Zurück in die Vergangenheit
Donnerstag, Februar 18th, 2010Nein, das wird nicht der X-te Text zum Thema “Felix Magath kehrt zurück an die alte Wirkungsstätte”. Trotzdem hat dieser Post natürlich mit unserem nächsten Gegner zu tun.
Eigentlich ist es kaum zu glauben, dass es am Sonntag gegen den amtierenden Deutschen Meister geht. Dass der Titelgewinn in der letzten Saison nicht den überragenden Fähigkeiten des Wolfsburger Kaders zuzuschreiben ist, sondern einer geschlossenen Teamleistung, eingestellt vom besten Trainer Deutschlands, ist mittlerweile nicht mehr zu übersehen. Vom VfL Wolfsburg der Rückrunde 2009 ist so gut wie nichts mehr übrig.
Aber nicht nur auf dem Platz merkt man, dass der Verein immer noch “nur” Mittelklasse ist. Nachdem Magath den Wölfen den Rücken gekehrt hat, hat man mit Armin Veh einen Verantwortlichen gefunden, der in die Rolle von Magath reinwachsen sollte und musste. In meinen Augen hat Veh seinen Job auch gar nicht so schlecht gemacht. Niemand konnte erwarten, dass Wolfsburg seinen Powerfußball aus der vorherigen Saison ungehindert fortsetzt. Sicher waren die Leistungen des Teams unter Veh unkonstant und teilweise auch uninspiriert. Die Konzernleitung hat sich allerdings von der Übersaison blenden lassen und sah den Werksklub schon Nahe des großen FC Bayern. Der VfL war und ist aber eigentlich ein Verein, der um das internationale Geschäft kämpfen müsste. Selbst Magath hat immer wieder gesagt, dass dieser Erfolg ja eigentlich zu früh komme und die Mannschaft weit über ihren Möglichkeiten spielte. Niemand im Verein scheint auf ihn gehört zu haben.
Jetzt ist es Mitte Februar. Wolfsburg kam im letzten Jahr um diese Zeit gerade so richtig in Fahrt und schickte sich an, den FC Bayern und Hertha BSC Berlin (!) an der Tabellenspitze auf die Pelle zu rücken. Wolfsburg zündete ein Offensivfeuerwerk nach dem anderen. Der Stil der Wölfe galt als modern.
Heute, ein Jahr später, ist davon so gut wie gar nichts übrig geblieben. Veh und die Idee des Trainermanagers sind Geschichte. Stattdessen stehen nun ein gewisser Dieter Hoeness (57 Jahre) und Lorenz-Günther Köstner (58 Jahre) in der Verantwortung. Antiquierter kann eine sportliche Leitung nicht rüberkommen. Es wirkt, als wäre der VfL in seiner Entwicklung 10 Schritte rückwärts gelaufen und das nur, weil man nicht akzeptieren wollte, dass ein oder zwei Schritte einfach nicht zu vermeiden waren.