Rolf Dittrich wurde gegangen. Das ist für mich erstmal eine gute Nachricht. Zu schlecht hat sich der von Felix Magath inthronisierte Pressesprecher in verschiedensten Situationen verhalten. Vor allem im Umgang mit den Mitarbeitern und den Fans schien er sich nicht besonders gut gemacht zu haben.

Häufig hatte man den Eindruck, er agiere nicht zum Wohle des Vereins, sondern ausschließlich zum Wohle und im Sinne von Magath. Jetzt möge mancher behaupten, dass Magath so viel Macht besäße, dass es da keinen wirklich großen Unterschied mehr gäbe. Dass dem nicht so ist, konnte man in den letzten Tagen beobachten. In einer Mehrheitsentscheidung hat der Vorstand die Freistellung des Pressesprechers beschlossen. Der Vorstand besteht derzeit aus Peter Peters, Horst Heldt und eben Felix Magath. Der Trainager zeigte sich auf der Pressekonferenz überrascht von der Entwicklung.

Ich lese aus diesen Ereignissen, dass der restliche Vorstand, gemeinsam mit dem Aufsichtsrat, ein Zeichen in Richtung Felix Magath setzen wollte: “Wir wollen mit dir weiter machen, deine Alleingänge innerhalb des Vereins machen wir aber nicht mehr mit. Jetzt kannst du mal sehen, wie sich das anfühlt, wenn einfach so über deinen Kopf hinweg entschieden wird.”

Derzeit habe ich mich noch nicht abschließend zum Thema geäußert. Das liegt zum einen daran, dass mir bisher die Zeit fehlte, meine Meinung kund zu tun. Zum anderen liegt es daran, dass diese Meinung ziemlich komplex und vielschichtig ist:

Meiner Meinung nach sollte man es weiterhin mit Magath versuchen. Zumindest bis zum Saisonende. Als Trainer gehört er für mich immer noch zu den besten im Lande. Das beweist sein Erfolg in der letzten Saison. Auch in dieser Spielzeit hat Magath etwas geleistet. DFB-Pokal Finale und Champions-League Viertelfinale sind durchaus achtsam. Die Bundesligasaison ist eh die verrückteste, die ich bisher erlebt habe. Solange er es schafft, nicht mehr in den Abstiegsstrudel zu geraten, ist auch hier alles in Butter.

Dass sich die Mannschaft über seine Gangart beschwert hat, kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Er ist als harter Hund bekannt und zieht sein Ding durch. Wer damit nicht klarkommt, sollte gehen.

Diesen harten Hund sollte er aber nicht als Arbeitgeber auf der Geschäftsstelle geben, denn die dortigen Mitarbeiter sind keine Profifußballer mit Millionengehältern. Sie sind, im Gegensatz zu den Lizenzspielern, ein kontinuierlicher Teil des Vereins, der diesen Umgang nicht braucht. Magath betont immer und gerne, dass er auch Fehler gemacht habe. Ob er auch in der Lage ist, diese Fehler abzustellen und den Verein (damit meine ich Fans und Mitarbeiter) mit ins Boot zu holen, da bin ich mir noch nicht so sicher. Sollte in dem Gespräch mit Tönnies die Bereitschaft auf Seiten Magaths nicht erkennbar sein, sollte die Trennung vollzogen werden. Denn der Verein ist das höhere Gut. Er steht auch über Erfolg und Titel.

Sportlich gesehen wird das Spiel gegen Frankfurt heute mehr oder weniger zum Fingerzeig. Gewinnt man, bleibt der Absteigskampf nur im Hinterkopf. Sollte man Punkte lassen oder gar verlieren, dann geht es in den nächsten Wochen nur noch um eins: Ums sportliche Überleben.

 

So, die Auswertung zum Knappe des Spiels ist nun abgeschlossen. Leider haben dieses Mal nicht wirklich viele Leser teilgenommen. Das lag, so konnte man es den Kommentaren entnehmen, vor allem an der schlechten Leistung des Teams. Man sah sich wohl außer Stande, überhaupt irgendeinem Spieler eine gute Leistung zu attestieren.

Es ist also nicht verwunderlich, dass der Schnapper zum besten Spieler gewählt wurde. Manuel Neuer steht das erste Mal an der Spitze. Christoph Metzelder, der Gesamtführende, landet auf Platz 2 vor Jeff Farfan, der in der Gesamtwertung seinen zweiten Platz verteidigt.

Ich werde eine kleine Änderung bei der Wertung vornehmen und die Extra-Punkte für die meisten Nennungen zurück nehmen. Sie sind offensichtlich für das Gesamtergebnis irrelevant.

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Der FC Schalke 04 blamiert sich nach der guten Vorstellung in der Champions-League gegen Hapoel Tel Aviv in der Bundesliga.

Dass die Schalker in Frankfurt tatsächlich einen Punkt entführen, ist vor allem dem Ex-Schalker Halil Altintop zu verdanken. Der Chancentod vergab die beste von unzähligen Möglichkeiten der Hessen.

Verdient haben sich die Spieler des FC Schalke 04 dieses Unentschieden bei Leibe nicht. Mutlos, uninspiriert und vor allem kampflos schenkten die Königsblauen das Spiel an die Frankfurter ab. Die zweite Halbzeit war, um es auf den Punkt zu bringen, grausam. Nach vorne tat sich gar nichts mehr. 10:0 Torschüsse in Halbzeit 2 sprechen da Bände.

Magath hat sich schon Mitte der zweiten Halbzeit mit dem Unentschieden abgefunden, als er den defensiven Matip für den offensiven Jurado brachte. Mehr Sicherheit konnte Matip der Abwehr allerdings nicht verleihen. Schalke wurde, vor allem über die Außen, ein ums andere Mal vorgeführt.

Gab Magath vor dem Spiel noch zu Protokoll, dass das Spiel gegen Hapoel nicht allzuviel Kraft gekostet hat, brachte er nach dem Spiel genau diese Ausrede im Sportstudio.

Dieses Spiel live mitzuerleben, macht einen absolut sauer! Gerade als Schalker gibt man sich mit einem Punkt zufrieden, wenn die Mannschaft “Eier” zeigt und den Kampf annimmt. Konnte man in der ersten Halbzeit noch die Hoffnung haben, dass da was geht, folgte die absolute Ernüchterung in den zweiten 45 Minuten.

Es ist also weiterhin Abstiegskampf angesagt. Hoffnung, dass es bis zur Winterpause besser wird, habe ich keine. Zu eklatant sind die spielerischen Schwächen. Zu gering ist die Laufbereitschaft der gesamten Mannschaft und zu langsam funktioniert das Umschalten von Abwehr auf Angriff und umgekehrt. Vier Basis-Elemente, die eine Mannschaft durch hohe Qualität in der Offensive nicht wett machen kann.

Magath muss nun die Peitsche rausholen und die Mannschaft “lang” machen. Zuckerbrot gab es aus meiner Sicht genug. Auch wir Fans sollten so langsam mehr Druck auf das Team ausüben, sonst bleibt man dort unten im Keller, bis die Lichter ausgehen.

Fotos von der Auswärtsfahrt gibt es hier.

Voting: Knappen des Spiels

Auch heute darf man wieder seine Knappen des Spiels wählen. Die Regeln findet ihr hier. Ich hoffe auf rege Beteiligung!

Metzelder: 3

Neuer: 2

Farfan: 1

 

Schalke gewinnt einen Punkt in Frankfurt. Hier ein paar Bilder und Videos…..

Üffes (datt is französisch!) war auch mit an Bord
Viel Blau. Viel Weiß
Schalker Fan-Mobil. Allesfahrer-Kontrolle
Blick in das weite Rund der Commerzbank-Arena

Die Mannschaft und die Kurve machen sich warm
Lautern abgeschlachtet – Frankfurt ist stolz. Wenn man sonst nix hat…

Vorsicht! Geistergänger!
 

Es ist eigentlich nicht zu glauben, aber Schalke fühlt sich in der Champions League offensichtlich wohl. Mit einem 3:1 gegen ein harmloses Hapoel Tel Aviv sicherte sich Schalke (fast) schon das Überwintern im internationalen Geschäft.

Das Schalker-Offensiv-Dreieck eröffnete die Gala nach 2 Minuten und ein paar Zerquetschten. Pass Jurado, Finte Huntelaar und Raul taucht frei vor dem Kasten auf. So einen macht sogar ein Raul ohne viel Selbstvertrauen. In der Folge spielte Hapoel zwar mit, gefährlich wurden sie aber im ganzen Spiel nicht.

Moritz und Jones gaben vor der Abwehrreihe Sicherheit und Farfan und Jurado initiierten Angriff um Angriff. Der kurz nach der Pause eingewechselte Rakitic war maßgeblich an der besten Kombination dieser Saison beteiligt. One touch nennt man das, was der Kroate da mit Huntelaar und Raul gemacht hat, auf Neu-Deutsch. Direkt kann man auch sagen. Raul mit seinem zweiten Treffer. Danach durfte sich der andere Spanier bejubeln lassen. Klasse Schlenzer zur endgültigen Entscheidung von Jurado.

Das 3:1 war eigentlich keine richtige Chance. In der Nachspielzeit flog eine Freistoßflanke in den Strafraum. Keiner wollte mehr hochspringen und Neuer wollte seine Gesundheit auch nicht mehr gefährden und blieb auf den Beinen. Drauf geschissen! Ein toller Champions-League-Abend!

Doch was nun? Dass die Kür immer ganz gut gelingt, davon kann man sich im harten Bundesligaalltag nichts kaufen. Auch nach dem Spiel gegen Lissabon rechnete jeder damit, dass der Knoten geplatzt ist und Nürnberg der richtige Gegner wäre. Das Spiel ging verloren. Schalke spielte wieder so, wie man es nur in Lüdenscheid gerne sieht. Zum weggucken.

Am Samstag trifft man auf Frankfurt. Nicht die beste Heimmannschaft. Und ein gutes Pflaster für Königsblau, erinnert man sich an die letzte Saison zurück. Mit einem 1:4 triumphierte man in der Mainmetropole. Ich war dabei und werde auch am Samstag wieder vor Ort sein. Kann eigentlich nix schief gehen. Oder doch? Ich bleibe skeptisch. Und optimistisch. Ist das jetzt ein Widerspruch?

Weiter Blogbeiträge:

Oase Champions-League (Königsblog)

Ein paar Juwelen (Schalkefan)

Schreien, toben, reklamieren (Turnhallengeruch)

Womöglich… (Web0.4)

CL: Schalke – Hapoel 3:0, äh 1 | Schlusskritik (Weckenbrock)

Befreiungsschlag? (Kämpfen & Siegen!)

FC Schalke 04 – Hapoel Tel Aviv 3:1 (Auswärtssieg)

Wende oder Kreisverkehr? (NullVier-Blog)

 

Der Auftritt der Königsblauen gegen Frankfurt kommt in Presse und Blogs unterschiedlich gut weg. Im Fokus stehen allerdings immer die gleichen: Oldie Asamoah und Schalkes Jungspunde im Mittelfeld.

Thorsten Wieland vom Königsblog findet es angesichts harmloser Frankfurter tragisch, “dass Schalke derart lange brauchte, um seinerseits zu Chancen zu kommen. Erst als nach der Pause eine Schippe draufgelegt wurde, als durch erhöhten Druck auf die ballführenden Frankfurter mehr Ballbesitz erarbeitet wurde, als es mehr Bewegung und mehr Tempo gab, kam es zu Chancen für Königsblau.

Wie es denn dann zu den Schalker Chancen kam, erklärt Matthias van der Weide im Schalkefan-Blog. “In der vergangenen Saison erzielte Schalke gefühlte zwei Drittel aller Tore nach Standardsituationen. In dieser Spielzeit schien es zunächst, als seien Tore “aus dem ruhenden Ball” heraus urplötzlich verpönt. (…) Am Freitag hat Schalke seine Standard-Erfolgsbilanz  gehörig aufpoliert. 2:0 hieß es nach größtenteils sehr höhepunktarmen 90 Minuten gegen die Eintracht. Zweimal traf Schalke nach einer Spielunterbrechung.

Während viele Stimmen den alternden Asamoah schon abgeschrieben haben, zählt er den Dienstältesten Schalker noch nicht “zum alten Eisen. Zwei bis drei Jahre Bundesliga auf gehobenem Niveau sind im zweifelslos noch zuzutrauen, insbesondere wenn er sich weiterhin in derart guter körperlicher Verfassung präsentiert, in die ihn das Magathsche Trainingspensum ganz offensichtlich versetzt hat” und macht ihn zum “Matchwinner, der einem toten Spiel Leben einhauchte“.

