Heute geht es für die deutsche Nationalmannschaft gegen die Niederlande. Für mich ein wirklicher Hassgegner. Allerdings wirklich nur im wörtlichen Sinne und auch wirklich nur beim Fußball. Ich mag das Land und auch die paar Holländer, die ich Freunde als Freunde bezeichnen darf, sind alle herzensgute Menschen. Auch gegen die niederländischen Spieler habe ich nichts mehr. Wie sollte ich auch? Schalke hat einer Menge Holländer viel zu verdanken. Angefangen bei Huub Stevens und dem Rest der Eurokäsefighter. Aufgehört bei Klaas-Jan Huntelaar. Zur Zeit einer der besten Stürmer Europas.

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Die deutsche Nationalmannschaft blamiert die Türken und schickt sie mit 3:0 nach Hause. Die große Özil-Show blieb dabei aus, doch trotzdem wusste man eigentlich immer, wann der Spielmacher am Ball war. Dann gab es nämlich immer ein nicht zu überhörendes Pfeifkonzert der gut 40.000 türkischen Fans im Berliner Olympiastadion.

Deutschland hat die Türkei mit einer sehr gut funktionierenden Mannschaft besiegt, bei der eigentlich niemand so wirklich heraus stach. Auffällig waren in jedem Fall die drei Spieler, die für das 1:0 verantwortlich waren. Zumindest, wenn man sie an ihren derzeitigen Leistungen auf Vereinsebene misst. Lahm, Müller und Klose haben die Mannschaft geführt, wobei mir vor allem Müller mal wieder richtig gut gefallen hat. Ich bin Fan, das muss ich ganz offen gestehen. Müller ist immer dort, wo es brennt. Hat keine Angst, genau dort hinzugehen und schafft es meist, aus solchen Situationen als Sieger hervor zu gehen.

Der einzige aktuelle Schalker verlebte einen relativ ruhigen Abend. Manuel Neuer stand eigentlich nur bei zwei Aktionen im Mittelpunkt. Zunächst fällte er bei einer Freistoßflanke Mitte der ersten Halbzeit gleich zwei Türken, wobei Servet Cetin und sein Riechkolben sich wohl noch etwas länger an Neuers Unterarm erinnern werden.

Auch in der zweiten Halbzeit wurde es nur einmal gefährlich vor dem deutschen Tor. Halil, der eindeutig schwächere der beiden Altintop-Zwillinge, scheiterte an einem dieser unglaublichen Fußreflexe Neuers. Da frag ich mich gerade: Was macht eigentlich Rene Adler?

Etwas stolz hat es mich gemacht, dass mit Neuer, Özil und den Altintop-Zwillingen, gleich vier gebürtige Gelsenkirchener auf dem Platz standen. Halil enttäuschte und war nur bei oben beschriebener Aktion gefährlich. Hamit hingegen zeigte, dass er mittlerweile Verantwortung übernehmen kann. Wenn die Türkei gefährlich wurde, dann war meist Hamit der Ideengeber, Vorbereiter oder Alleinunterhalter.

Und Özil? Der Mann auf den sie an diesem Abend alle geschaut haben? Er machte ein unauffälliges Spiel. Hatte in der ersten Halbzeit eine gute Chance, vergab aber zu hastig. In der zweiten Halbzeit wollte er mehr und machte nach guter Vorarbeit von Lahm ganz überlegt das 2:0. Der Jubel viel, und das ist nur zu verständlich, allerdings sehr verfairhalten aus. Das 3:0 durch Klose entstand wieder durch einen dieser vielen Patzer der türkischen Hintermannschaft. Diesmal war es Volkan, Schalker erinnern sich mit einem Lächeln, der den Ball her schenkte und den Ball dann auch noch, sozusagen als Höchststrafe, durch die Beine geschoben wird.

Weiter geht es am Dienstag gegen Kasachstan. Özil ist für dieses Spiel fraglich, obwohl ich auch nicht glaube, dass man ihn dort zwingend für einen Sieg benötigen wird.

 

Nein, ich habe das 3:3 zwischen Finnland und Deutschland nicht zu Hause vor dem Fernseher verfolgt. Und Nein, ich war auch nicht im Kino.

Ich war tatsächlich live im Stadion. Und da die Finnen für exessives trinken bekannt sind, das sie zu teilweise aggressiven Handlungen verleiten lässt, gibt es im Stadion halt Cola statt Bier. Immerhin haben die Finnen genug Würde, nicht alkoholfreies Placebo-Bier die Kehle hinunter zu würgen. Das wäre auch wirklich zuviel des Guten, denn schon finnisches Bier mit Umdrehungen ist geschmacklich eher in der neuen dritten Bundesliga anzusiedeln. Wäre da aber ein klassischer Abstiegskandidat.

