Sep 232011
 

Eigentlich wollte ich diese Zeilen als Kommentar auf diesen Blogbeitrag posten. Da der Platz für Kommentare allerdings begrenzt ist, gibt es die Antwort etwas ausführlicher jetzt hier:

Da du sicherlich auf meinen Tweet von gestern eingegangen bist, muss ich mich natürlich auch hier dazu äußern.
Vor allem, weil es mit 140 Zeichen immer sehr schwer ist das auszudrücken, was man eigentlich sagen will.
Zunächst einmal: Du hast mit deinem Beitrag hier grundsätzlich recht. Der Fußball ist ein Millionengeschäft. Spieler haben eine begrenzte Profilebensdauer. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Denn Fußball ist für mich (und ich denke doch auch für dich) vor allem erstmal Emotion.
Und ich würde einmal behaupten, dass dies im Kern auch für die meisten Spieler (und Trainer) gilt.
Um es mal schnell und sachlich auf den Punkt zu bringen, warum die Fans so reagiert haben, wie sie es dann getan haben:
Zunächst einmal sind da diese Fußballromantiker. Diese Art Menschen träumten und hofften auf einen Verbleib Manuel Neuers bis ans Karriereende beim FC Schalke. Sie träumten davon, wie Neuer als Kapitän irgendwann mal die Meisterschale überreicht bekommt. Die Mannschaft, die das mal schafft, wird im Ruhrgebiet eh zur Legende. Jeder einzelne. Manuel Neuer wäre allerdings das Gesicht dieser Legende gewesen. Dass diese Menschen dann beim ersten Aufeinandertreffen nach dem Abschied emotional reagieren ist völlig in Ordnung. Wenn es auch nicht objektiv rational ist. Ich war an diesem Sonntag nicht im Stadion. Extra nicht, weil ich nicht pfeiffen wollte. Ich wollte auch die Pfiffe nicht hören. Vor allem wollte ich aber auch nicht klatschen und Manuel Neuer für seine Leistungen in Königsblau danken. Dafür war es einfach zu früh und das ist es auch für die meisten Schalke Fans noch.

Dann ist da die Sache mit der Ausbildung, die ich (und du) angesprochen hast. Manuel Neuer hat jahrelang von der erstklassigen (Torwart) Ausbildung beim FC Schalke 04 profitiert. Nicht umsonst hat Schalke mit Neuer, Fährmann, Schober, Rakovsky, Wetklo und Heimeroth (ich habe bestimmt noch wen vergessen…) die höchste Quote was die Ausbildung von Bundesligatorhütern angeht. Das kommt nicht von ungefähr.
Neben der Ausbildung haben auch die Fans Manuel Neuer einigens gegeben. Denn wenn man jahrelang in der Kurve steht, dann prägt das einen Menschen und seine Persönlichkeit. Zudem haben auch die Schalke Fans dazu beigetragen, dass Manuel Neuer die Marke ist, die er heute verkörpert. Die Huldigungen und den Kultstatus, den er bei uns hatte, hat sich sicher auch positiv auf sein Sparkassenkonto ausgewirkt. Nicht nur bei dem neuen Vertrag, den er auf Schalke unterschrieben hat, sondern auch bei den Werbeverträgen. Denn wer bei den eigenen Fans beliebt ist, der ist auch in der Werbebranche hoch dotiert.

Zum Thema WIE er gegangen ist: Du hast Recht, dass er sich nie mehr richtig zum FC Schalke bekannt hat, nachdem er sich (heimlich) schon mit Hoeness und Co einig war. Doch in der Zeit vorher, als aus Manuel Neuer (auch) noch der Fan sprach, hat er sich des öfteren darauf festnageln lassen, dass ein Wechsel zu den Bayern für ihn das vorletzte sei, was für ihn bei einem möglichen Wechsel in Frage kommen würde. Das steht unter anderem Blau auf Weiß in einem der Jahrbücher, in dem Spieler regelmäßig Fragen beantworten.