DerWesten.de stellt heraus, wie wichtig solche Siege für ein junges Team sind und titelt: “Solche Schalker Siege schweißen zusammen” Dies kann nur im doppeltem Sinne gemeint sein. Zum einen meinen Kerkhoff und Hendriock wohl das junge Team und zum anderen das wieder immer besser werdende Verhältnis zwischen Verein, Mannschaft und Publikum.

Der Reviersport hat indes gute Nachrichten von Christian Pander, der sein Comeback für die Rückrunde ankündigt und stellt fest, dass es schon längst wieder jemanden gibt, der ähnlich gute Freistöße schießt: Lukas Schmitz. Dieser will das nur noch nicht ganz zugeben.

Die Frankfurter Blogosphäre zieht stattdessen über die Schalker “Turnhalle” her. Blog G beschwert sich: “Was einem auf Schalke geboten wird, ist Kundenfußball wie er schlimmer bei den Bayern nicht sein könnte. Eine Inszenierung in einer Turnhalle, weitestgehend still konsumiert von über 60.000 Leuten, die dann beginnen die Mannschaft zu unterstützen, wenn sie sowieso nicht mehr verlieren kann.

Und auch der Beverungen-Blog haut in die gleiche Kerbe: “Das Dach der Halle war geschlossen, das Licht gleißte und aus der einstmaligen Flutlichtatmospäre wurde eine Art Filmset-Beleuchtung, während auf dem Feld ein Zeppelin mit der Aufschrift Berlin-Air schwebte. Gelsenkirchener Komparsen, ausgestattet von Gazprom, hockten ganz in Blau auf ihren Plätzen und bestaunten das Event. Allein einige Teile der Nordkurve gebärdeten sich unruhig.

Während Blog G zumindest die Harmlosigkeit der Frankfurter Angriffsbemühungen herausstellt: “Ein Schuss auf das Tor des Gegners in 90 Minuten Spielzeit. Ich nehme an, es handelte sich um den Versuch von Alexander Meier, der neben das von Manuel Neuer gelangweilt gehütete Tor rauschte. Ein einziger Schuss. Ergibt aus den letzten zwei Spielen des hessischen Bundesligisten keine einzige wirklich zwingende Torchance. 180 Spielminuten, immerhin in der höchsten deutschen Spielklasse des Fußballsports, ohne dass der Anhänger des eigenen Vereins wenigstens einmal die Hoffnung hätte haben können, es könne klappen und man würde weiter fleißig Punkte sammeln. Punkte, die man braucht, um das anvisierte Saisonziel zu erreichen.” wollte Beverungen ein Spiel auf Augenhöhe gesehen haben: “Den fälligen Elfer verwandelte Farfan und so endete ein Spiel, das eigentlich 0:0 ausgehen musste mit einem Heimsieg für Gelsenkirchen.”

Sollte ich Quellen (vor allem Blogs) vergessen haben, dann schreibt mir

 

Schalke geht es gut. Zumindest sportlich. Über die finanzielle Lage will ich mir nicht auch noch das Maul zerreißen. Das können getrost andere machen.

Mich interessiert vornehmlich der sportliche Aspekt und da muss ich sagen: Schalke wurde wiederbelebt. Vor allem von Felix Magath und der Aufbruchstimmung, die der erfolgreichste Bundesligatrainer der letzten Jahre mitgebracht hat.

Er darf sich zur Zeit alles erlauben und (fast) alles scheint zu klappen. Da debütiert ein Christoph Moritz gegen Nürnberg und ist nach dem 8.Spieltag eigentlich nicht mehr aus dem Mittelfeld wegzudenken.

Da  holt er einen Lukas Schmitz aus der Zweiten und man ist erstaunt, dass er so unauffällig aber effektiv wie einst ein Fabian Ernst spielt und auch noch Freistöße wie Christian Pander schießen kann. So geschehen gegen Frankfurt.

Er gibt einer “Diva” wie Rafinha Sonderurlaub und anstatt dass die Presse dies als Führungsschwäche auslegt, wird er für sein pädagogisches Fingerspitzengefühl gelobt. Rafinha dankt es ihm mit gewohnt guten Leistungen und mehr Zurückhaltung auf und neben dem Platz.

