Aug 192011
 

War das ein peinlicher Auftritt! Schalke verliert mit einer unterirdischen Leistung und Einstellung mit 0:2 in Helsinki. Und ich sag es gleich: Es war nicht (nur) der Kunstrasen.

Natürlich fällt es einem Spieler, der ca. ein Mal am Tag auf diesem Kunstrasen trainert, leichter, den Ball aus knapp 20 Metern mit dem Etikett Traumtor in den Knick zu setzen. Dass er dabei von Papadopoulos höflich eskortiert wird, liegt einzig und allein an ihm und der gesamten Schalker Leistung.

Auch der Rest des Spiels war im Großen und Ganzen unterirdisch. Langsam, aber sicher wurde der Ball in der ersten Halbzeit bis vor den 16 Meter Raum getragen. Nach außen gespielt und wieder zurück. Danach gab es genau drei Optionen im Schalker Spiel:

  1. ein schwacher Distanzschuss
  2. der vergebliche Versuch den tödlichen Pass in den Strafraum zu spielen
  3. oder der erneute Pass nach außen, wo dann eine meist schwache Flanke folgte

Die vierte Option, mal 1 gegen 1 gehen und die technisch unterlegenen Spieler aus Helsinki mal umspielen, kam so gut wie keinem unserer technsich versierten Holtbys, Moraveks oder Maricas in den Sinn.

In der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild. Schalke schaffte es nämlich nichtmal mehr fehlerfrei bis vor den Strafraum. Der Ball wurde entweder via Halbflanke in den Strafraum geschlagen, oder aber schon auf dem Weg zum Strafraum verstolpert. Das 2:0, bei dem Höwedes sich zum vier- bis sechsten Mal überlaufen ließ, war da eigentlich nur die logische Konsequenz aus mangelndem Einsatz und Einstellung, einem fehlenden Verständnis für die Spielidee des Trainers und fehlenden Führungsspielern.

Damit kommen wir dann auch zum zweiten Teil dieses Artikels: Ralf Rangnick ging das Spiel ohne einen einzigen richtigen Führungsspieler an. Während Christoph Metzelder, Peer Kluge und Jefferson Farfan, alles potenzielle bzw. ausgewiesene Führungsspieler, aufgrund von Verletzungen nicht dabei sein konnten, nahm sich Ralf Rangnick in Absprache mit dem Mangement und den betroffenen Spielern, bereits am Mittwoch die Chance, auf eine Situation zu reagieren, wie sie nach den ersten 15. Minuten des Spiels eintrat und von genau solchen Spielern möglicherweise hätte verhindert werden können: Dass das Team Stück für Stück in sich zusammen fällt.

Das Fehlen von Jermaine Jones, der alleine durch seine physische Stärke das ein oder andere Zeichen hätte setzen können und die Nichtberücksichtigung von Raúl, der dieser jungen Mannschaft alleine durch seine physische Präsenz auf dem Platz hätte halt geben können, waren riesen Fehler.

Zum Thema Raúl bleibt mir mittlerweile nur noch eines zu sagen: Kneift mal die Ärsche zusammen und kriegt euch wieder ein! Dieser Aufruf geht an den Manager Horst Heldt, den Trainer Ralf Rangnick, aber vor allem auch an den Superstar Raúl! Denn egal, was zwischen diesen Parteien vorgefallen ist, die Gräben können nicht so tief sein, dass die eine Seite die beleidigte Leberwurst gibt, während die andere Seite auf unprofessionelle Art und Weise versucht, die selbst entzündeten 1000 Feuer irgendwie unter Kontrolle zu bekommen.

Raúl und der Verein FC Schalke 04 haben sich im letzten Jahr darauf verständigt, zwei Jahre zusammen zu arbeiten. Wir haben von Real Madrid einen der größten Fußballer unserer Zeit quasi zum Nulltarif bekommen. Dafür bekam Raúl die Möglichkeit sich noch einmal im Ausland zu beweisen und leidenschaftliche Fans, die ihn von der ersten Minute an ins Herz geschlossen haben. Er durfte mit einem jungen Team in Mailand Geschichte schreiben und sich den letzten noch fehlenden nationalen Titel des Pokalsiegers in seine Visitenkarte schreiben. Zudem hätte er in dieser Spielzeit die Möglichkeit gehabt, um den letzten internationalen Vereinstitel zu gewinnen, der in seiner Vita noch fehlt. Die Europa League. Doch das kann er sich jetzt wohl abschminken. Zumindest mit dem FC Schalke 04

Beide Seiten sollten jetzt dafür Sorge tragen, dass diese Vereinbarung auch erfüllt wird. Schalke braucht Raúl. Das wurde gestern mehr als deutlich. Doch Schalke braucht vor allem einen Raúl, der sich wohl fühlt. Deswegen an alle Parteien. Steckt die Köüfe zusammen, räumt eure Probleme aus dem Weg und zieht die Partnerschaft noch ein Jahr durch!

 Posted by on 19. August 2011 at 12:23

  4 Responses to “Vittu! Perkele! Saatana!”

  1. Danke für die Worte, insbesondere die zum Thema Raul!

  2. “Kneift mal die Ärsche zusammen und kriegt euch wieder ein! Dieser Aufruf geht an den Manager Horst Heldt, den Trainer Ralf Rangnick, aber vor allem auch an den Superstar Raúl!”

    Beide Daumen hoch!

  3. […] blogundweiss.de Ein Blog für den S04 Springe zum Inhalt HomeSocial Media – TabelleAutorenKontaktImpressum ← Vittu! Perkele! Saatana! […]

  4. Arsch zusammen, richtig so!
    Zum Traumtor fällt mir nur ein , dass der Ball den ungewohnten Kunstrasen ja gar nicht berührt hat. Hätte also auch ein Schalker hinbekommen sollen bei einem der schwachen Distanzschüsse.
    Na ja, unter Druck Rückstände aufholen können sie ja, lässt also hoffen.

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