Ein Gastbeitrag von Thomas Wings:

Valencia ist immer eine Reise wert. So viel steht schon einmal fest. Den historischen Auftritt im goldenen Fußballjahr 1997 habe ich noch in präsenter, allerbester Erinnerung. Ich würde behaupten, dass ich europäisch und national schon zu einer Menge Auswärtspartien mitgereist bin. Wenn ich gefragt werde, ob es eine Lieblings-Auswärtstour gibt, dann fällt die Antwort ganz klar aus: Valencia 1997. Damals stimmte einfach alles: Aus den Underdogs, die man noch wenige Jahre zuvor in Solingen, Schweinfurth und Bayreuth beobachten konnte, entpuppten sich so langsam die Eurofighter. Entsprechend euphorisch kamen die Schalker in die Fallas, dem frühjährlichen Valencianer Stadtfest mit seiner 24/7-Party. Einfach unbeschreiblich.

Dann folgte im Jahr 2007 das nächste Aufeinandertreffen, bei dem ich leider nicht dabei sein konnte.

Um so mehr freute ich mich auf ein Wiedersehen mit meiner Auswärtstourliebe und um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Enttäuscht wurde ich auch diesmal nicht. Sieht man mal davon ab, dass die Fallas erst im kommenden Monat stattfinden und unsere Europafahrten nun seit Jahren zum S04 gehören, konnte die Stadt und ihre Bevölkerung wie in 1997 abermals zu einer gelungenen Fahrt beitragen. Valencia kann getrost als das Gegenteil von Wolfsburg bezeichnet werden; es besticht durch eine wunderbare Altstadt voller heimeliger Bars und Restaurants, die bereits von Sonntag an durch die immer zahlreicher anwesenden Schalker bevölkert wurden. Die Stadt bietet schon dadurch den würdigen Rahmen eines Gastauftritts unserer Mannschaft.

Nicht nur für die spanischen Medien stand das Spiel jedoch unter einem ganz besonderen Vorzeichen: Der Raulmania. Denn je mehr der Anstoss entgegenrückte, desto mehr wunderte man sich über eine besondere Spezies von Trägern blau-weißer Devotionalien: Den spanisch sprechenden.  Bereits beim Abschlußtraining mischten sich reichlich Spanier in das jubelnde Publikum, darunter nicht gerade eine Minderheit an weiblichen Fans. Raul war ihr Anlass, scheinbar aus vielen Teilen Spaniens anzureisen, um einen Blick auf oder gar eine Berührung ihres fussballerischen Nationalheldens zu ergattern. Es fällt einem schwer, Vergleiche zu ziehen zu einem hiesigen Fussballer, der eine ähnliche Anziehungskraft besaß oder besitzt. Vergleiche zu Beckenbauer, Ballack oder erst recht Matthäus hinken – niemand von den genannten besitzt ein ähnliches Charisma und ein solches Standing im eigenen Land. Raul, der sich laut spanischer Medien auf Mestalla freute, weil er dort schon immer traf, war der Hype um ihn sichtbar unangenehm. So versuchte er konsequenterweise, nach dem Abschlusstraining den Mannschaftsbus als letzter Spieler im Sauseschritt zu besteigen, während alle anderen artig Autogramme gaben und für Fotos posierten. Den Sicherheitskräften gelang es aber trotzdem nicht, eine hartnäckige Verehrerin aufzuhalten, die sich in eine Spanienflagge gehüllt mit voller Wucht an der Security vorbei auf Raul stürzte. Erst danach durfte er von dannen ziehen.

Beruhigt hat mich der Umstand, dass auch –wenn auch in einem deutlich geringerem Ausmass- Herr Jurado von den Spaniern gefeiert wurde. Beruhigt bin ich deswegen, weil ich ein wenig die Befürchtung hatte, dass ihn in Spanien gar niemand kennt und die kolportierten 13 Millionen € Ablösesumme für einen Nobody ausgegeben wurden. Glück gehabt.