Er stellt neben den schon fast abgewanderten, aber nun wieder bärenstarken St. Marcello einen jungen peruanischen Nationalspieler namens Zambrano, der von Spiel zu Spiel mehr und mehr lernt und im gleichen Maße Stabilität ausstrahlt.

Spaß macht auch Levan Kenia. Er läuft und kämpft wie einst Berti Vogts, spielt feine Pässchen wie Lincoln und dribbelt wie ein Lionel Messi. Völlig übertrieben? Stimmt, aber Ansätze von alledem sind zu sehen. Ihm fehlt wohl noch die Effektivität, um dem Schalker Spiel noch mehr Impulse zu geben. Auf dem Weg dorthin ist er allemal.

Das Publikum und die Mannschaft wachsen wieder zusammen

Eine große Wandlung auf Schalke hat nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf den Rängen stattgefunden. Habe ich in den letzten Spielzeiten die Stimmung der Auswärtsspiele immer mehr schätzen gelernt, ist nun auch in der Arena wieder ein Miteinander zu spüren. Natürlich kann man dieses “Wunder” wieder Felix Magath zuschreiben, doch vor allem ist es die Mannschaft, die begeistert. Bedingungsloser Einsatz und Kampf sind angesagt.

Auch gestern gegen Frankfurt war es kein “gutes” Spiel. Technisch mit wenigen Höhepunkten, doch man hatte nie den Eindruck, dass die Mannschaft lustlos spielt, wie es unter Rutten oftmals der Fall war. Trotz der fußballerischen “Magerkost” blieb das Publikum ruhig, klatschte und sang dann und wann mit der Nordkurve und entfaltete seine ganze Kraft nach dem Treffer von Asamoah. Man stand, wo man gar nicht stehen musste. Man blieb, wo man vorher schon  in der 80. Minute auf dem Weg Richtung Alltag war, bis die Mannschaft ihre verdiente Ehrenrunde hinter sich hatte und sich zum Ausdehnen um den Mittelkreis nieder ließ.

Fußballerisch hat sich (bisher) nicht allzu viel verändert. Schalke stellt wieder eine der stabilsten Defensiven der Liga und verwöhnt in der Offensive nur seltenst mit tollen Aktionen. Mehr Zielstrebigkeit ist zu erkennen. Von einem Offensivfußball alá Wolfsburg ist Schalke allerdings noch sehr weit entfernt. Ob diese Mannschaft das kann und vor allem muss, darf hier gerne diskutiert werden.

Dass dann auch noch der Kämpfer vorm Herrn, Gerald Asamoah (Happy Birthday!) und Jefferson Farfan, der bisher beste Schalker in dieser jungen Saison, die beiden Treffer markieren, passt ins Bild und freut ungemein.

Trauer trübt das Bild

So ganz und gar nicht ins Bild passt der Tod eines langjährigen blau-weißen Kämpfers, der sein größtes Duell gestern verloren hat. Rolf Rüssmann starb im Alter von 58 Jahren an Krebs. Mir ist der Name Rüssmann nur aus der Geschichte bekannt. Aktiv habe ich ihn nur als Manager bei Mönchengladbach und Stuttgart erleben dürfen. Um zu wissen, dass er der Schalker-Familie fehlen wird, muss man aber kein Spiel von ihm gesehen haben. Es reicht, die stehenden Ovationen des Publikums mitbekommen zu haben, die er beim Einzug in die Schalker Ehrenkabine beim Spiel gegen den KSC empfangen hat.

Mein Beileid gilt seiner Familie, Angehörigen und Freunden. Glück Auf, Rolf!

 

Ich traute gestern gegen 17 Uhr meinen Augen und Ohren nicht. Schalke hat wiedermal das 1:1 kassiert, nachdem man die 20 Minuten vorher wieder das Fussballspielen und größtenteils auch das Kämpfen, eingestellt hatte.

Ich hätte wetten können, dass aus Frankfurt Bochum wird und wir wieder als Verlierer vom Platz gehen. Dass dem nicht so war, verdanken wir einer alten Stärke, die gestern wieder zum tragen kam. Eine Standardsituation rettete Schalke vor der endgültigen Tristesse. Danke, Mirko!

Ansonsten kann ich nur sagen: Wir sind wieder vor den Lüdenscheidern. Das gefällt. Wir haben immer nur noch 5 Punkte Rückstand auf Platz 5, der übrigens gerade vom FC Bayern gehalten wird. Auch das gefällt.