Dann ist da noch die Sache mit der Pressekonferenz. Wo er unter Tränen beteuerte, dass er erst vor ein paar Tagen vom Interesse der Bayern erfahren habe. Das ist, und das wirst du zugeben, eine fette Lüge gewesen. Mir persönlich stößt zudem auch noch sehr sauer auf, dass Neuer sich, als es um die Ablöse ging und ManU ebenfalls Interesse hatte, klar für die Bayern ausgesprochen hat und dem S04 somit jegliche Verhandlungsbasis genommen hat. So etwas macht man nicht! Das ist ganz einfach schlechter Stil.

Zudem wurde sein Verhalten nach dem Wechsel kritisiert, als er sich via Bildzeitung bei den Fans seines neuen Arbeitgebers anbiederte und sein Verhalten auf Schalke quasi verleugnete (Stichwort: Eckfahne, Bayern die Lederhosen ausziehen, Buerschenschaft hat nix mit Fußball zu tun). Das ist einfach mieser Stil und wenn du als eh schon enttäuschter, verlassen gefühlter Fan so etwas zu hören bekommst, dann wird aus (relativer) Liebe, (relativer) Hass.

Abgesehen davon verstehe ich dich und die Medien überhaupt nicht, was die Kritik an der Reaktion der Fans angeht. Hier muss ich denen einfach mal unterstellen, dass sie noch nie “in der Kurve” standen. Sogar Manuel Neuer wusste, was auf ihn zukommt und er hat es ohne weiteres hingenommen. Genauso wie die “Ultra-Regeln” der Schickeria im übrigen. Er hat die Idee der Ultra Bewegung mit seinem Wechsel zwar mit Füßen getreten, aber auch gleichzeitig mit den Folgen gelebt. Im Gegensatz zum Bayern Vorstand zum Beispiel. Warum? Weil er weiß, wie die Fans ticken.
Wie ich schon des öfteren (auch in meinem Blog) geschrieben habe, ist das “Todesanzeige” Banner sicher grenzwertig, aber sicher noch in einem etwas weiter gezogenen Rahmen. Die Gummipuppe Aktion an der Brücke nehme ich nicht ernst, da sich nichtmal die Polizei sicher ist, ob das nicht ein Trittbrettfahrer (Bildleserreporter) war, der ne schnelle Mark machen wollte.
Und dass Fans diesen Spieler bei der ersten Begegnung in seinem ehemaligen Wohnzimmer gnadenlos auspfeiffen und beschimpfen, ist aufgrund der kurz- und langfristigen Vorgeschichte absolut nachvollziehbar. Stell dir mal vor, Schweini, Lahm oder Müller würden nach langem hin und her zu Inter Mailand wechseln. Der Verein, gegen den ihr irgendwie nie gewinnt und der ja auch irgendwie Nachbar und Rivale ist. Als ob ihr diese Spieler dann himmelhochjauchzend in die Arme schließen würdet, wenn es um die Champions League geht. Erzähl mir nix!

Zum Abschluss: Wäre er nach Manchester gegangen, wäre die Kurve vor Stolz geplatzt. Denn auch wenn das in der Bundesliga-Blogosphäre häufig so rüberkommt: Die Ultras und der Rest der Kurve sind nicht doof. Sie wissen um das Fußballgeschäft und akzeptieren es auch auf ihre Art und Weise.
Ich bin mir sicher, dass es bei einem Aufeinandertreffen mit ManU zu Standing Ovations für Manuel Neuer gekommen wäre. Weil es ein Junge aus der Kurve zu einem riesengroßen Klub geschafft hat und weil er dem “Automatismus”: Junges, deutsches Ausnahmetalent geht natürlich zu den Bayern, widerstand. Denn auch das machen manche große Sportler aus.

Glück Auf!

 Posted by on 23. September 2011 at 11:55

  22 Responses to “Eine Antwort an Fernglas FCB”

  1. danke für diese ausführliche Begründung! Hoffentlich lesen es viele Leute und werden so ein Stück mehr das Schalker Herz verstehen…
    Weiter so!

