Jan 172012
 

Einige Teile der magathschen großen Kabine des S04 versuchen gerade bei anderen Vereinen ihr Glück. Mit Jan Moravek ist ein weiterer Spieler zur Rückrunde ausgeliehen. Moravek versucht beim FC Augsburg auf mehr Einsatzzeiten zu kommen. Im Oktober habe ich bereits einen ersten Blick auf die Spieler geworfen, die schon seit Saisonbeginn ausgeliehen sind. Nun ist es mal wieder Zeit, diesen Spielern auf die Füße zu schauen.

Edu:

Galatasaray Istanbul ist in der Süper Lig derzeit eine Macht. Mit sieben Punkten Vorsprung geht man in den 21. von 34. Spieltagen. Dahinter kämpfen Fener und Besiktas um den Platz für die Qualifikationsrunde der  Champions League. Edu war quasi der Last-Minute-Transfer von Besiktas. Nach 20 Spielen fällt die Bilanz für den Brasilianer gewohnt nüchtern aus. 11 Ligaspiele hat Edu für Besiktas gemacht und dabei genau ein Tor erzielt. Einziger Trost für Edu: Auch seine Angriffskollegen (Almeida 12 Spiele, 3 Tore) und Holosko (12 Spiele, 2 Tore) reißen neben Stammstürmer Pektemek (18 Spiele/ 6 Tore) keine Bäume aus. Immerhin erweist sich Edu in der Europa Leauge als einigermaßen treffsicher. Dort erzielte er in 5 Spielen immerhin 2 Tore für die Schwarz-Weißen und trifft in der Zwischenrunde auf Sporting Braga.

Sollte Edu sich vor allem in der Liga nicht steigern, wird Besiktas die Kaufoption wohl nicht ziehen und Edu am Ende der Saison vorerst nach Gelsenkirchen zurückkehren.

Anthony Annan:

Der defensive Mittelfeldspieler hatte im Nachbarland seine Startschwierigkeiten. Erst am 5. Spieltag durfte er das erste Mal in der Liga auflaufen. Seitdem kann man Annan aber als Stammkraft betrachten, denn er fehlte nur in einem der danach folgenden Spiele bis zur Winterpause. In 7 dieser 12 Spiele stand er über die volle Distanz auf dem Platz. Beim Testspiel am Sonntag in Aachen gab es kein Wiedersehen mit den alten Teamkollegen, denn Annan spielt für Ghana im Afrika Cup. Auch das zeigt: Annan ist sicher kein schlechter Fußballer.

Ob Arnheim die Kaufoption zieht, ist noch nicht entschieden. Vitesse steht derzeit auf Tabellenrang 6 und liegt somit nur einen Platz hinter der Europa League Qualifikation. Sollte man tatsächlich ins internationale Geschäft kommen und sollte Annan auch weiterhin zum Kreise der Stammspieler gehören, könnte es durchaus dazu kommen.

Vasilios Pliatsikas:

Die Saison von “Billy” Pliatsikas in Duisburg kann man wohl als “Durchwachsen” bezeichnen. Zu Beginn setzte Ex-Trainer Sasic voll und ganz auf den Griechen, der mit dem geschenkten Vertrauen allerdings nicht so richtig umzugehen wusste. Konsequenz: Zwei gelb-rote Karten in den ersten 5 Bundesligaspielen. Mit oder ohne Billy, der MSV kommt aus dem unteren Drittel der 2. Liga nicht raus. Dies konnte auch Oliver Reck derzeit noch nicht ändern. Bei ihm spielt Billy noch weniger als zuvor bei Sasic und wird meist nur als Einwechselspieler gebraucht.

Auf Schalke sehe ich für Pliatsikas keine Chance mehr. Auch wenn Stevens teilweise mit einer Tripple 6 agiert, ist derzeit jeder Mittelfeldspieler im Schalker Kader besser als der Grieche. Sollte der MSV in der kommenden Saison auf die Dienste des Griechen verzichten, muss er sich wohl oder übel einen neuen Arbeitgeber suchen.

Ciprian Deac:

Schon beim ersten Zwischenfazit kam Ciprian Deac sehr gut weg. Und der Eindruck täuschte nicht. Bei Rapid Bukarest ist Deac Führungsspieler. In 17 von 18 Ligaspielen stand der Offensivspieler auf dem Platz. Traf dabei 5 mal ins Tor und legte 4 Tore vor. Sehr gute Werte, die ihn bei vorausgesetzter Konstanz eventuell sogar wieder für Schalke interessant machen könnten. Falls nicht, dann wird er sich immerhin für weitere Vereine im In- und Ausland empfohlen haben. Ich wünsche ihm, dass er auch in der Rückrunde auftrumpfen kann.

