Jan 122012
 

Der FC Bayern zeigt erneut ernsthaftes Interesse an unserem Kapitän Benedikt Höwedes. Er soll der von Hoeness geforderte Innenverteidiger werden, der in der kommenden Saison verpflichtet werden soll. Für Schalkefans klingelt es da in den Ohren. Doch reicht es für ein Déjà-vu?

Die Personalie Höwedes wird auf Schalke lange nicht so emotional diskutiert wie es damals bei Manuel Neuer der Fall war. Dies hat seine Gründe. Zum einen hat Höwedes sportlich nicht den Stellenwert von Neuer. Er bringt zwar konstant gute Leistungen, stach aber selten aus dem Team hervor. Das hat natürlich auch positionsbedingte Gründe, denn als Torwart kann man ebenso schnell glänzen wie man als Depp dastehen kann. Der Fokus auf einen Torwart ist einfach größer. Zum anderen hat Höwedes auch bei den Fans nicht den Stellenwert wie es Neuer früher hatte. Während der eine im Schatten des Berger Felds geboren wurde und von Beginn an im und für den Klub alles gab, ist Höwedes “nur” aus dem Münsterland zugewandert. Natürlich fühlt auch er sich dem Verein verbunden, immerhin spielt er schon seit 10 Jahren für Königsblau. Die Wertschätzung ist auf beiden Seiten groß, eine außergewöhnlich starke Bindung zwischen Höwedes und den Fans ist aber nicht auszumachen.

Meiner Meinung nach sollte sich Horst Heldt intern ernsthaft mit einem Transfer beschäftigen, denn auf seiner Stammposition spielt Höwedes seit dem Trainerwechsel im ersten Drittel der Saison nicht mehr. Dort haben sich Papadopoulos und Matip fest gespielt. Wie hoch die Wertschätzung des Duos ist, erkennt man daran, dass Stevens keinen der  beiden Youngster ins defensive Mittelfeld beordern will, um den Ausfall von Jermaine Jones zu kompensieren. Höwedes muss sich deshalb mit der Rolle des rechten Verteidigers zufrieden geben. Diese spielt er gut, auch wenn er offensiv durchaus noch mehr Akzente setzen könnte. Dass sich Höwedes noch nicht über die Degradierung beschwert hat, liegt vor allem an dem freien Platz in der Nationalmannschaft auf dieser Position. Wenn Höwedes bei der EM 2012 von Beginn an spielen will, dann hat er als rechter Verteidiger die größten Chancen.

Eines ist klar: Bayern wird tief in die Tasche greifen müssen, wenn sie Höwedes vorzeitig verpflichten wollen. Es könnte sogar der teuerste Transfer eines Verteidigers innerhalb der Bundesliga werden, wenn Horst Heldt auf sturr stellt und die Großkupferten ebenso lange zappeln lässt wie letzten Sommer beim Transfer von Manuel Neuer. Gestern berichtete angeblich der Sender Sky Sport HD, dass Höwedes eine Ausstiegsklausel habe, die ihm erlaube für eine festgeschriebene Ablösesumme von knapp 18 Millionen Euro den Verein vorzeitig zu verlassen. Eine Quelle bzw. weitere Quellen kann ich leider nicht liefern, sondern mich nur auf Forenbeiträge von Usern berufen, die es gehört und gesehen haben.

Ausstiegsklausel hin oder her: Ich denke, dass die Bayern gute Chancen haben, Höwedes im Sommer zu verpflichten. Zum einen, weil wir in er komfortablen Situation sind, sportlich auf den Kapitän verzichten zu können und zum anderen, weil wir finanziell in der unkomfortablen Situation sind, mit dem Rücken zur Wand zu stehen. Die Schulden drücken weiterhin und Bayern ist dafür bekannt, die Preise zu zahlen, die aufgerufen werden, solange sie vom Spieler überzeugt sind und sich die Forderungen im Rahmen halten. Ich bin mir sicher, dass uns das Thema bis zum Ende der Saison beschäftigen wird. Sollte Schalke weiterhin den Bayern auf den Fersen bleiben, wird die Personalie Höwedes sicher noch höher gepusht, als es notwendig wäre. Mit schönen Grüßen aus dem Süden der Republik.

 Posted by on 12. Januar 2012 at 14:09

  4 Responses to “Kein Déjà-vu bei Höwedes”

  1. Ich möchte mich hiermit offiziell gegen einen Transfer von Höwedes aussprechen! Das liegt für mich ganz einfach daran, dass es ein weiterer Beweis wäre, dass es im Fußball nur um Geld geht. Ich würde es gerne sehen, dass es auch anders geht. Genug Geld hat er ja.

  2. Auch wenn er vielleicht sportlich nicht ganz so hoch einzuschätzen ist wie unser ex-TW-Angestellter, würde ich es trotzdem äußerst schade finden, wenn er ginge…

  3. Also ich kann durchaus auf Höwedes verzichten. Dass es beim Fußball primär um Geld geht, sollte doch jedem klar sein. In manchen Fällen hofft man halt, dass die Liebe zum Verein größer ist. Bei Höwedes könnte ich nachvollziehen, wenn dem nicht so wäre. Bei anderen Fällen bin ich stark davon ausgegangen, habe mich aber geirrt.

  4. […] des sportlichen oder psychischen Verlustes mag ich jetzt noch nicht beurteilen, sehe es aber kritischer als bspw. als Kollege Tobi von blogundweiss.de. Auf den Punkt gebracht hat es aber Matthias mit seinem Artikel über die psychische Komponente des […]

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