Dass Manuel Neuer am vorletzten Freitag das Derby quasi im Alleingang gefühlt gewonnen hat, konnte man praktisch überall nachlesen. Seit Samstag Abend haben wir noch einen gefühlten Derbysieger: Jan Moravek. Mit einem zuckerfeinen Sonntagsschuss in der letzten Minute rettete unsere Leihgabe dem 1. FC Kaiserslautern einen Punkt.

19 der 22 Bundesligapiele hat Moravek für Lautern bestritten und kam dabei im Schnitt auf 66. Spielminuten. Mittlerweile kann man ihn wohl als Stammspieler und Aushilfs-Torjäger bezeichnen. 5 Tore konnte Moravek bisher erzielen. Kein schlechter Wert. Auch auf Schalke hat Moravek schon Goalgetter-Qualitäten bewiesen: In 7 Spielen (19 Minuten im Schnitt) knipste er immerhin doppelt. Vorlagen sind allerdings nicht so sein Ding. Lediglich ein Mal gab er den entscheidenden Pass.

Dass Moravek zurück kommt, steht eigentlich außer Frage. Er hat noch Vertrag bis 2013 und kostete mehr als 2 Millionen Euro. Die von Magath geforderte Ablöse würde das Budget der Pfälzer wohl mehr als sprengen. In Kaiserlautern spielt Moravek mittlerweile wohl auf der 8. Also im Zentrum, aber nicht direkt hinter den Spitzen. Pfälzer Taktikfüchse dürfen mich hier gerne berichtigen. In unserem derzeitigen Spielsystem wäre er weniger zu gebrauchen. Doch da ich in der nächsten Saison einen Abgang von Farfan und den Wechsel auf ein 4-4-2  mit Raute erwarte, könnte Moravek bis auf die 6 eigentlich alle Mittelfeldpositionen besetzen.

Grundsätzlich muss man Felix Magath hier wieder ein sehr gutes Händchen und einen mittel- bis langfristigen Blick attestieren. Schon mit der Leihe von Lewis Holtby (21 Spiele, 66. Minuten im Schnitt) hat Magath alles richtig gemacht.

Beide Spieler haben an Reife, Qualität und letztendlich auch Marktwert gewonnen. Spielpraxis sei Dank. Die hätten sie auf Schalke wohl so nicht erhalten.

Von den verliehenen Perspektivspielern bleibt noch Carlos Zambrano übrig. Auch er ist bei St. Pauli Stammspieler (17 Spiele, 88. Minuten im Schnitt). Ihn sehe ich in der nächsten Saison nicht unbedingt wieder im Trikot der Königsblauen. Hier würde nur Handlungsbedarf bestehen, sollten Magath und Höwedes ein gutes Angebot von einem attraktivem Verein erhalten. Dann wäre Zambrano die günstige Alternative zu einem teuren Neueinkauf. Als Backup für Höwedes und Metzelder wäre Zambrano wohl zu ambitioniert und gewillt, dann doch eher ganz zu wechseln.

Übrigens könnten wir mit Zambrano und Mr. Derby, Gerald Asamoah am Samstag weitere gefühlte Derbysieger 2011 feiern. St. Pauli ist in der Wellblechhütte zu Gast und Asa trifft somit auf seinen ganz speziellen Freund. Den schönen Roman. An dieser Stelle schon mal der Aufruf: Mach ihn nass, Asa!

Ach ja. Gegen Valencia spielen wir heute auch noch :)

Mein Tipp: 1:1

 

Dieser Text ist noch in der Bahn auf dem Nachhauseweg entstanden. Er ist noch von den zufriedenstellenden Gefühlen und der Erleichterung nach der Leistungssteigerung geprägt. Eine nüchterne Analyse findet, in Teilen, sicher zu Beginn der Woche statt.

Schalke schafft endlich seinen ersten Heimsieg in dieser Saison und zeigt dabei auch noch eine gute Leistung. Von dem zaghaften Offensivspiel der letzten Wochen war am Freitag zum Glück wenig(er) zu sehen.

