Zum Spiel: Für Holger Stanislavski wird es eine der größten Herausforderungen seiner bisherigen Trainerkarriere gewesen sein, das Team auf den Gegner einzustellen.
Nicht nur, dass der Trainer ein anderer war und somit gewohnte Taktik, Spielweise und Startelfpersonal eigentlich kaum vorhersehbar war, auch seine Mannschaft glich – zumindest in der Defensive – einer Rumpfelf.
Schalke begann stark. Spielte mit Sarpei auf der linken Verteidigerposition. Mit Papadopoulos und Kluge auf der Doppelsechs. Und mit Baumjohann als kreativer Mittelfeldakteur. Schon in den Anfangsminuten wurde deutlich, dass Schalke mit seinem neuen Trainer vieles anders machen will. Man begann Druckvoll. Versuchte sich auf maximal zwei Ballkontakte zu beschränken und setzte die Außen immer wieder mit langen diagonalen Pässen in Szene. Schon in den ersten Minuten hatte Schalke gleich zwei gute Torchancen. Doch die Latte und die Fehlentscheidung von Schiedsrichter Aytekin bewahrten die Kiezclub-Kicker vor einem frühen Rückstand. Dann die Hiobsbotschaft für den Mario Gavranovic. Ein Syndesmoseriß beendet sein Auftritt am Millerntor nach 7. Minuten und seine Bundesligasaison am 28. Spieltag. Gute Besserung!
Mit der Zeit fand auch St. Pauli immer besser in die Partie. Richtig gefährlich wurde es für Neuer allerdings nie, denn die richtig gefährlichen Aktionen wurden schon in der Abwehr entschärft. Vor allem defensiv hat Schalke am Freitag eine sehr solide Partie abgeliefert. Im Angriff waren es “die Waffe” und “die Lebensversicherung”, die Schalke mal wieder in Führung brachten. Im Kurzdurchlauf sah das so aus: Ecke Farfan, Kopfball Raul, Tor für Schalke in der 26. Minute.
Gerade Farfan war am Freitag Abend im wahrsten Sinne des Wortes nicht zu halten. Immer wenn es für St. Pauli gefährlich wurde, war Farfan irgendwie beteiligt. In der zweiten Halbzeit änderte sich das Spiel ein wenig. St. Pauli störte nun energischer und drängte Schalke zweitweise Tief in die eigene Hälfte. Doch für übermäßige Gefahr sorgten die Angriffe bei den Königsblauen mit. Bis zur wohl entscheidenden Spielphase ab der 65. Minute. Kruse bringt eine dieser gefährlichen Freistoßflanken in Richtung linker Torpfosten. Boll macht das Bein lang, trifft den Ball aber nicht. Neuer macht die Aktion mit und wird schlussendlich auf dem falschen Fuß erwischt. Hätte Boll nicht im passiven Abseits gestanden, man hätte geschrieben: St. Pauli hat sich in der zweiten Halbzeit ins Spiel zurück gekämpft und folgerichtig den Ausgleich erzielt. Da es diese passive Abseitsregel aber nun mal gilt, hatte Schalke in dieser Situation Glück, dass diese für mich immer noch unsinnige Regel nunmal dazu gehört.
Während Pauli noch diskutiert, ist es wieder Farfan, der mit einer tollen Flanke von der Grundlinie den heranstürmenden Draxler bedient und ihm das erste Bundesligator auflegt und für die Entscheidung sorgt. Danach wird es auch auf dem Platz unschöner. Die gelb-rote Karte für Kalla (68. Minute) geht vollkommen in Ordnung, auch wenn Farfan da auch ein Fließkärtchen für’s Hinfallen verdient hat. Die rote Karte für Bartels (79. Minute) muss man unter Frustfaul einstufen. Auf ihn dürften drei Spiele Sperre warten.
Der Rest geht in die Geschichte ein. Die Bundesliga hat ihren siebten Spielabbruch, Schalke den zweitjüngsten Toschützen der Bundesligageschichte, dessen Tor wohl nicht anerkannt wird. Julian Draxler war am 01. April 2011 genau 17 Jahre, 6 Monate und 11 Tage alt. Und St. Pauli? Die haben einen Becherwerfer und hoffentlich auch eine lebhafte Diskussion darüber, wie man sich in Zukunft gegenüber Auswärtsfans verhält.









Kommentare
Carlito69: Egal, ob jetzt 69%, 75% oder 82%, die beiden sind aktuell sau wichtig für unser erfolgreiches Spiel....
Carlito: Ich warte gespannt! :-)
Carlito: Ja, der Huub wird es nicht leicht haben, wenn sich alle wieder fit melden. Ich vermute aber mal, dass er...
tobitatze: @robkem04: So wird es derzeit gemacht. Im Sportbloggernetzwerk werden Vorschläge gesammelt, die dann von...
tobitatze: Das stimmt. Da gilt halt auch der Satz: “Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht...