Sep 122011
 

Schalke verliert gegen Wolfsburg mit 2:1. Dabei lief das Spiel für die Königsblauen zu Beginn ganz nach Plan. Der Ball lief. Der Spieler ohne Ball ebenfalls. So zeigte die Rangnick-Elf in den ersten 25 Minuten gefälliges Offensivspiel. Auch Defensiv zeigte man keine Blöße.

Benedikt Höwedes sagte nach dem Spiel in die Sky-Mikros, dass ein schlampiger Rückpass vor dem Ausgleich die gesamte Mannschaft aus dem Konzept gebracht habe. Dass es sein Rückpass war, behielt er für sich. Zu diesem Zeitpunkt machte sich Wolfsburg auf, auch ernsthaft etwas in die Offensive zu investieren. Keine fünf Minuten später stand es 1:1. Auf der rechten Schalker Abehrseite wollten weder Höger noch Holtby angreifen. Die scharfe Flanke flog an der Innenverteidigung vorbei auf den Kopf von Mandzukic, den Fuchs nicht artgerecht deckte.

In der Folge trat Wolfsburg dann auch endlich als Heimteam auf und es entwickelte sich ein richtig gutes Bundesligaspiel mit Siegchancen auf beiden Seiten. Insgesamt musste Schalke die anfängliche Überlegenheit im Mittelfeld aufgeben. Die physische und auch die psychische Überlegenheit der Wolfsburger war unübersehbar. Im defensiven Mittelfeld hat ein Mann mit Erfahrung gefehlt, jemand mit Leaderqualitäten, der den jungen Defensivverbund zusammen hält. Ein Mann wie Jermaine Jones oder Peer Kluge. Ich will weder Holtby, noch Papadopoulos ihre durchaus zufriedenstellenden Leistungen absprechen. Doch die Spieler, die für solche Situationen die Erfahrung und die Führungsqualitäten mitbringen, findet man bei uns nur an vorderster Front. Raúl, Farfan und Huntelaar haben diese Fähigkeiten, verhungerten aber über weite Strecken, da die Wolfsburger das Mittelfeld im Griff hatten.

So zeigte Wolfsburg an diesem Sonntag die Qualität, die Schalke in den letzten Wochen ausgezeichnet hat: Sie drehten ein Spiel, bei dem sie bis zum Ausgleich das klar schlechtere Team waren, um danach mit Kampf, Leidenschaft und Glück das Spiel das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden. Eigentlich ließ der Spielverlauf nur eine Punkteteilung zu. Der abgefälschte Freistoß, der letztendlich zum Wolgsburger Sieg führte, war glücklich und ärgerlich zugleich. Vielleicht kam diese Niederlage aber auch zum richtigen Zeitpunkt. Ein Spitzenspiel mit den punktgleichen Superbayern wäre für dieses junge Team vielleicht doch des Guten zu viel gewesen.

Weiter geht es am Donnerstag im ersten Gruppenspiel gegen Steaua Bukarest. Das Spiel steht unter besonderen Vorzeichen, da man nicht in Bukarest spielt, sondern im 450km entfernt gelegenen Cluj. Es wird also für beide Teams ein Auswärtsspiel und das kann für uns nur gut sein. Die drei bisherigen Saisonniederlagen (Stuttgart, Helsinki, Wolfsburg) kassierten wir in der Ferne. Hoffen wir also, dass auch Steaua seine Probleme in fremden Stadien hat.

Der Hunter Counter muss heute wieder nach oben korrigiert werden. Huntelaar hatte einige wenige gute Gelegenheiten, ihm fehlte allerdings in den entscheidenden Situationen die Konzentration und das Glück. Er ist in der Bundesliga nun seit 213 Minuten ohne Tor. Kein Grund zur Aufregung. Wenn die Offensive weiterhin so funktioniert, wird auch der Hunter wieder treffen.

 

 Posted by on 12. September 2011 at 09:24

  7 Responses to “Mit den eigenen Waffen geschlagen”

  1. Das ist kein Huntelaar-Bashing, aber die Feststellung muss erlaubt sein: Vom Eigenanspruch her muss er das Ding in der 80. Minute reinmachen. Besser kann man im gegnerischen Strafraum nicht zum Abschluss kommen.

    • Sehe ich auch so. Allerdings bringt er den Ball immerhin auf das Tor. Bei der Distanz und dem Schwung, den er hatte, reicht das manchmal. Gestern nicht. Schade.

  2. Ich nochmal, zum Hunter-Counter:

    Schalke – Bundesliga: 203 Min
    2011/12 – Bundesliga: 112 Min
    Schalke – Alle Wettbewerbe: 145 Min
    2011/12 – Alle Wettbewerbe: 60 Min

    Ich verstehe den Unterschied zwischen den Zeilen 1 und 2 sowie zwischen den Zeilen 3 und 4 nicht.

    Ich mag die Idee des Counters sehr. Vielleicht kannst du es typografisch etwas anders aufbereiten und so deutlicher machen.

  3. Bleibt es aktuell jeweils bei “Schalke – Alle Wettbewerbe” auch nicht. Bei Win7/Firefox und Win7/Chrome bricht die Minutenanzahl in die nächste Zeile um. Einzig bei Win7/IE (Bäh!) stimmt die Darstellung.

    Vorschlag: Mach via css die Schrift einfach kleiner, vielleicht auch serifenlos (Arial, 11 Px) und zieh einen Kasten drumherum – das hebt es dann besser in der Sidebar ab.

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