Sep 102012
 

Die Bundesliga ist in der Länderspielpause. Jogis Elf interessiert nur am Rande. Ein Freundschaftsspiel mit Afellay Gala ist zwar eine Erwähnung, aber keinen ganzen Bericht wert. Es lohnt sich allerdings, auf den Nachwuchs, besser gesagt auf Schalkes Zweite, zu schauen. Das Team von Bernhard Trares hat einen Traumstart hingelegt und steht in der Regionalliga West auf einem sehr guten dritten Platz.

Das Unentschieden am Samstag gegen den Vize der Vorsaison, den SV Lotte, war erst der zweite Punktverlust in sieben Spielen. Zuvor konnte man nur nicht gegen Viktoria Köln bestehen, die derzeit unangefochten an der Spitze stehen. Eine detaillierte Analyse der Mannschaft könnt ihr von mir leider nicht erwarten. Dafür stecke ich zu wenig drin. Doch wir sollten die Mannschaft in dieser Saison definitiv im Blick  behalten. Einen Aufstieg in die dritte Liga sehe ich in dieser Saison noch nicht, doch Schalkes Zweite zeigt derzeit einen erstaunlich guten Fußball. Weiter so, Jungs!

 Posted by on 10. September 2012 at 09:00

  6 Responses to “Traumstart für Trares”

  1. Ich hoffe, dass die Zweite die Form noch lange hält. Auch in den letzten Jahren war der Start immer sehr gut. Leider machte man sich mit einer Schwächephase im Herbst dann die ganze voherige Arbeit kaputt.

  2. Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Auf der einen Seite gönne ich unserer Zweiten die Erfolge. Auf der anderen Seite finde ich es im Sinne des Sports unerträglich, dass redlich wirtschaftende Dritt- und Viertligisten sich dem sportlichen Wettkampf mit Bundesligisten stellen müssen, deren zweite Mannschaften aus der Portokasse finanziert und deren Kader je nach Personallage durch Europapokal-erfahrene Vollprofis aufgestockt werden. Hinzu kommt, dass die meisten zweiten Mannschaften auswärts keine Fans mitbringen und es so für die anderen Teams der Liga noch einmal schwieriger wird, den Spielbetrieb zu finanzieren. Ginge es nach mir wäre dieser Irrsinn längst vorbei. Das von Rudi Assauer einst vorgeschlagene Konzept einer unabhängigen Reserverunde aller Bundesligisten untereinander wäre die ehrlichere Lösung gewesen.

    • Ich kann deine Meinung verstehen. Aber man sollte bedenken, dass auch die Dritt- und Viertligisten eine Reservemannschaft stellen, die ein paar Ligen tiefer am regulären Spielbetrieb teilnimmt. Preußen Münster 2 spielt zum Beispiel in der Westfalenliga. Ich weiß nicht einmal, ob es dort eine festgeschriebene Altersgrenze gibt, es sich also um eine (vorgeschriebene) U23 handelt oder der Verein nur für sich selbst festlegt, dass die Zweite eine U23 ist.
      Warum sollten also für Bundesligavereine andere Regeln gelten?

      Für die Reserveteams bzw. deren Erstvertretungen hat es übrigens einen großen Vorteil, wenn man am regulären Spielbetrieb teilnimmt. Die jungen Spieler, die nach der U19 an den Seniorenfußball herangeführt werden sollen, müssen die Erfahrung machen, gegen ältere Spieler zu spielen. Gibt es eine Reserverunde, würden sich dort wieder ausschließlich junge Spieler tummeln. Eine wichtige Erfahrung für die jungen Spieler geht dann verloren.

      Soweit ich weiß, verzichten die Profivereine mit Zweitvertretungen in der 3. und 4. Liga übrigens auf die TV-Gelder, so dass der Ligentopf unter weniger Vereinen aufgeteilt wird.

      • Für die Reserveteams bzw. deren Erstvertretungen hat es übrigens einen großen Vorteil, wenn man am regulären Spielbetrieb teilnimmt. Die jungen Spieler, die nach der U19 an den Seniorenfußball herangeführt werden sollen, müssen die Erfahrung machen, gegen ältere Spieler zu spielen.

        Jajaja, alles klar :) Ich sage doch auch nicht, dass auf Wettbewerbsfußball der 2. Mannschaften verzichtet werden soll.

        In England gibt es aus diesem Grund seit Jahren eine Reserverunde, in der sich die zweiten Mannschaften der Premier-League-Teams. Mit eigener Tabelle und mit eigenem Unterhaltungswert, oft besucht von einigen tausend Zuschauern. Das fände ich – übertragen auf Deutschland – jetzt auch nicht so unattraktiv, wenn man bswp. am Freitagabend vor Schalke vs. Bayern die jeweils zweiten Mannschaften (mit Nachwuchsleuten, Rekonvaleszenten etc.) in der GAK sehen könnte. Es gibt zwar hierzulande die ETT-Runde, aber die wird dermaßen schlecht vermarktet, dass selbst die Vereine gar nicht genau wissen, gegen wen sie wann und wo als nächstes spielen.