  2. Groß!

    Wahre Worte und trotzdem wird die Mehrzahl der Leute es nicht verstehen können. Sie werden die Reaktionen immer nur auf den Fakt des Wechsels beziehen und nicht auf die Geschichten, Aussagen und Reaktionen um eben diesen herum.
    Mir stinkt das Argument, Fußballer sind normale Arbeitnehmer, mittlerweile gewaltig.
    Sie sind es eben nicht. Sie sind anders, handeln anders, werden anders gesehen, werden anders behandelt.
    Der Mikrokosmos Fußball, obwohl oft als roh und plump angesehen, besteht viel mehr aus Gefühlen, Stolz und der Hoffnung auf Respekt für all die, die den Spieler und Vereinen folgen.

    Genau aus diesem Grunde ist die Reaktion bei der Rückkehr von Manuel Neuer so ausgefallen. Ein Spieler, an den ein ganzer Verein geglaubt hat, hat die Wunschvorstellung verlassen. Und genau das tut den Personen, die diesem Mikrokosmos angehören verdammt weh und verletzt sie.

    • Viele Leuten werden es nicht verstehen, weil diese angesprochenen Gefühle, der Stolz, die Hoffnung und der Respekt denke ich bei uns eine ganz andere Gewichtung haben als in anderen Regionen. Dort wird das Thema ein wenig rationaler gesehen. Diesen Umstand zu erklären würde aber den Rahmen sprengen. Das hat viel mit der Geschichte des Vereins zu tun und die daraus resultierende Bedeutung des Fussballs für die Anhängerschaft, die sich je nach Region doch ganz unterschiedlich entwickelt hat. Das im Ruhrgebiet die Sensibilität viel höher ist als anderswo ist doch allgemein bekannt. Die Gründe hierfür liegen sicherlich ganz unterschiedlichen Dingen wie soziale Struktur der Region usw usw. Genau deswegen wird diesen ganzen Umstand niemand verstehen, der den Fussball innerhalb des Ruhrgebiets nicht über eine längere Zeit mal persönlich miterlebt.

  3. Ich kann den Manuel Neuer verstehen das er zu Bayern gegangen ist. Gleiche Sprache und er kennt aus der Nationalmannschaft viele Spieler und vor allen Dingen er will was gewinnen. Andererseits ist er jetzt bei den Bayern im Gegensatz zu Manu auch eine Konkurrent von Schalke, kann ich auch verstehen. Aber ihn so auf Schalke zu empfangen, ich weiß nicht.

    • @Sepp: “Die Zeit heilt alle Wunden” und da nunmal noch nicht so viel Zeit vergangen ist, klafft die Wunde einfach noch. Und blutet.
      Du wurdest nicht verletzt, deswegen kannst du die Reaktion der Fans auch nicht nachvollziehen.

  4. ich verstehe nicht, warum seitens schalker noch immer so viel energie in die causa ex-torwartangestellter investiert wird.

    forca fährmann

    • Ich eigentlich auch. FernglasFCB hat mich da wieder reingezwungen. Eigentlich wollte ich nur einen Kommentar unter seinen Blogbeitrag schreiben. Der ist dann aber so lang geworden, dass ich ihn als eigenen Beitrag verpackt habe.

  5. Absolut 100%ige Zustimmung , insbesondere zum letzten Absatz. Irgendwie gibt es tatsächlich nur zwei Klubs, zu denen MN nicht hätte gehen dürfen. Zwei von zweihundert möglichen! Und? Er macht es natürlich prompt falsch. Zielsicher und offensichtlich unbeirrbar. Die Reaktion der Fans aus den o. g. Gründen halte ich daher für völlig nachvollziehbar.

  6. Das, was hier als ‘Fans’ bezeichnet wird, ist ein Haufen dummer, neidischer, trotziger, denkfauler und seelisch verkrüppelter Blagen. Emotionale Vollidioten und Schalkeholiker, die nicht 10 cm gradaus denken können, weil ihr geistiger Horizont nach 0,4 cm schon zuende ist.
    Und das gilt in meinen Augen für alle derartigen Fans jedes Vereins (Hallo, Schickeria uswusf), die einfach nicht in der Lage sind, rational zu sein und nichts anderes können, als zu lieben oder zu hassen, himmelhochjauchzend oder zu Tode betrübt zu sein, die nur schwarz oder weiß kennen und die sich nicht eine Millisekunde für den Menschen XY interessieren, sondern tumb denken: Wenn man morgens aufsteht und weiss, wer der Feind ist, dann hat der Tag Struktur.
    Sagte Volker Pispers (zumindest sinngemäß) und er hat damit sowas von ins Schwarze getroffen.
    Mißgunst, Neid und nicht vorhandenes Sozialverhalten = ‘echter’ bzw ‘wahrer’ Fan? Ich glaub’s fast.

    Da gibt es auch nix zu verteidigen, das ist einfach nur Scheiße.

    • Ich frage mich gerade, wer hier nur schwarz-weiß denkt bzw. alle Ultras (dabei habe ich nicht nur Ultras gemeint) über einen Kamm schert?

      Du solltest mal etwas von deinem hohen Ross herunter kommen und nicht ständig Volker Pispers zitieren. Auch der hat die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen.

      Emotionen sind in einem Stadion erlaubt, wichtig und notwendig. Auch negative Emotionen.

    • Lieber Manfred,
      sind Sie sicher in der richtigen
      Sportart unterwegs zu sein?
      Schon mal über Schach
      nachgedacht? Ganz im Ernst ich
      gehöre zwar auch zu den von
      Ihnen so liebevoll skizzierten Fans
      aber ich selbst spiele seit 20 J
      bei den Schachfreunden in
      Kirchhellen. Raten Sie mal wo
      mir mehr Psychos begegnet sind.

  7. In epischer kürze das wesentliche wunderbar zusammengefasst incl. der reaktion Neuers, der wusste, wie diese von ihm als ex-ultra akzeptierten spielregeln für ein solches verhalten lauten – eben darum auch keine klage von seiner seite auf die reaktionen der schalker fans. Was an dem banner so verwerflich sein soll, erschliesst sich mir nicht: für viele schalker ist Manuel Neuer irgendwann zwischen 2005 und 2011 als SCHALKER gestorben – so what. Wer das, was tobitatze hier geschrieben hat, nicht nachvollziehen kann, ist für mich (den vorwurf von missgunst, neid und nicht vorhandenem sozialverhalten lasse ich unkommentiert – er spricht ohnehin deutlich genug gegen den verfasser), ein IGNORANT (und das ist nicht einmal der ex-keeper): frei übersetzt (ich formuliere es mal neutral): ein nicht-wissen-wollender-mensch.

  8. Respekt Tobi. Nachdem ich gestern den Titel des Posts bekrittelt habe, ziehe ich heute den Hut. Obwohl ich nicht in allen Punkten übereinstimme, großes Florett heute.

  9. So sonderlich hoch ist das Roß nicht, eher ein Zwergpony.
    Ich mag dieses Verhalten nicht, finde es schlicht widerlich und da werden auch nicht nur irgendwelche Ultras über einen Kamm geschert, sondern alle, die sich anmaßen, sich so zu verhalten wie dieser Mob. Das steht auch da, finde ich. Falls du dich auf mein Beispiel der Schickeria beziehst, so hat das schlicht den Grund, daß es sich bei deinem Beitrag um eine Antwort auf einen Bayernblogbeitrag handelt und da ist dieser Mob ja wohl die bekannteste Gruppierung.
    Ich zitiere lieber Pispers, wenn es paßt, als sonstwen anders, ich mag den Mann.

    Und oblomow: es geht nicht um Nachvollziehbarkeit, sondern um Verhaltensweisen, die ich ablehne, weil mir das, was in diesen Köppen vorgeht, ziemlich exakt so scheuklappenmäßig erscheint, wie du es mir meiner Denke unterstellst.
    Ein ‘Danke für 5 geile Jahre’-Transparent wär ne Sache gewesen, aber zu sowas sind solche Menschen ebensowenig in der Lage wie sie es dazu sind, die großartige letzte Saison des BVB auch als solche anzuerkennen. Neidlos. Einfach so. Das spricht sicher auch gegen mich, gell?

  10. Na dann will ich mal antworten… zunächst aber Danke für Deine ausführliche Reaktion – so unähnlich sind wir uns ja in einigen Punkten gar nicht.

    Fangen wir mit Deinem ersten Absatz an – da sind wir weitestgehen einer Meinung – Punkt. Und ja, ich habe Verständnis für diese Träumerei.
    Dann erwähnst Du die Torwartausbildung… so viel ich weiß, ist Neuers Torwarttrainer mit zu den Bayern gegangen – liegt die TW-Ausbildung in Schalke jetzt vollendes brach? Ich denke nicht. Und warum wäre man da nicht viel eher böse auf den TW-Trainer als auf Neuer? Ich finde diese These immer noch gewagt… denn wie gesagt, investiert hat doch in erster Linie der Spieler und dann erst der Verein.

    Dann schreibst Du von Huldigungen und Kultstatus – da werfe ich mal den Namen Podolski in die Runde. Bei dem es wohl ohne Zweifel ganz genauso, wenn nicht noch mehr der Fall als bei Neuer. Was aber haben die FC-Fans gemacht? Sie haben “ihren Helden” auch nach dem Wechsel frenetisch begrüßt und als einen der ihren empfangen. Das finde ich alle mal besser und halte es für die reifere Reaktion, als dies bei Neuers Rückkehr der Fall war. Auch Podolski ging zu Bayern – und nicht etwa ins Ausland. Und auch bei Podolski war der Schritt zwangsläufig – wenngleich es auch nicht zum gewünschten Erfolg geführt hat.

    Dass Neuer die Aussagen aus irgendwelchen Jahrbüchern im Nachgang um die Ohren gehauen werden ist – mit Verlaub – unreif und dumm! Der Mann ist noch extrem jung, und er war zum Zeitpunkt dieser – zu dieser Zeit vermutlich auch ehrlich gemeinten Aussagen – noch viel jünger. Dies jetzt hervorzukramen und dann als Beweis für fehlende Integrität zu benutzen, ist albern. Was hast Du vor fünf Jahren geäußert (als junger Mensch), das Du heute so nie wiederholen würdest? Ich jedenfalls einiges. Der Mensch entwickelt sich – und redet zudem auch sehr viel Unsinn im Laufe der Zeit – oder weiß es zu diesem Zeitpunkt einfach nicht besser.

    Was die Pressekonferenz angeht, hast Du Recht – er wäre besser beraten gewesen, hier die Wahrheit zu sagen – aber auch das kann man einem jungen Menschen nachsehen. Immerhin wußte er um die Brisanz der Situatation. Fehler Neuer, keine Frage.
    Was Manchester betrifft, hat Neuer meines Wissens einen Wechsel ins Ausland früh ausgeschlossen – hier war er nur ehrlich, wenngleich das die Verhandlungsposition Schalkes geschwächt haben mag. Zu wenig hat der Klub aber sicherlich nicht bekommen, oder?
    Im Hinblick auf die “Idee der Ultra-Bewegung” äußere ich mich hier jetzt nicht – ich halte diese “Idee” für widersprüchlichen Schwachsinn – sie wird von vielen Ultras selbst schon zu genüge selbst verraten.
    Was ein i.e. Wechsel Schweinsteigers etc. zu Inter angeht: Ja, auch bei uns laufen genug herum, die auch so reagieren würden, wie ich das kritisiere. Da “erzähl ich Dir nix”, das schrieb ich schon in meinem Text sehr deutlich. Ich habe hier nicht die Schalke-Fans verteufelt, sondern ganz im Allgemeinen ein solches Verhalten kritisiert (auch bei Bayern!).

    Schlussendlich ist übrigens auch Bayern München ein solch “riesengroßer” Klub – aber ich verstehe durchaus, dass es als direkte Konkurrenz natürlich den Schalker eher schmerzt, als ein Wechsel Neuers zu Manchester. Abgesehen davon sehe ich es nicht als erstrebenswert an, diesem Automatismus zu Bayern zu gehen nicht zu folgen. Ich bin immer froh wenn ein guter Spieler in der Liga verbleibt, statt ins Ausland zu gehen, denn das spricht auch für den Fußball in diesem Land und für die Bundesliga.

    Und falls Du es nicht wusstest, ich habe Jahrzehnte in Kurven und auf Tribünen gestanden – mittendrin. Nur, dass Du nicht denkst, ich wüsste nicht wovon ich rede.

