Der Rest des Teams konnte gegen die Unaussprechlichen wenig zeigen, weil das Pressing der Zecken schlicht erdrückend war. In der Offensive wussten Holtby, Draxler und Baumjohann nur temporär zu gefallen. Raúl fand eigentlich nicht statt und Huntelaar hing in der Luft. Das ist alles kein Grund zur Beunruhigung, denn wie gut die Anderen schon wieder in Form sind, ist schon fast beängstigend. Wenn jemand sagt, dass die Meisterschaft dieses Jahr nur über die Leichen der Bayern führen kann, der liegt leider falsch. Götze und Co. müssen erlegt werden.
Das von Rangnick geforderte Pressing fand nur in der Anfangsviertelstunde statt. Danach gab Schalke die meiste Zeit das Heft aus der Hand und reagierte statt zu agieren. Nur nach Standards wurde es bis zum Ende des Spiels noch gefährlich vor dem Tor der Schwach-Gelben. Dann hatte Moravek die Entscheidung auf dem Fuß und scheiterte knapp.
Die wichtigste Erkenntnis an diesem Abend ist allerdings, dass es auch andere gute Torhüter gibt, die auf Schalke ausgebildet wurden. Das wusste man zwar schon vorher, doch Fährmann hat es noch einmal beeindruckend unter Beweis gestellt und sich selbst ganz viel Druck vor dem Start in die wirklich wichtigen Pflichtspiele von den Schultern genommen.
Etwas überraschend war die Nichtberücksichtigung von Kluge auf der 6 und Uchida auf der rechten Verteidigerseite. Die Tendenz geht wohl zu Matip und Höger, die beide erneut in der Startelf standen.
Am Dienstag geht es zum letzten Test nach Duisburg. Das lange geplante Freundschaftsspiel für die Opfer der Love-Parade findet statt und wird für die Schalker zum letzten Härtetest, bevor es am kommenden Samstag mit dem Pokal losgeht. Die letzte Chance, sich auf das neue System einzuspielen. Die erste Chance für Jones, sich dem neuen Trainer unter Wettkampfbedingungen zu präsentieren.
Der erste Titel ist im Sack. Der erste Derbysieg ist im Sack. Es hätte schlimmer kommen können.
Was das Spiel morgen angeht bin arg gespalten. Zum einen geht es hier um richtigen Fußball. In einem richtigen Stadion. 90 Minuten und nicht dieses U17-Format, wie am Dienstag und Mittwoch gesehen. Kein “durchwechseln” zur Halbzeit, sondern eine 11 plus maximal 3 neue. Wie man es kennt und gewohnt ist. Zum anderen stecken die Mannschaften noch mitten in der Vorbereitung. Die Spieler sind noch nicht bei 100%, wie es die Fußballfloskel so schön sagt. Zum anderen wissen Trainer und Teams auch, dass man bei einem Sieg schon mal einen dicken Stein im Saisonbrett hat, wenn man den ungeliebten Nachbarn schon vor Saisonbeginn das erste Mal mit einer Niederlage nach Hause geschickt hat. Andersherum trübt eine Niederlage die Vorfreude auf die Saison ungemein. Auch wenn man als Meister oder Pokalsieger in die Saison geht.
Ähnlich sahen das auch die Trainer. Zum einen wollen sie den Titel, zum anderen lassen sie keine Gelegenheit aus zu erwähnen, dass die Phase, in der man sich befindet “Vorbereitung” heißt und man deswegen nicht allzu viel erwarten soll.
Zur Einstimmung hier das Video zur Pressekonferenz auf MyPott.de!
Macht sie alle!!!
19 der 22 Bundesligapiele hat Moravek für Lautern bestritten und kam dabei im Schnitt auf 66. Spielminuten. Mittlerweile kann man ihn wohl als Stammspieler und Aushilfs-Torjäger bezeichnen. 5 Tore konnte Moravek bisher erzielen. Kein schlechter Wert. Auch auf Schalke hat Moravek schon Goalgetter-Qualitäten bewiesen: In 7 Spielen (19 Minuten im Schnitt) knipste er immerhin doppelt. Vorlagen sind allerdings nicht so sein Ding. Lediglich ein Mal gab er den entscheidenden Pass.
Dass Moravek zurück kommt, steht eigentlich außer Frage. Er hat noch Vertrag bis 2013 und kostete mehr als 2 Millionen Euro. Die von Magath geforderte Ablöse würde das Budget der Pfälzer wohl mehr als sprengen. In Kaiserlautern spielt Moravek mittlerweile wohl auf der 8. Also im Zentrum, aber nicht direkt hinter den Spitzen. Pfälzer Taktikfüchse dürfen mich hier gerne berichtigen. In unserem derzeitigen Spielsystem wäre er weniger zu gebrauchen. Doch da ich in der nächsten Saison einen Abgang von Farfan und den Wechsel auf ein 4-4-2 mit Raute erwarte, könnte Moravek bis auf die 6 eigentlich alle Mittelfeldpositionen besetzen.
Grundsätzlich muss man Felix Magath hier wieder ein sehr gutes Händchen und einen mittel- bis langfristigen Blick attestieren. Schon mit der Leihe von Lewis Holtby (21 Spiele, 66. Minuten im Schnitt) hat Magath alles richtig gemacht.
Beide Spieler haben an Reife, Qualität und letztendlich auch Marktwert gewonnen. Spielpraxis sei Dank. Die hätten sie auf Schalke wohl so nicht erhalten.