Meine Geschichte zum Spiel beginnt in Köln. Fahre ich mit den Rheinpott Kanacken om Zug oder mit den Rheinsteigern im Auto? Ich entscheide mich für letzteres. Ein Fehler! 3 1/2 Stunden brauchen wir über die verstopfte Bahn. Asas Auftritt, auf den ich mich so gefreut habe, bekomme ich nur noch auf dem Fernseher auf dem Weg in die Kurve mit. Dabei habe ich mich so darauf gefreut.

Dafür spielt Mäusken Moritz. Immerhin!
Schalke spielt von Beginn an nach vorne. Kaum Fehlpässe. Ein deutlich erhöhtes Tempo nach vorne. Weil Pauli uns den Gefallen tut und nicht tief steht, haben wir schon in der Anfangsphase Strafraumszenen. Dann steckt Farfan durch. Uchida flankt, Huntelaar verpasst und Raul steht da, wo ich ihn seit Wochen nicht gesehen habe: Goldrichtig und im Fünfer!
Endlich wieder im Führung. Obwohl Pauli nun auch anfängt mitzuspielen, bringen sie die Deckung kaum in Bedrängnis. Vor allem Metzelder spielt bärenstark.
Auch in Halbzeit 2 lässt Schalke nicht locker und geht durch den Kopfball von Huntelaar mit 2:0 in Führung. Da war der Pfosten endlich wieder sein Freund.
Pauli findet nicht mehr statt und Raul krönt seine gute Strafraumleistung mit dem Schlusspunkt.”Der S04 ist wieder da!” hört man vom Oberrang. Da, wo die Supporters stehen. Die Kurve will noch nicht ganz mitsingen. Dafür gibt es auch keinen Grund. Schalke hat Selbstvertrauen getankt. Hat nach vorne gespielt. Das ist gut und darüber freue ich mich. Mehr haben wir noch nicht erreicht. Nachlegen ist angesagt. Samstag geht es gegen Wolfsburg. Da gab es bisher wenig für uns zu holen. Ein Punkt wäre toll. Es soll nun weiter nach vorne gehen.
Glück Auf!
Knappen des Spiels
Raul 3
Metzelder 2
Jones 1
 

Am Freitag geht es gegen St. Pauli. Was soll man von diesem Spiel erwarten? Ich habe auf eine triumphale Rückkehr von Gerald Asamoah gehofft. Ich habe mir ausgemalt, wie das ganze Stadion steht, klatscht und singt, immer wenn Asa den Ball berührt. Ich habe die Nordkurve sogar nach dem 0:1 durch Asa seinen Namen rufen hören. Weil er es verdient gehabt hätte. Weil er eine Type ist, die ich im derzeitigen Team nicht ausmachen kann.

Ich habe mich darauf gefreut, endlich mal keine Pfiffe für ehemalige Spieler zu hören. So wie es bei beiden Altintop-Zwillingen der Fall war. Oder bei Mesut Özil. Alle drei übrigens Kinder Gelsenkirchens. Bei Asa wäre es anders gewesen. Für mich ist dieses Spiel jetzt schon eine gefühlte Niederlage. “Blondie” war das einzige, worauf ich mich morgen gefreut habe. Leider hat er mir das durch seine Ampelkarte gegen Frankfurt versaut. Schon alleine wegen Asa wäre es ein ganz besonderes Spiel geworden.

So bleibt nur zu hoffen, dass wir das Spiel irgendwie gewinnen. Oder zumindest ein Unentschieden holen. Für beides muss Manu Neuer wieder einen guten Tag erwischen. Die Niederlage Das Unentschieden gegen Hapoel wirkt immer noch nach. Es ist erschreckend zu fühlen, wie schlecht es um unseren Verein zur Zeit bestellt ist. Das Schlimme daran: Es ist kein Land in Sicht. Nicht weit und nicht breit.

 

Der Auftritt der Königsblauen gegen Frankfurt kommt in Presse und Blogs unterschiedlich gut weg. Im Fokus stehen allerdings immer die gleichen: Oldie Asamoah und Schalkes Jungspunde im Mittelfeld.

