Schalke bezwingt den Heimfluch gegen den HSV, indem es 3:1 gewinnt. Für Huub Stevens war es das Rückspiel seiner Rückkehr, nachdem er am 02. November 2011 im Auswärtsspiel in Hamburg erstmals wieder auf der Trainerbank saß.

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Der FC Schalke 04 gewinnt in einem denkwürdigen Spiel nach 88. Minuten völlig verdient mit 2:0. Über die Umstände des Spielabbruchs will ich hier nichts schreiben (es darf aber gerne in den Kommentaren diskutiert werden). Nur so viel dazu: Der Mythos St. Pauli, mit seinen Totenköpfen, besonderen Aktionen und einzigartigen Fans hat einen dicken Riss bekommen. Das ist schade. Mehr aber auch nicht. Dieses Urteil bilde ich mir nicht nur wegen dem Becherwerfer. Auch an anderer Stelle verhielten sich die einzigartigen Fans des FC St. Pauli so normal und bieder, dass es einem Angst und Bange um den Kultstatus des Kiezclubs werden muss.

Zum Spiel: Für Holger Stanislavski wird es eine der größten Herausforderungen seiner bisherigen Trainerkarriere gewesen sein, das Team auf den Gegner einzustellen.
Nicht nur, dass der Trainer ein anderer war und somit gewohnte Taktik, Spielweise und Startelfpersonal eigentlich kaum vorhersehbar war, auch seine Mannschaft glich – zumindest in der Defensive – einer Rumpfelf.

Schalke begann stark. Spielte mit Sarpei auf der linken Verteidigerposition. Mit Papadopoulos und Kluge auf der Doppelsechs. Und mit Baumjohann als kreativer Mittelfeldakteur. Schon in den Anfangsminuten wurde deutlich, dass Schalke mit seinem neuen Trainer vieles anders machen will. Man begann Druckvoll. Versuchte sich auf maximal zwei Ballkontakte zu beschränken und setzte die Außen immer wieder mit langen diagonalen Pässen in Szene. Schon in den ersten Minuten hatte Schalke gleich zwei gute Torchancen. Doch die Latte und die Fehlentscheidung von Schiedsrichter Aytekin bewahrten die Kiezclub-Kicker vor einem frühen Rückstand. Dann die Hiobsbotschaft für den Mario Gavranovic. Ein Syndesmoseriß beendet sein Auftritt am Millerntor nach 7. Minuten und seine Bundesligasaison am 28. Spieltag. Gute Besserung!

Mit der Zeit fand auch St. Pauli immer besser in die Partie. Richtig gefährlich wurde es für Neuer allerdings nie, denn die richtig gefährlichen Aktionen wurden schon in der Abwehr entschärft. Vor allem defensiv hat Schalke am Freitag eine sehr solide Partie abgeliefert. Im Angriff waren es “die Waffe” und “die Lebensversicherung”, die Schalke mal wieder in Führung brachten. Im Kurzdurchlauf sah das so aus: Ecke Farfan, Kopfball Raul, Tor für Schalke in der 26. Minute.

Gerade Farfan war am Freitag Abend im wahrsten Sinne des Wortes nicht zu halten. Immer wenn es für St. Pauli gefährlich wurde, war Farfan irgendwie beteiligt. In der zweiten Halbzeit änderte sich das Spiel ein wenig. St. Pauli störte nun energischer und drängte Schalke zweitweise Tief in die eigene Hälfte. Doch für übermäßige Gefahr sorgten die Angriffe bei den Königsblauen mit. Bis zur wohl entscheidenden Spielphase ab der 65. Minute. Kruse bringt eine dieser gefährlichen Freistoßflanken in Richtung linker Torpfosten. Boll macht das Bein lang, trifft den Ball aber nicht. Neuer macht die Aktion mit und wird schlussendlich auf dem falschen Fuß erwischt. Hätte Boll nicht im passiven Abseits gestanden, man hätte geschrieben: St. Pauli hat sich in der zweiten Halbzeit ins Spiel zurück gekämpft und folgerichtig den Ausgleich erzielt. Da es diese passive Abseitsregel aber nun mal gilt, hatte Schalke in dieser Situation Glück, dass diese für mich immer noch unsinnige Regel nunmal dazu gehört.

