Nov 052012
 

Auch im vierten Versuch kann Schalke in Sinnsheim nicht gewinnen. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, rennt man in der letzten Minute zum zweiten Mal in einen Konter, der den Hoffenheimer Sieg perfekt machte. Diese Niederlage zeigte, wie grün Schalke zeitweise noch hinter den Ohren ist und sollte sich nach Düsseldorf und Montpellier  als weitere Lektion in Richtung Spitzenmannschaft zu Herzen genommen werden.

Stevens vertraute seiner Erfolgself der letzten Wochen. Draxler und Papadopoulos blieben somit weiter auf der Bank. Und es darf darüber spekuliert werden, ob das Spiel mit Papadoulos und ohne Matip eventuell nicht verloren gegangen wäre. Denn Matip erwischte in der Defensive am Samstag einen gebrauchten Tag. Zunächst lief ihm sein Gegenüber Marvin Compper in Sachen Antizipation den Rang ab, dann kam er beim ersten Gegentreffer zu spät gegen Volland. Auch das Foul vor dem Elfmeter fällt unter die Kategorie “vermeidbar”. Volland, anscheinend leichtfüßig unterwegs, nimmt das Geschenk dann leider dankbar an.

Schalke begann – wie immer eigentlich in den letzten Spielen – eher gemütlich. Während man bei Arsenal von selber aufwachte, weckte Kevin Volland die Schalker mit einem blitzsauberen Konter, aufgezogen von einem pfeilschnellen Fabian Johnson. Weder Uchida, noch Neustädter konnten den Amerikaner stoppen. Danach legte Schalke endlich den Schalter um. Man konbinierte immer besser bis vor den Strafraum. Danach war nur leider zu schnell Schluss. Weder hohe, noch flache Flanken von den Außen brachten genug Gefahr. Und wenn Schalke mal mit einem Distanzschuss durchkam, war Tim Wiese da.

Es brauchte eine Ecke, um den schönen Tim zu überwinden. Neustädter markierte seinen zweiten Saisontreffer per Kopf. Das Dutzend der Schalker Bundesligatorschützen machte Atsuto Uchida voll, als er nach zwischenzeitlichem Rückstand durch den Elfmeter das 2:2 markierte. Farfan, Holtby, Huntelaar, Neustädter, Afellay, Draxler, Höger, Jones, Matip, Papadopoulos und Pukki hatten bisher für Schalke in der Bundesliga getroffen.

Nach dem erneuten Ausgleich drängte Schalke weiter. Die Chancenauswertung blieb aber der Knackpunkt. Marica vergab die beste von vielen Chancen, die sich dem FC Schalke 04 ergaben. Auffällig dabei: Klaas Jan Huntelaar bekam seine Chance nicht mehr. Vielleicht sollte man den Pass in Richtung Hunter doch noch häufiger suchen. Gerade Holtby übersah in einigen Situationen die Lücke, in die Huntelaar bereits gestartet war. Diese Variabilität an Torschützen ist sicher eine gute Sache, doch der Mann der Tore heißt Klaas Jan Huntelaar und dann sollte der auch seine Bälle kriegen.

Bleibt ein Thema, das nach drei Gegentoren zwangsläufig angesprochen werden muss, wenn man drei gleichwertige Torhüter im Kader hat. Waren die Tore 1 und 3 haltbar? Sicher! Muss Unnerstall einen der beiden haben? Sicher nicht! Unnerstall trägt nicht die Schuld an dieser Niederlage. Dennoch ist es für mich Fakt, dass er gerade bei flachen Bällen selten gut reagiert. Ich supporte jeden unserer Keeper zu 1904%, wenn er auf dem Platz steht, aber ich will zunächst einmal Hildebrand wieder im Kasten sehen. Natürlich hat auch er seine Schwächen, doch die sind einfach nicht ganz so offensichtlich wie die von Lars Unnerstall. Kommt der Ball flach und einigermaßen plaziert, dann hat er einfach große Schwierigkeiten, die Hildebrand und Fährmann nicht haben. Ich bin für einen fairen Zweikampf und wenn das Huub Stevens auch so sieht, dann bekommt einer der beiden gegen Arsenal am Dienstag seine Chance. Das ist bei Torhütern immer ein Risiko, aber dieses Risiko ist man vor der Saison mit drei gleichwertigen Torhütern bewusst eingegangen.

 Posted by on 5. November 2012 at 07:30

  5 Responses to “UnverHOFFt kommt oft”

  1. Word!
    Naja, bis auf Hochstädter! ;-))

  2. […] Wunder, dass Schalke nicht in Hoffenheim gewinnt, wie Blog und Weiss feststellt. Auch im vierten Versuch kann Schalke in Sinnsheim nicht gewinnen. Als ob das nicht schon schlimm […]

  3. “Danach legte Schalke endlich den Schalker um.”

    Umgotteswillen! Wen hat es denn erwischt? ;-)

    Eine gute Zusammenfassung des Geschehens. Die Sache mit Unnerstall sehe ich etwas anders, weil ich bei ihm weiß was er kann (und nicht kann) und bei Hildebrand lediglich die Hoffnung Vater des Gedanken ist. Außerdem fand ich zuletzt Hildebrands Mimimi bei erstbester Gelegenheit in der Presse nicht sonderlich mannschaftsdienlich und keinesfalls belohnenswert. Aber meinetwegen soll Hildebrand ruhig ins Tor. Dann werden wir sehen, was er kann. Bis er sich dann zum dritten Mal innerhalb kürzester Zeit verletzt.

    (Es ist übrigens in diesem Zusammenhang hoch interessant, dass Fährmann seine “Verletzungsanfälligkeit” zum Vorwurf gemacht wird, wohingegen Hildebrand diesbezüglich einen Freifahrtschein hat.)

    • Von mir aus darf auch gerne Fährmann seine Chance kriegen. Ich denke aber, dass Hildebrand eher an der Reihe ist. Vor allem, weil er international erfahrener ist als Fährmann.
      Zu Hildebrands Aussagen: Ich fand das Interview halb so schlimm, da er einfach nur bestätigt hat, was der Normalzustand für einen Bankspieler sein sollte: Er ist damit unzufrieden. Er hat in nie gegen Trainer oder Konkurrenz gestänkert. Was die Medien wieder daraus machen, ist eine andere Sache. Die Kommentare von Heldt und Stevens bestätigen, dass es intern kein Problem war.
      Ich will Unnerstall auch wirklich nichts böses, glaube halt nur nicht, dass er der bessere Torwart ist. Für mich ist er leider nur die Nummer 3, wobei ich nicht sagen kann/will, ob ich Hildebrand oder Fährmann lieber im Tor stehen sehen will.

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