Okt 192011
 

Spontanes Blogstöckchen für alle Fußball-Blogs der Republik und darüber hinaus.

Jeder hat und hatte so seine “Spezis” in seinem Verein. Spieler, für die man sich schämt, dass sie jemals die Farben getragen haben, die du so abgöttisch liebst.

Wenn du keinen eigenen Blog hast und noch Spieler ergänzen möchtest, dann ab in die Kommentare damit.

1) Albert Streit

Ihn als Missverständnis zu bezeichnen, wäre noch ein Kompliment. Die Unterschrift unter seinem Vertrag war noch nicht ganz getrocknet, da legte er schon die Füße hoch und forderte einen Stammplatz. Auch auf Leihbasis in Hamburg wurde Streit aussortiert. Der Club streitet sich gerade vor Gericht wegen der Vertragsauflösung.

2) Bent “Turbo” Christensen

Das im Verhältnis wohl teuerste Missverständnis, das jemals das königsblaue Trikot getragen hat. Zwei Spielzeiten durfte der Däne auf Schalke ran. Unglaublich 8 Tore erzielte der Wunderstürmer in dieser Zeit.

3) Radmilo Mihajlovic

Es heißt, er durfte sein Gehalt selber in seinen Vertrag schreiben. Zurückgezahlt hat er die Summe – wie hoch auch immer – nie. Drei Spielzeiten in Königsblau. 12 Tore. Mit ihm lernte ich das Fremdschämen.

4) Hami

7 Millionen Euro für ein Freistoßtor. Das war die Bundesligakarriere von Hami Mandirali. 22 Einsätze hatte der Türke beim FC Schalke und jedes Mal, wenn kurz hinter der Mittellinie ein Foul für den FC Schalke gepfiffen wurde, hielt das ganze Parkstadion die Luft an. Selten hat es etwas gebracht, wenn Hami zu seinen dann doch nicht mehr so gefürchteten Freistößen antrat. Einmal war es dann doch soweit. Am 34. Spieltag gegen 1860 in München traf er aus 40 Metern. Danach war er nie wieder gesehen. Immerhin hat er den Zuschauerschnitt auf Schalke als erster Türke in Königsblau aus der Türkei gewechselte Spieler in Königsblau um gefühlte 5000 Zuschauer nach oben geschraubt.

5) Oliver Held

Wenn ich hier in Köln auch nur an diese Person denke, fliegt mir gleich ein Pittermännchen Gaffel Stadionbecher Körperflüssigkeiten an den Kopf. 1998 ging es für den Effzeh auf Schalke um Alles. Ein Sieg wäre der sichere Klassenerhalt gewesen. Oliver Held sorgte mit seinem Handspiel dafür, dass die Kölner den Gang in die 2. Liga antreten mussten. Noch auf dem Platz fragte ihn der Schiri, ob er Hand gespielt hätte. Er verneinte und log. Grob unsportlich und somit zum fremdschämen.

6) Ze Roberto

Auch gerne einfach “II” genannt, weil er den gleichen Namen hatte wie – genau – Ze Roberto, galt als feiner Techniker und torgefährlich. Leider kam er im Winter zum FC Schalke und da ist es nun Mal kalt in Deutschland. An die Temperaturen und das Temperament konnte er sich nie gewöhnen. Wenn er nicht verletzt war, saß er trotzdem auf der Tribüne. Dabei fing doch alles so vielversprechend an. Bei seinem ersten Auftritt gegen Stuttgart makierte er nach 2. Minuten gleich ein Tor. Danach ging es allerdings Berg ab. Hier nochmal exklusiv die Ankunft Ze Robertos und seiner Entourage in Deutschland im Januar 2009.

7) Carlos Grossmüller

Der Uru-Würger hat es als erster Spieler in der Bundesliga geschafft, als Ersatzspieler eine rote Karte zu sehen. Es war im Auswärtsspiel gegen Eintracht Frankfurt, als er nach einer Rangelei zwischen Ernst und Thurk auf den Platz stürmte und Thurk am Hals würgte. Mehr Aufmerksamkeit als in dieser Szene hat er auf Schalke nie erlangen können.

8 ) Ali Karimi

Der Iraner kam als Winterschlusseinkauf unter Felix Magath. Sportlich hat Karimi keine Rolle gespielt, auch wenn er beim Wunder von Mailand tatsächlich mitwirken durfte. Er wird hier aufgeführt, weil Magath tatsächlich die so bedeutende Nummer 10 an diesen Schönwetterfußballer gegeben hat.

9) Hendrik Herzog

Das Kopfballungeheuer. Trotzdem ein absolutes Raubein, das nicht mal für unschönen Fußball stand. Mit dem Kopf ganz gut, aber allzu gern auch mal ins eigenen Tor.

10) Orlando Engelaar

Die Stehlampe von Eindhoven spielte nur eine Saison auf Schalke. Und zwar eine schlechte. Zusammen mit Fritten Fred Rutten kam er nach Gelsenkirchen und spielte, als ob er von seiner Mama in Holland seine komplette Kindheit mit Haschkeksen gefüttert wurde: Wie in Zeitlupe. Technisch hatte der lange Schlacks einiges drauf. Auch seine Spielintelligenz war trotz der Haschkekse gut. Doch die mangelnde Geschwindigkeit wurde ihm in der Bundesliga zum Verhängnis. In Holland klappt es wieder wie am Schnürrchen.

11) Torsten Legat

Ganze vier Bundesligaspiele machte Torsten Legat für den S04. Danach beendete er seine Karriere. 2007 geriet er nochmal in die Schlagzeilen, als er sein Happy Meal gegen ein paar Jugendliche mit einem Samuraischwert verteidigen musste. So bekloppt diese Aktion war, so bekloppt war er auch manchmal auf dem Platz. Trotzdem: Toller Körper!

