Apr 302013
 

Da sind gerade mal ein paar Tage, in denen unser Verein wegen der anderweitigen Geschehnisse Ruhe haben könnte. Die Geschehnisse rund um Fiskus-Ulrich, den Aufkauf der Lüdenscheider durch die Bauern und auch die Resultate in der Champions League sollten eigentlich Zeit zum Durchatmen geben. Aber nein, unsereiner bemüht sich wie kein anderer Verein, auch unbedingt auf die Titelseiten kommen zu wollen.

Und dabei wird bekanntlich kein Fettnäpfchen ausgelassen. Der unrühmliche Vertrag mit einem sogenannten „Ticketzweitverwerter“, der nur deshalb kein Schwarzhändler ist, weil er eben in vertraglichen Beziehungen zu Schalke stehen wird, dessen Preise aber mit denen der Schwarzhändler an der Straßenbahnhaltestelle „Veltins-Arena“ durchaus mithalten können, war schon ein Meilenstein. Ruhmreich ist darüberhinaus auch nicht der Umgang mit diesem offenbaren Fettnapf. Wie der Chef am Münchener Oberlandesgericht im NSU-Prozess-Desaster weigert man sich tunlichst, Fehler einzugestehen und Fingerspitzengefühl walten zu lassen. Im Gegenteil. Rund um die Jahreshauptversammlung wird der Zirkus HalliGalli verpflichtet und -sehr sonderbar- ausgerechnet an diesem Tag gibt es einen Kartensonderverkauf für Mitglieder und die kommende Bundesligasaison. Man könnte meinen, zum Glück, dass nicht auch dieser Part von Vianogo übernommen wird, aber Pustekuchen. Natürlich dient vor allem diese Aktion der Sogwirkung. Möglichst viele Mitglieder sollen zur JHV kommen, am besten solche, die sich mit der Vereinspolitik nicht so sehr auseinandersetzen, damit es nicht zu einer Eskalation bei Abstimmungen kommt. Zu blöd nur, dass diese Aktion, die mutmasslich mit einer Event-Agentur geplant worden ist, gerade diejenigen zusätzlich mobilisiert, die sich denken, „jetzt erst recht“ müsse es einen Denkzettel für den Marketing-Vorstand geben. Eine schöne Veranstaltung wird es wohl nicht werden. Ich bin mal gespannt, wie die Alkohol-Policy am „Familientag“ so sein wird. Verhältnisse, wie seinerzeit im Machtkamp Rüßmann-Siebert und entsprechender verbalkrawalligen Atmosphäre wären dann vorprogrammiert.

Und wenn das alles noch nicht genug wäre, heisst es jetzt noch, ein gewisser Effenberg sei „Top-Kandidat“ auf den Trainerposten. Nun, davon sollte man sich nicht kirre machen lassen. Natürlich passt Effenberg nicht im Ansatz zu unserem Verein, aber vor allem: er war noch nie Trainer. Die Hörner abstoßen mag er sich bitte woanders, aber nicht bei einem Verein, der den sportlichen Erfolg wegen der finanziellen Strukturen wie kaum ein anderer benötigt. Aber ich glaube nicht an diesen vermeintlichen Deal. Wer hat diese Geschichte ins Rennen gebracht? Die Sport-Bild in Kooperation mit Sport 1. Wann erscheint die Sport-Bild? Am Mittwoch. Worüber redet ganz Fußball-Deutschland am Mittwoch? Über die Champions League. Ganz Fußball-Deutschland? Nein, ein gehöriger Teil der Schalker interessiert sich eher für Rosamunde Pilcher als für ein deutsches Finale in London. Aber auch die Sport-Bild redet an ihrem Erscheinungstag nicht über das Top-Thema, denn sie hat bereits Redaktionsschluss. Um das Heft dennoch zu verkaufen, bietet sich ein Effenberg-Gerücht als Auflagemotor doch geradezu an. Dementsprechend sehe ich die Gerüchte tatsächlich nur als Gerüchte. Hinzu kommt, dass die Story doch der um die angeblichen Verhandlungen seinerzeit mit Oliver Kahn verdammt ähneln. Schalke dementiert nicht vehement, sondern sonnt sich in den Gerüchten, um hintenrum die „große Lösung“ als Trainer zu verpflichten. Dass es so kommen wird, dafür spricht auch, dass in diesem Jahr die Wiederwahl von Clemens Tönnies als Aufsichtsrat ansteht. Dafür will und wird er den Leuten etwas bieten wollen. Mal gucken, ob es ihm gelingt, wobei die Hauptverantwortung für den Coup natürlich bei Horst Heldt liegt.

Schauen wir mal. Wegen dieser ganzen Fettnäpfchen ist es auch mal wieder soweit, dass sich viele Schalker frustriert über den Verein zeigen. „Wenn Effenberg kommt, gehe ich“, so lauten sinngemäß die Aussagen. Das wiederum kann ich nicht nachvollziehen. Schalke ist, Schalke bleibt mein Verein, da kann noch so viel passieren. Vielleicht ist es wie mit der Religion. Manche glauben an Gott, treten aber dennoch aus der Kirche aus, weil sie mit der Organisation Kirche nicht einverstanden sind. Regt Euch also lieber über den betreffenden Verantwortlichen auf, übt Opposition, aber immer im Kopf behalten: Schalke, das sind wir. Sonst keiner.

 Posted by on 30. April 2013 at 19:04

  6 Responses to “Ruhe auf Schalke? Gibts nicht.”

  1. gut geschrieben. dem ist nichts hinzuzufügen und jetzt sollte Ruhe sein.

