Dez 052011
 

Schake gewinnt gegen Augsburg 3:1. An sich ist das kein überraschendes Ergebnis, wenn man das Spiel gestern gesehen hat. Denn es war in der Höhe mehr als verdient. Doch trotzdem schwammen gestern mal wieder so einige Haare in der Suppe.

In der 1. Halbzeit waren die Schalker drückend überlegen. Wie schon gegen Bukarest ließen sie den Gegner nicht zur Entfaltung kommen. Sie beherrschten das Mittelfeld, in dem Christoph Moritz tatsächlich von Beginn an auflief und für ein Comeback nach so langer Zeit ein ordentliches Spiel machte. Die Führung nach der Anfangsviertelstunde durch einen Hackentrick von Huntelaar war demnach folgerichtig.

Wer aber glaubte, dass Augsburg nun offensiver agieren würde, der sah sich getäuscht. Der Aufsteiger zog sich weiterhin bis tief in die eigene Hälfte zurück und ließ Schalke wie eine Handballmannschaft um den 16er herum agieren. In den Strafraum kamen die Knappen dabei selten, so dass Amsif im Tor trotz drückender Überlegenheit des Gegners vergleichsweise wenig zu tun hatte.

Wie gegen Bukarest machte auch Augsburg mit seinem ersten ernsthaft vorgetragenen Angriff den Ausgleich. Auch wenn der Ball auf Mölders doch eher als Zufallsprodukt bezeichnen muss und man auch gerne mal wieder über passives Abseits diskutiert werden darf, war das Tor irgendwie folgerichtig. Denn aufgrund der Spielanteile und der besseren (wenn auch nicht zahlreichen) Möglichkeiten, hätte Schalke zu diesem Zeitpunkt längst mit mehr als einem Tor führen müssen. Stattdessen bewegten sie sich weiter auf sehr dünnem Eis, in das sie nach der Halbzeit prompt mit einem Bein im kalten Wasser baden gingen.

In der Folge wurde Augsburg selbstbewusster und der S04 drohte gänzlich einzubrechen. Es bedurfte einer klasse Einzelaktion eines offensiv starken Christian Fuchs, um das Spiel wieder zu drehen. Mit einem guten, aber haltbaren Distanzschuss brachte er den S04 wieder in Führung. Jetzt machte auch Augsburg auf und ließ einige gute Konterchancen zu, die aber allesamt mehr schlecht als recht vergeben wurden. Den Schlusspunkt und damit die endgültige Entscheidung setzte der beste Schalker an diesem Abend. Raúl makierte nach einer Ecke per Kopf seinen 7. Saisontreffer.

Doch wie schon zu Beginn gesagt: Auch wenn das Ergebnis in der Höhe korrekt war, muss das Team daran arbeiten, eine Führung bei drückender Überlegenheit auch mal auszubauen, so dass man als Zuschauer nicht immer um diesen einen Angriff der Gegner bangen muss, der dann zum völlig unverdienten Ausgleich führt. Auch das unterscheidet den S04 noch von einem Spitzenteam. In den kommenden (wichtigen) Spielen gegen Berlin, Bremen und Gladbach wird das Eis zu dünn sein, um nicht einzubrechen.

 Posted by on 5. Dezember 2011 at 08:46

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