Apr 252013
 

Habt ihr schon den neuen Schalker Kreisel in der Hand? Dort wird berichtet, dass die diesjährige Jahreshauptversammlung ein Rahmenprogramm bietet. Der Ort des Spektakels wird die weitläufige Veltins-Arena sein und nicht die beengte Emscher Lippe Halle. Die Mannschaft wird fleißig Autogramme schreiben, es wird einen Sonderkartenverkauf geben und mittendrin wird ein Musical zu Gast sein. Wie bitte? Bei einer Jahreshauptversammlung? Einer Veranstaltung, bei der eben mal kein Entertainment gefragt ist, sondern die Vereinspolitik im Vordergrund steht?

Zunächst habe ich an einen schlechten Scherz gedacht, doch hinter den “Attraktionen” kann man auch durchaus Methode vermuten. Die Jahreshauptversammlung als Familienausflug? Möglichst viele stimmberechtigte, aber schnell ablenkbare Mitglieder in die Versammlung holen? Der Dötz will nicht nur ne Wurst, der will auch von Huntelaar ein Autogramm. Und vom Draxler eh. Und wenn der Pukki da schon sitzt… Alleine kann man den da nicht stehen lassen. So viel steht fest.

Vatter ist Vereinspolitik eh nicht soooo wichtig. Viagogo hat er schon mal gehört. Er weiß Bescheid. Deswegen mal schnell Karten sichern und das heißt nun mal Schlange stehen. Während also das engagierte Mitglied versucht, in irgendeiner Form das Unheil Viagogo abzuwenden, tummeln sich an Würstchenbuden, Autogrammtischen und Ticketschaltern zig Mitglieder, die wichtige Abstimmungen durch ihre Abnwesenheit verhindern. Das kann nicht sein!

Man kann über die Art und Weise, wie die Vianogo-Aktion verläuft, streiten. In der Sache sind sich allerdings (fast) alle engagierten Mitglieder einig: Der Vertrag mit Viagogo tut dem Verein und seinen Mitgliedern nicht gut. Dass nun der Vorstand und alle weiteren Gremien versuchen, die bevorstehenden wichtigen Abstimmungen zu verwässern, indem sie möglichst viele – nicht ganz so interessierte – Mitglieder zur Jahreshauptversammlung locken, hat schon fast undemokratische Tendenzen. Vielleicht hofft man auch insgeheim darauf, dass diese Mitglieder  nach dem “Musical-Act” in Scharen die Donnerhalle verlassen und ihre Stimmberechtigung in die Mülltonne kloppen. Ich will hier niemandem etwas unterstellen, doch dieses Verhalten des Vereins hinterlässt einen sehr sehr faden Beigeschmack.

 

 Posted by on 25. April 2013 at 18:40

  12 Responses to “Hauptversammlung mit fadem Beigeschmack”

  1. Sorry Leute, aber selten so eine dumme und arrogante Scheiße GElesen!
    Ihr unterstellt hier einfach, das Mitglieder die sonst nicht regelmässig bei den Hauptversammlungen dabei sind durch ein Showprogramm angelockt werden, dumm wie Sie sind sich bestrahlen lassen und dann ohne Stimmabgabe nur wegen einem Pukki Autogramm und ein wenig Musical nach Hause trotten.
    Respekt, wie Ihr mal eben pauschal über andere Mitglieder urteilt, quasi wir sind eigentlich die einzig wissenden, die anderen lassen sich bedudeln. Nett wie hier “Vatter“ als liebevoll tumbe Muss dargestellt wird.
    Höhepunkt der selbstGEfälligen und arroganten Selbstdarstellung ist sicherlich von “undemokratischen Tendenzen “zu sprechen.
    Basiswissen für eine funktionierende Demokratie ist es, dass bei Wahlen eine hohe Anzahl von Abstimmungsberechtigten wichtig ist, um einen überproportionalen Durchsatz von radikalen Gruppen zu verhindern, da diese in der Regel Ihre Kader geschlossen zur Wahl zwingen.
    Keiner wird Schalke Mitglied, weil es eine schöne JHV mit Würstchen und Freibier gibt, da steckt bei jedem Mitglied besondere Liebe zum Verein hinter und somit auch sicherlich ein überproportionales Interesse am Verein und Ihr versucht hier mit dummer Polemik eine Klassifizierung von Mitgliedern zu platzieren, wahrscheinlich aus der Angst, dass es auch andere Meinungen gibt.
    Sorry, selten so einen Scheiss Kommentar gelesen

    • Du hast Recht, niemand wird Vereinsmitglied, um auf der JHV Freibier und ne Wurst zu bekommen. Mit dem zweiten Teil deines Satzes hast du aber Unrecht. Der Hauptgrund zum Vereinsbeitritt für die meisten Mitglieder ist das Privileg Auswärtskarten zu bekommen und am Mitgliedervorverkauf teilnehmen zu können. Dann kommen noch viele Mitglieder dazu, die zur Geburt vom Schalke-verrückten Papa die Mitgliedschaft geschenkt bekamen.