Am Spieltag selbst hat dann die Raulmania zunächst ihr Ende gehabt. Die Spanier wussten nicht, ob sie ihn feiern oder sich ärgern sollten, dass er seine Tore gegen ein spanisches Team schießt. In diesen wieder mal von den Boulevardmedien aufgeworfenen Fragen steckte für mich ein wenig zu viel Nationalbewusstsein, aber was solls: Die Pfiffe des Publikums, die ihm nun bei jeder Ballberührung galten, münzte er bekanntlich in den so wertvollen Ausgleich um. So soll es sein.

Und so nahm eine schöne Reise dann auch fussballerisch noch ein gutes Ende. Ein kleiner Wermutstropfen war für mich vor, während und nach dem Spiel das martialische Auftreten der spanischen Nationalpolizei, welches völlig unangemessen war und zu dem ich im Blog www.schalkefan.de ein kleines Interview gegeben habe.

Aber auch das tat dem positiven Ergebnis keinen Abbruch. Ich stelle also fest, dass meine zweite Begleitung einer Schalker Mannschaft nach Valencia wieder zu einem erfreulichen 1-1 geführt hat. Weiterhin stelle ich fest, dass nach dem letzten 1-1 der Sieger des Europapokals aus Gelsenkirchen stammte.

Das passt schon.

Thomas Wings ist ebenso leidenschaftlicher Strafverteidiger wie Schalke-Fan. Seine tollsten Geschichten von der Anklagebank lassen sich seit kurzem auf seinem Blog Höchststrafe? nachlesen. Natürlich solltest du Thomas auch auf Twitter folgen.

 

Schalke nach einer rauschenden Champions-League-Nacht fühlt sich meistens an, wie fünf Meter Kölsch am Vorabend: Es tut weh und verursacht Kopfschmerzen. Diese bittere Erfahrung konnte man als Fan in dieser Spielzeit des öfteren machen.

Am Sonntag gegen Gladbach kommt erschwerend hinzu, dass die Fohlen den erfolglosen Trainer Frontzek gefeuert und stattdessen Lucien Favre verpflichtet haben. Man hofft in Gladbach auf den Trainerwechsel-Effekt, um die Abstiegsplätze doch noch zu verlassen. Trotzdem: Gegen den Tabellenletzten, der in dieser Saison im heimischen Stadion noch nie einen Sieg einfahren konnte, müssen eigentlich drei Punkte her. Aber wenn Schalke mal musste, dann kam meist nur heiße Luft.

Optimistisch bin ich an dieser Stelle deswegen nicht, denn dafür hat mich die Mannschaft zu häufig enttäuscht. Zieht man die Bundesligaspiele-nach-der-Champions-League-Statistik heran, dann kann man durchaus positives berichten. Aber nur, wenn man genau hinschaut.

Denn nur gegen Bremen und Mainz am 16. Spieltag der Bundesliga konnte man nach einem Champions League Spiel auch drei Punkte im Ligaalltag einfahren. Gegen die Unaussprechlichen,  Nürnberg und gegen Kaiserslautern setzte es Niederlagen. Gegen Frankfurt holte man immerhin einen Punkt. 7 Punkte aus 6 Spielen ist höchstens Mittelmaß. Also genau da, wo man zur Zeit in der Tabelle steht. Immerhin: Nach dem einzigen Unentschieden (0:0 in Tel Aviv), besiegte Schalke den SV Werder Bremen mit 3:0.

Ich hab doch gesagt, man muss ganz genau hinschauen.

Ein bisschen mehr Statistik gibt es beim Phil

 

Übermorgen geht es wieder los: Bundesliga ist wieder angesagt. Spannend wird es allemal, denn der bisherige Saisonverlauf barg doch so einige Überraschungen.

Wie aber wird es weiter gehen mit unserem S04 in der Rückrunde? Viele Fragen haben sich aufgetan. Ihr dürft sie bis zum Anpfiff gegen den HSV beantworten. Fehlt euch eine Antwort? Dann ab in die Kommentare damit!

Viel Spaß!

Magath ist der Rückrunden-Magier. Glaubt ihr dran? Wird Schalke Rückrunden-Meister?