Schafft es Schalke jetzt, konstant zu Punkten und vor allem gegen die direkte Konkurrenz drei Punkte einzufahren, kann da wirklich noch was gehen. Das gefällt ebenfalls.

Einzelkritik:

Manuel Neuer: 2

Starke Reflexe und beim Tor ohne Schuld. Bringt zur Zeit wirklich konstant gute Leistungen.

Rafinha: 2

Die Ballannahme vor dem 0:1 war klasse! Ansonsten zeigte er das, was er kann. Und das ist gut.

Mladen Kristjic: 3

Spielte nicht so souverän wie in den vergangenen Spielen. Trotzdem keine schlechte Leistung.

Marcello Bordon: 2

Trotz kaputtem Arm eine Top Leistung von Bordon.

Levan Kobiashvili: 3+

Hat sich wohl den Stammplatz gegen Pander zurück erkämpft. Und das auch nicht zu unrecht. Gestern wieder konstant gut.

Heiko Westermann: 2-

Beim Ausgleich nicht am Mann. Dafür bei der Standard zur Stelle und mit dem Siegtreffer. Defensiv nicht gut. Offensiv zu unauffällig.

Orlando Engelaar: 3

Wieder kein schlechtes Spiel von Engelaar. Ein haarsträubender Fehlpass, dafür mit der Freistoßflanke zum Siegtreffer.

Jermaine Jones: 3-

Leider nicht sein Spiel heute. Viele Fehlpässe und durch die frühe gelbe Karte in seinen Aktionen gehemmt.

Vincente Sanchez: 2

Die positive Überraschung des Spiels. Brachte Schwung in die Offensivaktionen. Mit ein bisschen mehr Spielpraxis hoffentlich auch torgefährlicher.

Jefferson Farfan: 3+

Wegen muskulärer Probleme ausgewechselt. Vorher gut, aber nicht überragend. Schöner Assist zum 0:1

Kevin Kuranyi: 4

Leider so gut wie gar nicht zu sehen gestern. Rakerte aber viel.

Bitte wählt rechts den Schalker der Spiels!

 

Wer am Samstag in der Sportschau die bewegten Bilder der Königsblauen in ihrem Match gegen Eintracht Frankfurt sehen will, muss wohl pünktlich einschalten. Schalke ist spätestens mit dem verpassten Sieg gegen Lüdenscheid im Mittelmaß angekommen und muss sich wohl an zeitnahe “Ausstrahlungstermine” gewöhnen.

Traditionell werden die (von der Tabelle her) spannensten Partien am Ende der Sendung gezeigt. Welche das sein wird, ist mir bis jetzt auch noch nicht ganz klar, aber da es für Hoffenheim und Hertha um die Tabellenspitze geht, kann man davon ausgehen, dass die Spiele gegen Dortmund (Hoffenheim) und Mönchengladbach (Hertha) zum Schluss kommen werden.

Selbst die Brisanz bei Spielen wie Hannover gegen Leverkusen ist größer. Zum einen, weil es hier das Torwartduell der beiden (vermeintlich) besten deutschen Torhüter geht und zum anderen, weil Hannover sich nach dem Sieg gegen Schalke doch wieder in Abstiegsgefahr gebracht hat.

Auch Bochum gegen Cottbus – sicherlich nicht des Fussballs feinste Kleider – wird in der Berichterstattung nach dem Duell Frankfurt gegen Schalke gezeigt werden.

Eigentlich ist es schrecklich traurig für die Bundesliga, dass Schalke, trotz miserabler Punkteausbeute, Theater im und um den Verein, einem blassen Trainer und einem wankelmütigem Manager immer noch nicht komplett aus dem Rennen um die begehrten UEFA-Cup Plätze verabschiedet hat.

Schalke ist nur 5 Punkte weg. In Zeiten der 3-Punkte-Regel ist das so gut wie gar nichts. Nicht, dass ich jetzt wieder von UEFA-Cup oder gar Champions-League hoffe. Nein, ich träume nur.

