Feb 242014
 

Es war die 88. Spielminute, als Klass-Jan Huntelaar von Jens Keller vom Platz geholt wurde. Sky-Kommentator Fuss interpretierte die Flappe, die Huntelaar dabei machte, als Unwillen, den Platz zu verlassen. Ich glaube er war stinksauer auf seine Mitspieler, die ihn quasi über 90 Minuten, zumindest aber in den spielentscheidenden Situationen, ignorierten.

Doch fangen wir vorne an: Schalke mit dem gleichen Team wie beim Sieg in Leverkusen. Mainz mit Mäusken Moritz, der in diesem Spiel das Herz der Mainzer Mannschaft und an unzähligen Aktionen beteiligt war. Das Spiel begann, wie es aufhörte: ausgeglichen. Mal hatte Schalke eine Druckphase, mal Mainz. Doch im Großen und Ganzen war die Leistung der Teams, vor allem aus taktischer Hinsicht, ausgeglichen. Darauf kann Schalke stolz sein, denn die Mainzer um Trainer Tuchel gelten in Deutschland als eine der Mannschaften, die tatktisch “am meisten drauf” haben. Auf der anderen Seite ist Schalke personell deutlich besser besetzt, so dass man dieses Spiel eigentlich hätte gewinnen sollen.

Doch in den entscheidenden Situationen übersahen Schalkes Mittelfeldspieler ihren Top-Stürmer. Schon in der ersten Halbzeit lief Huntelaar einige Male in einen vielversprechend offenen Raum, doch der Pass kam nicht. Besonders eklatant wurde es aber in der 52. Minute. Der Mainzer Keeper Karius spielte einen katastrophalen Pass in die Füße von Max Meyer. Doch anstatt den komplett blank und nicht im Abseits stehenden Huntelaar zu bedienen, wollte Meyer es alleine machen und scheiterte ebenfalls kläglich. Viel schlimmer aber war der anschließende Lupfversuch vom dieses mal schwachen Boateng. Auch er wollte es lieber wunderschön und alleine machen, anstatt den Knipser im Team seinen Job machen lassen.

In der nächsten Sitaution war es Leon Goretzka, der im Mittelfeld einen Ball der aufrückenden Mainzer abfing. Anstatt den auf links startenden Huntelaar den Ball in den Lauf zu legen, gab es ein Dribbling und den “Sicherheitspass” auf Meyer. Huntelaar musste da schon längst wegen Abseits abbremsen und der Angriff war verpufft. In allen drei Situationen hätte ein Pass auf Huntelaar die Entscheidung pro Schalke bedeuten können. Schade, denn ein Sieg hätte mit Blick auf die anderen Ergebnisse absolut gut getan.

Ich will jetzt hier aber auch nicht zu sehr hadern oder die durchaus guten Chancen der Mainzer vergessen: Das Unentschieden geht so in Ordnung und Alles in Allem war das auch eine ordentliche Leistung der Schalker.

Jetzt kommt Madrid. Ich bin gespannt.

 Posted by on 24. Februar 2014 at 07:30

  2 Responses to “Huntelaars Flappe”

  1. Stimme ich voll zu, sehr gute beschrieben.
    Man hat schon vor der Auswechslung gesehen das Huntelaar stink sauer war (und zurecht).
    Was bringt es wenn man einen der besten Stürmer der Welt zu haben wenn man ihm kein Ball gibt.
    Genau die beschriebenen Siturationen hätten in der ausgeglichenen Partie den Sieg bringen können, bei der einzigen richtigen Entscheidung und die wäre gewesen dem Stürmer anzuspielen.

  2. Stimmt, dass der Hunter sehr frustriert war. Aber ich fand seine Bewegungen nach der Anfangsviertelstunde maximal ungünstig und wenig Mannschaftsdienlich.

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