Was für ein Spiel! Der FC Schalke gewinnt 4:0 gegen Werder Bremen, Raúl feiert seinen ersten Hattrick und der SV Werder zeigt bedenkliche Auflösungserscheinungen.
Los ging mein königsblaues Wochenende bereits am Freitag Abend. Für meine Rheinsteiger war ich in der Eifel unterwegs, um dort der Bezirksversammlung beizuwohnen. Dazu aber später mehr.
Mit dem Segen von Tilda, dem ersten reinen Rheinsteiger-Nachwuchs und dem sichtlich stolzen Papa Lars ging es etwas später als gewohnt Richtung GE. Da die Tanke erwartungsgemäß schon voll war, wurde kurzerhand am Biergarten geparkt. Vor der Litfaß-Nord wurde der Rest der Brigade getroffen. Frikabrötchen gefuttert, mit Bierchen gespült und ab in die Kurve.

Tildas Füßchen in blau und weiß
Magath enttäuscht mich direkt bei der Aufstellung. Moritz nicht von Beginn an dabei, dafür eine eher biedere Doppel-Sechs mit Kluge (Glückwunsch zum 200. Bundesligaspiel) und Matip. Kreativ sieht anders aus.
Schalke fand in den ersten 20 Minuten wenig bis gar nicht statt. Werder stand eng und kombinierte sich immer wieder in Tornähe. Die Torabschlüsse der Bremer ließen allerdings eher an ein Trainingsspielchen erinnern. Sowohl Almeida in der ersten Minute als auch wenig später Hunt vergaben ihre durchaus guten Möglichkeiten nach dem Motto: Machst ihn jetzt nicht, machst ihn später. Man könnte auch leichtfertig oder unentschlossen sagen.
Zusätzlich schien es, als ob die Bremer schon zur Mitte der ersten Halbzeit ihr Pulver verschossen hatten. Just zu diesem Zeitpunkt fällt das bis dahin etwas glückliche 1:0 durch Metzelder. Das Tor hat sich der Halterner absolut verdient. Er avancierte neben Jefferson Farfan in der ersten Halbzeit wiedermal zum besten Spieler. Zu Beginn der Saison als zu langsam verschrien, lief er am Samstag sogar Dribbelknirps Marin den Ball, gekrönt mit einer gekonnten Grätsche, ab. Farfan hingegen machte mit Parsanen auf der rechten Seite was er wollte. Immer wieder gut eingesetzt von “Sushida”, spielte er mit der linken Abwehrseite der Nordlichter Katz und Maus.
Kurz vor dem Halbzeitpfiff sollte sich dann ein anderer Akteur in den Vordergrund drängeln. Senor Raúl. Nach einem harten Edu Freistoß roch Raúl den Abpraller und versenkte ihn im linken Eck. Das Ding muss man auch erstmal machen. Technisch vom Allerfeinsten. Bereits bei diesem Treffer war die Lethargie der Werder Hintermannschaft eklatant. Nicht nur Torschütze Raúl, sondern in der Mitte auch Huntelaar und Matip standen beim Abpraller vollkommen blank. Nicht ein einziger Bremer Spieler hielt es für nötig, den zweiten Ball zu verteidigen. Ganz schwach.
In der zweiten Halbzeit hieß es dann eigentlich nur noch Schalke gegen Wiese. Das Spiel hätte auch locker mit 6 oder 7 königsblauen Treffern enden können. Doch Farfan scheiterte freistehend und Huntelaar schien die Trikotfarbe der Gäste vom Knipsen abzuhalten. Gegen die Farben der Elftal schien Huntelaar irgendwie Ladehemmungen zu haben. Viele gute Chancen vergab der Tor-Hunter. Das Positive: Er scheiterte nicht am eigenen Unvermögen, sondern an einem guten Wiese, der eine richtige Klatsche verhinderte.
Nicht verhindern konnte er an diesem Nachmittag Raúl. Nach schwacher Abwehr von Mertesacker, drosch die 7 die Pille in der 56. Minute volley in die Maschen. Die Entscheidung. Trainer Schaaf konnte einem wahrlich leid tun. Während des Spiels habe ich schon mit einem Rücktritt des Bremer-Urgesteins nach dem Spiel gerechnet. Denn eine richtige Mannschaft, ein Kollektiv, stand bei den Bremern schon lange nicht mehr auf dem Platz. Man ergab sich abermals seinem Schicksal und wurde schlussendlich auch noch vorgeführt.
Raúl krönte den Abend mit einem seiner weltberühmten Lupfer. Das ganz Besondere daran: Er machte ihn mit rechts (wie die anderen beiden Tore übrigens auch). Mit seinem nominell schwächeren Fuß. Höchst selten. Toll, dass ich das miterleben durfte.
Was bleibt, sind drei ganz wichtige Punkte, der zweite Heimsieg in Folge und die Einsicht, dass Schalke durchaus auch guten Offensivfußball und Torchancen kreieren kann. Hier darf man sich allerdings auch nicht blenden lassen. Die ersten beiden Treffer fielen nach Standards und die Treffer 3 und 4 jeweils nach haarsträubenden Abwehrfehlern. Bremen war gestern eher Opfer denn Gegner, denn sie hatten mehr mit sich selbst, als mit dem Gegner zu tun. Es ist erschreckend und schon ein wenig traurig zu sehen, wie sich das ehemalige deutsche Vorzeigeteam in die Schießbude der Liga verwandelt. Ohne Esprit, ohne Kampf- geschweige denn Teamgeist. Diese Sätze habe ich vor Wochen noch über unseren Club verfasst.
Knappen des Spiels
Es bleibt auch nach diesem Spieltag sicher weiter sehr sehr spannend, obwohl ich wohl nicht der Einzige bin, der den Ausgang dieses Votings voraussagen kann. Ich bin eher gespannt, wen ihr auf den Plätzen 2 und 3 seht.
Meine Knappen des Spiels:
Raul 3 (3 Tore, davon ein klasse Abstauber und ein weltklasse Lupfer.)
Metzelder 2 (erstes Tor für Schalke, in den ersten zwanzig Minuten der Turm in der unsicheren Schalker Abwehrbrandung)
Farfan 1 (Laufstark, pfeilschnell und mit Durchsetzungsvermögen. Wie immer in dieser Saison.)
Kommentare
Carlito69: Egal, ob jetzt 69%, 75% oder 82%, die beiden sind aktuell sau wichtig für unser erfolgreiches Spiel....
Carlito: Ich warte gespannt! :-)
Carlito: Ja, der Huub wird es nicht leicht haben, wenn sich alle wieder fit melden. Ich vermute aber mal, dass er...
tobitatze: @robkem04: So wird es derzeit gemacht. Im Sportbloggernetzwerk werden Vorschläge gesammelt, die dann von...
tobitatze: Das stimmt. Da gilt halt auch der Satz: “Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht...