Der Auftritt der Königsblauen gegen Frankfurt kommt in Presse und Blogs unterschiedlich gut weg. Im Fokus stehen allerdings immer die gleichen: Oldie Asamoah und Schalkes Jungspunde im Mittelfeld.

Thorsten Wieland vom Königsblog findet es angesichts harmloser Frankfurter tragisch, “dass Schalke derart lange brauchte, um seinerseits zu Chancen zu kommen. Erst als nach der Pause eine Schippe draufgelegt wurde, als durch erhöhten Druck auf die ballführenden Frankfurter mehr Ballbesitz erarbeitet wurde, als es mehr Bewegung und mehr Tempo gab, kam es zu Chancen für Königsblau.

Wie es denn dann zu den Schalker Chancen kam, erklärt Matthias van der Weide im Schalkefan-Blog. “In der vergangenen Saison erzielte Schalke gefühlte zwei Drittel aller Tore nach Standardsituationen. In dieser Spielzeit schien es zunächst, als seien Tore “aus dem ruhenden Ball” heraus urplötzlich verpönt. (…) Am Freitag hat Schalke seine Standard-Erfolgsbilanz  gehörig aufpoliert. 2:0 hieß es nach größtenteils sehr höhepunktarmen 90 Minuten gegen die Eintracht. Zweimal traf Schalke nach einer Spielunterbrechung.

Während viele Stimmen den alternden Asamoah schon abgeschrieben haben, zählt er den Dienstältesten Schalker noch nicht “zum alten Eisen. Zwei bis drei Jahre Bundesliga auf gehobenem Niveau sind im zweifelslos noch zuzutrauen, insbesondere wenn er sich weiterhin in derart guter körperlicher Verfassung präsentiert, in die ihn das Magathsche Trainingspensum ganz offensichtlich versetzt hat” und macht ihn zum “Matchwinner, der einem toten Spiel Leben einhauchte“.

DerWesten.de stellt heraus, wie wichtig solche Siege für ein junges Team sind und titelt: “Solche Schalker Siege schweißen zusammen” Dies kann nur im doppeltem Sinne gemeint sein. Zum einen meinen Kerkhoff und Hendriock wohl das junge Team und zum anderen das wieder immer besser werdende Verhältnis zwischen Verein, Mannschaft und Publikum.

Der Reviersport hat indes gute Nachrichten von Christian Pander, der sein Comeback für die Rückrunde ankündigt und stellt fest, dass es schon längst wieder jemanden gibt, der ähnlich gute Freistöße schießt: Lukas Schmitz. Dieser will das nur noch nicht ganz zugeben.

Die Frankfurter Blogosphäre zieht stattdessen über die Schalker “Turnhalle” her. Blog G beschwert sich: “Was einem auf Schalke geboten wird, ist Kundenfußball wie er schlimmer bei den Bayern nicht sein könnte. Eine Inszenierung in einer Turnhalle, weitestgehend still konsumiert von über 60.000 Leuten, die dann beginnen die Mannschaft zu unterstützen, wenn sie sowieso nicht mehr verlieren kann.

Und auch der Beverungen-Blog haut in die gleiche Kerbe: “Das Dach der Halle war geschlossen, das Licht gleißte und aus der einstmaligen Flutlichtatmospäre wurde eine Art Filmset-Beleuchtung, während auf dem Feld ein Zeppelin mit der Aufschrift Berlin-Air schwebte. Gelsenkirchener Komparsen, ausgestattet von Gazprom, hockten ganz in Blau auf ihren Plätzen und bestaunten das Event. Allein einige Teile der Nordkurve gebärdeten sich unruhig.

Während Blog G zumindest die Harmlosigkeit der Frankfurter Angriffsbemühungen herausstellt: “Ein Schuss auf das Tor des Gegners in 90 Minuten Spielzeit. Ich nehme an, es handelte sich um den Versuch von Alexander Meier, der neben das von Manuel Neuer gelangweilt gehütete Tor rauschte. Ein einziger Schuss. Ergibt aus den letzten zwei Spielen des hessischen Bundesligisten keine einzige wirklich zwingende Torchance. 180 Spielminuten, immerhin in der höchsten deutschen Spielklasse des Fußballsports, ohne dass der Anhänger des eigenen Vereins wenigstens einmal die Hoffnung hätte haben können, es könne klappen und man würde weiter fleißig Punkte sammeln. Punkte, die man braucht, um das anvisierte Saisonziel zu erreichen.” wollte Beverungen ein Spiel auf Augenhöhe gesehen haben: “Den fälligen Elfer verwandelte Farfan und so endete ein Spiel, das eigentlich 0:0 ausgehen musste mit einem Heimsieg für Gelsenkirchen.”

Sollte ich Quellen (vor allem Blogs) vergessen haben, dann schreibt mir

 

Schalke geht es gut. Zumindest sportlich. Über die finanzielle Lage will ich mir nicht auch noch das Maul zerreißen. Das können getrost andere machen.

