Die TSG Hoffenheim ist zur Zeit so etwas wie der Möchtegern-FC-Hollywood der Liga. Zuerst der Zoff zwischen Mäzen Dietmar Hopp und Ralf Rangnick, welcher den Abgang des Cheftrainers zur Folge hatte. Dann wird Luiz Gustavo an die Bayern verkauft. Demba Ba findet das unfair und will ab sofort auch weg. Als Konsequenz erscheint er einfach nicht mehr zum Training. Stattdessen wird er nach missratenem Medizincheck bei Stoke City zu West Ham United ausgeliehen. Auf die eine Skandalnudel folgt die andere. Seit dieser Woche kickt Ryan Babel, holländischer Nationalspieler, für Hoffenheim. Der erste richtige “Promi”-Transfer im Ländle.

Und wem das noch nicht genug ist, der schaue sich die Bilanz der TSG in den letzten 10 Spielen an. Gerade mal zwei Siege konnte man einfahren. Einen davon gegen Schlusslicht Gladbach. Dazu das aus gestern im DFB-Pokal. Hoffenheim ist angezählt, aber sicher nicht ausgeknockt, wenn es am Samstag in der Arena gastiert.

Andreas Kuhmann hat schon bessere Zeiten mit der TSG erlebt. Der Blogger des TSG-Blogs 8zehn99.de spricht über die Skandälchen im Kraichgau, den Nachwuchs und wie die TSG die Region verändert hat:

Hallo Andreas. Erzähl uns ein wenig von dir und deiner Beziehung zu deinem Club.

Ja, was soll ich sagen…..28 Jahre alt, verheiratet, demnächst mit Kind und regelmäßiger Besucher in der Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim.

Hoffenheim hat in der Winterpause ziemlich viel Substanz verloren. Neben dem Trainer sind auch Luiz Gustavo und Demba Ba gegangen. Zudem gab Hopp bekannt, dass der Verein mehr auf eigenen Füßen stehen soll und er in Zukunft vielleicht nicht mehr so viel Kohle in den Verein steckt. Hast du Angst, dass Hoffenheim wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwindet?

Nein, das denke ich nicht. Dietmar Hopp denkt langfristig an die finanzielle Struktur des Vereins. Bereits 2006 hat er gesagt dass Hoffenheim mittelfristig auf den eigenen Füßen stehen muss. Er handelt nachhaltig. Die Chancen mit den Eduardo und Gustavo Transfers insg. 40 Mio € Transfererlöse zu erzielen bekommt man schließlich auch nicht jedes Jahr. Der Verein hat richtig gehandelt. Die Fans stehen voll dahinter. Nur die Medienlandschaft versucht immer wieder dagegen zu steuern.

Aus den letzten 10 Spielen hat Hoffenheim nur 2 Siege bzw. 11 Punkte geholt. Zudem seid ihr nicht unbedingt für starke Rückrunden bekannt. Was glaubst du, kann die Mannschaft in dieser Saison noch erreichen?

Hannover, Mainz und Freiburg werden in der Tabelle wieder nach unten wandern. Schalke, Bremen und Stuttgart werden wir am Ende im oberen Tabellendrittel wieder finden. Für uns ist ein einstelliger Tabellenplatz sowie das DFB-Pokalfinale drin ! (Anmerkung: Das Interview wurde vor dem DFB-Pokal-Spiel der Hoffenheimer verfasst!)

Mit Ralf Rangnick ist ein absoluter Fachmann gegangen worden. Er war neben Hopp das Gesicht, das mit dem Aufstieg des Clubs in Verbindung gebracht wurde. Wie schwer wiegt der Verlust und glaubst du, dass sich Marco Pezzaiuoli als Cheftrainer durchsetzen wird? Was hältst du von ihm?

Rangnick war der Architekt, er hat die Struktur mit aufgebaut und das die letzten 4,5 Jahre. Ein ungewöhnlich langer Zeitraum im Profifussball. Ralf Rangnick hat super Arbeit geleistet und dem Verein eine super Basis geschaffen. Es wächst einiges nach in Hoffenheim. Immerhin war unsere B-Jugend in 2008 bereits Deutscher Meister im U-Bereich. Die Jungs sind in 1-2 Jahren reif für die Bundesliga. Die U 23 spielt auch in ihrer ersten Regionalligasaison eine wichtige Rolle und hat sich im oberen Tabellendrittel festgesetzt.

“Pizza” hat eine Menge Fürsprecher. Der DFB wollte Ihn als “Sammer-Nachfolger”, Jogi Löw wollte ihn als Assistent. Das spricht für seine fachliche Kompetenz. Ob er so eine starke Persönlichkeit hat um so ein junges Team zu führen werden wir sehen. Ich persönlich hätte mir einen anderen Trainer gewünscht. Klinsmann oder Flick wären die richtigen für den Kraichgau gewesen.

