Ralf Rangnick ist schon ein Phänomen. Kaum drei Wochen schwingt er das Zepter auf Schalke und schon weht der Wind nicht mehr ins königsblaue Gesicht, sondern drückt ganz Schalke praktisch nach vorne.

Neben den spielerischen Fortschritten, die gegen St. Pauli und Inter Mailand deutlich wurden, schafft es Rangnick offenbar, auch die Spieler, das Team, ja den ganzen Verein zu beflügeln und eine menschliche Note zu verpassen.

Schon vor knapp sieben Jahren hat Rangnick dieses Wunder geschafft. Auch damals wurde Schalke von einem “harten Hund” trainiert, der die Mannschaft mit seinen altmodischen Methoden nicht erreichen konnte. Don Jupp musste gehen und Müller präsentierte diesen Professor, der von Manager Rudi Assauer in der Pressekonferenz mit falschem Vornamen angekündigt wurde.

Dann ging alles sehr schnell. Nicht nur auf dem Platz wurde das Tempo deutlich erhöht. Die Mannschaft präsentierte sich als Einheit und stürmte, mit Lincoln an der Spitze, bis auf Platz 2. Es wurde der Offensivfußball zelebriert, den man seit den Jahren, als Emile Mpenza, Ebbe Sand und Jörg Böhme auf dem Platz standen, vermisst wurde.

Auch in der Gegenwart scheint Rangnick derjenige zu sein, der den Knoten lösen kann. Der das Biest Schalke frei lässt, so dass es solche Spiele abliefern kann, wie wir es vorgestern in Mailand erleben durften.

Am Samstag kommt der harte Hund mit seinem Wolfsburger Rudel in die Arena. Magath wird es nicht gefallen haben zu sehen, dass die Mannschaft offensichtlich gegen ihn gespielt hat bzw. er die richtigen Knöpfe nicht gefunden hat, um das wahre Potenzial dieses Teams abzurufen.

Hoffen wir, dass Rangnick es weiterhin schafft. Am liebsten natürlich gegen den alten Trainer und Manager. Das wäre das Sahnehäubchen auf eine tolle königsblaue Woche.

 

 

Ralf Rangnick wagt das Abenteuer Schalke also ein weiteres Mal. Zunächst einmal Willkommen zurück, Herr Professor! Nach der verheerenden öffentlichen Darstellung in letzter Zeit, hat Schalke die Trainerfrage souverän und gut gelöst.

Ob er jetzt der Richtige ist? Eigentlich ist das die falsche Frage. Es müsste eher lauten: Ist Rangnick wieder der richtige Trainer? Immerhin ist er, was den Punkteschnitt angeht, der erfolgreichste aller Ehemaligen.

Zudem war Schalke grundsätzlich mit der Arbeit Rangnicks zufrieden. Rangnick ließ den attraktivsten Offensivfußball seit Böhme/Sand/Mpenza spielen und war am 17. Spieltag der Bundesligasaison 2005/2006 auf dem vierten Platz, als er seine legendäre Ehrenrunde vor dem 1:0 Heimsieg gegen Mainz gab, weil er den Machtkampf mit Rudi Assauer angenommen und verloren hat.

Auch in Hoffenheim ist er am mächtigsten Mann gescheitert. Hier allerdings unter anderen Voraussetzungen. Er war der Kopf des Projekts Hoffenheim, das – so diskutierbar Retortenvereine sind – eine absolute Erfolgsgeschichte ist. Auch mit “Wunschspielern” muss man sich erstmal so konstant steigern, dass man seit dem ersten Jahr Bundesliga regelmäßig vor dem Tor nach Europa steht. Und das nachdem man sich praktisch aus dem Nichts bis zur Spitze durchsiegte. Zudem hat es Rangnick mit einem jungen Team geschafft, große Teile der Region hinter den Verein zu bringen und sich im Rest der Fußballnation eine gute Portion Respekt zu verschaffen.

Fachlich ist Rangnick ein ähnliches Ass, wie es Magath ist. Menschlich sicherlich umgänglicher, aber eine einfache Trainerpersönlichkeit ist er sicher auch nicht. Die Manager Rolle Magaths wird Horst Heldt einnehmen. Auch wenn er ein bisschen “geparkt” wurde, kann man froh sein, dass auch die Vorbereitung auf die nächste Saison nahtlos weiter geht.

Auch die mittelfristigen Situationen der Leihspieler ist plötzlich eine ganz andere. Jones und Holtby werden froh sein, dass Magath bei ihrer potenziellen Rückkehr nicht mehr das Zepter schwingt. Beide könnten unter Rangnick als quasi Neuzugänge wieder zu echten Alternativen werden. Zambrano und Moravek nicht zu vergessen.

Fraglich bleibt bis Montag ist eigentlich nur noch, wer mit Rangnick auf dem Trainingsplatz stehen wird. Oberkonditionsgeneral Leuthard und Co-Magath Hollerbach haben bereits gepackt. Und ich denke, auch Seppo Eichkorn wird, aller Gerüchte über ein Zerwürfnis zum Trotz, nach dem Leverkusen Spiel seine Papiere abholen und mit dem Magath Zirkus zu ziehen.

Jetzt steht aber erstmal Leverkusen vor der Tür, die uns gestern als letzte Mannschaft in Europa zurück gelassen haben. Wer uns in Europa als nächstes über den Weg läuft, finden wir heute Mittag heraus. Ich habe irgendwie Donezk im Gefühl. Wäre ich auch nicht unzufrieden mit. Schwer sind die alle. Und Donezk ist das schlagbarste Team.

Aber nicht nur die UEFA hat eine Verlosung anzubieten. Auch hier im Blog muss das Buch The Tokyo Diaries von David Schumann noch unter den 13 richtigen Antworten verlost werden.

Ich plane eine Live Übertragung bei der Ziehung des Siegers via Ustream oder ähnliches. Muss ja schließlich alles seine Richtigkeit haben. Weitere Infos zum Zeitpunkt gibt es später oder morgen früh.

Der absolute Hammer trifft zu fortgeschrittener Stunde via Twitter ein!

Magath ist also mit seinem VW direkt wieder in Wolfsburg vorgefahren. Es ist unfassbar. Im Heimspiel am 9. April kommt es zum direkten Duell. Diese Saison ist einfach nicht normal. Deswegen wird Duisburg auch den DFB-Pokal gewinnen und wir Barca im Champions League Finale in Wembley schlagen. Diese Saison ist nix mehr unmöglich!

 

Ich habe das Spiel in der Konferenz verfolgt. Und dass Schalke schwach gespielt hat, konnte man auch dort verfolgen. Viel spannender in dieser Woche war wohl aber der ganz normale und deshalb königsblaue Wahnsinn.

Dass die Außendarstellung, auch unter Magath, wohl noch ausbaufähig ist, kann man bei der Schnusi-Entmachtung eindrucksvoll miterleben. Über die Medien erfahren Clubmitglieder und der Rest der Anhänger, dass sich da oben was tut. Das Ganze sah arg nach dem Versuch aus, die Sache tot zu Schweigen und dann mit dem “Schlamassel” fertig zu werden. Guter Stil sieht zumindest anders aus.

Die Kompetenzen sind nun nur noch auf zwei Schultern verteilt. Ob wohl im Rennen um die königsblaue Alleinherrschaft der schlaue Felix oder der listige Peters das Rennen machen wird?

Deren Vorgänger Rudi Assauer sorgt für den nächsten Knaller, der mir ganz übel auf stößt. In der Bild, und vorher wohl auch beim DSF, gibt Assauer die Info preis, dass man ja noch nicht einmal die Gehälter der Spieler zahlen könne und dass eh alles den Bach runter geht, seitdem er nicht mehr der Lotse an Bord ist.

Ob ersteres wahr ist oder nicht, sei mal dahingestellt und soll hier gar kein Thema sein. Auch über die Rolle und die Verantwortung Assauers am heutigen “Gesamtbild” Schalke lässt sich streiten. Assauer hat sich mit diesen Äußerungen nicht nur in der blau-weißen Belle Etage des Vereins unbeliebt gemacht. Assauer zieht ganz Schalke vor versammelter Mannschaft die Hose runter. Egal, was an der Geschichte wahr ist, oder nicht. Ich habe selten einen schlechteren Stil erlebt. Das Denkmal Assauer brökelte auf Schalke schon die ganze Zeit vor sich hin. Jetzt ist es umgefallen. Schade eigentlich.

