Apr 222012
 

Um viertel vor acht klingelt der Wecker in der Stadt, die niemals schläft. Schalke spielt und um 9:30am muss ich in der Kneipe sein, die mir zuvor schriftlich zugesichert hat, das Spiel zu zeigen.

Es geht aber zunächst runter in den Frühstücksraum. Ich hoffe, dass es wieder scrambled eggs und bacon gibt. Stattdessen schauen mich Hamburgerbuletten an, die auf Toast schlichtweg scheiße schmecken. Ein Joghurt und ein Toast mit Erdnussbutter und Marmelade müssen reichen.
Ich mache mich auf den Weg. Mit TiL & HuLa auf den Ohren geht es von Brooklyn nach Manhattan. Der Weg ist im Kopf und auch auf dem Smartphone. Trotzdem steige ich viel zu früh aus der Bahn. Ist halt noch früh am morgen. Wegen dem Patzer komme ich zu spät. Auch, weil die Nevada Smith Bar ein größeres Logo anscheinend nicht nötig hat. In der Bar ist es dunkel. Einige Funzeln flackern schwach an der Decke. Das meiste Licht kommt aber von draußen. Die erste Viertelstunde habe ich – zum Glück – verpasst. Ich scanne alle laufenden Fernseher. Kein Königsblau. Ich frage den Barkeeper und der schaltet direkt auf den Pay TV Kanal. Dort steht allerdings, dass die Übertragung erst in 45 Minuten anfängt. Wir schauen uns ratlos an. Wurde in Deutschland auf Sommerzeit umgestellt? Ich checke den Ticker und muss feststellen, dass Schalke das frühe Gegentor bereits kassiert hat. Der Barkeeper schafft es trotzdem, das Spiel auf einen Screen zu bringen. Lang lebe das Internet! Auf der anderen Seite des Thresens hat sich ein einsamer Milanisti verirrt, der sich sein Team gegen Bologna anguckt. Auch der AC liegt zurück.
Die Hoffnung, einen weiteren Schalker oder einen Aufsburger anzutreffen, begrabe ich. Das Spiel läuft nicht gut für uns. Wir haben praktisch keine Chance. Unser Treffer vom Hunter fällt durch einen krassen Stellungsfehler. Sofort danach zeigt Augsburg wieder, warum dieser Ausgleich völlig unverdient war.
In der Halbzeit erkunde ich die Bar, die direkt neben der Webster Hall liegt und so früh am morgen noch nach dem letzten Bier der vergangenen Nacht riecht. Ob viele Deutsche kommen, um die Bundesliga zu sehen, frage ich den Barkeeper. Ja, vor allem Dortmunder, sagt er. Ich verziehe das Gesicht. Und Bayern natürlich. Ich halte die Grimasse beharrlich. Und ja, manchmal auch Schalker. Ich kann mich wieder entspannen.
In der zeiten Halbzeit spielen wir besser. Wir sind fast auf Augenhöhe mit dem Aufsteiger, der den niedrigsten Etat in der Liga hat. Trotzdem ist Augsburg dem Siegtreffer jeder Zeit näher am Siegtreffer als Schalke.
Farfans Freistoß ist die größte Chance, die ich auf dem pixeligen Bild erkennen kann. Ansonsten passiert nicht mehr viel auf Schalker Seite.
Ich zahle direkt nach dem Schlusspfiff. “The city doesn’t let me” ist ein Spruch, den ich hier häufig vernommen habe. Er trifft jetzt auch auf mich zu, denn ich würde mir gerne noch das Liverpool Spiel anschauen, das jetzt anstatt Milan läuft.
Ich muss los. Es ist der letzte Tag in New York City und es gibt noch viel zu sehen.

Bilder, Formatierungen und Fehlerkorremturen folgen….

 Posted by on 22. April 2012 at 17:20

  2 Responses to “Einsam in New York”

  1. Schöner Bericht zu einem weniger schönen Spiel…

  2. Netter Bericht zu einem Scheiss Spiel. Auf die Bilder in der Pinte bin ich gespannt. Hatten die noch auf oder schon wieder? Kein Bier zum Spiel?
    Mehr gab es zum Spiel auch nicht zu schreiben.

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