Während Pauli noch diskutiert, ist es wieder Farfan, der mit einer tollen Flanke von der Grundlinie den heranstürmenden Draxler bedient und ihm das erste Bundesligator auflegt und für die Entscheidung sorgt. Danach wird es auch auf dem Platz unschöner. Die gelb-rote Karte für Kalla (68. Minute) geht vollkommen in Ordnung, auch wenn Farfan da auch ein Fließkärtchen für’s Hinfallen verdient hat. Die rote Karte für Bartels (79. Minute) muss man unter Frustfaul einstufen. Auf ihn dürften drei Spiele Sperre warten.

Der Rest geht in die Geschichte ein. Die Bundesliga hat ihren siebten Spielabbruch, Schalke den zweitjüngsten Toschützen der Bundesligageschichte, dessen Tor wohl nicht anerkannt wird. Julian Draxler war am 01. April 2011 genau 17 Jahre, 6 Monate und 11 Tage alt. Und St. Pauli? Die haben einen Becherwerfer und hoffentlich auch eine lebhafte Diskussion darüber, wie man sich in Zukunft gegenüber Auswärtsfans verhält.

 
Zu Besuch in der Südkurve

Zu Besuch in der Südkurve

Zu Besuch in der Südkurve

Da hab ich am Freitag den Mund mal wieder viel zu voll genommen. Von wegen Sieg gegen den HSV. Von wegen Niederlage für die Unaussprechlichen. Es kam alles anders als erhofft. Während am Freitag Abend neben der Enttäuschung vor allem stille Bewunderung über das Spiel der Doofen herrschte, war es am Samstag die Wut auf eine uninspirierte Schalker Mannschaft, die mich über die A3 nach Hause fliegen ließ.

Schalke fand eigentlich nur in den ersten 10 Minuten des Spiels statt. Dort erahnte man auch die spielerischen Fortschritte, die die Mannschaft laut Magath angeblich im Trainingslager gezeigt hatte. Danach kam, wenn, eigentlich nur noch der HSV vor das Tor und Schalke hatte Glück, dass der alles entscheidende Gegentreffer nicht schon im ersten Durchgang viel. Jarolim und Ze Roberto übernahmen Minute für Minute die Kontrolle im Mittelfeld. Im gleichen Maße nahmen die nie vermissten Marcello-Bordon-Gedächtnisbälle aus der Abwehr zu. Soll heißen: Lang, weit und mit wenig Konzept nach vorne. Vor dem Spiel machte man sich noch große Sorgen um die Nominierung von Matip als rechten Verteidiger, der schon im Hinspiel gegen Elia in den entscheidenden Duellen zweiter Sieger war. Im Endeffekt war es aber Jonathan Pitroipa, der Lukas Schmitz auf unserer linken Abwehrseite immer wieder davon lief. Erst in der zweiten Halbzeit näherte sich Matip dem Niveau seines Pendant auf der linken Seite an.

Dass Ruud van Nistelroy den Ball zu Beginn der zweiten Halbzeit mehr über die Linie stolperte als dass es nach einer durchdachten Aktion aussah,  das passte zum Spiel. Denn der HSV war nicht besser als der Schalke. Hamburg war von zwei schwachen Mannschaften höchstens die entschlossenere. Nach dem Treffer fand Schalke gar nicht mehr statt. Die Fehlerquote in der Abwehr nahm nicht ab und das Offensivspiel auch nicht mehr zu. Daran änderte die Einwechslung von Pander wenig. Die von Jurado gar nichts. Im Gegenteil. Jurado hätte es verdient gehabt, Opfer einer der Spezialitäten des Felix M. zu werden: Und zwar nach einer Einwechslung direkt wieder ausgewechselt zu werden. Die Schalker Hoffnung des Trainingslagers wurde zum Ende der Partie eingewechselt und konnte auch nichts mehr ausrichten. Der jüngste Schalker Bundesligaspieler heißt seit Samstag Julian Draxler. Die Pfiffe gegen Rakitic bei seiner Auswechslung konnte ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Denn der Kroate war nicht besser oder schlechter als die anderen Knappen. Hier könnte ich höchstens den Ärger über die Mannschaftsleistung oder die unklare Vertragssituation als Grund erkennen. Verdient hatte er die Pfiffe jedenfalls nicht. So etwas merkt sich ein Profi und macht die Entscheidung pro Schalke wieder ein Stück unrealistischer. Aber dass so manch ein Schalke-Fan halt einen Buhmann braucht, dass kennen wir schon seit den Herren Agali, Altintop und Kuranyi. Um nur einige zu nennen.