 

Ich habe gestern einen Pflichtsieg gesehen. Dementsprechend zufrieden bin ich auch nach Hause gegangen. Das 1:0 gegen Frankfurt war kein Glanzstück, aber ein solides Stück arbeit. Natürlich hätte der Sieg gegen Frankfurt auch gerne höher ausfallen können, aber Schalke hat gestern so gespielt, wie es auch schon unter Slomka der Fall gewesen ist. Mit Ergebnisfussball. Also gibt es noch keinen Fortschritt unter Rutten? Doch gibt es. Dieser Ergebnisfussball ar über weite Teile des Spiels nämlich schön anzusehen und mit einigen guten Chancen bestückt, die dann nicht unbedingt aus Standardsituationen resultierten.

Mir hat gestern vor allem die fast schon unheimliche Ballsicherheit gefallen, die sich praktisch durch alle Mannschaftsteile gezogen hat. Gute, sichere Kombinationen machten ein aufbäumen Frankfurts eigentlich unmöglich. Das Umschalten auf den schnellen Ball nach vorne hat auch ab und zu geklappt. Vor allem über rechts. Schade, dass der Sieg nicht mindestens ein Tor höher ausgefallen ist. Das wäre verdient gewesen.

Hier die Stimmen zum Spiel und die Highlights (zur Zeit leider nur das Tor):

Die Einzelkritik:

Ralph Fährmann: 3 Kleinere Unsicherheiten, die aber ohne Folgen blieben. Bei einem Glücksschuss auf dem Posten. Ansonsten nicht ernsthaft geprüft.

Rafinha: 2 Stark im Zusammenspiel mit Farfan. Könnte zu einem Traumpaar avancieren. Heute ohne Fehl und Tadel.

Mladen Kristajic: 2 Defensiv ein absolut souveränes Spiel. Bekommt die bessere Note gegenüber Bordon, da er offensiv aktiver war.

Marcello Bordon: 2- Tadellos. Hat nichts anbrennen lassen.

Levan Kobiashvili: 3+ Hatte die linke Abwehrseite im Griff und hat sich zum Ende des Spiels auch endlich mit nach vorne eingeschaltet. Guter Vertreter für Pander.

Orlando Engelaar: 3 Unauffällig, aber deshalb nicht schlecht. Man sieht, dass er seinen Platz im Spiel noch nicht ganz gefunden hat. Teilweise “Spaßbremse” da er das Spiel zu langsam gemacht hat. Dafür sicher in der Ballverteilung.

Jermain Jones: 3 Wieder kein herausragendes Spiel, trotzdem in Ordnung. Hätte mir allerdings gegen seinen alten Club eine engargiertere Leistung gewünscht.

Heiko Westermann: 2- Diesesmal mit Assist zum entscheidenden Treffer. Ansonsten immer anspielbar und mit Impulsen nach vorne.

Jefferson Farfan: 2+ Starkes Spiel. Immer mit Einsatz und vor allem im Zusammenspiel mit Rafinha stark. Aktivster offensiver Spieler.

Ivan Rakitc: 4+ Ich bleibe dabei: Links Aussen ist nicht seine Position. Fand nie richtig ins Spiel. Muss ne Schüppe drauflegen, um sich dauerhaft gegen Sanchez, Asamoah und Streit auf dem Flügel durchzusetzen.

Kevin Kuranyi: 4 Eigentlich stark gespielt. Hat sich eine dicke Chance selbst erarbeitet, diese aber deutlich verzogen. Ansonsten aktiv im Spielgeschehen und immer anspielbar für seine Mittelfeldspieler. Versagt kläglich vor dem leeren Tor. Dies schreibe ich aber nicht nur ihm, sondern auch den Fans zu, die ihm diese Patzer anscheinend wünschen, damit sie endlich lospfeiffen können. Die schlechtere Note gibt’s weil ein Stürmer einfach an Toren gemessen wird. Oder zumindest an Torgefährlichkeit. Diese strahlt Kuranyi aber einfach nicht aus.

Vincente Sanchez: 3 Mit einigen guten Aktionen, die zwar nicht immer gelangen, aber den Wunsch nach Torerfolg und mehr Einsatzzeit hervorhoben.

Albert Streit: - Keine nennenswerte Aktion in den knapp 10 Minuten Spielzeit. Immerhin wurde er erstmals eingewechselt. Sicherlich auch ein Hoffnungsschimmer für ihn.

Wählt den Schalker des Spiels bitte rechts unter der Spieldaten. Die Umfrage geht bis Dienstag, 23. September 19 Uhr.

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