Auch die Profi des S04 zeigten schlechten Stil am Samstag Nachmittag, doch damit ist die Liste immer noch nicht zu Ende. Schlechten Stil legt auch mal wieder die Medien an den Tag. Praktisch mit dem Halbzeitpfiff verkündet der Kicker die Falschmeldung über den “quasi” perfekten Transfer Rafinhas zu den Bayern. Die Nachricht scheint im Stadion blitzschnell die Runde gemacht zu haben, denn pünktlich zum Wiederanpfiff wird sich in der Arena wohl regelrecht um den wichtigsten Feldspieler des Teams gezankt. Pfiffe kommen bei den ersten Ballberührungen auf. Andere diskutieren mit den “Pfeifen” und halten mit Klatschen und Anfeuerungen dagegen. Gue Nachrichen für alle Schalker und in dieser Saison ganz besonders Ivan Rakitic. Schalke steht doch noch für etwas ein!

Dass quasi alle Medien diese “Auseinandersetzungen” nicht mitzubekommen scheinen und ausschließlich die Pfiffe gehört haben wollen, bleibt mir ein Rätsel. Hier muss man den Medien ebenfalls schlechten Stil vorwerfen. Die Reaktion der (meisten) Fans war nämlich vorbildlich. Sie haben den Pfeiffen endlich mal paroli geboten. Gut und weiter so.

 

Man fragt sich, wie es so weit kommen konnte.

Hier ist die Antwort:

  • September 2004: Nach der sportlichen Talfahrt unter Trainer Jupp Heynckes präsentiert der FC Schalke 04 einen neuen Trainer. Andreas Müller, damals noch Teammanager, hat einen Mann aus dem Hut gezaubert, den Rudi Assauer auf der Pressekonferenz als “Rolf Rangnick” vorstellt und schon damals deutlich machte, was er von dem Trainer hielt.
  • Dezember 2005: Nach einer erfolgreichen Saison mit attraktivem Fußball, der erstmaligen direkten Champions-League Qualifikation, einem Schnitt von 2,04 Punkten pro Spiel und einer langsamen, aber stätigen Demontage durch Rudi Assauer, verkündet Rangnick genervt seinen Rücktritt zum Saisonende. Direkt vor dem Spiel gegen Mainz 05 verabschiedet sich der Trainer bereits mit einer Ehrenrunde von den Fans. Zwei Tage später wurde er entlassen.
  • Januar 2006: Völlig überraschend drückt Teammanager Andreas Müller erneut einen Underdog gegen den mächtigen Rudi Assauer durch. Kurz nach dem Jahreswechsel wird Mirko Slomka, bis dahin Co-Trainer seines guten Freundes Rangnick, auf den Chefsessel gehoben. Rudi Assauer gibt zu: “Auf den wäre ich nicht gekommen” und Slomka war sich sicher, dass er nur auf die Geschäftsstelle fährt, um seine Beurlaubung mitgeteilt zu bekommen.
  • Mai 2006: Schalke schafft es nicht, sich für die Champions League zu qualifizieren. Noch im selben Monat bekommen die Schalker Führungsspieler, Fabian Ernst und Kevin Kuranyi mitgeteilt, dass sie ihren sicher geglaubten Platz im Kader der Nationalelf für die WM 2006 im eigenen Land verloren haben. Ein Schlag ins Gesicht nicht nur für die beiden Spieler, sondern auch für ganz Schalke.
  • September 2006: Schalke scheidet in der ersten Runde des UEFA-Cups am AS Nancy. Gerüchte machen die Runde, dass Schalke nun in eine arge finanzielle Schieflage geraten könnte, da die eingeplanten Einnahmen nun fehlen.
  • Oktober 2006: Clemens Tönnies stellt über seinen Freund Gerhard Schröder Kontakt zum Energieriesen Gazprom her. Der Deal klappt und Schalke erhält einen der lukrativsten, aber auch fragwürdigsten Sponsorenverträge der Liga.
  • Dezember 2006: Schalke steht nach 17 Spieltagen Punktgleich mit Bremen an der Spitze. Lediglich das schlechtere Torverhältnis versperrt den Weg zum Herbstmeistertitel.
  • Februar 2007: Schalke schlägt im Spitzenspiel den SV Werder Bremen auswärts mit 2:0 und übernimmt zum dritten Mal in der Saison die Tabellenspitze. Es sollten noch 12 weitere Spieltage folgen.
  • Mai 2007: Am 32. Spieltag, Schalke hätte an diesem Tag Meister werden können, verlieren die Knappen in Lüdenscheid sang und klanglos mit 2:0. Stuttgart gewinnt die letzten beiden Spiele und Schalke weint.
  • Juni 2007: Lincoln verkündet seinen Wechsel zu Galatasaray Istanbul. Damit geht der Spieler, der für den Aufschwung unter Rangnick und Slomka, maßgeblich beteiligt war. Schalke beschließt, den Brasilianer nicht durch einen anderen klassischen 10er zu ersetzen.
  • Dezember 2007: Schalke übersteht erstmals die Vorrunde der Champions League. Mit einem 3:1 gegen Rosenborg Trondheim landet man hinter dem FC Chelsea auf Platz 2. Zu diesem Zeitpunkt steht Schalke in der Liga nur auf einem enttäuschenden fünften Platz. Unmut und der Ruf nach Verstärkungen kommen auf.
  • Januar 2008: Schalke verpflichtete in der Winterpause drei neue Kreativspieler. Vicente Sanchez, Ze Roberto und Albert Streit sollen das Offensivspiel ankurbeln. Sanchez schafft es, zumindest 14 mal auf dem Platz zu stehen. Er spielte einmal durch. Streit kommt auf neun Einsätze. meist als Einwechselspieler in der Schlussphase und Ze Roberto kommt auf sagenhafte 3 Einsätze, erzielte dabei aber immerhin ein Tor. Auf Schalke rumort es bereits. Slomka ist trotz der Erfolge in der Champions League unter Druck.
  • April 2008: Nach dem Viertelfinal aus in der Champions League gegen Barcelona und einer 5:1 Auswärtsniederlage in Bremen, muss Slomka seinen Hut nehmen. Schalke sehnt sich nicht nur nach der Meisterschaft. Auch der attraktive Fußball ging dem Team unter Slomka immer wieder ab. Erfolgreich hatte Slomka immer gespielt. Er schaffte 1,8 Punkte pro Spiel und war damit der zweiterfolgreichste Trainer der Schalke. Hinter Rangnick. Das Trainerduo Büskens/Mulder übernimmt. Schalke startet eine Serie und wird hinter München und Bremen Dritter und darf in der Champions League Qualifikation ran. Noch im gleichen Monat stellt Schalke Slomkas Nachfolger vor. Es wurde nach einem Mann mit internationalem Standing gesucht. Es wurde Fred Rutten, Trainer des Überrschungsteams Twente Entschede in der Eredevise. Er gilt als Disziplinfanatiker, interntionale Erfahrung hat er als Cheftrainer allerdings nicht.
  • Juli 2008: Rafinha fährt, entgegen aller Warnungen vom Berger Feld nicht mit ins Trainingslager, sondern nach China, um mit Brasilien Gold zu holen. Das Theater dauert die ganze Vorbereitung. Rafinha holt Silber und kommt ohne weiter Sanktionen durch den Verein davon.
  • August 2008: Schalkes erste bittere Stunde in der neuen Saison. Atletico Madrid zieht nach einem 4:0 gegen schwache Schalker in die Königsklasse ein. Schalke bleibt nur der UEFA-Cup.
  • September 2008: Schalke ist trotz unkonstanter Leistungen nach dem Spiel gegen Frankfurt auf Platz 1. Beim nächsten Spiel in Köln spielt Schalke unterirdisch. Danach geht es konstant Berg ab.
