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Stimmungswechsel auf Schalke

Sonntag, Februar 8th, 2009

Es begann, wie man es (leider) mittlerweile auf Schalke kennt: Pfiffe bei der Aufstellung, wenn die Namen Kuranyi und Engelaar fallen. Auch Rutten bekommt wenige Pfiffe ab. Zu diesem Zeitpunkt bin ich schon stinkesauer. Schalkes Fans sind leider nicht mehr das, was sie mal waren. Diese Einschätzung muss ich zu einem späteren Zeitpunkt (etwas) revidieren.
Das Spiel war in der ersten Halbzeit auf dem Niveau der Tabellensituation beider Kontrahenten: Mittelmaß. Kaum gute Aktionen auf beiden Seiten. Viel Mittelfeld. Viel Faul. Somit ein verständliches Pfeiffkonzert zur Halbzeit.
Den Beginn der zweiten Halbzeit verschlief der S04 diesesmal ausnahmsweise mal nicht. Im Gegenteil. Hugo Almeida pennte, Höwedes stieg hoch und machte nach Farfan Freistoss das entscheidende Tor gegen Bremer, die danach zwar überlegen waren und auch einige gute Chancen hatten, aber gegen Neuer im Endeffekt dann doch chancenlos waren. Wiedermal ganz stark gehalten.
So ab der siebzigsten Minute ließ sich dann eine sonderbarer Stimmungswechsel in der Arena beobachten. Besucher konsumierten das Spiel nicht nur, sie lebten es wieder mit. Sie standen auf, feuerten an und beklatschten jede gelungene Aktion, egal ob offensiv oder defensiv. Auch die Reihen auf den Tribünen lichteten sich nicht schon 10 Minuten vor Schluss. Fast das ganze Stadion blieb bis zum Schluss und feierte den glücklichen und wichtigen Sieg.
Schalke kämpfte und die Zuschauer honorierten dies. Eine Situation, die ich das letzte Mal im Parkstadion erlebt habe. Weiter so!

Einzelkritik:

Manuel Neuer: 2

Sicherer Rückhalt in der Abwehrschlacht. Wäre gestern wohl nur durch einen unhaltbaren Ball überwunden worden. Sah nur bei einer Aktion nicht sicher aus.

Rafinha: 3

Stärker als gegen Hannover. Holte den Freistoss raus, der zum 1:0 führte.

Benedikt Höwedes: 1-

Siegtreffer, starke Abwehrleistung und lenkte die größte Chance der Bremer über das Tor. Höwedes schwingt sich zum Retter der Blauen auf. Wenn er weiter so spielt, haben wir bald den nächsten deutschen Nationalspieler.

Marcello Bordon: 2-

Wieder starke Abwehrleistung. Hätte sich allerdings nicht beschweren dürfen, wenn er gegen Almeida mit Rot vom Platz fliegt und Werder den Elfer bekommt (1.HZ). Leider mit Mittelhandbruch für die nächsten Spiele weg vom Fenster.

Heiko Westermann: 3+

Wieder auffälliger und mit einigen guten Aktionen. Er kann aber mehr.

Jermaine Jones: 3

Beackerte das Mittelfeld und war klarer Punktsieger gegen Frings. Hätte noch mehr nach vorne machen können.

Levan Kobiashvili: 3

Solide Leistung. Mehr nicht. Könnte sich langfristig für Engelaar in die Mannschaft spielen. Dafür muss aber noch mehr kommen.

Ivan Rakitic: 3+

Starke Aktion in der 1 HZ. Ansonsten immer wieder am Spielaufbau beteiligt. Er wird immer besser.

Gerald Asamoah: 3-

Die erste Torchance für Schalke schoss er an die Eckfahne. Danach physisch sehr präsent, aber ohne zwingende Aktion nach vorne. Die zweite Halbzeit war wie für ihn gemacht. Mit purem Kampf konnte er auf rechts immer für furore Sorgen

Halil Altintop:4-

Er ist einfach kein Kuranyiersatz. Wieder enttäuschend. Zum Saisonende sollten sich die Wege trennen.

Jefferson Farfan: 3+

Wieder mit dem entscheidenden Assist. Ansonsten bemüht, aber nicht mehr mit den ganz großen Aktionen. Trotzdem ein gutes Spiel.