      Klar, möglicherweise wird durch eine eventisierte JHV auch der ein oder andere angelockt, der sonst nicht hingehen konnte, da der Sonntag der Familie gehört und der nun daraus einen Familientag machen kann. Aber ich denke eher, dass die Vereinsführung sich durch den Event JHV erhofft, dass die derzeit eher negative Stimmung an der Basis durch ein tolles Rahmenprogramm wieder in positive Bahnen gelenkt wird. Das Kalkül dahinter ist doch, dass jemand, der einen tollen Tag auf dem Vereinsgelände und in der Arena verbringt, am Ende positiver gestimmt ist und sich sagt “naja, so blöd sind die da vorne aufm Podium ja nicht. Schließlich ham die hier nen super Event auf die Beine gestellt!”

      Das ist einfachste Psychologie. Wenn nach einer guten Fußball-WM eine Bundestagswahl ansteht, gewinnt meist die Regierung, da die Menschen durch die WM positiv gestimmt sind und es dann gerne so lassen wie es ist!

  2. Lieber Michael,
    die Kritik nehme ich gerne an. Natürlich sind Dötz und Vatter überspitz dargestellt. Und ich will und wollte niemandem sein Interesse am Verein absprechen. Ganz im Gegenteil. Man hat in den letzten Monaten erlebt, dass es genau umgekehrt ist. Es geht mir aber um den Kern der Sache und dazu hätte ich dann auch gerne deine Meinung gehört: Findest du es richtig, aus der JHV eine Kirmes zu machen? Was für ein Interesse hat Schalke daran, ein Musical!!! aufführen zu lassen, eine Ticketverkaufsaktion zu machen und den Profis bei einer Autogrammstunde ihr Recht auf Abstimmung zu nehmen. Schließlich sind diese ja auch Mitglieder des Vereins.
    Das würde mich wirklich sehr interessieren.

    • Glück auf Tobi,

      grundsätzlich hast Du nicht unrecht damit, dass diesmal erstaunlich viel “Neben Programm” geboten wird. Sollte hier eine “böse Absicht” hinterstecken, kann der Schuß aber ebenso nach hinten losgehen, nämlich, dass auch Mitglieder kommen, wie der Vatter mit seinem Dötz, der sonst aus Bequemlichkeit nicht gekommen wäre, jetzt gibbet aber neben vielen Reden auch wat für den Kleinen und der Vatter kann durchaus ja parallel sein Stimmrecht warnehmen. Der Andere sieht die Chance noch begehrte Tickets zu schießen und verbindet das mit dem JHV Besuch und stimmt auch ab, durchaus auch kritisch. Gut, mag sich jetzt alles ein wenig konstruiert anhöhren…….
      Meine Persöhnliche Meinung deckt sich im Inhalt mit Deiner, nämlich dass eine JHV sich nur mit direkten Vereinsthemen beschäftigen sollte und auf den Rest verzichten kann. Allerdings sehe ich hier jetzt auch nicht eine große Gefahr der Manipulation durch Ablenkung (hoffe ich behalte recht).
      Mal ne ganz andere Frage am Rande: Kann man eiGEntlich sein Stimmrecht übertragen (z.B. wg. Urlaub)?
      In dem Sinne
      Forza Schalke

  3. Lieber Tobias, welche Profis sind denn Mitglieder des Vereins? Diese sind Angestellte des Vereins.

    • Du musst Mitglied eines Vereins sein, um eine Spielberechtigung für diesen zu erlangen. So wie bei dir – vermutlich – “Mitglied passiv” im Mitgliedsausweis steht, steht bei Höger und Co. “Mitglied aktiv”.
      Ich hatte das Glück, für ein Jahr so einen Ausweis zu besitzen.

      • Für Amateur- und Jugendspieler ist das richtig. Für Profis gilt das nicht wenn mich nicht alles täuscht.

        • Das kann natürlich sein. Ist auch nicht so wichtig. Es geht mir darum, irgendwelche logischen Beweggründe zu finden, warum der Vorstand so handelt und die nicht die oben beschriebenen Vermutungen stützen.

  4. bei der beschriebenen jhv handelt es sich doch um die turnusmäßige, richtig?

    “gegen vianogo” erfordert doch eine ausserordentlich mitgliederversammlung, wenn ich das richtig verfolgt habe.

    • So wie ich das mitbekommen habe, wollte die “Kleine Gruppe 2.0″ eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Deswegen die Unterschriftenaktion. Anscheinend wurde nicht die notwendige Anzahl an Unterschriften erreicht. Vor allem, weil sie in einem bestimmten Zeitraum vor der turnusmäßigen JHV abgehalten werden muss. Somit bleibt nur die turnusmäßige Versammlung.
      Wenn nicht schon bestimmte Anträge fristgerecht eingereicht wurden, kann man weitere Anträge über 2/3 Mehrheit auf der Versammlung selber auf die Tagesordnung berufen werden.
      Ich verstehe gar nicht, warum ein Musical bei der JHV auftreten muss. Unterhaltsam wird es so oder so. Evtl. nur nicht für die Viagogo-Befürworter.

  5. […] blogundweiss schreibt Tobi: Dass nun der Vorstand und alle weiteren Gremien versuchen, die bevorstehenden […]

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