Gourmettechnisch habe ich mich eher wie im Multiplex-Cinema-Dome-Event-Kino gefühlt. Popcorn, Nachos, Süßkrams und Hot Dogs bestimmten das Bild und waren auch hoch frequentiert. Vereinzelte Bratwurstständchen habe ich allerdings auch gesichtet.

Getroffen und getrunken wurde also vorher. Ich war dabei praktisch der Hahn im Korb, da ich mit meinen finnischen Freunden unterwegs war. Farblich habe ich allerdings durchaus dazu gepasst mit meinem Königsblauen Pander-Trikot.

Die Stimmung im Stadion war bestens. Genauso das Spiel. Zumindest für den (neutralen) Zuschauer.

Nun zu den Leistungen der Schalker: Bei der Nationalhymne hab ich fleißig mitgesungen. Sogar Lautstark, da ich so ziemlich der einzige Deutsche in unserem Block war. Eigentlich gegen meine Natur und meine Singkunst, aber irgendeiner musste die Fahne ja hochhalten.

Auch während des Spiels war es für mich recht schwierig, gegen den erstaunlich guten Support der finnischen Kurve anzusingen (Zwei Vorsinger). Immerhin hat man mich dann immer schön “Saksaa! Saksaa!” (Deutschland! Deutschland!) schreien hören. Bei jeder deutschen Ecke kam dann das lang gezogene “Maaaaaali! Maaaaaali!”, was sich mit unserem “Hinein! Hinein! am ehesten vergleichen lässt und schlichtweg “Los!” heisst. Dies alles auf Kosten meiner Stimme und sehr zur Freude der umstehenden Zuschauer.

Westermann war wohl nicht so gut. Habe mir das Spiel nachher nochmal in der Zusammenfassung angesehen. Beim ersten Tor trägt er Mitschuld. Hauptschuld liegt für mich aber bei Lahm. Beim 3:2 ebenfalls nicht am Mann. Hier hätte allerdings auch der Flankengeber zumindest ansatzweise gestört werden müssen. Trotzdem sollte Westermann beim nächsten Spiel wieder in der ersten Elf stehen. Klose hat sich ja schliesslich gefühlte 10 Spiele so “daneben” präsentiert und wurde trotzdem immer wieder aufgestellt.

Zu Kuranyi: Mittlerweile von den Medien erfolgreich zum Stürmer Nummer 5 geschrieben worden. Durfte sich beim warmmachen mit kleinen Fahnenstangen und Feuerzeugen aus der finnischen Fankurve bewerfen lassen.

War sich wohl sicher, dass er noch eingewechselt würde, als Löw ihn, die dann eingewechselten Helmes und Hinkel und den Rest der Aufwärmtruppe zur Bank beorderte. Zumindest war er als erstes zurück und schon im Begriff sich die Jacke auszuziehen. Pech gehabt.

Der Rest des Abends ist im wahrsten Sinne des Wortes noch im Kopf. Es ist viel passiert und mir fehlt die Zeit, alles aufzuschreiben. War auf jeden Fall witzig.

Samstag muss ich mich hier in Helsinki aufdie Suche nach einem Fernseher machen, der das Topspiel der Bundesliga zeigt anstatt die hier bevorzugte Premier League.

Videos und Fotos kommen später….

 

Heiko Westermann bot 90 Minuten eine solide Leistung. Kuranyi durfte immerhin 45 unauffällige Minuten ran. Im Spiel 1 nach der EM gab es immerhin mal wieder Schalker Spieler auf dem Platz. Eine gute Nachricht.

Der Rest der Schalker, die zur Zeit mit der Nationalmannschaften unterwegs sind, hatten allerdings noch bessere Nachrichten zu vermelden.

Halil Altintop, vor der EM aus dem Kader geschmissen und auch gegen Chile erst zur Halbzeit eingewechselt, konnte in der 75. Minute das 1:0 Siegtor für die Türken markieren.

Ebenfalls erfolgreich und zwar gegen Wales war Levan Kenia. Der Georgier erzielte in der 67. Minute den zwischenzeitlichen Ausgleich beim 1:2 Sieg der Georgier.

Noch besser machte es Ivan Rakitic. Der im linken Mittelfeld agierende Blondschopf markierte zwei Tore beim 2:3 Sieg der Kroaten gegenüber Slowenien. Darunter den entscheidenden Treffer zum 2:3

Auch die Urus um Vincente Sanchez tankten mit einem 1:3 gegen Japan Selbstvertrauen. Ob Sanchez spielte kann ich euch leider nicht sagen.

Jetzt müssen nur noch alle heile nach Hause kommen…

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