Apr 142014
 

Es läuft die 82. Spielminute im Bundesligaspiel gegen Eintracht Frankfurt. Jens Keller nimmt den sichtlich platten Kevin Prince Boateng vom Platz. Wohl auch, um die Defensive zu stärken, beordert er Kaan Ayhan ins defensive Mittelfeld. Für Boateng kommt Felipe Santana und nimmt Ayhans Platz in der Innenverteidigung neben Joel Matip ein. Santana ist erst in dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, nachdem er sich Ende Februar verletzt hatte.

Was stimmt an dieser Beschreibung der Geschehnisse vom Freitag Abend nicht? Genau: DER Grieche unter den Griechen, Kyriakos Papadopoulos, sitzt weiter auf der Bank und kommt mal wieder nicht zum Einsatz. Papa hat ne wirklich schwere Zeit hinter sich. Eine halbes Götterleben verletzt. Gerüchte um Drogenkonsum, Rückschläge. Alles scheiße. Kurz vor Ende der Halbserie macht er zarte Comebackversuche und bei seiner Einwechslung habe sicher nicht nur ich ein bisschen Pipi in den Augen.

Was folgt sind wieder kleine Rückschläge, die aber, nach so langer Zeit, fast normal anmuten. Gegen die Bayern darf er dann endlich mal wieder von Beginn an ran. Schon vorher gegen Madrid durfte er mit den anderen eine halbe Stunde hinter rennen. Auch gegen Bayern sieht Papa nicht gut aus. Kassiert rot.

Doch Bayern ist lange her. Fast anderthalb Monate. Warum zieht Jens Keller Felipe Santana Papadopoulos vor? Santana hat gerade mal ein paar wenige Trainingseinheiten hinter sich, während Papa trotz fehlender Spielpraxis doch wesentlich länger fit ist. Sicher: Santana hat nach anfänglichen Schwierigkeiten auf Schalke – kein Wunder bei der Vergangenheit – seinen Platz in der Innenvertreidigung gefunden. Die Wackelabwehr Matip – Santana funktionierte zu Beginn der Rückrunde. Dies hatte kaum jemand für möglich gehalten.

Trotzdem bleibt die Frage: Hat Papa wirklich so stark abgebaut in seiner Leidenszeit? Will Keller einen anderen Spielertyp sehen? Für den perfekten Spielaufbau sind beide nicht die richtigen. Auch die Tatsache, das Brasiliens Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari zum Fotoshooting mit Clemens Tönnies in der Arena war, kann für Keller nicht ausschlaggebend gewesen sein. Schließlich war das Spiel noch lange nicht entschieden und da tut man solche Gefallen nicht. Da bin ich mir sicher.

Für mich bleibt die Sache ein Rätsel und sie macht mich zudem unglaublich traurig. Denn solche Einwechslungen machen mir deutlich, dass Papa eventuell gar nicht mehr gebraucht wird auf Schalke. Mit Ayhan kommt dann auch noch Konkurrenz nach, die mittelfristig zum Stammspieler auf Schalke avancieren könnte. Wäre Höwedes wieder fit, wäre derzeit wohl nicht mal auf der Bank.

Ach so: 2:0! YEAH!

 Posted by on 14. April 2014 at 07:30

  2 Responses to “Was ist bloß Papadopou-los?”

  1. Santana war zu Beginn der Rückrunde stark, hatte nun eine kleinere Verletzung. Papadopoulos ist seit November 2012 raus, wurde nur zweimal gebracht, als es offensichtlich nach Jens Kellers Ansicht eh um nichts ging, und war dabei nicht gut. Grade weil das Spiel gegen Frankfurt noch nicht entschieden war, setzte Keller auf Santana.

    Ob Papadopoulos noch gebraucht wird? So wie er in Bestform war kann ihn jeder Club gebrauchen. Dass S04 jetzt nicht auf ihn angewiesen ist, ist eine Stärke des S04 und sehr gut so.

    • Da frag ich mich dann aber, wie nah Papa an der ersten 11 bzw. am Status des ersten Backups dran ist.
      Ich hoffe, Schalke hat am Ende noch ein oder zwei Spiele, in denen er Spielpraxis sammeln kann.

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