Tommes04

 

Heute geht es noch für unseren Club gegen die Hertha, morgen geht es für mich auf nach Israel. Nachdem ich in der vergangenen Saison schon in Tel Aviv mit dabei war und das Land lieben gelernt habe, war es für mich schon in dem Moment klar, dass mich es wieder dort hin ziehen wird, als die UEFA-Fee (oder war es ein Typ?) das entsprechende Los in der Hand hielt.

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Okt 262011
 

Sieht man mal von dem fast wöchentlichen Jubel über einen Schalker Sieg ab, dann macht mir derzeit ein Spieler ganz besondere Freude: Christian Pander. Mir gefällt einfach, welche Entwicklung er im Augenblick in Hannover nimmt.

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Als Jefferson Farfan im Spiel bei Leverkusen am eigenen Strafraum den Ball erkämpft und einen Konter eingeleitet hat, bin ich vorm Fernsehgerät aufgesprungen und habe “Lauf, Lauf” gerufen. Gedacht habe ich “Lauf, Lauf, mach’s alleine und hau ihn rein” und was macht er? Er läuft, läuft und macht die Bude ganz allein. Das war schon ein genialer Treffer eines genialen Spielers. Vielleicht des wichtigsten Feldspielers im jetzigen Team.

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Immer wat los in meinem Verein. Unter anderem deshalb liebe ich den ja so.

Und so sind wir wieder alle auf der Suche nach dem kommenden Fußballlehrer. Wer hätte das vor Wochenfrist noch gedacht? Aber irgendwas ist diesmal anders. Denken wir doch mal zurück wie es bislang immer war:

Auf Stevens folgt Neubarth. Nach Jahren der Stevens-Ära wollte Rudi Assauer mal was neues ausprobieren. Ein Trainer bar jeder Erfahrung sollte es werden. Bodenständig. Freundlich. Unaufgeregt. Aber leider auch ohne Ecken und Kanten und vor allem – ohne Erfolg.

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Was habe ich mich auf diesen Dienstag vorbereitet. Das letzte Champions-League-Spiel unserer Schalker vor diesem Tag fand -damals noch im altehrwürdigen Europapokal der Landesmeister- im Frühjahr 1959 statt, da war selbst ich noch nicht geboren. Und nun hatten wir uns erstmals seit Einführung der Champions-League für eben diese qualifiziert. Wenigstens etwas nach diesem fürchterlichen 4-Minuten-Meisterschafts-Desaster. Und als erster Heimgegner wurde uns Panathinaikos Athen zugelost. Die Rede ist natürlich vom 11.September 2001.

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Und da sind sie wieder – die Diskussionen um den Fernsehbeweis. Ausgelöst zum Teil durch unser Spiel und den Elfmeter gegen die Kölner, vor allem aber durch die fehlerhafte Abseitsentscheidung beim Wolfsburger Tor gegen die Bayern. Klar, das ärgert ganz besonders, gerade wenn es gegen die Bayern geht. Wem erzähle ich das in einem Schalke-Blog? Hallo Doktor Markus Merk!

Aber hilft uns ein Fernsehbeweis weiter? Ich behaupte “nein”. Ja, der Bauch sagt, es muss mehr Gerechtigkeit ins Spiel. Es ist einfach nur ärgerlich, wenn ein Spiel verloren geht, nur weil der Schiedsrichter auf eine Schwalbe reinfällt oder eine vermeintliche Abseitsstellung sehen will. Und ich will auch das Argument nicht hören, dass sich im Verlaufe eines Jahres alles ausgleicht. Das tut es nämlich nicht. Zum einen ist Werder Bremen immer noch der größte Profiteur von Schiedsrichterfehlentscheidungen und zum anderen sind wir immer noch nicht Meister geworden. Hallo Doktor Markus Merk!

Was aus meiner Sicht das stärkste Argument gegen einen Fernsehbeweis ist: Er ist schlicht unpraktikabel. Was soll denn bitte passieren, wenn eine Fehlentscheidung aufgedeckt worden ist? Gut, es gibt Situationen, in denen die Folge eindeutig wäre. Zum Beispiel ein falscher Elfmeterpfiff. Die Entscheidung wandert in den sofortigen TV-Beweis und die Folge ist: Es gibt den Elfmeter nicht. Gut. Aber das Beispiel aus Wolfsburg ist wesentlich schwieriger und nahezu nicht zu lösen: Denn wenn man feststellt, dass die Entscheidung falsch war – was dann? Das Tor anerkennen? Das geht nicht. Denn wenn ein Pfiff ertönt oder die Fahne sich hebt, können Spieler, insbesondere Torwärte, schon zu verteidigen aufhören und es ist nicht ausgeschlossen, dass der Ball nur deshalb ins Tor geht und ansonsten erfolgreich verteidigt worden wäre. Oder umgekehrt – der (falsche) Pfiff und der Stürmer zieht deshalb nicht mehr richtig durch, hätte aber ansonsten getroffen.

Im Ergebnis ist also die Konsequenz aus einem TV-Beweis unklar. Er wird nur in bestimmten Situationen weiterhelfen können: Ball im Tor oder nicht, zu unrecht gegebenes Tor, zu unrecht gegebene gelbe/rote Karte. Gerade bei den höchst umstrittenen Abseitsentscheidungen bringt er wegen der fehlenden Konsequenz nichts. Und er würde ein Spiel erheblich stören, wenn jede diskussionswürdige Szene, etwa der belanglose Pfiff wegen falschen Einwurfs immer wieder hinterfragt würde.

Insgesamt ist die Forderung nach einem TV-Beweis daher in meinen Augen zu unausgegoren. Und auch wenn der gemeine Schalker eher unter diesen Fehlentscheidungen leidet – der Diskussionsstoff macht Fußball doch auch aus. Und ein auf der Bank nahezu explodierender Felix Magath kann ja auch ein netter Anblick sein. Auf einen sich innerlich freuenden Ulrich Hoeneß kann ich jedoch gut verzichten. Und Doktor Markus Merk ist zum Glück schon Geschichte.

 

“Du bess die Stadt op die mer all hier stonn” heisst es in einem beliebten Kölschen Karnevalsschlager. Stimmt. Mir ooch. Wieder mal gab der Eff Zeh den Aufbaugegner, wieder einmal reichte es für einen unserer Stürmer zu einem Dreierpack. Und wieder reichte es für einen kurzen Gala-Moment von Raul. Ich sagte ja schon mehrfach: Auf diesen Typen Raul geh ich echt ab. Was für ein Zuckertor. Und a propos Zuckertor: Das 3-1 durch Holtby war nicht nur die Vorentscheidung und somit ausgesprochen wichtig, sondern markiert das erste Bundesligator eines Schalkers von außerhalb des Strafraums seit Menschengedenken. In der letzten Saison gab es sowas nämlich nicht. Kaum zu glauben, ist aber so.

Die Kölner waren schlecht. Waren wir irgendwie auch zu Beginn des Spiels und Gott sei Dank gab es da diesen Elfmeter kurz vor der Pause. Über den wurde in meinem Umfeld heftigst diskutiert und ich muss sagen, dass ich nur das Livebild im Stadion kenne und keine TV-Wiederholungen. Hand war es – angeschossen oder nicht ist wohl die Frage und die nach der “unnatürlichen Handbewegung”. Mit dem Anschießen ist es ja so eine Sache. Wenn das das einzige Kriterium wäre, das erfüllt sein muss, um keinen Elfmeter zu kassieren, dann wäre es einfach: Dann könnten diverse Verteidiger mit ausgebreiteten Armen im Strafraum aufhalten und somit dem Ball den Weg ins Tor noch schwieriger machen. Kommt der Ball gegen die Hand, wäre es ja angeschossen. Daher gehe ich davon aus, dass der Elfmeter korrekt war, denn aus meiner Sicht sah es so aus, als wenn die Hand da nicht hingehörte.

Wie dem auch sei, das war dann der Auftakt zu den Huntelaar-Festminuten. Ein ganzes Dreierpack und die anschließende Sause als Vorsänger der Nordkurve nach dem Spiel geben dem Hunter nun hoffentlich endlich das Selbstvertrauen, das es braucht, um auch gegen stärkere Teams als den Eff Zeh vorne einzunetzen. Der Anfang ist jedenfalls gemacht. Weiter so und schön den Platz Eins im Pott verteidigen!

 

Enttäuscht. Das trifft es wohl. Enttäuscht bin ich von diesem Fußball-Wochenende. Mit ganz viel Vorfreude ging es schon am Freitag nach Stuttgart, aber schon am Abend kamen böse Gedanken auf, als das nebenbei geschaute Saisoneröffnungsspiel irgendwie falsch ausging. Zumal alle Fußballwelt den Titelträger (also den Liga-Total-Cup-Sieger) wieder in alle Fußballhimmel lobte.

Am Samstag gab es dann den ersten Eindruck des umgebauten Stuttgarter Stadions. Das ist nun kein Vergleich mehr zu dem gleichen Ort früher. Während man früher kilometerweit vom Spielfeld entfernt platziert wurde, machte das neue Stadion einen aufgeräumten und bundesligawürdigen Eindruck. Die Akustik der Fangesänge war phänomenal – allerdings im Gegensatz zu der Akustik der Stadionansagen. Nicht, dass man als Schalker unbedingt hören will, was die Schwaben da so untereinander zu besprechen haben, aber da hört man die Ansagen in einem herkömmlichen Bezirksligastadion besser. Die reinste Katastrophe waren jedoch diese albernen Bezahlkarten. 5€ muss man für die Karte berappen. Nein, nicht als Pfand. Als Kaufpreis!! Dafür erwirbt man dann eine Prepaid-Kreditkarte, mit der man angeblich auch außerhalb des Stadions zahlen kann. Kein Wort von dem Geschwätz habe ich geglaubt, aber dem durstigen Schalker kann mans ja erzählen. Die Aufladungen und das komische Pfandsystem (Becherpfand von 2€(!!) gibt es bar, nicht unbar zurück, was dazu führt, dass man wieder neu aufladen muss, wenn man gedacht hat, man könnte den Pfand mit den Einkäufen verrechnen) führten schlußendlich dazu, dass ich das Tor Nummer 1 gegen uns verpasst habe. Naja.Stuttgart 1.Spieltag

Fußball gab es dann auch noch. Und ich will jetzt nicht in den Chor einstimmen derer, die jetzt schon den Stab über die Mannschaft brechen. Im Gegenteil fand ich das Spiel bis zum Tor durchaus ansehnlich und vielversprechend. Zumindest der Zug von der Defensive beginnend nach vorne wirkte ganz ordentlich und nach meiner bescheidenen Meinung besser als im Vorjahr. Vor dem Gegentor und nach der Halbzeit bis zum zweiten Gegentor hatte ich diesen positiven Eindruck, der allerdings dadurch getrübt war, dass auch schon in dieser Zeit vorne nichts ging. Huntelaar versteckte sich, Raul wirkte falsch positioniert und Edu war wie so oft ineffektiv. Laut Videotextstatistik nach dem Spiel hatte die meisten Torchancen auf unserer Seite Moravek. Ob das stimmt, weiß ich nicht, aber das spricht natürlich Bände. Holtby wirbelte viel, wirkte übermotiviert und es gelang nicht viel. Den Eindruck hatte ich schon beim Pokalspiel, auch da wollte er quasi alles selber machen. Er muss mal ein bißchen runterkommen, dann wird das schon wieder. Hinten wirkte Höger durchaus nervös und das interne Duell Papa – Metzelder scheint mir auch noch nicht entschieden. Insgesamt scheint mir die Baustelle aber deutlich im Sturm zu liegen, während es im Mittelfeld auch ohne Kluge ganz ordentlich zugeht und hinten die Abstimmung gefunden werden muss, aber auch kann. Ob Marica der alleinige Schlüssel für die Offensivprobleme sein wird, kann bezweifelt werden. Ich persönlich erwarte viel von ihm, aber könnte mir vorstellen, dass noch ein Zweitschlüssel kommen sollte. Insbesondere, wenn Huntelaar nicht mal langsam aus den Puschen kommt. Nebenbei: Schön zu sehen war nach dem Spiel, dass Metzelder im Stile eines Co-Trainers die Spieler einzeln ansprach und aufbauen wollte – Teamgeist, wie er mir gefällt.

Der Anfang war also gemacht und er war bescheiden. Nicht nur der Liga-Total-Cup-Sieger konnte an die Leistung der letzten Saison anknüpfen – zumindest vom Resultat her können wir das schon lange. Aber wenn schon der Beginn des 1.Spieltags schlimm war, so schön endete der Spieltag dann am Sonntag mit der herausragenden Torwartleistung des Bayerntorwarts, die mir durchaus ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Und deshalb ist nicht alles schlecht. Alles wird gut. Schon am nächsten Wochenende. Glückauf!

 

Ach, es ist irgendwie immer das selbe mit unserem Verein. Wieder mal hat man ein paar Tage vor Saisonbeginn noch nicht das Gefühl, dass die Mannschaft schon komplett ist. Verschiedene Nebelkerzen über die möglichen Transfers irgendwelcher südkoreanischer, französischer oder sogar malischer Stürmer halten sich hartnäckig in der Diskussion. Trainer und Vorstand dementieren auch nicht, sondern stärken den Eindruck, dass diese Mannschaft, die derzeit auf dem Platz steht, noch nicht das Maß aller Dinge ist und man daher die Augen noch aufhält.

Klar, Augen nach Verstärkungen muss man stets aufhalten. Auch sollte das Geld nicht mit beiden Händen zum Fenster herausgeworfen werden. Aber welchen Eindruck macht es, wenn etwa ein -mir bis dato geradezu unbekannter- Nolan Roux nach der monatelangen Diskussion um seine Person immer noch nicht hier ist. Kommt er, kommt er nicht? Entweder man will ihn unbedingt – dann ist es auch für den Spieler Roux ein unwürdiges Spiel, wenn um seine Ablöse geschachert wird. Oder man will ihn nur zu einem guten Preis, dann ist er vielleicht auch nicht die Topverstärkung. Gleiches gilt für die anderen Namen, die so im Gespräch sind. Durch die vielen Namen wird es letztlich zu einem Transfer kommen, der ganz automatisch als “zweite Wahl” herüberkommen wird.

Früher war es mal so, dass Anfang Juli die Kader im wesentlichen komplett waren. Bei anderen Teams ist das mitunter auch heute so. Bei uns weiß man leider immer noch nicht, wo die Reise hingeht und welche Transfers noch in letzter Minute kommen. Sicherlich ist Magaths Erbe ein schwieriges und Horst Heldt musste und muss sich auf die Ausdünnung des Kaders konzentrieren, wodurch die finanzielle Linie für Neutransfers eher schmal ist. Aber dennoch dürfte es doch insgesamt schwer sein, einen oder mehrere in letzter Sekunde transferierte Spieler ins Teamgefüge einzubinden. Das letzte Jahr sollte dafür das beste Beispiel sein.

Ich rege daher dringend an, dass man sich bereits ab dem kommenden Winter intensiv mit der Transferplanung für die übernächste Saison beschäftigt und mit Trainingsbeginn Nägel mit Köpfen gemacht sind. Andere können das doch auch.

 

Zur Jahreshauptversammlung wurde ja schon einiges in Blogs und Medien berichtet. Dennoch möchte ich nochmal meine Meinung zu drei ausgewählten Punkten kundtun. Einmal zu den Offenbarungen um Felix Magath, dann zu der Frage, ob wir nun einen gelenkten Wahlausschuß haben und schließlich noch eine Stellungnahme zum Presseausschluß.

1. Tönnies vs. Magath

Inhaltlich war dieser Punkt m.E. der spannendste an der Jahreshauptversammlung. Ich gehe davon aus, dass Tönnies nicht alles offenbart haben wird, was zwischen Magath und ihm bzw. unserem Verein im Argen gelegen haben wird, aber das, was er sagte, war -für mich- neu und spektakulär.

Jedem konnte in der vergangenen Saison auffallen, dass zu Beginn der Saison ein Bruch da war. Nicht nur sportlich durch die ungezählten Niederlagen, sondern auch erste Brüche im Verhältnis mit dem SFCV oder die hektische Einkaufspolitik bis hin zur letzten Stunde des Transferfensters. Wo noch im Jahr davor ein Rädchen ins andere passte und auch Magath sich -zurecht- für den sensationellen Platz 2 feiern ließ, war nun vieles ins Gegenteil verkehrt. Aber was war passiert? Tönnies berichtete, dass Magath nach dem Ende seiner ersten Saison angesäuert in den Urlaub gefahren war und sich von dort nicht einmal meldete. Kurz vor dem Urlaub fand sein Antrag (der vom Aufsichtsrat zur Zustimmung empfohlen wurde!), mit dem er völlig freie Hand haben wollte, keine Zustimmung. Das Magath’sche Ermächtigungsgesetz scheiterte. Gegen Ende des Urlaubs (so verstand ich Tönnies) kam völlig überraschend ein Brief von den Anwälten Maghaths, der eine Vertragsauflösung anbahnen sollte. Ein starkes Stück! Was war denn bloß mit Magath los zu dieser Zeit? Hat er wirklich eine Abstimmungsniederlage so persönlich genommen, dass er ab diesem Zeitpunkt mit dem Verein gebrochen hat? Man erinnere sich an das Sommertheater während der WM, als Gerüchte kolportiert würden, Magath würde zu Red Bull Leipzig gehen. Ich glaube zwar nicht, dass diese Gerüchte einen Hintergrund hatten, aber auffällig war schon, dass es keinerlei Dementi von Magath zu diesen Gerüchten gab. Das passt alles in das Bild eines innerlichen Abschieds (der durch das Anwaltsschreiben sogar äußerlich kundgetan wurde). Professionell ist das m.E. alles nicht. Mich würde interessieren, ob es wirklich alles nur der Abstimmungsniederlage geschuldet war oder ob nicht schon in diesem Zeitpunkt von Seiten Magaths mit dem Vorstand vom VfL Wolfsburg informell gesprochen worden war. Ich hielte das nicht für ganz ausgeschlossen, denn der rasche Wechsel nach der Trennung kommt ja nicht von heute auf morgen. Möglicherweise gab es schon Kontakte, als man in Wolfsburg die Unzufriedenheit Magaths bemerkte.

Das wiederum passt dann zu der lustlosen und zuletzt hektischen Einkaufspolitik zu Beginn der Saison. Die teuren Verpflichtungen von Jurado und Huntelaar oder das Aufkaufen von Plestan und Sarpei sind zumindest auch erklärbar, wenn man innerlich schon auf einen Abschied vorbereitet war und deshalb die Transferpolitik hat schleifen lassen. Sein Meisterstück, die Verpflichtung von Raul, gelang Magath immerhin vor Beginn der Dissonanzen bzw. war damals schon weit gediehen.

Ich will dem Aufsichtsrat hier keinen Vorwurf machen. Ich habe mich über die Verpflichtung Magaths seinerzeit sehr gefreut und war auch bei den ersten offiziellen Gerüchten über seine Demission nicht glücklich. Diese erklärt sich mir nunmehr und nach den Ausführungen von Tönnies meine ich auch, dass es keinen früheren Zeitpunkt hätte geben können. Klar, so ein Brief, in dem einer sagt, er hätte keinen Bock mehr, lässt aufhorchen. Aber was soll er denn dann machen? Einfach ziehen lassen? Natürlich nicht, das wäre eine weitere, peinliche Lachnummer gewesen. Ich glaube stattdessen, dass man nicht damit hätte rechnen können, dass sich Magath so entwickelt und dass er den JHV-Beschluß derart als Bruch des Vereins mit ihm mißinterpretiert. Aus meiner Sicht haben Tönnies und Co hier richtig gehandelt.

2. Organisierte Fans im Wahlausschuß

Im Vorfeld der Versammlung und auch während der Vorstellungsreden der Kandidaten zum Wahlausschuß war das Thema von Bedeutung, ob die organisierten Fan-Strukturen hier “die Macht an sich reißen” wollen. Hier meine ich, gilt es zu differenzieren. Ich bin ganz bei der Meinung des Königsblogs, dass man keine Angst haben sollte vor Leuten, die sich auch außerhalb des Stadions intensiv mit dem Verein beschäftigen. Im Gegenteil – das ist streng genommen sogar ein hohes Qualifikationskriterium – neben vielem anderen natürlich. Ich nehme allen Kandidaten ab, dass sie ein vehementes Interesse daran haben, dass es dem Verein wirtschaftlich und sportlich gut gehen soll. Ob der jeweils einzelne Kandidat darüber hinaus die für den Wahlausschuß wohl entscheidende Qualifikation hat, einen Kandidaten für den Aufsichtsrat quasi innerlich zu durchleuchten und eine Prognoseentscheidung abzugeben, das kann ich anhand einer 3-minütigen Wahlrede ohnehin nicht beurteilen. Wovor mancher nicht-organisierte Fan wohl Sorge hat ist, dass ein kollektiv mit organisierten Fans besetzter Wahlausschuß nicht mehr die Möglichkeit hat, Pluralismus bei der Kandidatenkür walten zu lassen. Wenn die “Organisation” beschließt, dass man, um ein absurdes Beispiel zu wählen, die Bierpreise zwingend auf 2€ senken will, dann lässt man nur noch diese Kandidaten durch. Alle anderen bleiben außen vor und irgendwann kostet das Bier dann nur noch 2€. Ist ja auch soweit in Ordnung, wenn dadurch nicht wieder ein Schuldenberg angehäuft wird ;-) Und mal abgesehen davon, waren die diesmal noch vom alten Wahlausschuß präsentierten Kandidaten allesamt stromlinienförmig.

Im Prinzip hat der Wahlausschuß ein ganz anderes Problem als seine personelle Zusammensetzung: Sein Problem ist die Intransparenz seiner Entscheidungen. Ich würde schon gerne wissen wollen, wer sich bewirbt mit welchen Vorstellungen und wer warum nicht zugelassen wird. Und dieses auch überprüfbar oder zumindest nach außen dargestellt. Und eventuell würde ich auch mehr Kandidaten zulassen. All das ist aber nach unserer jetzigen Satzung nicht möglich. Nun kann man Satzungen auch mal überprüfen. Dazu werde ich mir mal rechtzeitig Gedanken machen und eventuell dies mal zur Abstimmung stellen. Denn wenn ich weiß, was der Wahlausschuß so treibt, dann kann ich mir auch ein besseres Bild über seine Arbeit machen und gezielter dessen Mitglieder bei einer kommenden Jahreshauptversammlung auswählen. Und dabei ist es mir egal, ob jemand organisiert ist beim SFCV, der Fan-Ini, einem Schwarzwälder Fanclub oder nur beim geilsten eingetragenen Verein der Welt Mitglied ist.

3. Presseausschluß

Der Pressausschluß war in meinen Augen unnötig. Es ist viel über Sinn und Zweck geschrieben worden. Ich teile die Meinung, dass es unabhängig von einer Mehrheitsentscheidung schlicht undemokratisch ist, die Presse von einem berichtenswerten Thema auszuschließen. Natürlich gibt es eine Menge Drecksblätter und wir wissen alle, welche das sind. Dann schließt die doch bitte beim Kauf oder beim Lesen aus. Es gibt genug Schalker, die nicht nach GE kommen konnten und dann auf die Presseberichte gewartet haben. Abgesehen davon, dass man durch eine solche Aktion erst recht eine schlechte Presse bekommt, halte ich auch nichts davon, wenn so ein Akt symbolisch gemeint war. Denn “die Presse” ist sicherlich nicht böse. Ich will Presseberichterstattung rund um Schalke und ich suche mir aus, wo. Eine eigene Meinung bilde ich mir sowieso, egal welches Blatt ich nun lese.

Abgesehen davon bin ich mir gar nicht sicher, ob die Mitglieder wirklich so abstimmen wollten. Nach der händischen Abstimmung hatte ich eher den Eindruck, dass eine Mehrheit dagegen war. Und Tönnies hat vor der schriftlichen Abstimmung schlicht die Fragen verwechselt und somit für enorme Verwirrung gesorgt, gekrönt mit der Aussage “dann schreibt einfach dazu, für was genau Ihr seid!”.

 

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