Okt 162011
 

Der 1. FC Kaiserslautern entwickelt sich so langsam aber sicher für Schalke zum Pfälzer Schreckgespenst. 0 Punkte und 1:8 Tore lautet nach der zweiten Heimniederlage am Samstag die traurige Bilanz der letzten drei Begegnungen gegen die Pfälzer. Dass man trotz Niederlage dennoch ein interessantes Spiel zu sehen bekam, lag an Schiedsrichter Peter Sippel, der die Begegnung durch seine Fehlentscheidungen zu einer emotionalen Angelegenheit machte.

Schon vor Spielbeginn wurde ein Schiedsrichter in den Mittelpunkt des Geschehens gerückt. Darauf lohnt es sich aber nicht weiter einzugehen. Die Reaktionen, die sich Sky und der Rest des Boulevards erhofft hatten, blieben erwartungsgemäß auch nicht aus.

Huub Stevens ließ überraschend Jefferson Farfan auf der Bank, da ihm der Trainer seine volle Leistungskraft nicht zutraute. Diese Entscheidung verwunderte mich doch arg, denn 24 Stunden vorher konnte Claudio Pizarro ordentliche 90 Minuten absolvieren, obwohl dem Bremer ebenfalls die interkontinentalen Reisestrapazen in den Knochen steckte. Für Farfan begann Draxler auf rechts und Jurado auf der linken Außenbahn.

Schalke begann schwach und unkonzentriert. Paradebeispiel für die Schalker Leistung in den ersten halben Stunde war die linke Seite der Knappen. Zu lässig und unmotiviert agierten dort Fuchs und Jurado. Viele Fehlpässe und leichte Ballverluste bestimmten das gesamte Schalker Spiel. Gerade Fuchs hatte aber das Pech, dass sein Fehlpass das 0:1 und den Platzverweis von Ralf Fährmann zur Folge hatte. Der Elfmeter war glasklar, von einer Notbremse kann allerdings nicht die Rede sein, denn zum einen geht Fährmann zum Ball und zum anderen war Papadopoulos für mich noch nah genug dran, um die Chance zu vereiteln. Wenn überhaupt, dann muss Sippel hier die gelbe Karte zücken.

Nach dem Rückstand war Schalke wütend. Nicht nur die Fans taten ihren Unmut lautstark kund, auch auf dem Platz wurden die Spieler von den Emotionen auf den Rängen mitgerissen. Die Balance zwischen Defensive und Offensive, schon seit Saisonbeginn das große Problem des FC Schalke 04, war in Unterzahl vollends hinüber und man fing sich den ein oder anderen gefährlichen Konter ein. Zur Halbzeit konnte man also froh sein, dass man nicht höher zurück lag.

Mit der Einwechslung von Jermaine Jones für den schwachen Lewis Holtby, bekam das Spiel wieder ein wenig mehr Struktur und man erarbeitete sich trotz Unterzahl wieder ein Gleichgewicht im Mittelfeld. Größter Profiteur der Einwechslung war anscheinend Jose Manuel Jurado, der nun zentraler agierte und anscheinend mehr Freiheiten bekam. Er war es auch, der einen Fehler von Rodnei nutze, an ihm vorbei ging, sich einhakte und Schiedsrichter Sippel vollends zum Seppel machte. Der fiel auf die gekonnte Schwalbe von Jurado rein und zeigte Rodnei zu allem Überfluss auch noch die rote Karte, obwohl noch weitere Pfälzer in der Nähe waren. Eine Notbremse war auch hier nicht auszumachen. Huntelaar verwandelte den fälligen Elfmeter humorlos, schraubte sein Torekonto weiter nach oben und brachte Schalke zurück ins Spiel.

Die Knappen gingen mit dem etwas überraschenden Ausgleich jedoch fahrlässig um. Auch wenn sich die Teams nun auf Augenhöhe begegneten, brachten individuelle Fehler und vor allem schlechtes Stellungsspiel gepaart mit unmotiviertem Abwehrverhalten die Niederlage. Wie de Witt da durch drei Schalker durchgeht, ohne auch nur im geringsten ernsthaft attackiert zu werden, war wirklich erschreckend. Der übermotivierte Unnerstall preschte in die vermeintlich gerfährlichere Ecke. Für Kouemaha nur allzu leicht auszugucken.

Danach verteidigten die Pfälzer gegen nun mehr und mehr planlos wirkende Schalker geschickt. Auf beiden Seiten gab es dennoch gute Chancen. Die beste für den S04 vergab Benni Höwedes nach guter Flanke von Jurado. Letztendlich war die Niederlage verdient und hoffentlich ein Weckruf für die kommenden Wochen. Auch AEK Larnaka ist in den Begegnungen der Europa League klarer Außenseiter. Sollten die Spieler ihre Einstellung zu solchen Spielen nicht schnell ändern, kann es zu bösen Überraschungen kommen.

 Posted by on 16. Oktober 2011 at 19:04

  5 Responses to “Pfälzer Schreckgespenst”

  1. Die Wende auf Schalke…

    Ich traute meinen Augen nicht. Erst nach und nach begriff ich, daß diese Spieler in den weißen Trikots da auf dem Platz unsere Jungs waren. Eben diese Spieler die in den letzten Wochen so oft enttäuschten. Von Beginn an kämpften und spielten die Betzeb…

  2. Vielleicht haben die Königsblauen die Lautrer zu leicht genommen. Selbst wir hatten vor diesem Spiel nur getippt, wie hoch die Niederlage ausfällt.
    Viel Glück in der Euro-League und in der BuLi. S04 ist einfach geil.

  3. […] FC Schalke 04 macht mit den drei Punkten in Leverkusen die Heimniederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern nur noch halb so schmerzhaft. Ein Sonderlob gebüht einem souveräner Lars Unnerstall und Joel […]

  4. […] vor allem zu unbekümmert sollte man die Aufgabe allerdings auch nicht angehen. Schließlich hat gerade Kaiserslautern einen bleibenden Eindruck auf Schalke […]

  5. […] auch gestern ist Schalke mit Stevens zu Hause eine Bank. Zwar ging das erste Heimspiel gegen Kaiserslautern prompt verloren. Danach ging allerdings keines der elf weiteren Heimspiele verloren. Neun davon war […]

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