    • Vielen Dank für deine Antwort. Auch ich will mal auf deine einzelnen Punkte eigehen:

      o Torwarttrainer: Der Mann hinter den Kulissen ist Lothar Matuschak. Hier findest du ein ausführliches Interview zu ihm (http://bit.ly/qrk8ej). Die Verpflichtung von Tapalovic hatte mich damals übrigens sehr überrascht. Die Ausbildung, die Neuer auf Schalke genossen hat. Diese hohe Qualität, findet man sicher nirgendwo in der Bundesliga.

      o Podolski: Der große Unterschied ist, dass der Effzeh damals in die zweite Liga abgestiegen ist und ein Nationalspieler nicht noch einmal auf diesem Niveau spielen konnte. Wir waren zum Zeitpunkt der Pressekonferenz im Halbfinale der CL und im Finale des DFB Pokals. Wir haben in zwei von drei Wettbewerben besser abgeschnitten, als der FC Bayern. Nicht, dass Schalke deshalb auf Augenhöhe mit den Bayern ist. Aber sie sind sicher sehr viel näher dran als der Effzeh. Abgesehen davon: Komm mir nicht mit dem Wort “reifer” im Zusammenhang mit (einigen) Effzeh-Fans. Zudem haben wir ja gesehen, was aus Podolski geworden ist. Er ging als Prinz und kam als Prinz zurück, anstatt als König. Für mich war die Entscheidung pro Bayern und gegen Bremen der größte Fehler den Poldi in seiner Karriere gemacht hat. Sonst würde er evtl. heute eine bedeutendere Rolle im Vereinsfußball spielen. (http://bit.ly/peN6ok)

      o Neuers Aussagen: Diese waren nur beispielhaft. Sicher ändern sich Meinungen und Ansichten. Dadurch werden sie aber nicht vergessen. Es passt einfach zum Gesamtbild dieses Wechsels.

      o Zum Rest: Nur weil Menschen anders ticken als du, musst du sie nicht gleich reagieren. Vielen Menschen fehlt die Objektität (die man als Blogger evtl. auch stärker entwickelt) die du an den Tag legst, wenn es um Fußball geht. Und das ist kein Fehler. Ich wiederhole: Fußball ist in erster Linie Emotion. Nimmt man diese Emotion raus, dann würde ich deinen Artikel direkt unterschreiben. Mach ich aber nicht. Und deshalb finde ich das Verhalten der Schalke Fans beim Spiel gegen die Bayern zwar immer noch diskutabel, aber nicht so verurteilenswert, wie du es dargestellt hast.
      Sind die Schalke Fans übrigens für dich jetzt wieder die absoluten Gutmenschen, weil sie Ralf Rangnick durch Spruchbänder, Banner und Sprechchöre alles Gute auf seinem anstehenden Weg der Besserung gewünscht haben? Eigentlich müsstest du solche Reaktionen ja in den Himmel loben, wenn du Pfiffe so abgrundtief verabscheust…

      • Sie (diese Reaktionen zu Rangnick) machen die Anti-Neuer-Aktionen im Grund noch absurder. Wie lange war Rangnick bei Schalke – in Jahren? Wie lange Neuer?
        Ich denke die Torhüter-Ausbildung ist bei anderen deutschen Vereinen auf ähnlich gutem Niveau. Bei Podolski geht es doch nicht um die Liga – es geht um die Art und Weise wie mit einer Identifikationsfigur nach einem Wechsel umgegangen worden ist.
        Was die Emotionen angeht, kann ich Vieles nachvollziehen – vor allem wenn es um spontane Emotionen geht. Plakate malen und sich so akribisch auf solche Aktionen vorzubereiten, ist allerdings nicht spontan – somit kann man hier durchaus erwarten, dass der ein- oder andere vorab mal den Kopf benutzt – zum Denken und nicht nur zum Pfeifen.
        Nun gut, lassen wirs dabei. Ich denke jeder von uns hat seinen Standpunkt klar gemacht (und den anderen zumindest verstanden).

  11. Ein gut geschriebener sachlicher Kommentar keine Frage !
    Aber ich frage mich bei sowas immer, warum müssen / sollen wir uns rechtfertigen ?
    Wenn BILD etwas gut oder schlecht findet, wenn juckt es?
    Wen interessiert die Meinung eines temporärer Jubelanhänger aus München ?

    Niemanden

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