Thorsten Wieland vom Königsblog findet es angesichts harmloser Frankfurter tragisch, “dass Schalke derart lange brauchte, um seinerseits zu Chancen zu kommen. Erst als nach der Pause eine Schippe draufgelegt wurde, als durch erhöhten Druck auf die ballführenden Frankfurter mehr Ballbesitz erarbeitet wurde, als es mehr Bewegung und mehr Tempo gab, kam es zu Chancen für Königsblau.

Wie es denn dann zu den Schalker Chancen kam, erklärt Matthias van der Weide im Schalkefan-Blog. “In der vergangenen Saison erzielte Schalke gefühlte zwei Drittel aller Tore nach Standardsituationen. In dieser Spielzeit schien es zunächst, als seien Tore “aus dem ruhenden Ball” heraus urplötzlich verpönt. (…) Am Freitag hat Schalke seine Standard-Erfolgsbilanz  gehörig aufpoliert. 2:0 hieß es nach größtenteils sehr höhepunktarmen 90 Minuten gegen die Eintracht. Zweimal traf Schalke nach einer Spielunterbrechung.

Während viele Stimmen den alternden Asamoah schon abgeschrieben haben, zählt er den Dienstältesten Schalker noch nicht “zum alten Eisen. Zwei bis drei Jahre Bundesliga auf gehobenem Niveau sind im zweifelslos noch zuzutrauen, insbesondere wenn er sich weiterhin in derart guter körperlicher Verfassung präsentiert, in die ihn das Magathsche Trainingspensum ganz offensichtlich versetzt hat” und macht ihn zum “Matchwinner, der einem toten Spiel Leben einhauchte“.

DerWesten.de stellt heraus, wie wichtig solche Siege für ein junges Team sind und titelt: “Solche Schalker Siege schweißen zusammen” Dies kann nur im doppeltem Sinne gemeint sein. Zum einen meinen Kerkhoff und Hendriock wohl das junge Team und zum anderen das wieder immer besser werdende Verhältnis zwischen Verein, Mannschaft und Publikum.

Der Reviersport hat indes gute Nachrichten von Christian Pander, der sein Comeback für die Rückrunde ankündigt und stellt fest, dass es schon längst wieder jemanden gibt, der ähnlich gute Freistöße schießt: Lukas Schmitz. Dieser will das nur noch nicht ganz zugeben.

Die Frankfurter Blogosphäre zieht stattdessen über die Schalker “Turnhalle” her. Blog G beschwert sich: “Was einem auf Schalke geboten wird, ist Kundenfußball wie er schlimmer bei den Bayern nicht sein könnte. Eine Inszenierung in einer Turnhalle, weitestgehend still konsumiert von über 60.000 Leuten, die dann beginnen die Mannschaft zu unterstützen, wenn sie sowieso nicht mehr verlieren kann.

Und auch der Beverungen-Blog haut in die gleiche Kerbe: “Das Dach der Halle war geschlossen, das Licht gleißte und aus der einstmaligen Flutlichtatmospäre wurde eine Art Filmset-Beleuchtung, während auf dem Feld ein Zeppelin mit der Aufschrift Berlin-Air schwebte. Gelsenkirchener Komparsen, ausgestattet von Gazprom, hockten ganz in Blau auf ihren Plätzen und bestaunten das Event. Allein einige Teile der Nordkurve gebärdeten sich unruhig.

