Sep 032012
 

Schalke feiert den ersten Saisonsieg und doch ist meine königsblaue Seele nicht vollends zufrieden. Warum eigentlich nicht?

Man hat in der letzten Woche der Transferperiode einen perspektivlosen Jurado gegen einen hungrigen Afellay getauscht. Heldts berühmte Streichliste ist bis auf Pliatsikas mit durchgestrichenen Namen bestickt.  Zudem wird ein junger Innenverteidiger, der sich mit dem Verein und seinen Fans zu 1904% identifiziert, bis 2017 verlängern und sich somit gegen das schnelle Geld in einer unattraktiveren Liga entscheiden. Eben dieser junge Mann hat mit seinem Führungstor einen verdienten Sieg eingeleitet. Der Hunter hat die  Knipserfährte bereits am zweiten Spieltag wieder aufgenommen. Auch, weil Jefferson Farfan mit seinen Vorlagen seinem Versprechen auf mehr Zählbares, das er nach seiner Vertragsverlängerung gegeben hat, Taten folgen lässt.

Warum gibt es trotzdem immer noch was zu meckern? Weil Matip in diesem Spiel nicht ganz so überlegen agierte wie aus der vergangenen Saison gewohnt? Weil unser Kapitän auf der Bank sitzt, da zwei absolut gleichwertige Konkurrenten auf seiner Stammposition derzeit einfach den Bonus aus der letzten Saison nutzen? Weil wir uns nicht einig werden, ob Matip, Höwedes oder doch Papadopoulos der beste unserer drei Top-Innenverteidiger ist? Weil Augsburg total oft auf”s Tor geschossen hat, aber den einen Treffer aus einer Abseitsposition heraus erzielte? Weil wir uns in diesem Spiel nicht ganz so viele klare Torchancen erspielten, diese aber mit der in Hannover vermissten Effektivität gnadenlos nutzten? Weil wir weiterhin die Kacke anne Torwarthandschuhe haben und trotzdem immer noch jedem Menge Schnapper-Qualitäten in unseren Reihen haben?

Diese Unsicherheit. Dieses Zaudern. Dieses ständige Interpretieren von Spielsituationen und Leistungen Einzelner. Dieses Abwägen, wo das Ganze nur hinführt in den nächsten achteinhalb Monaten und wie es sich entwickelt. Diese Leiden, die ein Fan zu Beginn jeder neuen Saison durchlebt, weil er wieder einmal nicht weiß, worauf er sich da eingelassen hat. Ich bin wirklich gespannt, ob auch ihr diese Leiden durchlebt und wie sich dieses Gefühl in dieser Woche in der königsblauen Gemütslage nieder schlägt.

 Posted by on 3. September 2012 at 08:00

  One Response to “Die Leiden der jungen Saison”

  1. Matip war m.E. nur in den ersten Minuten von der Rolle, da aber kurzfristig total. Nach seinen beiden echt fiesen Ballverlusten im Aufbauspiel, als er sich von stichelnden Augsburgern übertölpen ließ, bekam er dann eine gewaltige Kopfwäsche von Jones. Danach war es wieder der Matip, wie man ihn kennt. Ich finde, an dieser kleinen Szene erkennt man, dass das Klima in der Mannschaft OK ist, denn Matip hörte sich die deftige Standpauke (so sah es zumindest von Jones’ Körpersprache her aus) an und änderte danach seine Spielweise. Eine ähnliche Szene beim FC Bayern des letzten Saisonviertels 2011/12 wäre in einer Massenschlägerei ausgeartet.

    Oder, kurz gesagt: Schalke stimmt mich immer noch zuversichtlich.

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