiben, möchte ich hier einmal näher erläutern.
Generell muss man sagen, dass die Schalker nicht wirklich beliebt sind in der Nationalmannschaft. Jeder erinnert sich an die Ausbootung von Ernst und Kuranyi vor der WM 2006 oder die Nichtberücksichtigung Westermanns oder Kuranyis während der EM 2008.

Hier also meine Prognose und Einschätzung zum aktuellen Schalker Kader und deren Chancen auf einen Kader- bzw. Startelf-Platz in den kommenden Länderspielen:

  • Manuel Neuer: Nach dem Rücktritt von Lehmann (Danke, Jens!) gibt es eigentlich vier potenzielle Kandidaten für den Platz zwischen den Pfosten. Robert Enke (Hannover), Rene Adler (Leverkusen), Michael Rensing (Bayern München) und eben Manuel Neuer. Letzterer hat durch seinen Mittelfußbruch natürlich erstmal keine Chance in den DFB-Kader zu rutschen. Wenn er wieder fit ist, rechne ich ihm schon Chancen auf einen Platz im Team aus. Gegenüber Robert Enke hat er einfach den Vorteil in einem höherklassigem Team zu Spielen. Er hat die Jugendnationalmannschaften durchlaufen und auch schon in der Champions League überzeugt. Diese internationale Erfahrung hat auch Rene Adler. Obwohl dieser in der letzten Saison nur im UEFA-Cup ran durfte. Generell hat Adler den Vorteil des besseren Standings in der Öffentlichkeit und seine konstantere Spielweise. Trotzdem sehe ich Neuer besser als Adler. Dieser ist zwar bärenstark auf der Linie, hat aber nicht die Übersicht und die Strafraumbeherrschung eines Manuel Neuer, der dadurch oftmals gar nicht erst in die Situation kommt auf der Linie glänzen zu müssen. Michael Rensing muss man in dieser Aufzählung einfach schon deswegen nennen, weil er nun beim FC Bayern Stammtorhüter ist und das Erbe Kahns angetreten hat. Er muss sich allerdings erstmal national und international über eine Saison beweisen. Eine Nominierung Rensings könnte ich zur Zeit nicht nachvollziehen. Die Chancen auf ein erstes Länderspiel für Manuel Neuer in dieser Saison sehe ich bei 70 %. Die Chancen auf den Stammplatz bei der WM auf 50 %.
  • Heiko Westermann: Aufgrund seiner Vielseitigkeit müsste er wieder ohne Probleme in den Kader berufen werden. Dort will er dann natürlich auch regelmäig spielen. Und genau hier hat Westermann das gleiche Problem wie beim S04. Wo? Sein angestammter Platz in der Innenverteidigung ist von Metzelder und Mertesacker quasi vollgesperrt. Löw wird seine WM und nun auch EM Helden kaum auseinanderreissen. Einer der Plätze als Außenverteidiger ist von Phillip Lahm belegt. Um den vierten Platz in der Kette muss er sich mit Friedrich, Jansen, Fritz, Pander und wohl auch Castro streiten. Seine Chancen für den Kader sehe ich bei 100 %. Die Chance von Beginn an dabei zu sein lediglich bei 30 %.
  • Christian Pander: Bleibt Pander gesund, muss er eigentlich im Kader stehen und auch spielen. Kein deutscher Abwehrspieler ist so dynamisch in der Vorwärtsbewegung wie Pander. Er verkörpert auch den offensiven Drang, den Löw von seinen Aussenverteidigern fordert. Zusätzlich kann Löw nicht auf die gefährlichen Standards von Pander verzichten. Wenn man Ballack, Klose, Kuranyi, Westermann, Mertesacker usw. als Kopfballungeheuer in der Mitte hat, dann kann jedem Gegner Angst und Bange werden. Spielt er, müsste Lahm auf rechts ausweichen. Seine Chancen auf einem Platz im Kader beziffere ich aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit auf 60 %. Einen Platz in der ersten Elf auf 40 %.
  • Fabian Ernst: Seine Leistung hätte ihn eigentlich schon in der letzten Saison wieder in den Kader und somit zur EM spülen müssen. An Thorsten Frings kommt er zwar aufgrund der mangelnden Torgefährlichkeit nicht heran, als Organisator hätte er dem deutschen Team sicherlich in einigen Situationen mehr als gut getan. Stattdessen wurde auf Rolfes und somit auf das bessere Standing gesetzt. Rolfes ist gut, keine Frage, aber ein Ernst hat immer noch mehr Qualitäten Springen Löw und Ernst nicht über ihren Schatten und legen ihr Schweigegelübte ab, könnte er wieder Chancen haben. Da ich daran nicht glaube sehe ich seine Chancen auf einem Platz im Kader bei unter 10 %.
  • Jermaine Jones: Vor der EM noch nach Hause geschickt, wird Jones sicherlich neu angreifen. Vieles wird aber auch von seiner Rolle beim S04 abhängen. Im dreier Mittelfeld sehe ich ihn als ersten Wackelkandidaten im Vergleich zu Ernst und Engelaar. Sollte er nicht regelmäßig spielen, werden seine Chancen in der Nationalmannschaft auch wieder sinken. Sollte er an die Leistung der letzten Saison anknüpfen, dann muss er eigentlich nominiert werden und auch seine Einsätze bekommen. Chancen auf einen Kaderplatz: 80 %. Chancen auf einen Startplatz: 40 %.
  • Kevin Kuranyi: Der Spieler mit dem miesesten Standing in Deutschland ever. Über Buhrufe bei Einwechslungen habe ich schon berichtet. Zur Zeit sind Klose und Poldi im Sturm gesetzt. Da ich eine starke Saison von Poldi erwarte, ist Klose sein direkter Konkurrent. Spielt Kurnayi groß auf und Klose wiederholt seine schwache Saison beim FC Bayern, dann könnte Kuranyi ihm gefährlich werden. Neben Kuranyi ist auch Gomez bereit und auch Helmes und Kiesling rechnen sich sicherlich Chancen auf eine Berufung aus. Seine Chancen auf einen Platz im Kader sehe ich bei 80 % und für einen Platz im Team bei 20 %.
  • Gerald Asamoah: Für Asa ist die Nationalmannschaft wohl erstmal kein Thema mehr. Es sei denn Asa überrascht mal wieder alle und spielt sich beim S04 mal wieder in die erste Elf, obwohl ihm alle einen Platz auf der Tribüne vorausgesagt haben. Daran glaube ich aber nicht. Seine Chancen auf einen Platz im Kader sehe ich bei 10 %. Er hat keine Chance in der ersten Elf zu stehen.
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