Kevin Kuranyi: 3

Kam zur Halbzeit für Altintop und brachte mehr Präsenz in den Sturm. Wollte einmal im Fünfer auf Farfan ablegen. Hätte er auch selber machen können.

Bitte wählt rechts den Schalker der Spiels!

Heimspiel gegen Bremen - Live Blog

Samstag, Februar 7th, 2009

12:54 Uhr:
Kurz vor der Abfahrt. Familie Kreimer ist schon voll im Dress. Mutter und Vater sitzen heute im Laola Club und geben sich die Kante. Ich steh wieder in der Kurve und treffe mich vor dem Stadion mit den Rheinsteigern.

13:07: Die Karavane zieht weiter…
Mit dem Auto zum Buer Rathaus.

13:51 Uhr: Die Kurve von aussen

15:15 Uhr: Zeig mir den Platz in der Kurve…

15:58 Uhr: Asa schiesst Richtung Eckfahne. Abstoss Wiese

16:17 Uhr: Eine Halbzeit, die den Tabellenstand der beiden Teams widerspiegelt: Mittelmaß

16:35 Uhr: 1:0 durch Höwedes. Blitzstart!!!

17:20 Uhr: Ein hartes Stück Arbeit!

Wiese musste nicht vom Feld und nun auch nicht in den Knast

Donnerstag, September 25th, 2008

Viele werden sich noch an die Szene erinnern, als Tim Wiese am 07. Mai im Kampf um die Champions League Plätze kurzzeitig das Gel ins Hirn gelaufen ist und HSV Stürmer Ivica Olic mit ausgetrecktem Bein Richtung Kopf springt. Bremen gewinnt an diesem 32. Spieltag mit 0:1.

Schiedsrichter Lutz Wagner (wer sonst?!?!) weiß wohl selber noch nicht, warum er nicht Rot anstatt Gelb gegeben hat. Schlussendlich durfte Wiese auf dem Platz bleiben und Werder den Sieg gegen den HSV einfahren und somit direkt in die Champions League einziehen.

Dass Tim Wiese nun auch auf freiem Fuß bleibt, hat er wohl unter anderem auch Olic zu verdanken. Wie der Sportrecht-Blog berichtet, wurde ein Verfahren wegen versuchten Todschlags gegen Wiese angestrengt. Wer diese Anzeige gestellt hat, ist indes unklar. Olic hat sich zumindest gegen eine Verfolgung ausgesprochen. Trotzdem bin ich froh, dass dem “Spiegel” da nochmal der Arsch auf Grundeis gegangen ist.

So ein paar Sozialstunden im Altenheim hätte ich dem Bling-Bling-Assi-Toaster-Möchtegern-Parade-Champions-League-UEFA-Cup-Versager aus ganzem Herzen gegönnt. Es ist eigentlich ne Schande, dass Löw so einen in den Kreis der Nationalelf beruft.

Die Nummer 1: 1:1 in Bremen

Montag, August 25th, 2008

1 punkt in Bremen. 1 Tor geschossen, aber auch 1 kassiert. Das war also das 1. Gegentor. Genauso das 1. Unendschieden und der 1. Punktverlust. Naja, aber immerhin nicht schon am 1. Spieltag…

Ich fasse mich kurz: Bremen hatte die deutlicheren Chancen, wir den besseren Torhüter. Insgesamt geht das Unentschieden in Ordnung. Auch Schalke hatte während des Spiels durchaus starke Phasen, wo sie das Spiel wirklich gut aufgezogen haben. Mit Glück hätte man auch noch gewinnen können.

Hier eine ausführliche Zusammenfassung von Kai

Die Einzelkritik:

  • Matthias Schober: 1- Gibts nix zu sagen. Astreine Leistung. Beim Tor unschuldig.
  • Heiko Westermann: 2- Diesesmal endlich mit mehr Druck nach vorne. Hinten meist sicher, aber auch wieder mit einigen Fehlpässen.
  • Bennedikt Höwedes: 3 Diesesmal in meinen Augen nicht so stark. Hatte Glück, dass zweimal zuunrecht Abseits gepfiffen wurde. Bei der ersten Chance von Pizarro hat er auch geschlafen. Dafür vorne mit erstem Assist und im Stellungsspiel gut. Nur nicht beim Gegentor.
  • Marcello Bordon: 3+ Der bordonsche “Lange Fehlpass” blieb diesesmal aus. Sollte ich mich irren bitte in den Kommentar. Ansonsten hinten so souverän, wie man gegen Bremen spielen kann. Vorne nicht so gefährlich.
  • Christian Pander: 2- Indirekte Vorlage zum 1:1. Offensivstark und hinten mit solider Leistung. Standards dieses mal nicht so stark.
  • Fabian Ernst: 2- Typischer Ernst. Stark in der Defensive. Wenig offensives.
  • Carlos Großmüller: 5 Schlecht. Hätte schon zur Halbzeit raus gemusst. Viele Fehlpässe oder nur Sicherheit. Keine Aktion nach vorne.
  • Levan Kobiashvili: 4 Leider nicht so stark wie gegen Hannover und mit dem entscheidenden Fehler beim 1:0. Trotzdem besser als Großmüller
  • Ivan Rakitic: 3 Immer bemüht vorne Aktionen zu erzeugen. Aber anhand der Anzahl der Chancen aus dem Spiel muss man ihm versagen attestieren. Von allen Offensiven aber noch der Beste.
  • Halil Altintop: 4 Ungefährlich. Nahm am Spiel teil, aber das war es dann auch schon. Kam kaum gefährlich vors Tor.
  • Kevin Kuranyi: 4- Noch ungefährlicher als Altintop. Muss sich gegen Madrid steigern.
  • Gerald Asamoah: 3- Kam für Altintop in der 70. Minute. Viel nicht weiter auf.
  • Vincente Sanchez: 3 Holte wenigstens noch ein paar Ecken raus.

Die Stimmen zum Spiel

Wählt den Schalker des Spiels bitte rechts in der Leiste!

Die Highlights:

Aguero schiesst Rafinha nach Hause - hoffentlich…

Dienstag, August 19th, 2008

Wie geht es weiter? Rafinha steht nicht im Finale der Olympischen Spiele. Wird er jetzt vorzeitig nach Gelsenkirchen zurückkehren, um eventuell schon gegen Bremen wieder aufzulaufen oder sich zumindest auf das Rückspiel der Champions-League Qualifikation vorzubereiten? Ironie des Fussball-Schicksals, dass ausgerechnet der Madrilene Sergio Aguero dafür sorgte, dass der Traum von Gold für die Brasilianer geplatzt ist und Rafinha durch einen elfmeterreifes Foul an Aguero die Entscheidung zugunsten der Argentinier erzwang.

Ich hoffe, dass Rafi ein einsehen hat und schnellstmöglich wieder in Gelsenkirch aufschlägt.. Schalke hat seine gerichtlichen Bemühungen schon lange eingestellt. Rafinha hat bereits angekündigt, dass er auf Schmusekurs ist. Er könnte mit einer vorzeitigen Rückkehr sicherlich viele Wogen glätten und dem Verein, aber vor allem auch den Fans ein Stück Wut aus den Segeln nehmen.

Sollte er auf Stur stellen und das Turnier bis zum bronzenen Schluss durchziehen, hätte er auch bei mir viel Kredit verspielt. Bisher stehe ich auf dem Standpunkt, dass er, beeinflusst durch unklare FIFA-Regeln, einem druckausübenden brasilianischen Fussballverband und der Aussicht in Zukunft auch regelmäßige Einladungen zur A-Nationalmannschaft zu erhalten, gehandelt zu haben.

Ich werde in den nächsten Tagen mit Mikro und Kamera Tag und Nacht am Düsseldorfer Flughafen ausharren, um euch die exklusive Nachricht seiner Rückkehr zu vermelden.

Hoffentlich landet er nicht in Frankfurt…

Die FIFA lässt warten - um Blatter zu schützen?

