Ralf Fährmann ist wirklich nicht zu beneiden. Nach seiner Rückkehr begleiteten ihn diverse Medien stets mit kritischem Auge. Als ablösefreier Nachfolger von Manuel Neuer ist dies auch nicht ganz verwunderlich. Schließlich musste er ein schweres Erbe antreten.

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Heute machen wir Platz für einen Gastbeitrag von Maximilian Schumacher. Als Eppinghovener twittert er in der Nerdkurve über Schalke und den Rest der Fußballwelt. Den Rest der “richtigen” Welt fertigt er in seinem eigenen Blog ab. Hier und heute geht es um den Supercuphelden Ralf Fährmann, der gestern bei der 2:1 Niederlage in Duisburg nur zugucken durfte. Viel Spaß!

Die Vorbereitungsspiele sind nun vorbei, und gegen die Nachbarn aus dem Lüdenscheider Vorort wurde auch der erste Titel der Saison eingefahren, die Saison kann also losgehen.
Nach dem Saisonrückblick, in dem alle Schalker der letzten Saison durchleuchtet wurden, möchte ich hier mal unsere Neuzugänge mal ein klein wenig vorstellen.

Unsere neue Nummer 1, Ralf Fährmann

Einen besseren Einstand kann man sich eigentlich als Neuzugang nicht wünschen. Nachdem noch kurze Zeit vorher ihm von allen Seiten her Misstrauen entgegen wehte bewies er warum Lothar Matuschak (Torwarttrainer der Schalker Jugendmannschaften) ihn in der Jugend gleichauf mit dem neuen Bayern Keeper sah. Blitzschnelle Reflexe gegen Lewandowski und Gündogan sicherten das 0:0 nach 90min, und um den ganzen noch die Krone aufzusetzen hielt er im Elfmeterschießen gegen Perisic und Großkreutz. Allein dieser Elfer lässt ihn auch sicher für die meisten Fans gefühlt auf Schalke ankommen. Was heißt ankommen, ist er doch eher wie so viele der Neuen ein Heimkehrer. Vor 2 Jahren sah er hinter Neuer keine Chance auf einen Stammplatz, wechselte nach Frankfurt. Auch wenn er es dort zum Stammplatz schaffte, und auch beeindruckende Paraden hinlegte, konnte er doch Frankfurt nicht vor dem Abstieg retten. Eine Auststiegsklausel die nur für Schalke galt ebnete ihm dann den Weg zurück in seine neue alte Wahlheimat Gelsenkirchen. Bereits imTrainingslager erwähnte er oft wie froh er ist wieder da zu sein.

Fazit: Wieder einmal findet ein verlorener Sohn den Weg zurück zu Schalke. Mit viel Misstrauen empfangen widerlegte er seine Kritiker auf die beste Weise: Mit Leistung. Wenn er so weiter macht, brauchen wir uns um die Position im Tor diese Saison sicher keine Sorgen machen. Genauso hoffe ich aber auch dass ihm weiter vertraut wird, sollte er mal Fehler machen. Mit 22, bald 23 Jahren machte auch der heute oft betitelte weltbeste Torhüter noch einige Fehler.

 

Irgendwie erinnerte das erste Derby dieser Saison an das letzte Derby in der vergangenen: Dortmund klar überlegen, Schalke mit wenigen Chancen und mit einem überragenden Schlussmann. Nur hieß der nicht Manuel Neuer, der fliegt jetzt in München planlos durch den Strafraum, sondern Ralf Fährmann. Auch Fährmann zeigte tolle Reflexe, eine sehr gute Strafraumbeherrschung und die notwendige Sicherheit bei den vielen Distanzschüssen und Torgelegenheiten der Unaussprechlichen. Schlussendlich hielt er zwei entscheidende Elfmeter. Den ersten gegen Großkreutz. Pluspunkt!