  2. Ich hab den Kreisel aus Zeitmangel bisher leider erst überflogen. Aber für mich kam das mit dem Ticket-Verkauf so rüber, als würde man auf der JHV lediglich nen Freischaltcode in die Hand gedrückt bekommen, der einen dann zum Kauf über den normalen Ticketshop in den Folgetagen berechtigt. Also (zumindest für mich) alles viel weniger dramatisch, als es an diversen Stellen im Netz dargestellt wird. Hab ich’s nun falsch verstanden beim überfliegen, hat das sonst ausser mir niemand gelesen oder ist das bewusste Fehldarstellung als Gegenpol zum Verhalten des Vereins?

  3. aber es ist doch völlig egal, ob man einen code oder das ticket bekommt – der effekt bleibt der gleiche

  4. Was ich online teilweise lese geht sehr in die Richtung, dass Schalke den Ticketshop während der JHV öffnet, um zwar viele Leute da zu haben, diese dann aber vom Abstimmen abzulenken. Und auch die Äußerungen zum Rahmenprogramm gehen in die Richtung, dass man damit die Leute eher einlullen will.
    Wenn in der Realität aber der Musical-Kram nach der JHV abläuft, oder bevor die JHV anfängt, und während der JHV nur ein paar Leute durch die Reihen gehen und jedem einen Zettel in die Hand drücken, wo der Code draufsteht, dann ist das schon was anderes.
    Es wird in meinen Augen vielerorts in Blogs und auf Facebook der Vorwurf gemacht, der Verein würde mit Verkauf und Musical von Diskussionen und vom Abstimmen abhalten wollen. Findet das Musical ausserhalb der JHV statt und wird anstatt zeitaufwändigem Ticketverkauf (während und abseits der JHV) nur ein Code verteilt, wozu man sich nicht mal von seinem Sitzplatz wegbewegen muss, haben diese Vorwürfe für mich jedenfalls keine Grundlage mehr.
    Man kann dann immer noch darüber streiten, ob Musical (im Rahmenprogramm) überhaupt nötig ist, ob man während einer JHV die Möglichkeit haben sollte, dem Kader mal näher zu kommen, ob dieser Sonderverkauf nicht Mitglieder benachteiligt, die nicht zur JHV kommen können. Ebenso kann man über Effe, die Punkteausbeute, die Ticketpreise und Sponsoren diskutieren. Aber man könnte dem Verein eben nicht mehr vorwerfen, er würde das Ziel der JHV unterwandern und versuchen, seine Mitglieder abzulenken.

  5. @JHV (Ticketverkauf)
    Alle Mitglieder, die zur JHV kommen, bekommen einen Code, der in den Folgetagen dazu berechtigt, sich noch VOR dem eigentlichen Mitgliederverkauf Karten zu sichern. Durch diese Aktion und auch die anderen “Events” während der JHV wird diese als solches nicht beeinflusst. Das Rahmenprogramm bildet eben nur den Rahmen um die eigentliche JHV, die gem. nachträglicher Meldung von Schalke auch ein in sich geschlossener Veranstaltungsteil ist. Es laufen also keine anderen Events parallel zur JHV. So sind nach meinem Kenntnisstand die Fakten.

    Trotzdem wird sich der Vorstand etwas dabei gedacht haben. Durch die ganzen Events, die VOR der JHV stattfinden sollen zusätzliche Mitglieder auf die JHV gelockt werden, die sonst nicht kommen würden. Das liegt vermutlich daran, dass der “normale” JHV-Besucher eher kritisch gegenüber der Vereinsführung ist. Da im letzten Jahr mal so einiges schief gelaufen ist (vianogo, Kartenpreise, soprtlich nur mittelmäßig, etc.), muss die Vereinsführung auf dieser JHV damit rechnen vom “normalen” Besucher eins aufn Deckel zu bekommen. Da man kritische Mitglieder nicht einfach ausschließen kann, versucht man stattdessen weitere Mitglieder in die Arena zu bekommen. Diese werden durch tolle Events angelockt und in gute Laune versetzt, in der Hoffnung, dass die gute Laune sich positiv auf die Vereinsführung bzw. Wahlen, Entlastung Vorstand, etc. auswirkt.
    Den Sonderverkauf muss man dabei noch nicht einmal als total schlecht beurteilen. Immerhin gehen beim normalen Mitgliederverkauf schon viele Mitglieder leer aus bzw. bekommen nicht die gewünschten Tickets. Daher kann man es begrüßen, dass Mitglieder, die sich für den Verein engagieren, einen kleinen Vorteil daraus ziehen dürfen. Andererseits werden die anderen Mitglieder dadurch noch mehr benachteiligt. Ich kann es verstehen, wenn jemand aus Süddeutschland aus Zeitgründen nicht zur JHV kommt. Außerdem ist es keine Verpflichtung, als Mitglied an der JHV teilzunehmen. Es gibt also 2 Seiten.

    @Effenberg
    Grundsätzlich lehne ich Effenberg als Trainer ab. Hauptgrund ist jedoch, dass er noch keinerlei Trainererfahrung hat. Aber sollte es wider Erwarten doch dazu kommen, dann sehe ich hier auch positive Aspekte. Effenberg gilt als absoluter Fachmann. Nur weil er keine Erfahrung hat, muss das nicht heißen, dass er nix kann. Zudem polarisiert Effenberg, was dazu führen kann, dass er den Druck ein wenig von der Mannschaft nimmt.

  6. Wow, that’s what I was looking for, what a stuff! present here at this webpage, thanks admin of this web site.

 Leave a Reply

(erforderlich)

(erforderlich)

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>