Sep 262011
 

Der FC Schalke gewinnt Spiel 1 nach dem Rücktritt von Ralf Rangnick mit 4:2 gegen den SC Freiburg. Das ist zunächst einmal eine riesen Erleichterung, denn nach den zwei Niederlagen gegen Wolfsburg und Bayern und der ereignisreichen Vorwoche, war die Moral und die Leidenschaft, die Schalke mal wieder in der zweiten Spielhälfte an den Tag legte, nicht zwingend zu erwarten.

Doch alles der Reihe nach: Ich war spät im Stadion und durfte das Spiel dieses Mal von der Südkurve aus beobachten. Ein gewaltiger Vorteil, wenn man nach dem Spiel darüber schreiben möchte. Beim frühen Rückstand habe ich mich schon über den schlampigen Pass von Joel Matip geärgert. Matip muss wissen, dass Fährmann kein Linksfuß ist, spielt den Ball aber genau auf diese Seite. Die unnatürlich Schusshaltung von Fährmann leitete die frühe Führung der Breisgauer ein. Ich will Matip jetzt nicht die Schuld in die Schuhe schieben. Ein Torwart darf auch so einen Ball zumindest so wegschlagen, dass er nicht gleich zum Gegentor führt. Trotzdem: Das muss nicht sein.

So ungünstig das Spiel begann, so lethargisch agierte Schalke in der Folgezeit. Kaum Bewegung, lange und unkontrollierte Bälle nach vorne und wenig Kombinationsfußball. Was gegen Wolfsburg (ab Minute 30) und die Bayern nicht funktionierte, klappte auch am Samstag in der ersten Halbzeit nicht. Beispielhaft sei eine Szene aus der 15. Minute geschildert: Cisse war mal wieder auf und davon und lief auf Fährmann zu. Die Defensive kam gerade noch hinterher und zwang den Stürmer zu einem eher harmlosen Abschluss, den Fährmann sicher entschärfte. Doch anstatt auszuschwärmen und Anspielmöglichkeiten für Fährmann zu schaffen, blieb die Viererkette inklusive defensives Mittelfeld, also sechs von zehn Feldspielern, einfach am 16er stehen. Bewegung Fehlanzeige. Fährmann ist zu einem langen Ball gezwungen, der für die in Unterzahl agierende Offensive nicht erreichbar ist.

Trotzdem schafft es Schalke, das Tor der Breisgauer durch individuelle Klasse immer wieder in Gefahr zu bringen. Denn schon in der ersten Halbzeit wurde klar: Spielt Schalke schnell, wird es auch gefährlich. Die Chancen von Farfan, Holtby, Rául und Huntelaar bewiesen das. Nach dem sehenswerten Ausgleich spielte sich vor allem ein Schalker in den Vordergrund: Ralf Fährmann machte seinen Patzer vor dem 0:1 mehr als wett. Ein ums andere Mal kam Freiburg, also Cisse, vor dem Keeper zum Abschluss. Jedes Mal hatte Fährmann ein Körperteil dazwischen.

Die Führung fiel dann mustergültig: Matip mit dem öffnenden Pass auf Uchida. Der legt sich den Ball noch einmal kurz vor und flankt butterweich in die Schnittstelle der Freiburger Innenverteidigung, wo Huntelaar unbedrängt einköpft. Danach ist der Knoten geplatzt. Farfan auf und davon. Baumann wehrt und Holtby staubt ab. Die Entscheidung. Dann folgt das Highlight dieses Spiels. Rául auf Jurado. Der dreht sich um die eigene Achse und lupft den Ball an den fünf Meter Raum. Der Rest ist reine Formsache für Rául.

Der Anschlusstreffer durch den Ex-Schalker Jendrisek ist nur noch Ergebniskorrektur. Schalke gewinnt. Verdient? Jain, denn Freiburg war von den Torchancen her ebenbürtig. Doch die individuelle Klasse fehlt und ein Cisse allein reicht in dieser Saison nicht mehr zum Sieg. Für den SC wird es ganz ganz schwierig in dieser Saison. Für Schalke geht es am Donnerstag in der Europa League weiter. Der Tabellenführer aus Haifa ist in der Arena zu Gast. Auch hier sollte ein Vorteil auf unserer Seite sein: Wir haben die größere individuelle Klasse.

 Posted by on 26. September 2011 at 09:53

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