Die TSG hat in den letzten Jahren einen kometenhaften Aufstieg hingelegt, der zunächst in der Herbstmeisterschaft 2008/2009 gipfelte. Hat sich das Leben im Kraichgau verändert, seitdem das “Projekt Hoffenheim” richtig Fahrt aufgenommen hat? Welchen Einfluss hat der Club auf die Region?

Das Leben hat sich für die Menschen enorm verändert. Durch den Fußball wurden viele Arbeitsplätze in der Hotellerie und Gastronomie geschaffen. Die Städte Sinsheim und Heidelberg profitieren vom Wochenendtourismus.
Die Jugendlichen der Region eifern den Fußballern nach. Sämtliche Amateurvereine profitieren von einem Mitgliederanstieg und steigenden Jugendspielern. Mit dem SV Sandhausen spielt derzeit ein weiteres Team der Region bereits in Liga 3.
Der Fußball hat durch Hoffenheim unsere Region und die Herzen der Menschen in der Metropolregion Rhein-Neckar erobert.

Übrigens mein Tipp fürs Wochenende: 1:1

Vielen Dank für das Interview. Wir geben uns mit einem Punkt aber nicht zufrieden, oder?

 

Der FC Schalke steht auf dem zweiten Platz der Fußball Bundesliga. Hannover 96 liegt auf Platz 11. Eigentlich ein Wahnsinn, dass das großer Mist ist und die beiden Vereine jeweils in den Sphären des anderen Vereins schweben. Hätte mir jemand gesagt, dass Hannover 96 gegen Schalke am 19. Spieltag als haushoher Favorit und mit nicht weniger als 12 Punkten Vorsprung auf Königsblau ins Spiel geht, ich hätte ihn leicht belächelt.

Auch Klass Reese hätte ich den Vogel gezeigt. Klaas ist 96-Blogger auf seinem Reesessportkultur-Blog. Ihm habe ich spontan ein paar kurze Fragen zum Verein, die derzeitige Situation und natürlich dem lieben Herr Slomka gestellt, der zur Zeit unnötig Unruhe in die Landeshauptstadt Niedersachsens bringt.

Aber lest doch einfach selbst:

Wer bist du und seit wann bist du Fan von Hannover 96?

Ich heiße Klaas Reese, 30 Jahre alt, seit 2000 wohnhaft in Köln. 96 Fan bin ich seit frühester Jugend, schließlich bin ich nur 30 Kilometer westlich der schönsten Stadt der Welt aufgewachsen.

Was hat Hannover in dieser Saison richtig gemacht? Warum steht Hannover da oben?

Zunächst wurden vor der Saison die richtigen Personalentscheidungen getroffen. Stoppelkamp, Abdellaoue, Pogatetz, Zieler und Stindl konnten schon positive Akzente setzen. Dazu kommt noch Carlitos, der sich am 1.Spieltag nach vier Minuten einen Kreuzbandriß zugezogen hat und DaMarcus Beasley, der als Ersatz verpflichtet wurde – sich aber nicht durchsetzen konnte.

Dazu wurde das Spielsystem geändert. Die Mannschaft setzt auf ein überfallartiges Konterspiel, das vor allem Abdellaou, Schlaudraff und Ya Konan perfekt umsetzen.

Außerdem ist die Mannschaft topfit. Ich habe nie eine 96-Mannschaft gesehen, die noch in der 85.Minute so rennen kann wie in diesem Jahr.

Dazu konnte der Teamgeist aus der Katastrophensaison 2009/2010 ins neue Jahr gerettet werden und selbst nach deutlichen Niederlagen wie gegen Dortmund oder Hoffenheim hat sich die Mannschaft nicht verunsichern lassen.

Und natürlich ist 96 das Paradebeispiel dafür wie wichtig Selbstbewusstsein ist – sonst wäre das ein oder andere Spiel sicher nicht zugunsten der Roten ausgegangen.

Welche Erwartungen hattest du vor der Saison?

Ursprünglich hatte ich von einer ruhigen Saison ohne Abstiegsangst geträumt. Dann kam das Pokalspiel in Elversberg und die Erwartungen verschwanden im Keller. Schließlich war das Auftaktprogramm mit Spielen gegen Frankfurt, auf Schalke, gegen Leverkusen, in Wolfsburg und gegen Bremen nicht ohne. Zum Glück glückte dann der Auftakt – über das Hinrundenspiel auf Schalke will ich an dieser Stelle wenig schwärmen…

Was kann Hannover in dieser Saison erreichen?

Platz 5.