  • Oktober 2008: In der Tabelle zieht ein kleiner Club names TSG 1899 Hoffenheim am FC Schalke 04 vorbei. Trainer dieses Clubs ist Ralf Rangnick. Seine Mannschaft begeistert durch attraktiven Offensivfussball und wird sensationell Herbstmeister. Vorher haben die Hoffenheimer unter Rangnick den Durchmarsch aus der Regionalliga geschafft.
  • November 2008: Nach der Niederlage in Leverkusen meldet sich erstmals Tönnies zu Wort. Er fordert von den Verantwortlichen “10 Punkte aus den letzten 4 Spielen” in der Vorrunde. Schon länger fokussiert sich die Kritik an der sportlichen Talfahrt auf Andreas Müller. Seine Einkäufe in der vorangegangen Winterpause und vor der Saison schlugen nicht ein.
  • Dezember 2008: Schalke scheidet als Gruppenletzter aus dem UEFA-Cup aus. Ausgerechnet gegen Entschede kassiert die Rutten-Elf die entscheidene Niederlage.
  • Januar/Februar 2009: Nach dem Abgang von Mittelfeldstratege Fabian Ernst kurz vor Ende der Transferperiode, startet die Mannschaft mit einer Niederlage gegen Hannover in die Rückrunde. Vor allem Müller geriet stark unter Druck. Anstatt sich den zahlrechen internen und externen Kritikern zu wehren, legt er sich selbst einen Maulkorb an und äußert sich nicht mehr gegenüber den Medien. Das Team rutscht währenddessen immer weiter ins Mittelmaß ab.
  • 03. März 2009: Schalke verabschiedet sich vom letzten Titeltraum. Der Zweitligist FSV Mainz 05 ist der Stolperstein. Schalke ist die Lachnummer der Nation.
  • 06. März 2009: Beim 1:0 Heimsieg gegen den 1.FC Köln wird das ganze Ausmaß der Schalker Probleme deutlich. Der Supporters Club ruft halbherzig zum Boykott aus. Der Rest folgt dem Ruf nicht, unterstützt die Mannschaft aber auch nicht richtig. Nach zwei unorthodoxen Auswechslungen schallt ein gemisch aus “Rutten/Müller raus!” durch die Arena. Kristjic legt sich noch während des Spiels mit den Fans an. Nach dem Spiel verweigert die komplette Mannschaft den Gang in die Nordkurve. Sie wird mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedet.
  • 09. März 2009: Andeas Müller wird bis auf weiteres von seinen Aufgaben freigestellt. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Rutten soll Teile der Managementaufgaben übernehmen. Bei einer Mannschaftsitzung soll Rutten emotional überreagiert haben und seinen Rücktritt angeboten haben.
  • 13. März 2009: Die Entlassung des Managers zeigt keine Wirkung auf die Mannschaft. Mit viel Glück verliert man nur 3:4 beim VfL Wolfsburg, dem besten Rückrundenteam.
  • 17. März 2009: Nun erfassen die Auflösungserscheinungen auch die Mannschaft. Käptain Bordon tritt ohne Begründung zurück und überlässt Kristajic das Amt, der ihn zuvor den Stammplatz streitig machte.
  • 19. März 2009: Oli Kahn wird im Hotel des Schalker Aufsichtsrat-Vorsitzenden Clemens Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gesichtet. Die Bild berichtet per Live Ticker vor Ort. MAn erfährt, was es zum Mittag gibt und wer wie lange auf’s Klo geht. Nach dem Treffen stellt sich KAhn den Medien souverän (“Reines Informationsgespräch”). Tönnies lässt den Proll raus und nennt Kahn “einen super Typ und Schalke einen geilen Club, zu dem viele wollen”.
  • 22. März 2009: Der Hamburger SV, noch gezeichnet von der packenden UEFA Cup Partie gegen Istanbul, gastiert in der Arena. Das Spiel ist von beiden Seiten schlecht. Neuer patzt und leitet die achte Niederlage der Saison ein. Die Fans sind wie gelehmt. Sogar das obligatorische Pfeifkonzert nach dem Spiel bleibt aus. Die Höchststrafe für Mannschaft und Trainer. Der gibt erneut zu Protokoll, dass die Niederlage “weh tat”.
  • 23. März 2009: Die Bild berichtet, dass Rutten schon mitgeteilt wurde, dass es für ihn auf Schalke nicht weitergeht. Er leitet noch das Vormittagstraining. Danach flüchtet er nach Entschede. Die zweite Trainingseinheit fällt aus.
  • 25. März 2009: Präsident Josef Schnusenberg verkündet einen radikalen Sparkurs auf Schalke. Der Etat für die Spielergehälter soll von 50 Millionen auf 35 Millionen runtergeschraubt werden. Er verabschiedet sich für ein paar Jahre vom Meisterschafts-Traum.
  • 26. März: Rutten spricht aus, was eh schon jeder weiß. Für ihn geht es nach der Saison auf Schalke nicht mehr weiter. Längst steht er schon beim PSV auf der Liste. Am Abend wird ihm dann mitgeteilt, dass es schon ab morgen nicht mehr für ihn weitergeht. Das Kapitel Rutten ist nach 9 Monaten und 1,48 Punkten pro Spiel beendet.
  • 27. März 2009: Der einzige ernsthafte Kandidat für den Managerposten, Oliver Kahn, sagt ab. Gleichzeitig verkündet der Präsident Josef Schnusenberg seinen Rücktritt im Jahr 2010. Interimstrainer Büskens/Mulder springen wieder ein, werden das Team aber nicht bis zum Saisonende leiten. Schnusenberg sagt, dass für die letzten 9 Spieltage ein neuer Interimstrainer gesucht wird. Der Trainer für die neue Saison soll der neue Manager bestimmen, der ebenfalls nicht in Sicht ist. Der FC Schalke 04 steht ohne sportliche Leitung dar. Der Käptain ist zurückgetreten und wird den Club wohl zum Saisonende verlassen. Ihm werden viele weitere Spieler folgen, die, gemessen an ihren Leistungen, absolut überbezahlt sind. Es ist kein Trainer da und auch kein Manager mehr. Dies alles in einer Phase, in der die Weichen für die neue Saison gestellt werden sollte. Schalke ist auf dem Tiefpunkt angelangt.
 