        Und dann war da ja auch noch Assauers Idee mit dem 2. Spielerpass. Das ist in anderen Sportarten längst üblich, dass junge Spieler von einem Proficlub an kleinere (Kooperations-)Vereine abgegeben werden, damit sie dort regelmäßige Spielpraxis und Anerkennung erhalten, sie gleichzeitig aber auch eine bestimmte Anzahl von Spielen für ihren Stammverein machen dürfen.

        Soweit ich weiß, verzichten die Profivereine mit Zweitvertretungen in der 3. und 4. Liga übrigens auf die TV-Gelder.

        TV-Gelder gibt es meines Wissens in der 4. Liga nicht. Es sei denn, das wurde vor Kurzem geändert. Dann macht es eben doch einen Unterschied, ob beispielsweise Rot Weiss Essen mit 1000 Fans nach Lotte reist oder Leverkusen II mit nicht mal 15 Supportern. Leverkusen ist vielleicht das Extrembeispiel. Aber selbst die Spiele unserer 2. Mannschaft ziehen nicht. Wenn 400 Leute bei einem Schalker Heimspiel in den Mondpalast kommen ist das schon ein guter Wert.

        Von den 20 Teams, die aktuell in der RL West spielen, sind sieben die 2. Mannschaften von Profiteams. Das bedeutet, das fast jedes zweite Heimspiel ein Spiel gegen eine “Zweite” ist. Oder anders: 7 von 19 Heimspielen finden unter faktischem Ausschluss von Gästefans statt. Und das in einer Liga, in der sehr wohl Geld umgesetzt werden muss, um Spieler und Spielbetrieb zu finanzieren. Nicht umsonst gab es in den letzten Jahren eigentlich kaum sportliche Absteiger aus der RL, da ständig irgendein anderer lokaler Fußballclub den finanziellen Wettstreit gegen die Bundesligisten verloren gab und sein Team abmelden musste. Das finde ich einfach ungerecht und schade. Deshalb schrieb ich, dass bezüglich der Erfolge unserer “Zweiten” zwei Herzen in meiner Brust schlagen.

        Stichwort U23: Diese Beschränkung ist in der Tat neu. Vor gar nicht allzu langer Zeit liefen für Schalkes Zweite noch Frank Fahrenhorst und Willi Landgraf auf. Das man das geändert hat, ist schonmal ein Schritt in die richtige Richtung.

        • Stichwort U23: Diese Beschränkung ist in der Tat neu. Vor gar nicht allzu langer Zeit liefen für Schalkes Zweite noch Frank Fahrenhorst und Willi Landgraf auf. Das man das geändert hat, ist schonmal ein Schritt in die richtige Richtung.

          Nein, diese´Beschränkung ist schon alt. Es dürfen jedoch in einem U23-Team auch ein paar ältere Spieler spielen. Wie viele ist mir aber nicht bekannt und ich konnte jetzt auf die Schnelle auch nichts finden. Nachdem Frank Fahrenhorst in den Trainerstab der U23 gewechselt ist, übernimmt in dieser Saison Oliver Caillas (Jahrgang 1977) die Rolle des “alten Hasen”!

          Jajaja, alles klar :) Ich sage doch auch nicht, dass auf Wettbewerbsfußball der 2. Mannschaften verzichtet werden soll.

          Klar, eine Reserverunde hätte auch ihren Reiz und es wäre ein (sogar interessanter) sportlicher Wettbewerb. Aber die Spieler, die aus der Jugend kommen, würden weiterhin ständig nur gegen gleichaltrige Gegner spielen. Regelmäßig einem “abgezockten” Ex-Profi gegenüberzustehen bringt jedoch auch viel Erfahrung.
          Ich denke das ist auch der einzige Grund, weshalb man sich seinerzeit in die Dritte Liga geklagt hat (die Dritte Liga sollte anfangs “zweitvertretungsfrei” bleiben). Wirtschaftlich sind den Bundesligavereinen ihre Reservemannschaften egal, was das angeht spräche auch nichts gegen eine Nachwuchsrunde. Es geht allein um die sportliche Entwicklung.

  3. Wenn 400 Leute bei einem Schalker Heimspiel in den Mondpalast kommen ist das schon ein guter Wert.

    Das liegt aber wohl auch an verschiedenen Faktoren. Zum einen an der Lokalität. Würden die Spieler in der GAK oder auf dem Berger Feld stattfinden, sähe das sicher ganz anders aus. Zum anderen sind die Anstoßzeiten teilweise dermaßen ungünstig (nahe an den Spielen der 1. Mannschaft), dass Fans, die das Spiel sehen wollen außen vor sind.

    Generell finde ich die Diskussion extrem interessant, denn das ist wirklich ein Für und Wieder. Ich halte eine Reserverunde auch für die schlechtere Lösung, denn diese Liga wäre doch komplett isoliert vom Rest des Geschehens (wie diese ETT Runde).
    Auch für das Scouting im Allgemeinen wäre diese Reserverunde pures Gift. Denn nicht jeder Spieler einer U23 schafft den Sprung in die Bundesligen und bieten sich somit auch mal für Mannschaften in der Regionalliga an. Umgekehrt müssen die Bundesligisten extra Scouts in die jeweiligen Ligen schicken, um dort die Talente zu entdecken, gegen die sie normalerweise spielen.

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