  • Ja, auf jeden Fall! (27%, 34 Votes)
  • Nein, aber wir landen unter den besten fünf Rückrunden-Mannschaften (70%, 89 Votes)
  • Nein, die Rückrunde wird ebenso schlecht wie die Hinrunde. (3%, 5 Votes)

Antworten insgesamt: 128

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Julian Draxler ist das neue Schalker Wunderkind. Traust du ihm in der Rückrunde schon einen Einsatz im Profiteam zu?

  • Oh ja. Draxler wird der Newcomer 2011. Sogar der Bundesjogi wird ihn nominieren (1%, 1 Votes)
  • Draxler wird auf jeden Fall Bundesliga-Luft schnuppern und regelmäßig im Kader stehen (48%, 56 Votes)
  • Draxler schafft es ab und an in den Kader. Vielleicht spielt er auch ein paar Minuten. (40%, 46 Votes)
  • Draxler muss sich erst in der A-Jugend und bei den Amateuren beweisen. Vielleicht nächste Saison. (5%, 6 Votes)
  • Wer ist Julian Draxler? (6%, 7 Votes)

Antworten insgesamt: 116

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Jones, Baumjohann und Sarpei. Sehen wir einen der Drei nochmal im Profi-Team?

  • Nein. Der Zug ist abgefahren. Alle drei werden uns auch noch bis zum Ende der Transferperiode verlassen (17%, 19 Votes)
  • Nein. Wenn sie nicht abhauen, bleiben sie im Regionalliga-Team (59%, 67 Votes)
  • Ich habe vor allem Jones und Baumjohann noch nicht abgeschrieben. Bei denen geht noch was! (24%, 27 Votes)

Antworten insgesamt: 113

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Ivan Rakitic zögert mit seiner Vertragsverlängerung. Wer glaubt an einen Verbleib über diese Saison hinaus?

  • Ich glaube, der Ivan macht den Kuranyi und lässt den Verein lange zappeln bevor er geht. (37%, 40 Votes)
  • Er spielt die Rückrunde nicht mehr für uns und geht noch in dieser Transferperiode. (3%, 3 Votes)
  • Schwere Entscheidung für Ivan. Es kann noch etwas dauern, aber dann wird er verlängern. (49%, 53 Votes)
  • Rakitic macht den Schweini und verkündet seine Vertragsverlängerung nach dem Spiel gegen den HSV über die Lautsprecher. (11%, 12 Votes)

Antworten insgesamt: 108

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Der Gegner im DFB-Pokal steht noch nicht fest. Wie weit geht es in dieser Saison. Versinkt Berlin im Mai wieder in Königsblau?

  • Auf jeden Fall! Berlin ist durchaus möglich. Und wenn wir schon mal da sind, dann holen wir auch den Pott! (83%, 90 Votes)
  • Ich glaube nicht an einen DFB-Pokal-Sieg. Spätestens, wenn wir auf die Bayern treffen, ist schluss. (15%, 16 Votes)
  • Wir scheiden schon in der nächsten Runde aus. Hoffentlich gegen Nürnberg. Dann ist es auch nicht ganz so peinlich. (2%, 3 Votes)

Antworten insgesamt: 109

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"Wir schlugen Roda..." Jetzt kommt Valencia. Wie stehen die Chancen in der Königsklasse?

  • Valencia ist schon ne Nummer zu groß. Da sind wir raus! (3%, 3 Votes)
  • Valencia wird platt gemacht. Dann ist aber Feierabend. (28%, 31 Votes)
  • Kommt drauf an, wer im Viertelfinale wartet. Ich gehe aber davon aus, dass spätestens im Halbfinale schluss ist. (57%, 62 Votes)
  • Ich sehe mich schon im Wembley Stadion. Leider mit Tränen in den Augen, denn wir verlieren im Finale. (1%, 1 Votes)
  • Wieder habe ich Tränen in den Augen. Wieder ist es Wembley. Doch dieses Mal sind es Freudentränen. Wir werden Champions-League-Sieger! (11%, 12 Votes)

Antworten insgesamt: 109

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Die Unaussprechlichen haben ne überragende Hinserie gespielt. Können wir den Vorsprung noch aufholen? Wer wird die Nummer 1 im Pott?