Der Rest des Teams konnte gegen die Unaussprechlichen wenig zeigen, weil das Pressing der Zecken schlicht erdrückend war. In der Offensive wussten Holtby, Draxler und Baumjohann nur temporär zu gefallen. Raúl fand eigentlich nicht statt und Huntelaar hing in der Luft. Das ist alles kein Grund zur Beunruhigung, denn wie gut die Anderen schon wieder in Form sind, ist schon fast beängstigend. Wenn jemand sagt, dass die Meisterschaft dieses Jahr nur über die Leichen der Bayern führen kann, der liegt leider falsch. Götze und Co. müssen erlegt werden.

Das von Rangnick geforderte Pressing fand nur in der Anfangsviertelstunde statt. Danach gab Schalke die meiste Zeit das Heft aus der Hand und reagierte statt zu agieren. Nur nach Standards wurde es bis zum Ende des Spiels noch gefährlich vor dem Tor der Schwach-Gelben. Dann hatte Moravek die Entscheidung auf dem Fuß und scheiterte knapp.

Die wichtigste Erkenntnis an diesem Abend ist allerdings, dass es auch andere gute Torhüter gibt, die auf Schalke ausgebildet wurden. Das wusste man zwar schon vorher, doch Fährmann hat es noch einmal beeindruckend unter Beweis gestellt und sich selbst ganz viel Druck vor dem Start in die wirklich wichtigen Pflichtspiele von den Schultern genommen.

Etwas überraschend war die Nichtberücksichtigung von Kluge auf der 6 und Uchida auf der rechten Verteidigerseite. Die Tendenz geht wohl zu Matip und Höger, die beide erneut in der Startelf standen.

Am Dienstag geht es zum letzten Test nach Duisburg. Das lange geplante Freundschaftsspiel für die Opfer der Love-Parade findet statt und wird für die Schalker zum letzten Härtetest, bevor es am kommenden Samstag mit dem Pokal losgeht. Die letzte Chance, sich auf das neue System einzuspielen. Die erste Chance für Jones, sich dem neuen Trainer unter Wettkampfbedingungen zu präsentieren.

Der erste Titel ist im Sack. Der erste Derbysieg ist im Sack. Es hätte schlimmer kommen können.

 

Rummmms! Da sind wir also. Wir haben’s endlich schwarz auf weiß. Manuel Neuer wird schon in dieser Saison zum Sammler. Verdammt schade das Ganze. Auch wenn es abzusehen war. Manu macht den von der Fußballfachwelt so oft zitierten nächsten und logischen Schritt. Für Fußballromantiker wie mich sind das allerdings bittere Tage. Nicht nur nüchtern betrachtet. Auch im alkoholisierten Zustand tut die Geschichte weh. Das habe ich gestern im Selbsttest feststellen müssen. Vor allem, weil der Wechsel sowas von vorhersehbar war. Und weil die Bayern nunmal sind, wie se sind, verpflichten sie am selbigen Tag auch noch einen der besten Schalker der letzten fünf Jahre. Rafinha wird nämlich auch nach München wechseln.

Doppelwatschn!

Jetzt wird im Süden wieder süffisant gelächelt aufgrund der finanziellen Überlegenheit. Drauf geschissen! So ist das Fußballgeschäft. Fragt mal den Blatter Sepp. Ich als Fußballromantiker freue mich über die Rückkehr eines verlorenen Ziehsohnes. Ralf Fährmann wird wieder Schalker. Die richtige, weil günstigste Nachfolge. Zudem mit königsblauer Vergangenheit und viel Talent. Ich wünsche unserem neuen Schnapper nur das Beste und unserem alten Schnapper die Pest an die Torwarthandschuhe. Mögest du oft daneben greifen, Manu!

 

FC Schalke 04 – Schober: Ich bin absolut auf der Höhe

Das Interims-Torwartduell beim FC Schalke 04 ist zunächst einmal entschieden. Die Nummer 2, Mathias Schober, wird zur Nummer 1. Dies gab Trainer Rutten heute Nachmittag. Der gebürtige Marler (ole – ich auch!!!) wird in den kommenden Spielen zwischen den Pfosten stehen und hat sich somit gegen Ralf Fährmann durchgesetzt, dem Rutten einen fairen Zweikampf um den Platz in der ersten Elf in Aussicht gestellt hat.

