Dez 072011
 

Spieler kommen, Spieler geh’n heißt es in einem Nordkurvenklassiker der Lokalmatadore. So ist es numal. Manchmal tut es weh, manchmal ist man einfach nur erleichtert. Doch es gibt Spieler, die vergisst man einfach nicht. Die kann man auch gar nicht vergessen. Hier also meine Ersten Elf aller Lieblingsspieler des S04. Vertreten sind natürlich nur solche, die ich direkt und live erlebt habe. Alles andere wäre ja quasi quatsch. Die Reihenfolge ist nicht nach Sympathie, sondern nach Mannschaftsteilen sortiert.

1) Manuel “Manu” Neuer

Ja, ich weiß. Verräter und so. Trotzdem ist er der beste Torwart, der Zeit meines Lebens zwischen den königsblauen Pfosten stand. Dass er jetzt für einen unsympathischen Klub Kopf und Kragen riskiert ist schade, aber der Lauf des Profilebens. Auch ich finde mich so langsam damit ab.

2) Dietmar “Diddddiiiiii” Schacht

Vom Aussehen her hat mir Diddi Schacht als kleiner Dötz immer ein bisschen Angst eingejagt. Auf dem Platz war das grundsätzlich sicher auch so gewollt. Damals habe ich eigentlich immer nur darauf gewartet, dass der Ball endlich mal wieder in seine Richtung flog, so dass ich das lang gezogene “Diddddiiiiiiiiii” mitintonieren konnte. Ein Kämpfer vor dem Herrn und knallhart. Nicht nur optisch. Zur Zeit trainiert Diddi Schacht den NRW-Ligisten SV Bergisch-Gladbach.

3) Yves “Yyyyyyyyves” Eigenrauch

Ein begnadeter Antifußballer und Fußballintelektueller. Unsterblich machte er sich bei mir 1998 im UEFA-Cup Halbfinale Viertelfinale, wo Ronaldo (Maradonna-like) keine Chance hatte gegen Eigenrauch (Buchwald-like). Auch sein Auftreten außerhalb des Platzes blieb mir gut in Erinnerung. Wer es noch nicht wusste: Ich habe ein Jahr in der C-Jugend des S04 gespielt und wir haben häufig zeitglich mit den Profis trainiert. Damals war Yves für mich mit Abstand die coolste Sau im Kader, weil er eben nicht mit dicker Karre vorfuhr, sondern mit Moped und Fliegerbrille vor das Marathontor des Parkstadions fuhr.

4) Christian “Funky Pee” Pander

Der Mann mit den Flanken wie Brandfackeln ist eventuell sogar mein “all time favourite”. Leider viel zu häufig verletzt und Abseits des Platzes mit eher peinlichen Rapversuchen. Von dem Spitznamen ganz abzusehen. Ich freue mich, dass er in Hannover endlich wieder Fußball spielen kann. Ich nehme es dem Verein auch nur ein klein bisschen übel, dass er keine weitere Saison auf den Linksverteidiger gesetzt hat. Einen guten Konkurrenzkampf mit Christian Fuchs würde er sich derzeit allemal liefern. Vielleicht kommt er ja irgendwann, irgendwie zurück.

5) Marcelo Bordon – Der Heilige

Der darf hier nicht fehlen. Wohl einer der besten Abwehrspieler, die je für Schalke gespielt haben. Er kam 2004 für ne Menge Geld vom VFB Stuttgart und zahlte jeden Cent mit klasse Abwehrleistungen zurück. Neben dem Platz war er mir etwas zu bibelfromm, aber jeder hat seine Fehler. Auf dem Platz wurde schnell der “lange bordon´sche Fehlpass” berühmt berüchtigt. Mindestens ein mal pro Spiel kam so ein langes Ding auf die frei stehende Eckfahne in des Gegners Hälfte. Und danach immer dieses schmerzverzehrte Gesicht, als ob ihm gerade jemand den Rücken gebrochen hätte. Legendär!

6) Christoph “Zizou” Moritz

Fan von Christoph Moritz war und bin ich von Beginn an. Als er gegen Nürnberg Bochum am 2. Spieltag traf, war es ein wenig um mich geschehen. Danach überzeugte mich seine ruhige und abgeklärte Art und vor allem die kleinen technischen Kabinettstückchen, die Christoph Moritz durchaus drauf hat. Was ihn noch sympathischer macht: Er zeigt sie nur, wenn sie auch wirklich notwendig sind. Das gleiche sagt man auch über Zinedine Zidane.

7) Günther Schlipper – Schlippinho

Wenn ich ehrlich bin, weiß ich gar nicht mehr genau, warum ich den Kerl so toll fand. Ich kann mich an keiner Szene von Günther Schlipper erinnern, die ausschlaggebend gewesen sein könnte. Doch eins ist Fakt: Früher, als es darum ging auf dem Bolzplatz einen Namen zu nennen, in dessen Rolle man im nächsten Spiel schlüpft, war Günther “Schlippinho” Schlipper lange meine erste Wahl.

8) Ingo “Die Klebe” Anderbrügge

Ingo Anderbrügge und seine linke Klebe waren auf Schalke legendär. Wenn er maß nahm, sprangen alle Verteidiger aus dem Weg und der Torhüter oft vergeblich. Als geborener Linksfuß stand Anderbrügge bei mir natürlich hoch im Kurs. Später machte er auch noch ein Sportgeschäft in meiner Heimatstadt Marl auf. Wenn auch im ungeliebten Stadteil Hüls.

9) Michael “Goldlöckchen” Kroninger

Zwei Jahre spielte er für Königsblau und war eine zeitlang sowas wie der Teemu Pukki vom Parkstadion. Wenn die Situation von der Nordkurve als hoffnungslos eingestuft wurde, wurde so lange der Name von Michael Kroniger skandiert, bis dieser eingewechselt wurde. Gebracht hat es meist nix. Als die Schalker mal ein Gastspiel im Jahnstadion in Marl-Hüls hatten, standen wir Kiddis schon Minuten vor dem Abpfiff am Spielfeldrand, um uns Autogramme von den Stars zu holen. Mein erstes Ziel war damals Kroninger und ich hab ihn erwischt. Was aus ihm geworden ist, weiß ich allerdings nicht.

10) Gerald “Asa” “Blondie” “Mr. Derby” Asamoah

Rudi Assauer hatte schon immer ein etwas anderen Humor und so kam der etwas ungewöhnliche Spitzname “Blonie” von ihm. Ansonsten gibt es über “Mr. Derby” nicht viel zu erzählen, außer dass er einfach Kult ist. Und das zurecht. Auch als seine beste Zeit schon vorbei war, wurde er bei den Spielen gegen den ungeliebten Reviernachbarn immer wieder gefordert. Weil er sich gegen Schwach-Gelb immer sein etwas lädiertes Herz zerrissen hat. So einen hätten wir vor gut zwei Wochen durchaus gebrauchen können. Ich bin gespannt, welche Funktion “Asa” in Zukunft beim FC Schalke übernehmen wird. Ich hoffe, es lässt sich etwas passendes finden.

11) Klaas-Jan “Hunter” Huntelaar

Ich war selten so begeistert über einen Last-Minute-Transfer wie über den von Huntelaar. Schon als er Ajax verlassen hat, war es mein größter Wunsch, ihn in Königsblau spielen zu sehen. Stattdessen wechselte er zu den Königlichen und scheiterte dort ebenso am mangelnden Vertrauen der Trainer wie beim AC Mailand. Glück für uns. Jetzt spielt die Tormaschine für uns und es läuft wie am Schnürchen. Der Hunter Counter (siehe rechts in der Sidebar) belegt seine eindrucksvolle Torquote. Ich kann nur hoffen, dass er bald verlängert und er noch ein Weilchen bei uns bleibt.