Während Blog G zumindest die Harmlosigkeit der Frankfurter Angriffsbemühungen herausstellt: “Ein Schuss auf das Tor des Gegners in 90 Minuten Spielzeit. Ich nehme an, es handelte sich um den Versuch von Alexander Meier, der neben das von Manuel Neuer gelangweilt gehütete Tor rauschte. Ein einziger Schuss. Ergibt aus den letzten zwei Spielen des hessischen Bundesligisten keine einzige wirklich zwingende Torchance. 180 Spielminuten, immerhin in der höchsten deutschen Spielklasse des Fußballsports, ohne dass der Anhänger des eigenen Vereins wenigstens einmal die Hoffnung hätte haben können, es könne klappen und man würde weiter fleißig Punkte sammeln. Punkte, die man braucht, um das anvisierte Saisonziel zu erreichen.” wollte Beverungen ein Spiel auf Augenhöhe gesehen haben: “Den fälligen Elfer verwandelte Farfan und so endete ein Spiel, das eigentlich 0:0 ausgehen musste mit einem Heimsieg für Gelsenkirchen.”

Sollte ich Quellen (vor allem Blogs) vergessen haben, dann schreibt mir

 

Schalke geht es gut. Zumindest sportlich. Über die finanzielle Lage will ich mir nicht auch noch das Maul zerreißen. Das können getrost andere machen.

Mich interessiert vornehmlich der sportliche Aspekt und da muss ich sagen: Schalke wurde wiederbelebt. Vor allem von Felix Magath und der Aufbruchstimmung, die der erfolgreichste Bundesligatrainer der letzten Jahre mitgebracht hat.

Er darf sich zur Zeit alles erlauben und (fast) alles scheint zu klappen. Da debütiert ein Christoph Moritz gegen Nürnberg und ist nach dem 8.Spieltag eigentlich nicht mehr aus dem Mittelfeld wegzudenken.

Da  holt er einen Lukas Schmitz aus der Zweiten und man ist erstaunt, dass er so unauffällig aber effektiv wie einst ein Fabian Ernst spielt und auch noch Freistöße wie Christian Pander schießen kann. So geschehen gegen Frankfurt.

Er gibt einer “Diva” wie Rafinha Sonderurlaub und anstatt dass die Presse dies als Führungsschwäche auslegt, wird er für sein pädagogisches Fingerspitzengefühl gelobt. Rafinha dankt es ihm mit gewohnt guten Leistungen und mehr Zurückhaltung auf und neben dem Platz.

Er stellt neben den schon fast abgewanderten, aber nun wieder bärenstarken St. Marcello einen jungen peruanischen Nationalspieler namens Zambrano, der von Spiel zu Spiel mehr und mehr lernt und im gleichen Maße Stabilität ausstrahlt.

Spaß macht auch Levan Kenia. Er läuft und kämpft wie einst Berti Vogts, spielt feine Pässchen wie Lincoln und dribbelt wie ein Lionel Messi. Völlig übertrieben? Stimmt, aber Ansätze von alledem sind zu sehen. Ihm fehlt wohl noch die Effektivität, um dem Schalker Spiel noch mehr Impulse zu geben. Auf dem Weg dorthin ist er allemal.

Das Publikum und die Mannschaft wachsen wieder zusammen

Eine große Wandlung auf Schalke hat nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf den Rängen stattgefunden. Habe ich in den letzten Spielzeiten die Stimmung der Auswärtsspiele immer mehr schätzen gelernt, ist nun auch in der Arena wieder ein Miteinander zu spüren. Natürlich kann man dieses “Wunder” wieder Felix Magath zuschreiben, doch vor allem ist es die Mannschaft, die begeistert. Bedingungsloser Einsatz und Kampf sind angesagt.

Auch gestern gegen Frankfurt war es kein “gutes” Spiel. Technisch mit wenigen Höhepunkten, doch man hatte nie den Eindruck, dass die Mannschaft lustlos spielt, wie es unter Rutten oftmals der Fall war. Trotz der fußballerischen “Magerkost” blieb das Publikum ruhig, klatschte und sang dann und wann mit der Nordkurve und entfaltete seine ganze Kraft nach dem Treffer von Asamoah. Man stand, wo man gar nicht stehen musste. Man blieb, wo man vorher schon  in der 80. Minute auf dem Weg Richtung Alltag war, bis die Mannschaft ihre verdiente Ehrenrunde hinter sich hatte und sich zum Ausdehnen um den Mittelkreis nieder ließ.

Fußballerisch hat sich (bisher) nicht allzu viel verändert. Schalke stellt wieder eine der stabilsten Defensiven der Liga und verwöhnt in der Offensive nur seltenst mit tollen Aktionen. Mehr Zielstrebigkeit ist zu erkennen. Von einem Offensivfußball alá Wolfsburg ist Schalke allerdings noch sehr weit entfernt. Ob diese Mannschaft das kann und vor allem muss, darf hier gerne diskutiert werden.

Dass dann auch noch der Kämpfer vorm Herrn, Gerald Asamoah (Happy Birthday!) und Jefferson Farfan, der bisher beste Schalker in dieser jungen Saison, die beiden Treffer markieren, passt ins Bild und freut ungemein.

Trauer trübt das Bild

So ganz und gar nicht ins Bild passt der Tod eines langjährigen blau-weißen Kämpfers, der sein größtes Duell gestern verloren hat. Rolf Rüssmann starb im Alter von 58 Jahren an Krebs. Mir ist der Name Rüssmann nur aus der Geschichte bekannt. Aktiv habe ich ihn nur als Manager bei Mönchengladbach und Stuttgart erleben dürfen. Um zu wissen, dass er der Schalker-Familie fehlen wird, muss man aber kein Spiel von ihm gesehen haben. Es reicht, die stehenden Ovationen des Publikums mitbekommen zu haben, die er beim Einzug in die Schalker Ehrenkabine beim Spiel gegen den KSC empfangen hat.

Mein Beileid gilt seiner Familie, Angehörigen und Freunden. Glück Auf, Rolf!

 

Als so ziemlich jeder Dortmundfan dies gelesen hat, muss ihm für kurze Zeit das Herz stehen geblieben sein.

Im Training am Donnerstag stürmte Farfan links, Kuranyi in der Mitte und Sie rechts – ein Fingerzeig?
Gut möglich. Denkbar wäre es. Aber unser Trainer ist immer für eine Überraschung gut. Mal abwarten. Ich bin selbst gespannt. Quelle: westline.de

Fred Rutten hat seine Hausaufgaben gemacht. Und selbst wenn dies nur eine taktische Finte war und Asamoah heute nicht in der ersten Elf stehen dürfte, so war dies doch ein leister und sicherlich wirkungsvoller Konter zum zweiten Neutrainer in diesem ewig jungen Duell.

Denn auch Neu-Borusse Jürgen Klopp weiß, wie man sich bei den eigenen Fans beliebt macht und gleichzeitig die Emotionstemperatur des Derbys um ein paar Grad nach oben schraubt.

„Schalke hat sich ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt, indem sie das Saisonziel Deutscher Meister ausgegeben haben. Viel gewinnen können die nicht…“ Quelle: Bild.de

Aber nicht nur das Ruhrpott Derby verspricht heute einiges. Die gesamte Bundesliga scheint aus vielen kleinen Top-Spielen zu bestehen. So spielt nicht nur Dortmund (3) gegen Schalke (1), sondern auch der HSV (3) gegen Leverkusen (4), 1860 Hoffenheim (6) gegen den VfB Stuttgart (5), Bayern München (7) gegen Köln (9) und Wolfsburg (8) gegen die Hertha aus Berlin (10).

Die ersten 10 Mannschaften spielen also alle gegeneinander, wobei keines der Teams mehr als zwei Plätze vor oder hinter seinem heutigen Gegner steht. Sicher ist das am dritten Spieltag noch nicht so aussagekräftig, die Tabelle sollte nach diesem Samstag allerdings deutlich “durchgeschüttelter” aussehen.

Mein Tipp fürs Spiel: 1:3

Pressekonferenz und Live Stream findet ihr links in der Sidebar…

 

Morgen wird Jogi Löw seinen Kader für das nächste Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Belgien (20. August, 21 Uhr) benennen.
Ziel für alle ist die erfolgreiche Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika.
Inwiefern Schalker an dieser Mission teilnehmen können/dürfen/sollen und im Fall Fabian Ernst muss man auch wollen schreiben, möchte ich hier einmal näher erläutern.
Generell muss man sagen, dass die Schalker nicht wirklich beliebt sind in der Nationalmannschaft. Jeder erinnert sich an die Ausbootung von Ernst und Kuranyi vor der WM 2006 oder die Nichtberücksichtigung Westermanns oder Kuranyis während der EM 2008.

Hier also meine Prognose und Einschätzung zum aktuellen Schalker Kader und deren Chancen auf einen Kader- bzw. Startelf-Platz in den kommenden Länderspielen:

  • Manuel Neuer: Nach dem Rücktritt von Lehmann (Danke, Jens!) gibt es eigentlich vier potenzielle Kandidaten für den Platz zwischen den Pfosten. Robert Enke (Hannover), Rene Adler (Leverkusen), Michael Rensing (Bayern München) und eben Manuel Neuer. Letzterer hat durch seinen Mittelfußbruch natürlich erstmal keine Chance in den DFB-Kader zu rutschen. Wenn er wieder fit ist, rechne ich ihm schon Chancen auf einen Platz im Team aus. Gegenüber Robert Enke hat er einfach den Vorteil in einem höherklassigem Team zu Spielen. Er hat die Jugendnationalmannschaften durchlaufen und auch schon in der Champions League überzeugt. Diese internationale Erfahrung hat auch Rene Adler. Obwohl dieser in der letzten Saison nur im UEFA-Cup ran durfte. Generell hat Adler den Vorteil des besseren Standings in der Öffentlichkeit und seine konstantere Spielweise. Trotzdem sehe ich Neuer besser als Adler. Dieser ist zwar bärenstark auf der Linie, hat aber nicht die Übersicht und die Strafraumbeherrschung eines Manuel Neuer, der dadurch oftmals gar nicht erst in die Situation kommt auf der Linie glänzen zu müssen. Michael Rensing muss man in dieser Aufzählung einfach schon deswegen nennen, weil er nun beim FC Bayern Stammtorhüter ist und das Erbe Kahns angetreten hat. Er muss sich allerdings erstmal national und international über eine Saison beweisen. Eine Nominierung Rensings könnte ich zur Zeit nicht nachvollziehen. Die Chancen auf ein erstes Länderspiel für Manuel Neuer in dieser Saison sehe ich bei 70 %. Die Chancen auf den Stammplatz bei der WM auf 50 %.
  • Heiko Westermann: Aufgrund seiner Vielseitigkeit müsste er wieder ohne Probleme in den Kader berufen werden. Dort will er dann natürlich auch regelmäig spielen. Und genau hier hat Westermann das gleiche Problem wie beim S04. Wo? Sein angestammter Platz in der Innenverteidigung ist von Metzelder und Mertesacker quasi vollgesperrt. Löw wird seine WM und nun auch EM Helden kaum auseinanderreissen. Einer der Plätze als Außenverteidiger ist von Phillip Lahm belegt. Um den vierten Platz in der Kette muss er sich mit Friedrich, Jansen, Fritz, Pander und wohl auch Castro streiten. Seine Chancen für den Kader sehe ich bei 100 %. Die Chance von Beginn an dabei zu sein lediglich bei 30 %.
  • Christian Pander: Bleibt Pander gesund, muss er eigentlich im Kader stehen und auch spielen. Kein deutscher Abwehrspieler ist so dynamisch in der Vorwärtsbewegung wie Pander. Er verkörpert auch den offensiven Drang, den Löw von seinen Aussenverteidigern fordert. Zusätzlich kann Löw nicht auf die gefährlichen Standards von Pander verzichten. Wenn man Ballack, Klose, Kuranyi, Westermann, Mertesacker usw. als Kopfballungeheuer in der Mitte hat, dann kann jedem Gegner Angst und Bange werden. Spielt er, müsste Lahm auf rechts ausweichen. Seine Chancen auf einem Platz im Kader beziffere ich aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit auf 60 %. Einen Platz in der ersten Elf auf 40 %.
  • Fabian Ernst: Seine Leistung hätte ihn eigentlich schon in der letzten Saison wieder in den Kader und somit zur EM spülen müssen. An Thorsten Frings kommt er zwar aufgrund der mangelnden Torgefährlichkeit nicht heran, als Organisator hätte er dem deutschen Team sicherlich in einigen Situationen mehr als gut getan. Stattdessen wurde auf Rolfes und somit auf das bessere Standing gesetzt. Rolfes ist gut, keine Frage, aber ein Ernst hat immer noch mehr Qualitäten Springen Löw und Ernst nicht über ihren Schatten und legen ihr Schweigegelübte ab, könnte er wieder Chancen haben. Da ich daran nicht glaube sehe ich seine Chancen auf einem Platz im Kader bei unter 10 %.
  • Jermaine Jones: Vor der EM noch nach Hause geschickt, wird Jones sicherlich neu angreifen. Vieles wird aber auch von seiner Rolle beim S04 abhängen. Im dreier Mittelfeld sehe ich ihn als ersten Wackelkandidaten im Vergleich zu Ernst und Engelaar. Sollte er nicht regelmäßig spielen, werden seine Chancen in der Nationalmannschaft auch wieder sinken. Sollte er an die Leistung der letzten Saison anknüpfen, dann muss er eigentlich nominiert werden und auch seine Einsätze bekommen. Chancen auf einen Kaderplatz: 80 %. Chancen auf einen Startplatz: 40 %.
  • Kevin Kuranyi: Der Spieler mit dem miesesten Standing in Deutschland ever. Über Buhrufe bei Einwechslungen habe ich schon berichtet. Zur Zeit sind Klose und Poldi im Sturm gesetzt. Da ich eine starke Saison von Poldi erwarte, ist Klose sein direkter Konkurrent. Spielt Kurnayi groß auf und Klose wiederholt seine schwache Saison beim FC Bayern, dann könnte Kuranyi ihm gefährlich werden. Neben Kuranyi ist auch Gomez bereit und auch Helmes und Kiesling rechnen sich sicherlich Chancen auf eine Berufung aus. Seine Chancen auf einen Platz im Kader sehe ich bei 80 % und für einen Platz im Team bei 20 %.
  • Gerald Asamoah: Für Asa ist die Nationalmannschaft wohl erstmal kein Thema mehr. Es sei denn Asa überrascht mal wieder alle und spielt sich beim S04 mal wieder in die erste Elf, obwohl ihm alle einen Platz auf der Tribüne vorausgesagt haben. Daran glaube ich aber nicht. Seine Chancen auf einen Platz im Kader sehe ich bei 10 %. Er hat keine Chance in der ersten Elf zu stehen.
 