 

Habe ich jemanden vergessen oder zu Unrecht nominiert? Kritik und Anregungen gerne in die Kommentare!

 Posted by on 19. Oktober 2011 at 17:42

  21 Responses to “My Worst Eleven: Schalker Fremdschämer”

  1. Hami hat sogar zwei Freistoßtore (+ einen Elfmeter) in der Bundesliga erzielt… ;-)
    > http://www.weltfussball.de/spieler_profil/hami-mandirali/bundesliga-1998-1999/fc-schalke-04/3/

  2. Hendrik Herzog passt meiner Meinung nicht in die Liste – er war ja in vielen Saisons Stammspieler und da zwar oft für Fehler gut, hat aber auch gute Spiele gemacht. Und offensiv war er wirklich nicht schlecht. Wenn Du ihn reinschreibst, frag ich mich, warum dann z.B. der Rote Egon fehlt ;-)

    • Das Ganze ist hier völlig Subjektiv, spontan und vor allem aus meinen Erinnerungen heraus produziert worden. Egon Flat (den meinst du doch?) ist mir durchgerutscht.
      Mir sind bei Herzog nur die Eigentore in Erinnerung geblieben. Und wie ich darüber aufgeregt habe.

  3. Fremdschämen? Klar, ein paar Namen kann ich hier unterschreiben. Aber nicht alle.

    Bent Christensen war zum Beispiel ein netter Typ, der sich nie etwas gegen Schalke hat zuschulden kommen lassen, außer dass er eben nicht so gut war, wie wir damals alle dachten. Das trifft übrigens für einige andere in deiner Fremdschäm-Liste zu, die sich gegenüber Schalke immer loyal verhalten haben.

    Oliver Held war Mitglied der Eurofightermannschaft. Er hat auch das Handspiel nicht etwa ausgeführt, um Köln absteigen zu lassen, sondern um Schalke die Chance auf den UEFA-Cup-Einzug zu wahren. Dass die Kölner ein Problem mit ihm haben, kann ich nachvollziehen. Dass wir Schalker aus sportlich-fairen Gesichtspunkten das Handspiel missbilligen, ist auch klar. Aber Oliver Held, der immer ein braver Arbeiter war und sich über Jahre hinweg nichts zuschulden hat kommen lassen, jetzt an den Fremdschäm-Pranger zu stellen, halte ich für reichlich übertrieben und auch unfair. Ich glaube auch nicht, dass je ein Fan des SSC Neapel auf die Idee käme, Diego Maradona aufgrund “der Hand Gottes” in eine Fremdschäm-Liste zu setzen, oder ein Dortmunder Fan den Volleyballer Ebi Smolarek etc. pp. Hier bist du m.E. etwas zu sehr über’s Ziel hinausgeschossen. Aus zweifellos sportlich-redlichen Gründen – aber Oliver Held tust du hier schon arg unrecht.

    Bei Legat hast du übrigens die “Negersaft”-Geschichte vergessen, die ihn einst von Stuttgart aus überhaupt zu uns spülte. Dafür habe ich mich wirklich geschämt, als ausgerechnet der Knabe plötzlich in Königsblau auflief.

    • Lieber Matthias, leg doch bitte nicht immer alles auf die Goldwaage. Der Artikel sollte dazu dienen, in ein paar Erinnerungen zu kramen und sich an Spieler zu erinnern, die einem nicht so sympathisch waren als andere. Da gehörte für mich einfach Oliver Held dazu.

  4. Wirst-Eleven-Trainer: Udo Latteck

  5. Ich kann den Begriff Fremdscham im Zusammenhang mit Schalke überhaupt nicht verwenden. Hami und seine Freistöße kurz hinter der Mittellinie waren nervig, Engelaar, Streit, Karimi waren schlecht, dreist und überflüssig, Oli Held war unsportlich, aber eben ein Eurofighter und gegen Köln kann ich ihn auch schonmal abfeiern, Legat war ein Nazi oder einfach dumm, aber geschähmt habe ich mich höchstens für die verpflichtenden Verantwortlichen, Christensen und Mihajlovic waren m.E. zwar zu teuer für ihre Leistung, aber , natürlich besonders retrospektiv, eher lustig – Sonnenkönig Eichberg ist ja nochmal gut gegangen.
    Ich würde bis auf Held jeden auf der Liste in die worst eleven aufnehmen und vielleicht noch den ein oder anderen mehr, aber Scham passt für mein Gefühl nicht dazu.
    Wer noch auf die Liste gehört? Ich geht nochmal in mich!

  6. Mir würde Ailton noch einfallen, als einer der worst eleven! In meinen Augen auf jeden Fall ein mieser Einkauf, kaum nachvollziehbar, und bei den ganzen Wechseln und Stationen und Storys danach war auch Fremdscham dabei.
    Und ganz aktuell sind Baumjohann und Sarpei leider auf twitter bzw. youtube mindestens ein wenig unangenehm

  7. Besserwisser an: Lange vor Hami gab es Ilyas Tüfekci auf Schalke 1981-1983, Besserwisser aus, ansonsten witzige Aufstellung!

  8. Was hat Thorsten Legat in dieser Aufstellung zu suchen. Alleine seine Mannschaftsfotoaktion mit der hochgezogenen Hose…
    Naja, ist hier halt wie in allen Top-10, Flop-10, etc-Listen… aber schön mal an den einen oder anderen erinnert zu werden!

  9. Edi Glieder?

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