Jan 062012
 

Das Transferkarussell der Fußball Bundesliga läuft schon jetzt auf vollen Touren. Vor allem Felix Magath wird seinem Ruf gerecht und zwingt VW mit seinen zahllosen Neuzugängen dazu, an einem neuen Superreisebus zu werkeln. Doch auch sonst bieten die Transfers einiges an Spannung. Und der FC Schalke mischt kräftig mit.

Schon vor dem Weihnachtsabend hat Schalke den ersten Transfer getätigt. Mit Obasi kommt ein Offensivspieler, der flexibel einsetzbar ist und einem möglichen Abgang Jefferson Farfans vorgreift. Der erste Abgang auf königsblauer Seite ist Jan Moravek. Er geht auf Leihbasis zum FC Augsburg und wird dort bis zum Ende der Saison hoffentlich viel Spielzeit erhalten. Das ist richtig und wichtig für einen jungen Spieler, deswegen ist der Wechsel nachvollziehbar. Ob er noch mal zum FC Schalke zurückkehrt, kann ich mir hingegen schwer vorstellen. Mirko Slomka wird ihn sicher schon auf dem Zettel haben.

Ein weiterer Vorgriff auf die neue Saison könnte Roman Neustädter von Borussia Mönchengladbach sein. Der defensive Mittelfeldspieler ist ablösefrei und hat seinen Abschied aus Gladbach bereits erklärt. Auch ein Interesse von Schalker Seite wurde schon von Horst Heldt bestätigt. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich Neustädter überhaupt nicht auf dem Zettel habe und somit nichts über seine Qualitäten schreiben kann. Sollte der Wechsel tatsächlich zustande kommen, dann wird es im defensiven Mittelfeld sehr eng. Für mich wäre dann wohl Peer Kluge der erste Wechselkandidat.

Auch die Verpflichtung von Marco Reus könnte für den FC Schalke folgen haben, denn Gladbach hat Geld in der Kasse und Schalke gerade auf den Offensivpositionen ein Überangebot. Vielleicht könnte Alex Baumjohann wieder ein Kandidat für die Fohlen werden. Auf Schalke scheint seine Zeit abzulaufen und in Gladbach hat er seinen Durchbruch geschafft. Wenn man überhaupt von so etwas sprechen kann. Zumindest ist er dort zum Bundesligaspieler gereift. Das ist aber alles reiner Spekulatius von mir.

Zu viele Aktivitäten erwarte ich in dieser Transferperiode nicht mehr. Einzig hinter Jefferson Farfan, der von der BILD-Zeitung mittlerweile zum Abschuss freigegeben wurde, bleibt ein Fragezeichen. Die Hetze, die seit der Veröffentlichung irgendwelcher Zahlen gegen Farfan gemacht wird, ist fast schon menschenunwürdig. Den Boulevard interessiert den Menschen hinter dem Fußballer nicht die Bohne. Das ist schade, denn die Zeitung macht sich nicht die Mühe, zu differenzieren. Dem Peruaner ist es egal, wo er Fußball spielt. Hauptsache er verdient genügend Geld dabei. Das ist sein gutes Recht und das bleibt es so lange, wie er seine Leistungen bringt. Ob er nun in Gelsenkirchen, Katar oder Mailand spielt, wird ihm relativ schnurz sein, denn Peru ist und bleibt weit weg. Aufgrund seiner Qualitäten wird er immer bei Vereinen spielen, die in ihrer jeweiligen Liga zum oberen Drittel gehören und ihm somit eine fußballerische Herausforderung bieten können.

Sei es, wie es ist. Ich habe und ich werde auch keinen Groll gegen Jefferson Farfan aufbringen können, denn er hat auf dem Platz nie den Eindruck hinterlassen, dass er hier nur des Geldes wegen spielt oder den Verein verlassen will, weil er zu wenig verdient. Ich hoffe nur, dass er jetzt schon Platz macht, sollte er nicht verlängern.

 

 Posted by on 6. Januar 2012 at 07:30

  3 Responses to “Round and round it goes”

  1. Bisher hat Schalke einen Zugang und einen Abgang in der Winterpause zu vermelden. Soviel ist das ja nicht.

    Wie Farfan von den Medien (insbesondere BILD und DerWesten) durchs Dorf getrieben wird, ist unbeschreiblich! Am Geilsten finde ich die Meldungen, dass er trotz seiner gescheiterten Forderungen pünktlich ins Trainingslager gekommen ist. Was denn sonst? Das eine hat mit dem anderen doch nichts zu tun!

  2. Ich verstehe auch nicht, warum man bei Jeff jetzt so eine Treibjagd veranstalten muss. Ist ja wohl legitim Forderungen zu stellen, der Verein ist ja nicht gezwungen sie zu erfüllen.

    So geht halt Marktwirtschaft…

  3. Sei es, wie es ist. Ich habe und ich werde auch keinen Groll gegen Jefferson Farfan aufbringen können, denn er hat auf dem Platz nie den Eindruck hinterlassen, dass er hier nur des Geldes wegen spielt oder den Verein verlassen will, weil er zu wenig verdient.

    Nein, Groll kann ich auch nicht aufbringen. Allerdings wird er den Verein ausschließlich aus finanziellen Gründen verlassen, weil er sich woanders höhere Einnahmen erhofft. So etwas ist “normal” für einen Fußballprofi, ebenso wie es normal sein sollte, dass ein Profi bis zuletzt die Leistung abruft, die er bringen kann. Nur die “besonderen” Profis entscheiden sich gegen erheblich bessere Löhne und halten einem Verein die Treue. Und nur die besonders dummen Profis legen sich nach einem Vertragsabschluss auf die faule Haut.

    Ich schätze Farfán weder als besonders “dumm” noch als sonderlich “besonders” ein. Er verhält sich eben “normal”. Jedoch beeinhaltet eben diese “Normalität” eben auch, dass er sich vor allem nach dem Geld umschaut. Nur weil ihm durch die Veröffntlichung der offenbar von ihm geforderten “Signing-Fee” moralisches Unrecht widerfahren ist, bedeutet das nicht, dass er nun in einen heiligen Schrein gestellt werden sollte.

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