 

Das kommende Fußballwochenende wird sicher ein ganz besonderes. Die DFL bittet offensichtlich zum Derby-Wochenende. Während es schon letzte Woche mit den Spielen Kaiserslautern gegen Mainz und Freiburg gegen Stuttgart nicht nur um drei Punkte, sondern auch um lokale Animositäten ging, haben sich die Terminplaner für das kommende Wochen “die dicken Dinger” aufgehoben.

Über die Mutter aller Derbys, also dem Revierderby, wurde schon vor Wochen heiß diskutiert, da sich die schwarz-gelbe Anhängerschaft darüber aufregt, dass sie in der Arena nun erstmals mehr für ein Ticket zahlen als die Schalker in der Wellblechhütte. Der mediengeile Klopp heizte die Stimmung zusätzlich an und so kann man, trotz fehlender Auswärtsfans im Stadion, von einem heißen Tanz ausgehen.Zumal es für Königsblau darum geht, den absoluten Supergau abzuwenden.

Das bedeutungsloseste Nachbarschaftsduell findet wohl in Wolfsburg statt. Dort scheint sich wohl noch nicht einmal das eigene Bundesland großartig um diese Begegnung zu scheren. Zumindest findet die Partie unter brisanten Vorzeichen statt. Während der – für mich – sicherste Abstiegskandidat Hannover 96 quasi einen Traumstart hinlegte und unbesiegt auf einem Europa-League-Platz thront, ist Wolfsburg mit seinen millionenschweren Zugängen und neuem Trainer dort, wo wir Schalker ebenfalls schleunigst verschwinden würden: Im Tabellenkeller.

Kurz vor dem Revierderby am Sonntag steigt in Hamburg die offizielle 1. Liga-Willkommens-Party im Stadtteil St. Pauli. Der Kiezclub empfängt den Schnöselclub mit den roten Socken und der Raute auf der Brust. Die Karte für dieses Spiel am Millerntor kostet übrigens genauso viel wie bei jedem anderen Spiel auch. Kann mir durchaus vorstellen, dass sich da so mancher HSV-Fan über diese geringe Wertschätzung aufregt. Schließlich schaffen es die Hamburger auch, jedem Auswärtsfan im Volkspa.. ne… AOL- Are… ne auch nicht. Wie heißt denn das verdammte Stadion von denen in dieser Saison?!? Naja. Auf jeden Fall sind die Preise da sowas von  vergesalzen, dass man sich als Auswärtsfan immer wie bei einem Topspiel vorkommt. Egal, ob man aus Hoffenheim, Freiburg, München oder Gelsenkirchen kommt.

Das aus meinen neutralen Fanaugen brisanteste Derby findet allerdings schon am Freitag statt. Jetzt denkt hier so mancher: Watt? Frankfurt – Freiburg is doch kein Derby?!? Richtig! Aber Berlin gegen Berlin. Also West (Hertha) gegen Ost (Union) treffen in Liga 2. aufeinander. Die Daumen drücke ich natürlich für Ost. Nicht nur, weil man uns Königsblauen vor dem Abstiegsspiel der Hertha in der letzten Saison eine tolle Spreefahrt beschert hat, sondern weil man Hertha halt auch mal so gar nicht sympathisch finden kann.

So, noch einmal schlafen, dann geht es los.

Und weil man so viele Derbys auf einem Haufen auch ganz selten hat, lade ich zur ultimativen Derby-Tipp-Runde ein.

