Jan 262012
 

Social Media at it’s best! Leider ernten gute Ideen nicht immer das beste Feedback. Der FC Bayern hat den Medien, seinen Fans und denen, die nicht so gut auf den Verein zu sprechen sind, ein Schnippchen geschlagen.

Gegen 13 Uhr ging eine Pressemeldung durch die Kanäle, dass der FC Bayern um 14 Uhr einen neuen Offensivspieler verpflichtet hat und diesen vorstellen wird. Sehr merkwürdig war schon die Plattform, auf der die Pressekonferenz stattfinden sollte: Auf Facebook! Schon hier kamen bei mir erste Zweifel auf.

Um sich die Pressekonferenz ansehen zu können, musste man den “Gefällt mir” Button auf der Seite gedrückt haben und zusätzlich einer Facebook App zustimmen. Spätestens da war mir klar: Das wird ein Fake! Zum Glück habe ich noch einen Account, dem niemanden bekannt ist, also habe ich mich kurz vor dem Start in die Reihe der Wartenden eingereiht. Zu diesem Zeitpunkt waren es “nur” knapp 600 “Journalisten” in Form von Facebook Nutzern.

Was ich schon erwartet hatte, traf dann auch zu und ist schnell erzählt. Die App projezierte das aktuelle Profilbild in das Video und zeigte meinen Fakeaccount als Neuverpflichtung. Dabei ist das Video professionell gemacht. Inklusive englischer Übersetzung. Die Reaktion der Fans: Ein Shitstorm sondergleichen. Viele Fans fühlten sich auf den Schlips getreten, haben sie doch eine Carlos Tevez erwartet, oder zumindest einen Dimitar Berbatov. Stattdessen fühlen sie sich auf den Arm genommen und lassen ihrem Ärger in den Kommentaren freien Lauf. Manche wollen sogar eine Entschuldigung des Vereins, sonst geben sie ihre Mitgliedskarte zurück. Das ich nicht lache!

Auch meine Twitter Timeline amüsierte sich über den Hoax prächtig. Ich frage mich ernsthaft: Warum? Darf ein Verein keinen Spaß mit seinen Fans treiben? Auch wenn es nicht der 1. April ist, ich fand die Aktion sehr gelungen. Vor allem, weil sämtliche Medienportale drauf reingefallen sind.

Ich finde die Aktion witzig und durchaus gelungen. Sie sorgte für kurzweilige Unterhaltung. Liest man sich die abertausenden Kommentare und Tweets zum Thema durch, wird daraus sogar ein witziger Nachmittag.

Der FC Bayern hat mit der Aktion zumindest das erreicht, was der Verein wollte: Aufmerksamkeit und mehr Fans auf Facebook. Denn wenn man richtig damit umzugehen weiß, gilt immer noch die Devise: Auch ein Shitstorm sorgt für Wirbel!

 Posted by on 26. Januar 2012 at 15:33

  5 Responses to “Bayern verpflichtet S. Hitstorm”

  1. Ein Lächeln wert, wie du sagst für einen guten Nachmittag. Vielleicht gibt es einen Brennpunkt zum Thema nach der Tagesschau.

  2. […] – Bayern München nutzt Social Media für peinlichen PR-Gag – Bayern verpflichtet S. Hitstorm – …und wir dachten immer, der Club sei der […]

  3. Eine schöne und vor allem sehr unaufgeregte Beschreibung. Man merkt, dass du vom Fach bist.

    Ich als größtenteils Außenstehender finde es witzig, dass sich Nutzer eines Mediums, das von 90% der Teilnehmer hauptsächlich dazu genutzt wird, sich die neuesten Katzen- oder Mettigelfotos zuzuschicken, auf einmal komplett verspannen, wenn ein Verein eine Scherzaktion durchführt. Ständig wird den Vereinen vorgeworfen, im Umgang mit SocialMedia zu “bothaft” zu sein. Versucht dann der Club auf humoristischer Augenhöhe mit den Fans zu agieren, ist es auch nicht richtig.

    Mir tut allerdings der Knabe bzw. die Agentur leid, die den Bayern diese Kampagne als “den nächsten heißen Scheiß” verkauft hat. Da besteht jetzt jedenfalls ein gewisser Rechtfertigungsdruck.

  4. […] die Verpflichtung einer neuen Offensivkraft verkündet, was sich als mittelmäßig erfolgreicher PR-Gag erwies. Du hörtest sicher davon. Da es nicht unseren Verein betrifft, kann man darüber […]

  5. Naja, aber der shitstorm trifft ja prinzipiell nicht gerade die falschen… ;-)

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