 

So, das war’s. Viele ebenfalls extrem sympathische Spieler musste ich außen vor lassen. Sergej Dikhtiar und Mike Büskens zum Beispiel. Oder Peter Sendscheid, den man wohl häufiger vom Platz hat tragen müssen, als dass er gehen durfte. Ich bin gespannt, ob sich in naher Zukunft diese Liste verändern wird. Ein Kandidat dafür ist Levan Kenia. Da habe ich die Hoffnung allerdings fast schon aufgegeben.

 

 

 

 

 

 

 Posted by on 7. Dezember 2011 at 12:06

  12 Responses to “Meine 1.11”

  1. Der Beitrag ist ganz nett,wobei viele sicherlich hier und da andere Spieler aufstellen würden,aber deswegen schreibst du auch von deiner 11 ;)
    Kleine Verbesserung: Yves hat damals im UEFA-Cup Viertelfinale gg Ronaldo gespielt (17.03.1989) und Christoph Moritz hat am 1.Spieltag in Nürnberg debütiert aber “erst” am 2.Spieltag gg Bochum sein erstes Bundesligator erzielt.

    • Du hast natürlich recht, obwohl ich felsenfest davon überzeugt hat, dass er schon gegen Nürnberg getroffen hat.
      Vielen Dank für die Hinweise.

  2. Schöne subjektive Aufstellung. Ich möchte hier gar nicht “meine 11″ küren, weil es weitaus mehr als elf Spieler gab/gibt, denen ich Tribut zolle und ich mich nicht auf elf beschränkten könnte. Aber ich möchte an René Eijkelkamp erinnern. Der war zwar nur kurz bei uns, aber mindestens genau so ein untadeliger Sportsmann wie Raúl. Und außerdem sah es immer supergeil aus, wie er im Lauf den freien Fall nach vorne durch Klappmesserartiges hervorschnellen der Beine in letzter Millisekunde verhinderte. Das sah so unglaublich ungelenkt und unbeholfen aus, aber wenn er den Ball am Fuß hatte, dann wurden die Gegner schwindelig geflippert. Hach ja… *schwelg*

    • Wie ich schon geschrieben habe, ist es mir auch schwer gefallen. Ist aber auch ganz nett zu grübeln, wer denn jetzt doch in die 1.11 kommt. Eijkelkamp hatte ich auch auf der Liste, habe mich dann aber doch für Michael Kroninger entschieden.

  3. Du schreibst ja DEINE Lieblingsspieler von daher könnte da auch z.B. Thorsten Legat oder ähnliches stehen. Jeder hat halt seine Lieblinge.

    Ich hätte in der Aufzählung allerdings Jiri Nemec erwartet!

  4. Mein Schalker all-time-Held ist mit weitem Vorsprung: Klaus Fischer. Das war derjenige, den ich immer auf dem Schulhof gab und den es zu imitieren galt. Und natürlich seine End-1970er Buddies um Rüssmann und Abramczik wären in meiner 11 gelandet.

  5. Hast du die nach Sympathie oder doch ein bisschen nach Leistung und Verdiensten aufgestellt?
    Für Neuer nimm lieber Jens Lehmann. Spontaner Einfall meinerseits beim Lesen des Torhüters….

  6. Kann mit vielen deiner Spieler auch was anfangen. Erinnern würde ich gerne noch E. Mpenza, E. Sand (für meine Frau sie liebte ihn), der”bekloppte” Böhme.

  7. Hier ist mal meine Top-Elf aus meinem bisherigen Schalke-Leben ;)

    Lehmann – Bordon, de Kock, Waldoch, Eigenrauch – Thon, Böhme, Anderbrügge, Wilmots – Sand, Raul

    (Derby)-Joker: Asamoah

  8. [...] hat schon in den Kommentaren zu meiner 1.11 seine Liste von Spielern veröffentlicht. Ihm kribbelte es anscheinend in den [...]

  9. [...] Das gab es alles schon mal nur auf gelsenkirchisch: Hier gefunden bei blogundweiss.de Sonst noch [...]

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