Doch letztlich hat sich Schober durchgesetzt. Nicht nur durch gute Leistungen seinerseitz. Ralf Fährmann hat, zumindest mich, nicht immer überzeugt…

Ralf Fährmann gegen Wuppertal

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Jul 092008
 

Manuel Neuer ist verletzt. Es war wirklich ein Schock für mich, als ich diese Hiobsbotschaft gestern vernehmen musste.
Neuer wurde heute operiert und wird wohl bis September ausfallen.
Er wird also in wichtigen Spielen wie den Champions-League-Qualifikations-Spielen nicht zur Verfügung stehen.

Nun zu meiner Frage: Was nun?
Die Frage intoniert nicht die pure Verzweifelung, denn der FC Schalke 04 hat das Glück, auf eine erstklassige Torwartgilde zurückgreifen zu können.

Die weiteren Torhüter im Kader des S04 sind Mathias Schober, Ralph Fährmann und Mohamed Amsif.

Mathias Schober ist ein Marler Junge (wie ich übrigens auch) und somit praktisch “im Schatten” des Parkstadions aufgewachsen. Seine bisherigen Vereine: TuS Sinsen, SpVgg. Marl, FC Schalke 04, Hamburger SV und Hansa Rostock.
Schober und der FC Schalke 04. Da war doch was? Genau! Ihm verdanken wir praktisch den Titel “Meister der Herzen”, da es gerade der nach Hamburg ausgeliehene Schober war, der 2001 den “Rückpass” unbedingt in die Hand nehmen musste, anstatt ihn einfach Richtung Gelsenkirchen zu befördern. Schober war es auch, der in der darauffolgenden Spielzeit mit seinem neuen Team, dem FC Hansa Rostock, die Arena das erste mal in ein Pfeiffkonzert verwandelte, als Gerd Rehberg ihm “zum Abschied” an der Mittellinie eine Aufmerksamkeit in Form einer Armbanduhr zukommen lies. Ich habe die Arena selten so laut erlebt und selten ein traurigeres Gesicht gesehen als das des Mathias S.
Dieser “Vorfall” ist aber für ihn und alle Schalker mittlerweile Geschichte. Seit letzter Saison ist er unsere Nummer 2 und hat sich diesbezüglich immer vorbildlich und mannschaftsdienlich verhalten. Er ist übrigens für mich der Held der Saison, da er ohne eine Spielminute absolviert zu haben eine Gelbe Karte kassiert hat.

Schober bringt die Erfahrung mit, die zum Beispiel international einen millionenschweren Vorteil darstellen kann. Schober hat aber auch einen entscheidenden Nachteil gegenüber seinen jungen Konkurrenten. Schober hat über ein Jahr nicht mehr in Pflichtspielen zwischen den Pfosten gestanden. Freundschaftsspiele hin oder her. Das kann man nicht so einfach abschütteln.
Fährmann und Amsif sind ebenso wie Neuer und Schober aus der Schalker Torwartschule. Beide sind U-Nationalspieler und haben sicher das Potenzial, den Platz von Neuer – zumindest vorübergehend – einzunehmen. Rutten hat bereits angekündigt, dass das Torwartduell zwischen Fährmann und Schober stattfinden wird. Amsif muss sich erstmal hinten anstellen. Dass das Torwartduell nicht vollkommen offen ist und Schober sicherlich die Nase vorn hat, gilt als sicher. Aber ob sich Schober wirklich durchsetzen kann, das mage ich zu bezweifeln. Fährmann hat die Spielpraxis und das Talent, Schober den Platz zwischen den Pfosten streitig zu machen.
Man muss abwarten, ob er es schafft ihn auch tatsächlich zu verdrängen.

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