Getippt werden müssen alle Derbys dieses Wochenendes und zwar in chronologischer Reihenfolge. Hinterlasst die Tipps einfach in einem Kommentar:

Hertha BSC Berlin – Union Berlin

VfL Wolfsburg – Hannover 96

St. Pauli – Hamburger SV

FC Schalke 04 – Borussia Dortmund

Meine Tipps:

2:2

3:0

2:1

2:1

 

Der erste und hoffentlich letzte T-Home-Cup ist vorbei. Nicht nur, weil mein Team letzter geworden ist, will ich den guten alten Ligapokal zurück.
2 x 30 Minuten Spielzeit bringt den Bier-Rythmus beim zuschauen völlig durcheinander. Die Stimmung im Stadion ist überschaubar gut, wenn die eigene Mannschaft spielt.
Wenn nicht, müssen die Maskottchen irgendwelche Pseudo-Käbbeleien austragen, was der gelangweilte Zuschauer dann auch endlich mal mit Emotionen honoriert. Das geschehen auf dem Platz war eigentlich nur während der zwei blau-weissen Niederlagen interessant.
Warum hat man den Ligapokal abgeschafft? Dort trafen sich die besten Mannschaften der vergangenen Saison zum Stell-Dich-Ein. Es ging um Knete und vor allem um einen richtigen Titel.
So wie sich diese Veranstaltung an diesem Wochenende präsentiert hat, ist sie zum Scheitern verurteilt.
 

Das gestern war wohl das grausamste Fußballspiel meiner Königsblauen EVER! Im Style des FC Bayern hat auch der HSV mit minimalem Aufwand 3 Punkte aus der Veltins-Arena mitgenommen. Schalke ist und steht vor einem Scherbenhaufen. Während sich die Führungsetage öffentlich mit irgendwelchen Möchtegern-Manager-Kandidaten trifft und das genaue Gegenteil von Ruhe in diesen Club bringt, während sich der heilige St. Marcello quasi selbst Exkommuniziert und die Mannschaft so leidenschaftslos auftritt, dass selbst die Zuschauer dieses Rumgegurke nichtmal mehr mit einem gellenden Pfeiffkonzert,sondern nur mit fassungsloser Stille quittieren (die Höchststrafe), schreibe ich diese Saison als eine der schlimmsten Spielzeiten ab, die ich als Fan des FC Schalke 04 jemals miterleben musste.

Ich gehe ganz stark davon aus, dass Fred Rutten nach der Länderspielpause nicht mehr Trainer des FC Schalke 04 sein wird. Dafür sind die Leistungen und nun auch die Ergebnisse einfach nicht mehr schön zu reden. Schön zu reden ist auch nicht mehr die Aussendarstellung des Vereins. Clemens Tönnies fährt den Karren gerade endgültig an die Wand. Peter Peters scheint seinen Interims-Job als Chef der Öffentlichkeitsarbeit auch schon wieder an den Nagel gehängt zu haben. Nicht anders zu erklären ist das Kahn Theater unter der Woche. Ein eingermaßen seriös geführter Verein lädt einen potenziellen Manager-Kandidaten nicht in das hauseigene Hotel des Aufsichtsratvorsitzenden, sondern trifft sich an einem dezenteren Ort, wo man dann tatsächlich alles “sauber abklopfen” kann.

Ich hab dieses Mal gar keine Lust auf eine Einzelkritik. Der ganze Verein bekommt von mir kollektiv eine 6. Ungenügend. Traurig. Setzen.

