Mai 302012
 

Uwe Kemmer ist bereits seit drei Jahren Mitglied des Aufsichtsrats und stellt sich am Sonntag zur Wiederwahl. Hier seine Antworten auf die Fragen von blogundweiss.de

Uwe Kemmer (rechts) und Henri

 

Stellen Sie sich bitte in wenigen Sätzen vor und beschreiben Sie kurz ihren emotionalsten Moment mit dem FC Schalke 04

Uwe Kemmer, 47 Jahre alt, verheiratet, 2 Kinder.
Abgeschlossene Studiengänge zum Diplom-Ingenieur und in Betriebswirtschaftslehre.

Ich bin Unternehmer und Gesellschafter der ClimaLevel Energiesysteme GmbH mit Sitz in Köln. Wir sind in der Baubranche tätig und beschäftigen uns mit erneuerbaren Energien.
In meinem Berufsleben habe ich auch sehr stürmische Zeiten erlebt. Gerade in den letzten 15 Monaten habe ich mit einem verschworenen und seit Jahren aufeinander eingeschworenen Team die Sanierung und Konsolidierung eines Unternehmens realisiert. Diese Erfahrung prägt und ich habe auch in Krisenzeiten ein Kämpferherz bewiesen.
Unser Unternehmen steht mittlerweile wieder auf sehr soliden Füßen.

Vom Schalke- und Fußballvirus bin ich seit frühester Kindheit befallen.

Vieles von dem, was Nick Hornby in „fever pitch“ beschrieben hat, trifft auf mich, übertragen auf den FC Schalke 04, sicher auch zu.

Einen emotionalen Moment mit dem FC Schalke 04?
Kann man unseren Verein auf einen einzigen emotionalen Moment reduzieren?

Gut, ich beschränke mich auf meine Top five (in chronologischer Reihenfolge)
– 1. Abstieg in die 2. Liga, Anfang der 80er Jahre (Weltuntergang)
– Mailand 1997 (Morgens zum Kölner Flughafen, Mannschaft empfangen)
– Geklaute Meisterschaft 2001 (und es war wirklich kein Rückpass Schobi)
– Mailand 2011 (da erzähl ich meine Enkel von)
– Verabschiedung von Raul (datt iss mein Schalke)

 

Was hat Sie zu der Kandidatur bewogen und welche Stärken bringen Sie in den Aufsichtsrat ein, die es bisher noch nicht gibt?

Ich habe mich 2009 zur Kandidatur entschieden, als sich unser Verein nach oder rund um die Entlassung von Andreas Müller und Fred Rutten
sehr schlecht präsentierte. Es gab weder eine abgestimmte Kommunikation noch einen „Plan B“.

Ich bewerbe mich um eine weitere Amtszeit, weil ich mit großer Freude sehe, daß wir in ganz vielen Bereichen nun auf einem
sehr guten Weg sind. Natürlich möchte ich diesen Weg weiterhin aktiv mitgestalten.

Ich bin es als Unternehmer aus der Baubranche gewohnt anzupacken und auch, wenn nötig, schnelle Entscheidungen zu treffen.
Insofern stellt meine Vita sicher eine gute Ergänzung zu unseren AR-Mitgliedern mit juristischem oder
Verwaltungshintergrund dar. Ich schätze mich dabei als einen kreativen, streitbaren aber auch kompromissbereiten Teamplayer ein.

Als Mitglied des Aufsichtsrates werde ich natürlich darauf drängen, daß wir den nun eingeschlagenen Weg der Konsolidierung fortsetzen.

 

Wenn Sie sich entscheiden müssten, was würden Sie bevorzugen: Die Meisterschaft oder die wirtschaftliche Konsolidierung des Vereins?

Ich glaube, diese Frage wird doch wohl jeder Schalker mit „wirtschaftlicher Konsolidierung“ beantworten!
Mehr gibt es dazu nicht auszuführen.

 

Schalke ist ein Kumpel- und Malocherklub. Trotzdem wurden jetzt unverhältnismäßige Ticketpreiserhöhungen in der Arena vorgenommen. Haben Sie die Preiserhöhung im Aufsichtsrat unterstützt?

Bezüglich der jüngsten Preiserhöhungen hatte ich im Vorfeld lediglich die Information, daß diese mit dem SFCV abgestimmt wäre.
Detaillierte Informationen habe auch ich, wie die übrigen Mitglieder, der Veröffentlichung auf der Homepage entnommen.

Durch meine häufige Teilnahme an Fanveranstaltungen wurde ich insbesondere für die „Härtefälle“ dieser Preisrunde sensibilisiert.