Dienstag, Juli 29th, 2008

Die FIFA hat bisher noch keine Entscheidung über den Olympia-Streit zwischen den Vereinen Schalke 04 und Werder Bremen getroffen - obwohl eine klare Aussage für heute angekündigt war.
Dies lässt Zweierlei vermuten: Entweder die FIFA ist so lahm wie eh und je. Immerhin hat Karl-Heinz Rummenigge in seiner Funktion als Präsident der Vereinigung der europäischen Klubs (ECA) schon zu Beginn des Jahres auf die Problematik hingewiesen.
Oder aber die FIFA drückt sich vor einer Entscheidung, um ihrem Präsidenten, Joseph Blatter, nicht in den Rücken zu fallen. Es könnte sein, dass der FIFA Richerentscheid zugunsten der Vereine, also gegen die Auffassung Blatters ausgefallen wäre. Man wollte sich aber die Peinlichkeit ersparen und schweigt die Sache lieber aus.
Beide Alternativen werfen mal wieder kein gutes Licht auf den Fussball Weltverband.
Um eine Entscheidung vor Beginn des Olympischen Fussballturniers zu erzwingen, hat der FC Schalke 04 nun alle drei Klagen (Gegen den IOC, den brasilianischen Fussballverband und das brasilianische Nationale Olympische Komitee) an das CAS gereicht.
Hier ist eine Entscheidung anfang nächster Woche zu erwarten.

Blatter wird deutlich - und gibt Rafinha Recht UPDATE

Mittwoch, Juli 23rd, 2008

Blatter wird deutlich - News - Mehr Sport - kicker online

Jospeh Blatter, seineszeichens FIFA-Präsident und Aushilfs-Hobbit hat sich in Sachen Olympia zu Wort gemeldet und die Diskussion mehr oder weniger beendet.
Blatter wird im oben stehenden Artikel folgendermaßen zitiert:
“In Bezug auf die Abstellung der Spieler unter 23 Jahren war sich die Fußballfamilie stets einig, dass diese Spieler für das Olympische Fußballturnier der Männer abgestellt werden müssen. Dieser Grundsatz war in der Vergangenheit stets anerkannt und wurde nie angezweifelt. (…) Aufgrund seines einzigartigen Charakters erfuhr das Olympische Fußballturnier der Männer bewusst eine Sonderbehandlung. Das heißt aber nicht, dass die betreffenden Klubs keine Abstellpflicht trifft.

Angesichts der Bedeutung des Olympischen Fußballturniers der Männer für die gesamte Sportbewegung im Allgemeinen und den Fußball im Besonderen sowie seines besonderen Charakters und auf der Grundlage des Gewohnheitsrechts ist die Abstellung von Spielern von unter 23 Jahren für alle Klubs zwingend. Für Peking 2008 gilt dieser Grundsatz ohne Vorbehalt.

Spieler unter 23 Jahren, die den Stamm der Teams bilden, an der Teilnahme an der Endrunde zu hindern, würde dem Geist der Olympischen Bestimmungen widersprechen.”

Da wird Andreas Müller und der Rest des FC Schalke 04 wohl dumm aus der Wäsche gucken. Zwar besteht hierzu immer noch keine festgeschriebene Regel in irgendeinem Regelwerk, doch wenn der S04 Rafinha nicht verlieren will, dann müssen sie ihn in Peking spielen lassen. Denn Blatter bezieht sich auf das Gewohnheitsrecht, das praktisch seit knapp 20 Jahren gilt (siehe Artikel) und somit ziemlich zementiert sein dürfte.

Damit dürfte Rafinha aber noch nicht aus dem Schneider sein. Zum Zeitpunkt seiner “Flucht”, stand diese Aussage noch nicht und sein Arbeitgeber hat sich deutlich dagegen ausgesprochen, dass Rafinha nach Paris/Peking fliegt anstatt bei Dauerregen mit den Kollegen zu schuften.
Eine saftige Strafe dürfte Rafinha dennoch bekommen. Nicht weil Fred Rutten in den kommenden Wochen wohl auf den rechten Außenverteidiger verzichten muss, sondern weil er den Anordnungen des Vereins nicht gefolgt ist, wie man es sich von einem Arbeitnehmer wünscht.

Ich kann nur hoffen, dass die Sache eingermaßen glimpflich abläuft:

  • Wir qualifizieren uns für die Gruppenphase der Champions League
  • Rafinha holt Gold mit Brasilien und steigert mit Top-Leistungen seinen Marktwert
  • Er kommt gesund und pünktlich wieder zurück
  • Wir stehen zu diesem Zeitpunkt mit 6 Punkten und 7:1 Toren an der Tabellenspitze
  • Müller und Rutten geben Rafinha nen kräftigen Tritt in den Arsch und ne saftige Geldstrafe

Damit dürfte die Sache dann hoffentlich gegessen sein. Hoffentlich…

Mittlerweile hat sich auch Andreas Müller zu dem Schreiben des FIFA-Präsidenten geäußert. Müller sieht darin kein neues Recht. Und auch der SV Werder Bremen lässt sich von Blatters Aussagen nicht beeindrucken.