Carlos Zambrano:

Der Peruaner war schon vor ein paar Wochen Thema in diesem Blog. Der Grund war die Aussage von Horst Heldt, Zambrano für die neue Saison wieder nach Gelsenkirchen zu holen. Ob das so einfach ist, wird sich zeigen. Zum einen hat Zambrano immer noch kein einziges Spiel in dieser Saison absolviert. Zum anderen besitzt St. Pauli offensichtlich eine Kaufoption für den Peruaner, die sie auch sicher ziehen werden, wenn der Peruaner in der Rückrunde wieder auf die Beine kommt. Dann bleibt Schalke nichts anderes übrig als mit anderen Vereinen um die Dienste des Defensivallrounders zu konkurrieren und den von St. Pauli geforderten Preis zu zahlen. Einziger Trumpf für Königsblau: Wenn der Spieler wieder zurück will, kann ich mir nicht vorstellen, dass St. Pauli ihm Steine in den Weg legen wird. Dass sich Zambrano derzeit noch nicht über seine Zukunft äußert, ist nachvollziehbar. Immerhin heißt die oberste Priorität zunächst: Fit werden!

Mario Gavranovic:

Seitdem Teemu Pukki auf Schalke wirbelt, spricht niemand mehr von Mario Gavranovic. Auch in Mainz schien es eine Zeit lang so, als ob Trainer Tuchel vergessen hätte, dass er da einen quirligen Angreifer mit Knipserqualitäten ausgeliehen hat. Dementsprechend sieht auch die Bilanz des Kroaten mit dem Schweizer Pass aus: Vier Spiele, insgesamt nur 121 Minuten Spielzeit, kein Tor und keine Vorlage. Es scheint, als sei dieses Leihgeschäft ein einziges großes Missverständnis. Mainz wollte sich einen spielstarken Stürmer angeln, Gavranovic mehr Einsatzzeiten. Beide Parteien wurden bisher enttäuscht. Mit Adam Szalai hat Gavranovic nun noch mehr Konkurrenz im Mainzer Strum bekommen.

Es sieht so aus, als ob Gavranovic in Mainz nicht glücklich wird und zunächst zum S04 zurückkehren wird. Wenn, dann könnte er sich höchstens gegen Ciprian Marica im Schalker Kader durchsetzen. Der ist derzeit Stürmer Nummer 6 bei Schalke.

Insgesamt hat sich die Situation der Schalker Leihgaben ein wenig gebessert. Vor allem Anthony Annan hat sich nach den Startschwierigkeiten gefangen und ist zu einer Stammkraft bei Vitesse Arnheim geworden. Auch Ciprian Deac hat seinen guten Eindruck bestätigt und hält sich in Rumänien für Schalke und andere potenzielle Arbeitgeber interessant. Die größte Enttäuschung in dieser Auflistung ist sicherlich Mario Gavranovic. Als der Leihtransfer letztes Jahr bekannt wurde, habe ich im ersten Augenblick gedacht, dass Ralf Rangnick da einen Fehler begangen hat. Im Nachhinein muss man ihm aber das richtige Nässchen attestieren. Die Bundesliga scheint für den Schweizer mit kroatischen Wurzeln doch ein wenig zu viel des Guten.

Das soll es für jetzt erst Mal gewesen sein. Ich werde euch kurz vor Ende der Saison noch einmal ein kleines Update über die Leistungen der verliehenen Spieler geben.

 Posted by on 17. Januar 2012 at 07:30

  2 Responses to “Ein zweiter Blick auf die Leihspieler”

  1. Nette Zwischenbilanz. So sehr habe ich die verliehenen Spieler garnicht im Fokus. Aber das liegt wohl eher daran, dass ich bei (fast) keinem hoffe, dass er wieder kommt.
    Den einzigen, den ich grundsätzlich wieder im königsblauen Dress sehen möchte, ist Carlos Zambrano. Leider hat der Herr M. diese Leihe ja mit einer abenteuerlichen Klausel versehen, so dass ich kaum glaube, dass er kostenlos zurückkommt. Und ne Ablöse für einen oft verletzten Spieler, der sich noch nicht richtig in der Buli beweisen konnte, sollte man nicht zahlen.
    Die anderen Leihspieler sind mir relativ egal, da sie im aktuellen Kader nicht über eine Ergänzungsrolle hinauskommen werden.

  2. Schön, dass Du und auf dem Laufenden hältst. ;-)

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