Ich habe, gemeinsam mit anderen Kollegen des AR (Aufsichtsrates A.d.R.), nach Kräften versucht den Vorstand von der Notwendigkeit einer Kompromisslösung zu überzeugen.
Da ein Kompromissvorschlag nun vorliegt und die nächsten Preisrunden auf Eis gelegt wurden, sehe ich gute Chancen eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden.

Ich werde mich hier gerne einbringen. (s.o. „kompromissbereiter Teamplayer“)

Grundsätzlich sollte Schalke 04 nicht zu den Spitzenreitern im Kartenpreisvergleich gehören.
Das passt nicht zu unserem Verein.

 

Wo sehen Sie den FC Schalke in 10 Jahren?

Viele Jahre sprach man von uns, als dem „schlafenden Riesen“. Ein gutes Stück des „Aufwachens“ haben wir schon geschafft.
Wenn man die jüngst veröffentlichte Forbes Liste der wertvollsten Fußballclubs betrachtet, sieht man uns bereits auf
Rang 10 – weltweit!

Ich wünsche mir in 10 Jahren einen wirtschaftlich starken FC Schalke 04 mit bezahlter Arena, einer Heimat im Berger Feld gem. den
im vergangenen Jahr gezeigten Plänen, und selbstbewussten Mitgliedern, die stolz sind auf den Weg, den wir zusammen gegangen sind.

Unsere Knappenschmiede soll in den nächsten Jahren ein verlässlicher Lieferant von gut ausgebildeten Nachwuckskickern werden bzw. bleiben.
Wir müssen die entsprechenden Mittel zur Verfügung stellen, damit wir dieses Fundament nachhaltig stärken.

Wenn wir diese langfristigen Ziele verfolgen, dann wird sich der sportliche Erfolg auch weiterhin einstellen!

 

Ein offenes Wort an die Mitglieder: Warum soll man Sie wählen?

„Wir wachsen zusammen“. Das war ein Slogan der JHV von 2011.
Zusammengewachsen sind bei uns in der Tat Mannschaft, Trainer- und Betreuerteam, Mitarbeiter, Vorstand und Aufsichtsrat.

Ich kann mich als Schalker nicht daran erinnern, wann wir zuletzt eine solche Ruhe und Geschlossenheit im Verein und im Umfeld hatten.

Wir haben in den vergangenen beiden Jahren unsere Finanzverbindlichkeiten um über 45 Mio Euro reduziert.
Ich nehme für mich in Anspruch, Teil des Teams zu sein, welches das auf den Weg gebracht hat.

Diese greifbaren Ergebnisse und die Kontinuität, die wir anstreben, sehe ich als klare Argumente für eine
Stimmabgabe für mich.

GlückAuf

Uwe Kemmer

 Posted by on 30. Mai 2012 at 07:30

  2 Responses to “Uwe Kemmer: Ein Teamplayer für den Aufsichtsrat?”

  1. Tobi, einmal mehr Danke für diesen Service zur JHV und auch ein Dank an die Kandidaten, die sich hier vorstellen.

    Wenn ich ein klitzekleines Fitzelchen Materialkritik anbringen darf: Fragebogen-Interviews finde ich immer eher suboptimal, da sie ein starres Korsett bilden, aus dem weder der Fragesteller noch der Antwortende ausbrechen können.

    Natürlich ist nicht immer eine Telefonat oder ein Ping-Pong-Mailwechsel möglich. Vielleicht – so würde ich es machen – solltest du beim nächsten Mal einen weitaus größeren Fragenkatalog versenden und die Antwortenden darauf aufmerksam machen, dass du gar nicht zu jeder Frage eine Antwort haben willst. Sie sollen sich einfach fünf Fragen aus dem Katalog aussuchen, die sie selbst für relevant halten, und auf diese antworten. Das würde das Korsett schon etwas aufbrechen und man könnte bereits anhand der Auswahl der “relevanten Fragen” mehr über die Persönlichkeit und die persönlichen Stärken der Kandidaten erfahren.

    • Hallo Matthias,

      danke für das Feedback. Sicher ist es nicht das optimale Format, aber für vier ausführliche Interviews fehlt mir – und sicher auch den Kandidaten – einfach die Zeit.
      Die Idee mit den Fragebogen finde ich gut. Ich habe auch schon überlegt, ob beim nächsten Mal die Leser über die Fragen entscheiden.
      Mal gucken, wie wir das im nächsten Jahr machen…

 Leave a Reply

(erforderlich)

(erforderlich)

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>