Okt 222012
 

Schalke gewinnt mit 2:1 im Derby und zeigt dabei, dass man doch noch gegen Topclubs gewinnen kann. Während alle Welt den Unaussprechlichen die Schuld für die Niederlage in die Schuhe schiebt, war es für mich das überragende Mittelfeld der Schalker, das das Derby entschieden hat.

Horst Heldt muss sich am Sonntag wie im falschen Film vorgekommen sein. Da steht er extra früh auf, um pünktlich in München zu sein und die so genannte Expertenrunde im Doppelpass beschäftigt sich nur mit den Überbayern und den Unaussprechlichen. “Kloppo war schuld und zeigt dann auch noch Größe” – hieß es da. “Ohne die Verletzungsprobleme hätte es keine Niederlage gesetzt” – kommt aus der anderen Ecke. Kein Wort darüber, dass Königsblau vom Anpfiff weg eben nicht an vorderster Front überzeugte. Nicht dort, wo die neu formierte Dreierkette der Unaussprechlichen agierte und schnell als Schwachpunkt ausgemacht war. Schalke dominierte im Mittelfeld. Dort, wo Kloppo alles extra eng schnüren wollte. Holtby, Höger und Neustädter ließen Pisczek, Großkreuz, Leitner, Kehl und Perisic zum Teil kaum eine Chance. Das war für mich der Hauptgrund, warum Dortmund dieses Derby verloren hat. Aber da hätte man den FC Schalke ja mal loben müssen. Und das geht ja gar nicht!

Das Sonderlob hätte sich vor allem Lewis Holtby verdient. Und das nicht erst am Samstag. Schon seit Wochen gibt Holtby den Ton an, übernimmt Verantwortung und das wichtigste: Er sorgt für Tore! Drei Tore und drei Torvorlagen sprechen für sich. Am Samstag ging er sogar an seine körperlichen Grenzen und musste mit Krämpfen vom Platz.

Ansonsten bleibt die Genugtuung und der Stolz auf die Mannschaft, bei diesem schwierigen Spiel drei Punkte mitgenommen zu haben. Jetzt geht es nach London zum FC Arsenal. Es ist mal wieder Champions League und wir treffen auf den Gruppenfavoriten. Der hat übrigens auch Verletzungssorgen. Nur damit ihr schon mal vorgewarnt seid, falls wir da tatsächlich punkten sollten.

Saisonstatistiken (weitere Statistiken gibt es hier)

Einzelspielstatistiken

GegnerWettbewerbSpielortToreGegentore1. Tor
(Minute)
1. Gegentor
(Minute)
Ballbesitz
(in %)
Zweikampf
(in %)
Spieler
wechsel
1. Wechsel
(Minute)
Durchschnitts
alter
SaarbrückenDFB-PokalA5023---34623,6
HannoverBundesligaA2252435852,418024,7
AugsburgBundesligaH3133795750,937023,8
FürthBundesligaA2048-5455,736723,9
PiräusChampions LeagueA21415847-37924,7
MünchenBundesligaH02-553860,436224
MainzBundesligaH3021-4650,336924,3
DüsseldorfBundesligaA2213475752,637324,6
MontpellierChampions LeagueH22261357-35523,2
WolfsburgBundesligaH3033-6351,937324,4
DortmundBundesligaA2114554856,737024,5
ArsenalChampions LeaugeA2076-46-34624,5
NürnbergBundesligaH1077-6151,435825,2
SandhausenDFB-PokalH3011---34625,7
HoffenheimBundesligaA2337136752,836525,2
ArsenalChampions LeaugeH22451857-32525,2
BremenBundesligaH2159165848,934624,8
LeverkusenBundesligaA02-455942,536024,2
 Posted by on 22. Oktober 2012 at 07:30

  8 Responses to “Verlierer im Fokus”

  1. Exact! Ob Sportschau, Aktuelles Sportstudio, Doppelpass, Der Westen oder Reviersport: Die anderen haben schwere Taktische Fehler gemacht und nicht in Bestbesetzung angetreten. Das “der taktische Fehler” nach einer halben Stunde von Kloppo korriegiert wurde und sich an der Spielweise der anderen nichts änderte oder gar Chancen erspielt wurden. Nein. Nett das die Schalker Torschützen erwähnt wurden.
    Ich sehe auch das Mittelfeld als Gewinner an wobei meines Erachtens die doppel sechs der Matchwinner war.

  2. Lasst uns froh sein, dass alle denken, Schalke kann nur gegen vermeintlich Große gewinnen, wenn die schlecht drauf sind, der Psycho-Trainer Fehler macht oder die wichtigsten Spieler fehlen – umso einfacher wird es für unsere Jungs in den nächsten Topspielen. Höger, Neustädter und der überragende Holtby machen Mut für die Zukunft…

  3. Hat nicht selbst Arsene Wenger (war am Samstag im Stadion) den Sieg herunter geredet? Kann uns wirklich nur Recht sein…

  4. Man muss Klopp vielleicht sogar gratulieren. Durch seinen Bußegang im direkten Anschluss an das Spiel (“Diese Niederlage nehme ich auf meine Kappe”) hat er erfolgreich davon abgelenkt, dass sein Team doch erstaunlich lustlos auftrat. Damit lenkt er von einigen Problemen ab, die Dortmund derzeit plagen, und die nicht im 3-5-2 der ersten 30 Minuten gründen. Wenn Klopp es mit derart einfachen Mitteln schafft, seine Mannschaft komplett aus der Schusslinie zu nehmen, muss man anerkennend die Mütze ziehen. Das mindert nicht Schalkes Verdienste beim Derbysieg, erklärt aber, warum sich die Presse so gierig auf die geworfene Nebelkerze stürzte.

    • Das muss man in jedem Fall, Matthias! Ich kenne Klopp sonst nur als extrem schlechten Verlierer. Auf der anderen Seite muss er sich halt auch den Vorwurf gefallen lassen, nicht genügend Alternativen im Kader zu haben.
      Nur die rechte Seite (Götze/Kuba) hatte einen Doppelausfall zu beklagen. Für alle anderen Verletzten gibt es anscheinend keine richtigen Alternativen. Vor allem nicht für die linke Seite.
      Aber jetzt quatschen wir auch schon nur noch von den Unaussprechlichen. Ich finde es viel erfreulicher, dass wir mit Barnetta, Moritz und Jones drei Spieler gebracht haben, die auch die Qualität haben von Beginn an aufzulaufen. Das nenne ich Konkurrenz!

  5. […] einem Gastbeitrag bei Schalkefan, ob Dortmund eine Reise wert ist. Der Königsblogger atmet durch. Blogundweiss ärgert sich, dass die Dortmunder am Schalker Sieg Schuld seien. Web0.4 wurde die Freude am Schalker Sieg […]

  6. Ich habe mich auch erst darüber geärgert, dass man die Niederlage an den schwachen Lüdenscheidern festmachen wollte und unsere-aus meiner Sicht sehr gute- Leistung nicht so recht anerkennen wollte. Hinterher habe ich mir aber gedacht: “Lass sie doch!” Ich finde das gar nicht so schlimm, wenn uns offenbar niemand so richtig auf dem Zettel hat.

    Andere Frage zu der abgebildeten Saisonstatistik: Wir haben wirklich gegen Bayern prozentual die meisten Zweikämpfe dieser Saison gewonnen?? Das erstaunt mich sehr!

 Leave a Reply

(erforderlich)

(erforderlich)

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>