Morgen gibt der CAS sein Urteil zum Thema Olympia-Abstellungspflicht von Fussballprofis bekannt.
Das könnte der Anfang vom Ende sein. Für wen?

  • Joseph Blatter: Verliert er, trotz peinlichem Appell und Verzögerungstaktik, diesen Prozess, dann könnte es der Anfang vom Ende für den FIFA-Präsidenten sein. Schlechte Presse bekommt der Schweizer eh schon zu Hauf. Sollte es weitere Probleme mit der Ausrichtung der Weltmeisterschaft in Südafrika geben, wird es für Blatter wohl keine andere Wahl geben, als sich selbst in Frage zu stellen und seinen Hut zu nehmen.
  • Das Olympische-Fussballturnier: Gewinnen die Vereine, fällt also das Gewohnheitsrecht, werden es sich die Clubs zwei mal überlegen, ob sie Stars wie Ronaldinho demnächst einfach so aus der Vorbereitung nehmen.
  • Rafinha beim S04: Egal wie das Urteil ausgeht. Ob Rafinha beim S04 jemals nochmal glücklich wird, steht in den Sternen. Es kommt vor allem auf die Reaktion des Vereins nach dem Urteil an. Gewinnt der S04 und fordert Rafinha umgehend zurück, könnte das Ende schneller kommen, als man denkt. Es kommt auch auf die Reaktion Ruttens an, nachem Rafinha aus China zurückkehrt. Wann auch immer. Rutten gilt als Disziplin-Fanatiker. Wenn er schon austickt, wenn Asamoah sich während einer Ansprache die Eier schaukelt, dann möchte ich nicht wissen was er über einen Spieler denkt, der einfach nicht zum Trainingslager erscheint.