Mich interessiert vornehmlich der sportliche Aspekt und da muss ich sagen: Schalke wurde wiederbelebt. Vor allem von Felix Magath und der Aufbruchstimmung, die der erfolgreichste Bundesligatrainer der letzten Jahre mitgebracht hat.

Er darf sich zur Zeit alles erlauben und (fast) alles scheint zu klappen. Da debütiert ein Christoph Moritz gegen Nürnberg und ist nach dem 8.Spieltag eigentlich nicht mehr aus dem Mittelfeld wegzudenken.

Da  holt er einen Lukas Schmitz aus der Zweiten und man ist erstaunt, dass er so unauffällig aber effektiv wie einst ein Fabian Ernst spielt und auch noch Freistöße wie Christian Pander schießen kann. So geschehen gegen Frankfurt.

Er gibt einer “Diva” wie Rafinha Sonderurlaub und anstatt dass die Presse dies als Führungsschwäche auslegt, wird er für sein pädagogisches Fingerspitzengefühl gelobt. Rafinha dankt es ihm mit gewohnt guten Leistungen und mehr Zurückhaltung auf und neben dem Platz.

Er stellt neben den schon fast abgewanderten, aber nun wieder bärenstarken St. Marcello einen jungen peruanischen Nationalspieler namens Zambrano, der von Spiel zu Spiel mehr und mehr lernt und im gleichen Maße Stabilität ausstrahlt.

Spaß macht auch Levan Kenia. Er läuft und kämpft wie einst Berti Vogts, spielt feine Pässchen wie Lincoln und dribbelt wie ein Lionel Messi. Völlig übertrieben? Stimmt, aber Ansätze von alledem sind zu sehen. Ihm fehlt wohl noch die Effektivität, um dem Schalker Spiel noch mehr Impulse zu geben. Auf dem Weg dorthin ist er allemal.

Das Publikum und die Mannschaft wachsen wieder zusammen

Eine große Wandlung auf Schalke hat nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf den Rängen stattgefunden. Habe ich in den letzten Spielzeiten die Stimmung der Auswärtsspiele immer mehr schätzen gelernt, ist nun auch in der Arena wieder ein Miteinander zu spüren. Natürlich kann man dieses “Wunder” wieder Felix Magath zuschreiben, doch vor allem ist es die Mannschaft, die begeistert. Bedingungsloser Einsatz und Kampf sind angesagt.

Auch gestern gegen Frankfurt war es kein “gutes” Spiel. Technisch mit wenigen Höhepunkten, doch man hatte nie den Eindruck, dass die Mannschaft lustlos spielt, wie es unter Rutten oftmals der Fall war. Trotz der fußballerischen “Magerkost” blieb das Publikum ruhig, klatschte und sang dann und wann mit der Nordkurve und entfaltete seine ganze Kraft nach dem Treffer von Asamoah. Man stand, wo man gar nicht stehen musste. Man blieb, wo man vorher schon  in der 80. Minute auf dem Weg Richtung Alltag war, bis die Mannschaft ihre verdiente Ehrenrunde hinter sich hatte und sich zum Ausdehnen um den Mittelkreis nieder ließ.

Fußballerisch hat sich (bisher) nicht allzu viel verändert. Schalke stellt wieder eine der stabilsten Defensiven der Liga und verwöhnt in der Offensive nur seltenst mit tollen Aktionen. Mehr Zielstrebigkeit ist zu erkennen. Von einem Offensivfußball alá Wolfsburg ist Schalke allerdings noch sehr weit entfernt. Ob diese Mannschaft das kann und vor allem muss, darf hier gerne diskutiert werden.

Dass dann auch noch der Kämpfer vorm Herrn, Gerald Asamoah (Happy Birthday!) und Jefferson Farfan, der bisher beste Schalker in dieser jungen Saison, die beiden Treffer markieren, passt ins Bild und freut ungemein.

Trauer trübt das Bild

So ganz und gar nicht ins Bild passt der Tod eines langjährigen blau-weißen Kämpfers, der sein größtes Duell gestern verloren hat. Rolf Rüssmann starb im Alter von 58 Jahren an Krebs. Mir ist der Name Rüssmann nur aus der Geschichte bekannt. Aktiv habe ich ihn nur als Manager bei Mönchengladbach und Stuttgart erleben dürfen. Um zu wissen, dass er der Schalker-Familie fehlen wird, muss man aber kein Spiel von ihm gesehen haben. Es reicht, die stehenden Ovationen des Publikums mitbekommen zu haben, die er beim Einzug in die Schalker Ehrenkabine beim Spiel gegen den KSC empfangen hat.

Mein Beileid gilt seiner Familie, Angehörigen und Freunden. Glück Auf, Rolf!

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