  • Ja klar! Ich bin davon überzeugt, dass wir die Nummer 1 im Pott sein werden. (11%, 12 Votes)
  • Leider nicht besser, sondern nur gleich gut. Wir schließen die Saison Punktgleich mit den schwach-gelben ab. (7%, 7 Votes)
  • Es wird ein harter Kampf um die Ruhrpottkrone, aber wir haben in der Hinserie zu viele Punkte gelassen. Doofmund bleibt vorne (64%, 68 Votes)
  • Wir landen weit abgeschlagen hinter denen da aus Lüdenscheid-Nord (18%, 19 Votes)

Antworten insgesamt: 106

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Und nun die alles entscheidende Frage: Wo stehen wir am Ende der Saison?

  • Ganz oben! Schalke soll ewig Meister sein! (3%, 3 Votes)
  • Wir landen auf einem der Champions-League-Plätze (14%, 16 Votes)
  • Wir landen auf einem Europa-League-Platz (76%, 84 Votes)
  • Irgendwo im Nirgendwo (7%, 8 Votes)
  • Es kommen noch zwei spannende Relegations-Spiele auf uns zu (0%, 0 Votes)
  • Wir steigen ab und die Chancen auf ne Nordkurven-Dauerkarte steigen rapide an. (0%, 0 Votes)

Antworten insgesamt: 111

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Dieser Tweet hat mich ja gestern locker vom Stuhl gehauen:

Farfan vor Abschied schreibt der Kicker. Jetzt mach keinen Quatsch! http://j.mp/en32m9 #S04
@maxsls
Max Martin

Dass der gute Jeff den ein oder anderen Tag zu spät kommt, daran hat sich anscheinend auch Felix Magath schon gewöhnt. Während der digitale Blätterwald sich wieder mit Spekulationen um den Verbleib des Peruaners überbietet, zählt Magath nur die Höhe der Geldstrafe im Köpfchen zusammen. Recht so! Denn Farfan blieb auch die ersten Tage der Sommervorbereitung fern, lieferte danach aber auf dem Platz ab. Das ist nicht nur Magath, sondern auch mir sehr recht.

Doch was man da aus Lima hört, hat einen ja schon ein wenig aus den Socken gehauen. Normalerweise gebe ich ja nichts auf solche Meldungen. Auch nicht (mehr), wenn sie vom kicker stammen. Doch hier hat Farfan direkt in die Kamera gesprochen.

Schon ein starkes Stück. Nun bleibt die Frage: Welcher Verein hat ihm denn da den Kopf verdreht? Die mit ihm in Verbindung gebrachten Vereine sind für mich alle keine absoluten Verbesserungen:

Valencia, derzeit auf Platz 4 und somit nicht direkt für die Champions-League qualifiziert, wäre da noch der wahrscheinlichste Kandidat. Doch warum im Winter wechseln. Farfan würde sich selbst die Chance nehmen, weiterhin in der Königsklasse aufzulaufen. Zudem ist Valencia finanziell auch nicht auf Rosen gebettet und wird sicher nicht Unsummen an Gehalt für Farfan bezahlen. Zudem ist die Chance auf eine Meisterschaft in Spanien gleich 0, wenn man nicht für Barca oder Real Madrid aufläuft.

Interesse von anderen Clubs ist bisher nicht bekannt. Sicher ist, dass Verein X eine Menge Geld mitbringen muss, um Farfan in der Winterpause zu verpflichten. Nicht umsonst ist Farfan bei den regelmäßigen Abstimmungen hier auf blogundweiß.de bei fast jeder Partie in die Wertung bei den Knappen des Spiels gewählt worden. Magath wird einen Teufel tun und den wichtigsten Offensivspieler der Hinrunde für weniger als einen riesigen Batzen Geld zu verhökern.  Damals hat Farfan knapp 12 Millionen Euro gekostet. Da geht also einiges mehr.

Vielleicht ist das Ganze aber auch nur ne richtig abgezockte Nummer von Farfan, um seinen Wert für Schalke – und somit für seinen neuen Vertrag – noch einmal kräftig in die Höhe zu hieven.