 

“Was erlauben Streit?” Soetwas in der Art, garniert mit einigen Schimpfwörtern und Beleidigungen, werden sich die Anhänger der Roten aus Niedersachsen gedacht haben, als sie vom plötzlichen Sinneswandel Streits hörten und dieser gegen jede Abmachung nun doch nach Hamburg wechselt, anstatt bei Hannover zu unterschreiben.
“Es ging dem Spieler ums Geld”, lies sein Berater Gerster verlauten. Sicher geht es Streit ums Geld. Worum auch sonst?
Als Ersatz für den Brasilianer Neves wird er seine Planstelle einnehmen. Nur zur Erinnerung. Der 7,5 Millionen Mann brachte es auf 9 Spiele. Streit bei Schalke im doppelten Zeitraum auf 15.
Ich freue mich jetzt schon auf den ersten Kommentar in der Hamburger Bild Zeitung, wenn Streit sich über die zu harte Holzbank in der Kabine (“Die war ja bei Schalkes Regionalligateam bequemer!”) beschwert, oder sich wundert, warum er bei einem ähnlich großem Club wieder keine Chance bekommt.
Hannover wäre ein Neuanfang gewesen. Eine Möglichkeit, das schlechte Image wieder aufzubessern. Aber anscheinend will und kann er es nicht. Er bleibt ein geldgeiler Sack, der lieber ne Million mehr bezieht, als fussballerisch eine bedeutendere Rolle zu spielen, als Nummer 12 bis 15 im Team zu sein. Auf Schalke reichte es noch nichteinmal mehr dazu.
Immerhin ist das überzogene Gehalt gespart. Dafür muss Müller im Sommer mal wieder einen neuen Käufer für Streit finden. Ich denke nicht, dass es für Hamburg reicht.

Streit darf aus dem Berger Feld Camp

Streit darf aus dem Berger Feld Camp

 

Dem HSV zollt man Respekt, bei den Hoffenheimern geht es viel zu schnell, vom Leverkusener Kombinationsfussball ist man entzückt, wie man es in den letzten Jahren eigentlich nur von Bremens Zauberfussball gewesen ist. In Berlin wissen sie selber nicht so genau, warum man da steht, wo man gerade steht und die Wölfe spielen gerade so auf, wie es der FC Bayern nur zu gern machen würde.

Dann kommt mein FC Schalke. Und bei dem muss man sich Fragen, wo man zuerst den Feuerlöscher ansetzen sollte.

Da wäre zum einen das 1:1 gegen den HSV, das bereits die vierte Punkteteilung in dieser Saison war. Hier muss man auch erwähnen, dass in den letzten drei Spielen lediglich 2 Punkte rausgesprungen sind. Zu wenig. Fred Rutten ist deshalb in Erklärungsnot. Ebenso beim Thema Aufstellung bzw. System. Spätestens heute muss auch Rutten klargeworden sein, dass drei Mittelfeldstrategen mindestens einer zu viel ist. Wir brauchen eine kreative Station im Mittelfeld. Wenn nicht Rakitic, dann von mir aus Ze Roberto, denn vor allem Farfan, aber auch Altintop brauchen noch einen, mit dem sie schnell und auf engem Raum kombinieren können. Das Spiel nach vorne war auch heute wieder sehr viel Aufwand mit zu wenig daraus resultierendem Ertrag. Die Effizienz geht dem Schalker Spiel eigentlich völlig ab. Nur bei Standards nicht.

Kommen wir zu den lodernden Flammen im blau-weissen Spielerpersonal. Da ich mir das Positive bis zum Ende des Absatzes aufbewahren möchte, fang ich ganz vorne an. Kevin braucht Hilfe. Und das meine ich hier ernst. Als Werbefigur und Teenie-Schwarm kam Kuranyi 2005 zum FC Schalke. Gestern, knapp drei Jahre später, ging er in der 63. Minute vom Platz und wurde von knapp 52.000 Menschen ausgebuht. Die waren allerdings nur stellvertretend im Stadion für eine ganze Fussballnation, die dem Fahnenflüchtigen gebührend verabschiedete. Kuranyi ist zum zweiten Mal in seiner relativ jungen Karriere am Tiefpunkt angelangt. Den einen hat er seiner durchschnittlichen Leistung in der Saison 2005/06 und einem Querkopf names Jürgen Klinsmann zu verdanken. Der Tiefpunkt, an dem er jetzt angekommen ist, hat er sich mit seinem unsauberen Abgang sicherlich zum Teil auch selbst zuzuschreiben. Der Rest geht auf die Kappe der Medien, des Bundestrainers Jogi Löw und uns Fussballfans. Vor allem wir Schalker müssten uns eigentlich was schämen. Wir haben unter anderem dafür gesorgt, dass fast ganz Fussballdeutschland den Respekt vor der Person Kevin Kuranyi verloren hat. Denn wem soll man es Übel nehmen, einen Spieler auspfeifen, dem schon im eigenen Stadion regelmäßig bei jeder missglückten Aktion hörbaren Missmut von der eigenen Anhängerschaft entgegenschläg? Ebenfalls stellvertretend, aber diesesmal für Deutschlands Meinungsmacher, genoss Marcell Reif gestern die schwache Vorstellung des Stürmers. Ich habe selten so eine Abfälligkeit und Respektlosigkeit in den Worten eines Journalisten gehört. Auch Sie sollten sich schämen, Herr Reif!