Es bleibt nun wohl nur noch eine Frage zu klären: Wieviel Recht steckt in Gewohnheitsrecht? das muss jetzt der Internationale Sport Gerichtshof (CAS) entscheiden…

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Schalke 1:1 Bremen - Spieler des Spiels

Montag, Oktober 29th, 2007

Euer Schalker des Spiels war gegen den SV Werder Bremen unser Dauerbrenner auf der rechten Abwehrseite. Der Mann mit den witzigsten Torjubelszenen, der Mann mit den meisten Ballkontakten: RAFINHA. Er hat sich mit 57 % vor Torschütze Carlos Großmüller (26 %), Jermaine Jones (10 %) und Fabian Ernst (5 %) druchgesetzt.

Vielen Dank fürs Mitmachen. Hier ein Video, in dem er den Elfmeter gegen Hertha sicher verwandelt und dann unnachahmlich feiert.

Schalke 1:1 Bremen - Nachspielzeit

Montag, Oktober 29th, 2007

Sooo, nachdem ich ja auf den ersten Pressebericht quasi reagieren musste (ich warte immer noch auf ihren Kommentar, Herr Ahrens!!!), hier nun der vollständige Pressespiegel, die Highlights (waren ja nicht wenige) und die Stimmen zum Spiel.
Ich kann heute vor allem die Highlights empfehlen, der Kommentar ist göttlich.

Hier aber zunächst einmal der Pressespiegel. Viel Spaß beim lesen…

Hier gibt es die Stimmen zum Spiel und hier nun die vielen Highlights des Spiels gegen Bremen.

Der "Original" Kommentar

Sonntag, Oktober 28th, 2007

Da der Spiegel die offensichtlich falschen Tatsachen klammheimlich ersetzt hat, hier nochmal der “neue” Artikel von Spiegel Online mit den Änderungen:

Quelle: Spiegel.de

BUNDESLIGA-KOMMENTAR
Wunschlos unglücklich
Von Peter Ahrens

Wer nimmt Schalke 04 noch ernst? Die Spitzenmannschaften schon längst nicht mehr. Die Vorstellungen des Abonnement-Beinahe-Meisters zeigen, dass sich die Mannschaft nicht traut, Ansprüche zu stellen. Aus gutem Grund. Genauer gesagt: Aus 19 guten Gründen.

Nein, am heutigen 1:1 gegen Werder Bremen wird es nicht liegen, dass Schalke 04 auch 2008 nicht Meister wird. Warum also wird das Team von Mirko Slomka höchstens um den zweiten Platz mitspielen dürfen - wenn überhaupt?

1. Weil ein Team, das sich kampflos in ein 0:2 bei Chelsea fügt und anschließend selbstzufrieden wieder heimfährt, nicht Spitzenmannschaft genannt werden darf.

2. Weil der Angriff eine Kuranyi-Ein-Mann-Show ist.

3. Weil Schalke auch mit Lincoln kein Meister geworden ist und es ohne ihn noch schwerer ist.

4. Weil Ivan Rakitic der einzige Spieler ist, der Lincoln ersetzen könnte. Aber nicht, wenn er pro Spiel mindestens 70 Minuten zu viel auf der Bank sitzt.

5. Weil nun alle auf dem armen Manuel Neuer herumhacken, nur weil er jetzt endlich beherzigt, was ihm sein Torwarttrainer Pannen-Olli Reck seit Jahren vorgemacht hat.

6. Weil Schlüsselspieler wie Fabian Ernst oder Zlatan Bajramovic allen guten Wünschen zum Trotz in ihrer Leistung stagnieren.

7. Weil das Team nicht in der Lage ist, Stammspieler zu ersetzen, wenn sie wie Mladen Krstajic über längere Zeit ausfallen.

8. Weil ein Sören Larsen stellvertretend für einige andere Spieler von der Bank keine echte Verstärkung für die Stammelf ist, wenn er in die erste Mannschaft aufrückt.