Eins ist klar: Die nächsten Tage werden spannend. Was haltet ihr von Farfans Interview? Wer ist der Verein X? Muss man einen wechselwilligen Führungsspieler bei entsprechendem Angebot ziehen lassen? Für Spekulationen steht die Kommentarfunktion bereit :)

 

Der FC Schalke 04 gewinnt auch sein letztes Pflichtspiel im Jahr 2010. Völlig glanzlos, wie ich gehört habe. Das Spiel selbst konnte ich leider nicht verfolgen. Das Wie ist auch gar nicht so wichtig, denn gerade ein DFB-Pokal Spiel gegen den Tabellenführer der zweiten Liga am Ende einer mehr als durchwachsenen Hinrunde, war alles andere als eine leichte Aufgabe.

Das Jahr 2010 war ein durchaus emotionales. Nach der tollen Hinrunde 2009 konnte Schalke lange mit den Bayern mithalten und die Meisterschaft zumindest bis in den April hinein spannend halten. Wir mussten uns von einem der besten Stürmer verabschieden, der für diesen Club in der jüngeren Vereinsgeschichte aufgelaufen ist. Gleichzeitig war er auch einer der streitbarsten: Kevin Kuranyi, Mr. Zweistellig, entschied sich für das Geld und ging nach Moskau. Auch andere Ur-Schalker verlassen den Club, vor allem, weil das Gehalt eingespart werden muss. Asamoah und Bordon gehen von Bord und hinterlassen in der Mannschaft eine Lücke. Das wird man vor allem zu Beginn der Saison merken. In der Sommerpause dann der große Umbau. Ein Gerücht kommt auf, bei dem so manchem Nicht-Schalker vor Lachen die Tränen in die Augen schossen. Raul soll kommen. Ja ne is klar! Und dann wird es immer konkreter und plötzlich ist er da. Keiner kann so richtig glauben, dass einer der besten Stürmer der Welt, eine Ikone, ein Idol in Madrid und in ganz Spanien, findet den Weg in den Pott zum FC S04.

Doch der Start verläuft alles andere als ideal. Magaths Millionen Mannschaft legt einen miserablen Start hin. Drei Niederlagen. In letzter Sekunde werden noch Jurado und Klaas-Jan Huntelaar verpflichtet. Und Huntelaar hält Schalke am Leben. Ohne seine wichtigen Tore zu Beginn wäre Schalke vielleicht jetzt schon ohne Felix Magath. Für manchen Schalker wäre das eventuell sogar der Optimalfall gewesen. Denn mit den Niederlagen wächst die Kritik an Magath. Alles, was im Glanze der Siege hingenommen wurde, wird von der Fanbasis, Mitarbeitern und wohl auch von Spielern arg kritisiert.

Doch Schalke findet zwei Wege aus der Krise. Der eine ist die Champions League, wo man es schafft, aus dem Bundesligatrott auszubrechen und teilweise richtig guten Fußball zu spielen. Der andere Weg ist purer Kampf und Leidenschaft.

Mittlerweile ist das Team aus dem Gröbsten raus. In den letzten 10 Spielen setzte es nur eine Niederlage und ein Unentschieden. Der Rest wurde gewonnen, weil sich die Abwehr um Neuer stabilisiert hat.

So, das waren meine ersten ausführlicheren Gedanken zum Jahr 2010 mit dem S04. In der Winterpause wird es sicher auch noch den ein oder anderen Artikel geben. Mal gucken, was mir so einfällt und welche Themen noch so aufkommen.

Spannend wird vor allem, wer den Verein verlassen wird. Alles weitere dazu aber ein andermal.

Ich wünsche meinen Lesern ein frohes Fest, einen sicheren Weg zu Freunden und Verwandten und jede Menge königsblaue Geschenke unter dem Weihnachtsbaum.

Wir sprechen uns noch!

Glück Auf,

TobiTatze

 
Estadio la Luz. Anklicken für große Version.

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Vor und neben dem Rossio, Lissabon

Flagge zeigen!

Blick von der Altstadt runter auf den Rossio

Der Schalke-Schal. Für immer Königsblau in Lissabon

Das Banner war später am Abend noch Gold wert.

Rossio kurz vor dem Abmarsch. Anklicken für große Version.

Rossio

Vor dem Stadion

Estadio la Luz. Anklicken für große Version.

Estadio la Luz. Anklicken für große Version.

