Nov 212011
 

Huub Stevens beantwortete die Frage nach dem Ersatz für den verletzten Jefferson Farfan mit Alexander Baumjohann. Für mich etwas überraschend, da Baumjohann unter Stevens bisher gar keine Rolle spielte. Doch die Entscheidung sollte sich auszahlen, wenn auch auf unfreiwillige Art und Weise.

Denn Baumjohann war quasi der Matchwinner gegen den 1. FC Nürnberg, denn die ersten beiden Tore für den FC Schalke legte das ewige Talent auf. Wie? Mustergültig? Eher nicht. Stattdessen profitierten die Torschützen Huntelaar und Raul von zwei Deppenvorlagen. Zunächst scheiterte Baumjohann nach Traumpass Holtby freistehend vor Raphael Schäfer. Der lenkte den Ball in den Lauf von Huntelaar. 1:0.

Beim 2:0 legte Raul auf Baumjohann, der in dieser Situation technische Mängel bei der Ballannahme zeigte. Gut so! Denn der Ball landet dadurch erneut bei Raul, der kurz vor der Pause das Spiel quasi schon entschied. Gewollt ist anders. Vor und nach diesem Treffer war Nürnberg nicht wirklich schlecht. Sie spielten mit, entwickelten dabei aber wenig bis gar keine Torgefahr.

Zu Beginn machten die Nürnberger die rechte Schalke Abwehrseite als Schwachpunkt aus. Und es sah so aus, als behielten sie recht. Uchida konnte einem fast Leid tun. Immer wieder rollten die Angriffe über seine Seite. Nach einer viertel Stunde hatte sich der Japaner allerdings eingespielt und hielt seine Seite größtenteils sauber. Gleiche Situation zu Beginn der zweiten Hälfte. Nürnberg versuchte es immer wieder über rechts. Dieses mal verpuffte der Angriffsschwung allerdings schon nach fünf Minuten

Von dem hohen Pressing, was unter Ralf Rangnick quasi Gesetz war, ist nicht mehr viel übrig. Schalke zieht sich kompakt zurück und beginnt mit der Angriffsarbeit erst auf Höhe der Mittellinie. Von dort an haben es die Gegner schwer und gewinnt der FC Schalke in solch einer Situation den Ball, geht es immer ratz fatz. Flach durch die Mitte, hoch über die Außen oder umgekehrt: Hauptsache der Ball ist nach zwei bis drei Ballkontakten in der Nähe des Strafraums.

So viel dann auch das 3:0. Balleroberung, langer Ball nach vorn auf Jones. Draxler nimmt den Ball auf und schickt Huntelaar mustergültig in die Tiefe. Der Hunter fackelt nicht lange und macht seinen 12 Saisontreffer. Das 4:0 dann wie im Trainingsspiel. Feiner Lupfpass von Raul, Holtby lässt zwei Mann stehen und schiebt ein.

Zurück zum Vorlagendepp. Vergleicht man die beiden Flügelspieler, so ging am Samstag deutlich mehr über die rechte Seite Baumjohanns. Auch wenn nicht jede Aktion gelang, spielte Baumjohann ordentlich mit ohne zu überragen. Vor allem in der zweiten Halbzeit baute Baumjohann ab. In manchen Aktionen scheint es, als ob er eher nach dem nächsten Gegenspieler sucht, den er vernaschen kann, als den nächsten freien Mitspieler. Trotzdem kann sich Baumjohann berechtigte Hoffnungen machen, dass er auch am kommenden Samstag im Derby von Beginn an auflaufen darf.

Apropos Derby. Die Unaussprechlichen haben dem Neubauer tatsächlich einen eingeschenkt und machen das Herbstmeisterrennen wieder spannend. Ich freue mich schon auf die Vorfreude, die spätestens am Mittwoch auch physische Ausmaße annehmen wird. Packen wir’s! Es ist Derbyvorwoche!

 

 Posted by on 21. November 2011 at 07:30

  4 Responses to “Der Vorlagendepp”

  1. Ja, Pressing ist anders. Wenn aber dieses Ergebnis dabei raus kommt, kann ich gut damit leben. Zumindest die Konter wurden konsequent zu Ende gespielt. Und ich denke auch, dass Baumi sich Hoffnungen machen darf, wenn er nicht total grottig trainiert…

  2. Du schreibst, dass über Baumjohanns Seite mehr ging als über die Draxlers.
    Da muss man aber dazu sagen, dass es nicht viel mehr (wenn überhaupt, ist ja von uns beiden subjektiv, oder hast du vielleicht ne Statistik dazu?) war und außerdem Jule extrem oft ignoriert wurde. Teilweise war es haarsträubend, wie man den Ball nicht zu ihm gespielt hat, obwohl er blank stand.
    Insgesamt sehr effizientes Spiel, 4:0 gewonnen. Alles gut.

    • Das war eher Bauchgefühl. Habe aber gerade bei Bundesliga.de nachgeschaut. Baumjohann war Draxler in allen Offensivstatistiken (Flanken, Pässe, Ballkontakte, etc.) überlegen. Er hatte sogar die besseren Zweikampfwerte.

      Dass man Draxler wie angesprochen “links liegen” gelassen hat, ist mir so erstmal nicht aufgefallen, will ich aber nicht abstreiten.

      • >Dass man Draxler wie angesprochen “links liegen” gelassen hat, ist mir so >erstmal nicht aufgefallen, will ich aber nicht abstreiten.

        Ich hatte diesen Eindruck im Stadion auch!

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