Im Mittelfeld heisst das Sorgenkind Orlando Engelaar. Sicher hat er gestern auch einige feine Pässe geschlagen, aber der Holländer hat nicht nur beim 1:0 große Schwächen in Sachen Reaktionsschnelligkeit und vor allem Tempo aufgezeigt. Der Aussetzer war eher symptomatische für den Eindruck, den Engelaar bisher in der Bundesliga macht. Im falsch besetzten Mittelfeld muss er Streichkandidat Nummer 1 sein, denn sowohl Jones als auch Ernst waren sowohl defensiv als auch offensiv stärker als Engelaar.

Die Abwehr hat heute zwei Gewinner. Bennedikt Höwedes und Manuel Neuer. Die U21-Helden waren auch gestern maßgeblich am Punktgewinn beteiligt. Neuer durch gute Reflexe, sicherem Stellungsspiel und unfassbar weiten Abwürfen. Benedikt Höwedes machte ebenfalls eine gute Figur. Beim Kopfballtor zum 1:1, aber auch sonst mit einem guten Spiel. Sorgen bereitet da schon eher Marcello Bordon, der zwar nur im Spiel gegen Köln richtig schlecht spielte, aber in den letzten Spielen mehr und mehr Unsicherheiten zeigte

Fazit: Auf Schalke läuft es nicht Rund. Ganz und gar nicht. Es brennt zwar noch nicht lichtaloh und man sollte sich auch nicht so viele Sorgen machen, wie man sie sich beim FC Bayern machen sollte, aber es gibt angenehmere und vor allem ruhigere Arbeitsathmosphären. Begonnen hat es mit dem Mittelfussbruch von Manuel Neuer. Dazu gesellte sich der Fall Rafinha und die Niederlage in der Champions Legaue Qualifikation. Das Jahrhundertderby, ein unzufriedener Albert Streit und jetzt das Drama um Kevin Kuranyi.

Stimmen zum Spiel und die Highlights


1-1 Hamburger SV vs. Schalke 04 Goals – MyVideo

 

Wiedermal reichte eine 1:0 Führung nicht zum Sieg. Der wäre auch nicht verdient gewesen. Genausowenig wie eine Niederlage.
Das Ergebnis ist im Endeffekt gerecht. Schmeichelhaft für den HSV, denn der S04 mussten neben einer gefühlten Stammelf ab Mitte der ersten Halbzeit auf den bisherigen Shootingstar Jermaine Jones verzichten, der sich gleichzeitig sein Debut in der Nationalelf von der Backe putzen kann.
Ansonsten spielte Schalek wie immer. Hinten einigermaßen sicher, im Mittelfeld im Großen und Ganzen überlegen und im Sturm wie immer tote Hose.
Gefährlich wurde es eigentlich nur bei Standards.

Also alles beim alten…

 

Mit einer Rumpftruppe gegen den Tabellenzweiten. Klingt nach na Klatsche. Muss aber nich. Gutes Spiel gegen Chelsea. Wenn Larsen seine Torflaute gegen Kumpel Rost beendet ist ein Sieg drin. Wenn nicht, wird es sehr schwer wieder den Anschluss nach ganz oben zu finden.
Also, hoffen wir das Beste…

Glück Auf!!!

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