 

Spieltag! Endlich! Nicht, dass wir die Zeit hier nicht genossen haben, aber jeder kennt das Gefühl, wenn er schon mal eine mehrtägige Auswärtstour gemacht hat: Der Spieltag ist immer am schönsten!

Wir lassen es deswegen ruhig angehen und ziehen erst gegen Mittag los. Regenjacke einpacken? Ach Quatsch! Is doch Portugal. Is doch wieder warm draussen! Also: Rheinsteiger Banner unter den Arm und ab ins nächste kleine Lokal, um sich die Grundlage zu schaffen für das, was da noch kommen sollte. Diese Restaurants gibt es in den kleinen Gassen an jeder Ecke, sind teilweise in die Hausflure der Häuser eingebaut und dementsprechend eng, aber gemutlich.

Gut gestärkt wird am nachsten Kiosk noch ein Fußpilz gekauft. Quanta costa? 55 Cent?!? Ok, wir nehmen alle! Am Rossio, dem grössten Platz in Lissabon und deswegen Treffpunkt fur Königsblau, kriegste das 100 pro nicht billiger. Recht haben wir. Kaum angekommen, trifft man direkt auch ein paar bekannte Gesichter bis hin zu alten Klassenkameraden. Schade, dass man sich nicht eher über den Weg gelaufen ist.

Es wird gesungen und gelacht. Immer wieder bleiben Einheimische und Spanier stehen, um sich mit den Fans des neuen Clubs von Raul ablichten zu lassen. Dann setzt der erste Regen ein. Er kommt so plötzlich, wie er wieder ging. Also alles halb so schlimm. Wir verlassen den Rossio und gehen wieder in die Kneipe, die uns gestern schon so gut gefallen hat. Das kleine Restaurant liegt am oberen Ende der Treppe, die die Altstadt und das Zentrum verbindet und bereits jetzt mit zahlreichen Vereins- und Landerschals drapiert ist. Aus Deutschland sind der VfL Bochum, die Hertha aus Berlin und unser FC Nürnberg vertreten. Da darf der Königsblaue-Schal ganz bestimmt nicht fehlen. Franky sponsort seinen Schal und er wird gemeinsam aufgehangt. Sieht super aus!

Dann geht es wieder runter zum Rossio. Mittlerweile haben sich gut 1500 Schalker auf und neben dem Platz versammelt. Es ist mit den Fangruppen und der Polizei abgesprochen, dass man nicht direkt dort in die Metro zum Stadion steigt, sondern ein Stück marschieren darf. Also: Ein paar Bengalos an, Hauptstrasse abgesperrt und der lautstarke Zug setzt sich in Bewegung. Wieder ein tolles Erlebnis. Die Bahnfahrt verläuft reibungslos. Die Polizei ist hier gut organisiert und sehr freundlich.

Das ändert sich, je naher man dem Stadion kommt. Plötzlich wird geschubbst, wenn man noch ein Bier an einem der Stände trinken mag. Man will die Meute zusammen halten. Vor der Einlasskontrolle steht man sich die Füße in den Bauch. Und dann kam es, wie es kommen musste. Der nächste Regenschauer setzt ein. Dieses Mal heftiger und TobiTatze ohne Regenjacke. Doof bin ich aber nicht, deswegen wird kurzerhand das Banner ausgerollt, mit denen wir knapp 10 Schalker buchstäblich ins Trockene bringen. Mir bringt das Ganze leider gar nix, denn ich steh ganz vorne und die Suppe lauft mir in die Trikotärmel.

Mehr konnten wir mit dem Banner am Stadion auch nicht anstellen, denn wir kommen durch die rigorosen Einlasskontrollen erst so spät, dass die wenigen Platze bereits weg sind. Auch der Anblick im Stadion ist ernüchternt. Es herrst gähnende Leere auf den Rängen. Das Stadion ist so gut gefüllt, wie die Arena eine halbe Stunde nach Einlass. Und das 5 Minuten vor dem Spiel. Dafür ist der Stadionsprecher ohrenbetaubend laut und wiederholt die Aufstellung der Gastgeber mindestens 2 Mal.