Mirko Slonka zögert mit der Vertragsverlängerung. Wie wichtig ist er für Hannover 96?

Slomka hatte mit einer verunsicherten Mannschaft nach Amtsantritt einen miesen Auftakt. Er hat dann aber die richtigen Entscheidungen getroffen, um das Minimalziel Klassenerhalt zu schaffen. Ohne Relegationsspiele!

Was in diesem Jahr läuft ist unglaublich. Das Trainerteam hat sich die oben genannten Punkte ja auf die Fahnen geschrieben: Fitness, Konterspiel, Teamgeist. Von daher ist die Wichtigkeit von Slomka und seinem Team schon recht hoch. Ich bin mir auch sicher, dass in Kürze verlängert wird. Beide Seiten wissen was sie aneinander haben und Slomka hat die Chance sich in seiner Heimatstadt ein Denkmal zu setzen.

Vielen Dank für das Interview!

 

Die Liste der ungewöhnlichen Ereignisse am Berger Feld nimmt einfach kein Ende. Es hat alles mit Ivan Rakitic begonnen, dem während des ersten Bundesligawochenendes die Bude leer geräumt wurde und seitdem “auf der Flucht” war. Mal im Hotel. Mal bei Gavranovic. Zur Ruhe kam er offensichtlich selten.

Weiter ging es mit der “Dopingaffaire” Hoogland, die sich als weniger wichtig herausstellte und somit auch nicht allzu viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erregte. Anders ist es da um die nächste Geschichte bestellt. Fafan am Flughafen verhaftet. Dazu eine Sex-Affaire mit einem Pornostar. Der Boulevard rieb sich die Hände.

Gestern kam dann eine Meldung auf, die tatsächlich auch mal direkten Einfluss auf das Sportliche hat: Joel Matip, auch in dieser Saison Stammspieler unter Magath, liegt mit Verdacht auf Malaria in der Essener Uniklinik. Malaria ist es offensichtlich nicht, doch Matip scheint sich richtig was eingefangen zu haben, da er das Krankenhaus zunächst nicht verlassen darf und wohl für Samstag ausfallen wird.

Seinen Platz könnte ein Spieler einnehmen, der sich vor knapp zwei Wochen in die Herzen der Fans gegrätscht hat: Kyriakos Papadopoulos. Der Königsblog widmet sich heute dem Pausbäckchen.

Der Scudetto-Blog veröffentlicht heute eine dieser Karrikaturen, die Magath mal wieder auf den Arm nimmt. Oli4, regelmäßiger Gastschreiber beim Auswärtssieg-Blog, zeigt, wie man es sich in den Katakomben der Veltins-Arena vorzustellen hat.

Ob sich Horst Heldt ebenfalls in den Sing Sang einreiht verrät er im Kicker-Interview. So wirklich empfehlenswert ist dieses Interview eigentlich nicht. Die einzige interessante Info: Wir trinken in Zukunft auch weiterhin Sinalco in der Veltins-Arena.

Abschließend hat die Revier-Sport ein kleines Zwischenfazit der bisherigen Schalker Saisonleistungen gezogen. Dass dieses nicht besonders rosig ausfällt, muss hier nicht extra betont werden.

 

Einige ausgewählte Kommentare aus dem SZ-Interview mit Andreas Müller:

“Das Fazit ist durchweg positiv.”

Andreas Müller auf die Frage nach seinen Eindrücken vom Trainingslager in Valencia. Mit 0 Toren und einer Niederlage aus zwei Spielen gegen spanische Zweitligisten hätte es schon jeweils eine 5:0 Klatsche geben müssen, um dem ganzen was negatives Abzugewinnen.

“Unser Anspruch ist ganz eindeutig, in Deutschland jedes Jahr unter die ersten Drei zu kommen.”

Anspruch und Wirklichkeit liegen derzeit so weit auseinander wie Hoffenheim und Gladbach.

“Unser Team ist, was Disziplin angeht, absolut intakt.”

Vier Platzverweise, diverse berufliche (Olympia) und private (Alkoholfahrt) Skandale von Rafinha. Trainingsverweigerungen (Großmüller, Varela), die Flucht Kuranyis aus der Nationalmannschaft und zahlreiche Interviews mit Teaminternas beweisen das Gegenteil.

“Stand heute schließe ich eigentlich aus, dass wir in diesem Winter noch was machen.”

Stand heute (2 Tage später): Schalke ist interessiert

“Es kann ein einziges Spiel sein, dass die ganze Saison dreht.”

Die Hoffnung auf ein Wunder stirbt zuletzt. Es muss also ein Spiel wie gegen die Bayern her. Dazu ein Traumtor in der 19:04 Minute. Wie gesagt: Die Hoffnung stirbt zuletzt…

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