Eines ist auf jeden Fall sicher: Es ist der Anfang vom Ende dieser leidigen Olympia-Diskussion. Und das ist gut so!

 

Super Leistung!!!
Ein super Spiel der Schalker, das auch locker 5:0 oder 6:0 hätte ausgehen können, ohne das die Arminia sich hätte beschweren können.

Immer noch ungeschlagen. Momentan auf Platz 4 und am Dienstag geht es zum MSV Duisburg.

Ausführliche Berichte, ein Pressespiegel und die Highlights folgen in den nächsten Tagen.

Schalke 04 – Arminia Bieleld: 3:0 (1:0)

Zuschauer: 61482 (ausverkauft)

Tore:

  • 1:0 Kuranyi (Pander) 24 Min.
  • 2:0 Asamoah (Neuer) 54 Min.
  • 3:0 Rafinha (Faulelfmeter, Asamoah)65 Min.

Spieler des Spiels: Asamoah, Gerald

Einzelkritik:

  • Neuer, Manuel: 2 Fehlerlos, weil nix zu tun. Assist zum 2:0 durch Asamoah
  • Rafinha: 2 Gute Party. Bei einigen Flanken etwas unkonzentriert. Elmeter sicher verwandelt.
  • Westermann, Heiko: 2 Hinten gar nix anbrennen lassen und in der Offensive auffällig. Hatte Pech mit einem Drehschuss, der in der 1 HZ. nur an die Latte ging.
  • Bordon: 3+ wie Westermann nix anbrennen lassen, jedoch nicht so auffällig in der Offensive. Trotzdem gutes Spiel
  • Pander, Christian: 2+ Hinten heute souverän und in der Offensive wieder richtig stark. Gute Freistöße, gefährliche Flanken. Eine konnte Kuranyi zum 1:0 verwerten.
  • Ernst, Fabian: 2 Kann man nix zu sagen. Einwandfreie Defensivleistung und mit Drang nach vorne. Ein/zwei gute Schüsse auf’s Tor.
  • Jones, Jermaine: 2- Für mich nicht so stark wie Ernst, aber immer präsent und zweikampfstark. Stammspieler.
  • Bajramovic, Zlatan: 3+ Gutes Spiel, aber zwei mal zu unkonzentriert vor dem Tor. Nach langer Verletzungspause aber ein ordentliches Comeback. Wird sich mit Kobi im 4-4-2 um den Platz im Mittelfeld duellieren müssen.
  • Rakitic, Ivan: 3+ Eher unauffällig, aber immer anspielbar. Problem bei Ivan ist für mich die Zweikampfschwäche. Da muss er noch zulegen.
  • Kuranyi, Kevin: 2 Kevin wie er leibt und lebt. Rackert nach hinten und vergibt vorne die Dinger. Trotzdem heute erfolgreich. Hätte er noch eins gemacht, hätte er sich ne 1 verdient.
  • Asamoah, Gerald: 1 Bester Spieler heute. Hat sich wie immer aufgerieben und um jeden Ball gefightet. Schaltete beim 2:0 nach Neuers Traumvorlage am schnellsten. Elfmeter rausgeholt. Top!
  • Rodriguez, Altintop, Lövenkrands: ohne Bewertung
 

Elfmetertor von Rafinha in der 65. Minute!

Vorher wurde Asamoha gelegt. Ich sag mal so: Clever gemacht. Asa setzt sich an der rechten Strafraumgrenze durch. Langkamp fährt dazwischen und Asa nimmt das Geschenk dankbar an.

Rafinha verwandelt gewohnt sicher.

Einer geht noch…

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