Schalke befindet sich auf der Suche. Nicht nur nach effektivem Offensivspiel ala Grafite, Dzeko und Missimovic, sondern auch nach einem Manager.
Während Rutten sich schon gegen den Job als Interims-Manager zu sträuben scheint, kommt die Suche nach einer externen Lösung nur langsam in Gang.

Viele Namen wurden schon genannt. Die meisten an den Haaren herbei gezogen. Hier ein kleiner Überblick:

Oliver Kahn, Ebbe Sand, Olaf Thon:

Alle drei mit zu wenig Erfahrung im operativen Geschäft, als das sie für den Managerposten geeignet wären. Zudem sind Kahn und Thon in meinen Augen zumindest charakterlich fragwürdig. Ein Ebbe Sand als Assistent des neuen Managers könnte sicher passen.

Marc Wilmots:

Wie Thon und Sand ein “Ehemaliger”, aber sicher schon mit etwas mehr Erfahrung in der Praxis. Als Interims-Trainer grandios gescheitert. Eher nicht.

Heribert Bruchhagen:

Bruchhagen scheint der Wunschkandidat für die Position zu sein, obwohl er wohl schon abgelehnte

“Streichen Sie bitte meinen Namen von der Liste.”  Quelle: 11freunde.de

und sich der Eintracht versprochen hat. Bruchhagen wird seine Ämter sicherlich nicht so mirnichts dirnichts mitten in der Saison aufgeben. Der Name könnte allerdings wieder interessant werden, wenn sich die Managersuche bis nach dem Ende der Saison zieht. Meiner persönlichen Meinung nach, ist Bruchhagen sicher ein fähiger Mann für den Job. Er kennt auch das Umfeld, da er schon mal als Trainer am Berger Feld tätig war. Ob das allerdings unbedingt einen Vorteil darstellt, ist schwer zu sagen. Ein “unbefleckter” Manager wäre vielleicht die bessere Lösung.

Rainer Callmund:

Das rheinische Massenphänomen ist sicherlich heiß auf die Bundesliga. Fachlich ist er ebenfalls top und hat mit seiner losen Schnauze auch das richtige Werkzeug gegen die Boulevard-Meute auf Schalke. In Leverkusen hat er oberflächlich sehr gut gearbeitet. Mit ihm war Leverkusen stärker als jemals zuvor. Allerdings hinterließ “Calli” dem Verein ein großes Häufchen Schulden. Davon haben wir bereits genug, also vorsichtig. Er ist eher der Typ Rudi Assauer. Flotte Sprüche, Klüngelei und nach außen hin den Starken makieren. Eher nicht so mein Ding.

Matthias Sammer:

Sammer hält sich zum Thema Schalke bisher bedekt, obwohl er sicher ein Kandidat ist. Bisher konnte ich keine Aussage zu diesem Thema von ihm lesen, hören oder sehen. Sammer ist durch seine Vergangenheit bei den Lüdenscheidern sicherlich vorbelastet. Wir haben allerdings auch einen Andreas Möller in unser Herz aufgenommen, da würde bei entsprechendem Erfolg sicher auch ein Platz für Sammer. Fachlich ist er sicher kompetent und man kann schon sagen ein Fussball-Verrückter. Er bringt ebenfalls die notwendige Konsequenz mit, sowohl im Umgang mit der Mannschaft, als auch mit Medien und Vorstand. Wenn es ein deutscher Manager sein soll, dann wäre es für mich Matthias Sammer.

Andreas Rettig:

Derzeit beim FC Augsburg tätig. Wäre für Rettig also ein Riesencoup. Für Schalke bezweifel ich das. Er würde sicher nicht den starken Mann darstellen, den sich viele wünschen und der meine Meinung auch her muss. Ich denke, dass Schalke im Moment noch ein Stufe zu hoch für ihn ist.

Rudi Assauer:

Kein Kommentar. Das wäre das Schlimmste, was passieren könnte und ist wegen der Fehde zwischen Tönnies und “Assi” zum Glück auch mehr als unwahrscheinlich.

Frank Arnesen:

In meinen Augen ein sehr interessanter Mann. Wenn nicht sogar der interessanteste von den bisher genannten. Als aktiver Spieler dem PSV treu, heuerte er dort nach seiner Karriere direkt an. Zunächst als Assistens Coach, wurde er ziemlich schnell technischer Direktor mit Hauptaufgabe Talentscouting. Klangsvolle Namen wie van Niestelroy, Ronaldo und Jap Stam gehen auf seine Kappe. Arbeitet von 2001 bis 2004 auch schon mit Rutten (Jugendkoordinator) eng zusammen. Er würde Rutten sicher auch mehr Selbstvertrauen verleihen, da er seine Methoden bestens kennt. Zur Zeit ist Arnesen Chef-Talentscout beim FC Chelsea und verpulvert die Abramovic-Millionen. Morinho beklagte damals den mäßigen Erfolg. Auch bei seiner ersten Manager-Station bei den Tottenham Hotspurs hat er ebenfalls keine Bäume ausgerissen. Trotzdem gilt er als Mann mit dem besonderen Blick für junge Talente und mit den besten Kontakten in aller Herren Länder. Als globaler Fußballfachmann würde ihm im Team, im Vorstand und in den Medien sicher auch der notwendige Respekt entgegen gebracht werden. Zudem kommt er “unbefleckt” nach Schalke. Bis auf Rutten hatte er noch nix mit Schalke zu tun. Meiner Meinung nach ein großer Vorteil gegenüber Kanidaten wie Bruchhagen, Sammer oder Callmund, die sicher auch innerhalb des Vereins schon den ein oder anderen Freund bzw. Feind haben sollten.

Für mich wäre Arnesen die Ideallösung. Er ist kurzfristig sicher verfügbar, kennt als Däne zumindest den Sprachstamm und kennt Rutten aus seiner Zeit beim PSV. Eine Koalition aus Manager/Trainer als Gegengewicht zur Rheda-Fraktion im Vorstand ist sicherlich auch nicht das Schlechteste, was Schalke derzeit passieren könnte.

Was denkt ihr über die Kandidaten und welchen (ernsthaften) Kandidaten, der noch nicht abgesagt hat, habe ich eventuell vergessen?

 

Manchmal wundert man sich. Viele kennen sicher das Wunder der Technik namens RSS-Feeds.

Ich habe mir, um immer auf dem aktuellen Stand zu sein, die Google News Seite mit allen Artikeln des S04 abboniert.

Heute musste ich erschreckendes lesen: Das Hamburger Abendblatt berichtet, dass Rudi Assauer zurücktritt. Und zwar von allen Ämtern. Hm. Gut, dass sich auch der mächtigste Konzern der elektronischen Welt mal irren kann….

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