Zum Spiel will ich gar nicht allzu viel schreiben. Benfica war sicherlich spielbestimmend, aber weitestgehend harmlos. Wir hatten unsere Drangphasen und waren dabei schon sehr effektiv. Ich wurde gerne mal Feeedback von euch bekommen, wie der Support aus dem Stadion rüberkam. Die kleine Gruppe von Benfica-Supporter auf der anderen Seite war für uns auf jeden Fall nicht zu hören.

Nach dem Spiel wurden die Spieler beim Auslaufen gefeiert, denn lange nach Spielschluss musste der königsblaue Tross noch im Stadion verharren. Da war ich dann doch froh, dass das Stadion nicht mal annahernd gefüllt war. Sonst wurde ich wohl jetzt noch auf den grünen Rasen des Estadio la Luz starren.

Die Polizei beweist dann auch wieder echtes Timing. Man führt uns wieder raus und hält uns dann vor dem Stadion wieder eine halbe Stunde im Kessel. Ziemlich genau so lange, bis der Regen wieder einsetzt und der Tross zum zweiten Mal an diesem Abend komplett nass wird. Die Stimmung ist zwar gereizt, aber ruhig. Da hatte man etwas mehr Feingefühl zeigen können. Vor allem, weil man in der Stadt und in der U-Bahn dann wieder komplett “unbeaufsichtigt” war. Da fürchtete man sich wohl vor den Strafen der UEFA.

Egal, nass bis auf die Haut ging es erstmal wieder ins Hostel. Bei Franky und mir zeigten sich bereits die ersten Erkältungserscheinungen, so dass man nur noch in die Bar um die Ecke ist.

Das wars von mir aus Lissabon. Die Bilder, Videos, Bilderbeschriftungen kommen dann, wenn ich wieder auf heimischen Boden bin!

Glück Auf aus Lissabon!

 

Hier auch direkt mal die Bilder vom Montag:

 

Hier die Fotos vom ersten Tag:

 

Watt ein Wetterchen! 19 Grad und TobiTatze in kurzen Höschen.
Wenn man schon so viel Zeit in des Gegners Stadt verbringt, dann will man ja auch ein bisschen was sehen.
Erstmal treiben lassen und ein bisschen Richtung Zentrum. Was sofort auffällt: Viele richtig schöne alte Hauser, aber leider alle auch komplett unsaniert. Die Wände schwarz vom Schimmel, der Putz ab und die Balkonstäbe verrostet. Das hat seinen Charme, ist aber auch ein wenig die Perlen vor die Säue geworfen. Der Grund liegt schon ein paar Jahrzehnte zurück: Während der Diktatur durften die Mieten fur die Wohnungen einen bestimmten Preis nicht übersteigen, damit auch einfache Leute in der Stadt wohnen konnten. Dadurch haben sich die Besitzer nicht viel Mühe gegeben, die Häuser in Schuss zu halten. Die Mieterhöhung währe ausgeblieben.
Trotzem: Die Stadt ist wunderschön. Den Ausblick vom Castelo de Sao Jorge haben wir uns gespart. Zu viel los da oben. Aber schon alleine der Weg hinauf durch die Gassen der Altstadt war die Mühen wert.
Runter ging es mit der E28, einer alten Stadtbahn. Die Fahrt errinnerte meinen Magen an den Anflug auf Lissabon. Hoch und runter/ rechts und links ging es im Sekundentakt.
Dann war etwas Szene Sightseeing und Shopping angesagt. In einer kleinen Gasse, der Rua du Nord, gibt es ein paar nette Designer- und Second-Hand-Läden. Dann ging es zum Expo Gelände ausserhalb der Stadt.
Das Abendessen wurde im Pub genommen. Das haben wir schliesslich gestern gewonnen. Der Rest ist in Bier getränktes Königsblau. Warmsingen für den heutigen Tag war angesagt. Das Training haben wir uns übrigens erspart. Fur eine viertel Stunde öffentliches Training war uns der Weg einfach zu weit. Trotzdem: Ich erwarte heute Papa in der Startelf, während Metze eine Pause erhält.

Viel Spass beim Spiel! Ich werde ihn haben!

Glück Auf! Nur der S04!

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