9. Weil in der zweiten Reihe mit Matthias Abel oder Mimoun Azaouagh (hier stand eigentlich noch der Herr Delura) lediglich Spieler stehen, die ihre Chance auf Schalke schon einmal hatten und sie nicht genutzt haben.

10. Weil es pro Spiel höchstens zwei, drei gute Freistoßsituationen gibt, aus denen sich Tore machen lassen.

11. Weil Gerald Asamoah in dieser Spielzeit offenbar nur trifft, wenn er zuvor aufs Blut gereizt wird. Hier stand vorher Punkt 2 - und zwar wortwörtlich

12. Weil die Spieler es nicht ausstrahlen, ein Topteam zu sein - ganz anders als die Akteure von Werder Bremen.

13. Weil die Champions League keinen Motivationsschub für die Liga darstellt, sondern die Auftritte in Europa wie eine Pflichtübung wirken, die man nach der Vorrunde erwartungsgemäß abhakt - wieder anders als bei Werder.

14. Weil Peter Lövenkrands in dieser Saison nicht auf Touren kommt und Heiko Westermann kein Spieler ist, der in einer Meistermannschaft steht.

15. Weil der Stabilisator Gustavo Varela verletzt fehlt, der im letzten Jahr eine starke Saison im defensiven Mittelfeld gespielt hat.

16. Weil der Präsident Josef “Jupp” Schnusenberg jetzt schon anfängt, über Trainer und Mannschaft zu mäkeln.

17. Weil man in Rostock gewinnen muss, wenn man den Titel holen will.

18. Weil es zwar schön ist, den BVB im Derby abzuledern, es aber auch für den Sieg gegen Dortmund nur drei Punkte gibt.

19. Weil Bayern einfach besser ist. Viel, viel, viel besser.

Bliebe also Werder Bremen als Bayern-Jäger.

Als Bayern-Jäger muss man sich allerdings jemanden vorstellen, der stundenlang regungslos auf der Pirsch hockt und wartet, dass das scheue Bayern-Reh auf die Lichtung tritt. In diesem Moment muss man abdrücken und treffen. Sonst ist es vorbei, das Reh ist weg. Man muss sich also anders verhalten als Werders neue Lichtgestalt im Angriff, Boubacar Sanogo, die gegen Schalke aus drei Metern das leere Tor verfehlt.

Aus drei Metern. In Mittelstürmerposition. So wird das nichts mit der Titeljagd.

Dabei besitzt Werder Bremen wenigstens die nötige Geisteshaltung, um die Bayern herauszufordern. Spieler wie Torsten Frings, Tim Borowski oder Per Mertesacker gehen nach draußen auf den Platz, um zu gewinnen - egal ob gegen Bielefeld oder Real Madrid. Sie wirken in ihrem Erfolgshunger ähnlich humorlos wie Oliver Kahn - oder der ganze FC Bayern.

Sicher, berauschende Siege gegen große europäische Mannschaften hat auch Werder in der jüngeren Vergangenheit nicht aufzuweisen. Und der Start in die Bundesliga war lazarettbedingt holprig. Aber wenigstens wird in Bremen mal ein Anspruch formuliert: Seht her, wir sind geborene Siegertypen, uns fiele ein Meistertitel oder ein europäischer Triumph nicht einfach in den Schoß. Nein, er würde zu uns passen. Ein jährlicher Platz in der Champions League, das ist doch selbstverständlich, was sonst? “Mir san mir” auf norddeutsch.

Eine solche Haltung, man könnte sie auch Arroganz nennen, ist den Bremern verdientermaßen zugewachsen. Sie haben Jahre dafür gebraucht, aber jetzt ist sie da. Teams wie der amtierende Zufallsmeister aus Stuttgart können eine solche Attitüde noch nicht mitbringen, Schalke dagegen hätte nach den Erfolgen der vergangenen Jahre die Möglichkeit gehabt, eine solche Gesinnung herauszubilden. Sie fehlt jedoch völlig.

So ist und bleibt Schalke - da können noch so viele Erdgas-Millionen aus Russland fließen - lediglich eine konstant überdurchschnittliche Bundesligamannschaft. In höheren Gefilden, ob in München oder in Madrid, wird Königsblau nicht ernst genommen. In Bremen bald auch nicht mehr. Schalke hat in den vergangenen Wochen nichts dafür getan, dass sich das ändert.