Von den verliehenen Perspektivspielern bleibt noch Carlos Zambrano übrig. Auch er ist bei St. Pauli Stammspieler (17 Spiele, 88. Minuten im Schnitt). Ihn sehe ich in der nächsten Saison nicht unbedingt wieder im Trikot der Königsblauen. Hier würde nur Handlungsbedarf bestehen, sollten Magath und Höwedes ein gutes Angebot von einem attraktivem Verein erhalten. Dann wäre Zambrano die günstige Alternative zu einem teuren Neueinkauf. Als Backup für Höwedes und Metzelder wäre Zambrano wohl zu ambitioniert und gewillt, dann doch eher ganz zu wechseln.
Übrigens könnten wir mit Zambrano und Mr. Derby, Gerald Asamoah am Samstag weitere gefühlte Derbysieger 2011 feiern. St. Pauli ist in der Wellblechhütte zu Gast und Asa trifft somit auf seinen ganz speziellen Freund. Den schönen Roman. An dieser Stelle schon mal der Aufruf: Mach ihn nass, Asa!
Ach ja. Gegen Valencia spielen wir heute auch noch :)
Mein Tipp: 1:1
In Dortmund standen am Freitag zehn Feldspieler der Unaussprechlichen auf dem Platz, die den Ball haben wollten und zudem wussten, wie sie ihn bekommen. Auf der anderen Seite führte die geringe Laufbereitschaft der Schalker dazu, dass man weder in der Offensive Akzente setzen konnte, noch in der Defensive in die entscheidenden Zweikämpfe kam.
Auch mit einem anderen System wären wir am Freitag spielerisch unterlegen gewesen. Hier bietet sich den ganzen Magath-Kritikern nun auch mal wirklich eine Gelegenheit, den Trainer Magath zu packen. Denn diese Mannschaft sollte ihr Spiel längst gefunden haben. Dafür hat sich der Stamm des Teams während der Saison zu wenig verändert. Die Ausrede des “sich findens” zählt einfach nicht mehr. Trotz der vielen Neuzugänge. Doch der versprochene spielerische Fortschritt, den Magath zu Beginn seiner Amtszeit versprochen und danach auch immer wieder als Grundvoraussetzung für seine Mission Schalke propagiert hat, bleibt nicht nur aus, sondern entwickelt sich anscheinend sogar zurück. Schalke hatte in dieser und auch in der letzten Saison nie viele Torchancen. Wenn, dann bestach man durch Effektivität. Doch sowohl gegen Hamburg, als auch gegen Hoffenheim wurde Schalke im Grunde nur in den letzten Minuten des Spiels gefährlich. Als die Mannschaft sich bereit erklärte, zumindest ein bisschen offensive Leidenschaft zu entwickeln und der Ball mal irgendwie durchrutschte. Gegen die Unaussprechlichen musste ein kleiner Geistesblitz von Raul her, um Weidenfeller zumindest einmal prüfen zu können. Aber man macht aus einer Chance nun mal nicht auch gleich ein Tor. Vor allem, wenn der Knipser vom Dienst leider immer noch mit unglaublichen Ladehemmungen behaftet ist.
Magath muss es schaffen, die Mannschaft mit einem funktionierenden System wieder für das Spiel zu begeistern. Gleichzeitig muss auch die Mannschaft die Laufbereitschaft zeigen, die für ein erfolgreiches Spiel notwendig ist. An solchen Parametern muss sich Trainer und Team messen lassen, um diese Saison einigermaßen glimpflich zu überstehen.
Wem anders soll man den ersten Blogpost nach dem Derby widmen als Manuel Neuer?
Mehr Protagonist in einem Derby geht eigentlich nicht. Im Grunde spielte Schalke 90 Minuten lang 1 Torwart gegen 10 Feldspieler. Weidenfeller spielte praktisch keine Rolle. Hoffnungslos unterlegen, ging es bei den Unaussprechlichen schon mit dem Anpfiff nur noch darum, irgendwie den perfekt getimeten Ball an Neuer vorbei zu legen. Es sollte einfach nicht gelingen.
Spätestens nach 20 Minuten saßen Uli Hoeness und Sir Alex Fergussen schon mit dem Taschenrechner vor dem TV, um das Transferbudget für Neuer weiter und weiter nach oben zu korrigieren.. Es gibt keinen besseren zur Zeit. Schon bei der WM hat er Rückhalt bewiesen. Jetzt schlägt er sich mit Schalke zumindest auf dem internationalen Parkett ziemlich gut. Gleichzeitig schafft er es in den beiden wohl wichtigsten Spielen der Saison, gegen die Bayern und bei den Unaussprechlichen, eine absolute Weltklasseleistung zwischen die Pfosten zu liefern. Druck? Kennt der nich!
Nach diesem Spiel sehe ich keine Chance mehr, Neuer nach der Saison zu halten. Dafür gibt es dann aber auch fette Beute.
Gut, dass wir Felix Magath haben. Der weiß was damit anzufangen.
Mehr gibt’s in den folgenden Tagen.







Kommentare
Carlito69: Egal, ob jetzt 69%, 75% oder 82%, die beiden sind aktuell sau wichtig für unser erfolgreiches Spiel....
Carlito: Ich warte gespannt! :-)
Carlito: Ja, der Huub wird es nicht leicht haben, wenn sich alle wieder fit melden. Ich vermute aber mal, dass er...
tobitatze: @robkem04: So wird es derzeit gemacht. Im Sportbloggernetzwerk werden Vorschläge gesammelt, die dann von...
tobitatze: Das stimmt. Da gilt halt auch der Satz: “Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht...