Jul 292011
 

Ciprian Marica ist auf Schalke angekommen. Wochenlang geisterte der angebliche Liebling von Sportvorstand Horst Heldt durch die Medien. Nun ist er also da. Der Rumäne kommt ablösefrei, weil der VfB Stuttgart nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte. Egoistisches Verhalten wurde ihm vorgeworfen. Mannschaftsundienlich sei er gewesen. Abgesehen davon konnte er nie die überzogenen Erwartungen als Gomez-Ersatz erfüllen

An dieser Stelle muss man Horst Heldt nochmal ein Lob aussprechen. Der Markt gibt zur Zeit einfach keine Spieler zu bezahlbaren Preisen her, die uns tatsächlich weiter bringen. Vor allem nicht für einen Verein, von dem jeder weiß, dass er gerade einen richtigen Batzen Kohle für seinen Torhüter kassiert hat. Da legt man gerne nochmal etwas drauf, wenn es in Richtung Ablöseverhandlungen geht. Diese Erfahrung hat Heldt schon in Stuttgart gemacht, als er den schönen Mario nach München verkauft hat. Die Preise waren astronomisch und Heldt hat sich dazu hinreißen lassen, diese Preise eben nicht zu ignorieren.

Heute kann man sagen, dass er aus seinen Fehlern gelernt hat. Weder die völlig überzogenen Ablseforderungen von Hannover 96 und dem 1. FC Kaiserslautern für ihre sicher talentierten Torhüter Zieler und Trapp wollte Heldt bezahlen, noch für einen Pappiss Demba Cissé, der ebenfalls nur weit über Marktwert zu haben gewesen wäre. Stattdessen bedient sich Schalke zwar eines charakterlich auf dem Prüfstand stehenden Spielers, dessen Vertrag aber nur bis 2013 läuft und somit als überschaubares Risiko einzustufen ist.

Hoffen wir, dass Marica auch aus seinen Fehlern lernt und auf Schalke zunächst kleine Brötchen backt. Nominell ist Marica nun Stürmer Nummer 4. Hinter Huntelaar, Farfan und Raúl. Eine Chance auf regelmäßige Einsätze hätte er – Verletzungen der Übrigen ausgenommen – wohl nur bei einem Spielsystem mit zwei Stürmern.

Marica wird klar sein, dass die Verpflichtung ein Glücksfall für ihn ist. Kein anderer größerer Verein, vor allem nicht aus der Bundesliga, hat zumindest öffentliches Interesse an seiner Person gezeigt. Wäre er nicht im Westen untergekommen, hätte er sich wohl im tiefen Osten, sprich Russland, umsehen müssen. Fraglich ist, wie der Boulevard mit ihm umgeht. Ein weiterer Stinkstiefel vom Schlage Albert Streit käme der Bild sehr gelegen. Ich bin mir sicher, dass man keine Möglichkeit ungenutzt lassen wird, auf seine vermeintlichen Fehltritte in Stuttgart hinzuweisen. Hoffen wir, dass ihm die Medien, die Fans und das Team eine faire Chance geben. Ich glaube nicht daran.

Herzlich Willkommen auf Schalke, Ciprian!

 Posted by on 29. Juli 2011 at 10:46

  5 Responses to “Aus Fehlern lernen”

  1. Der alte Stinkstiefel soll wirklich froh sein, dass er einen Verein gefunden hat.
    Ich hoffe nur, dass er nicht bei euch das Gleiche durchzieht, wie bei uns!

    Er darf gerne Tore schiessen, und ich hoffe, er wird gleich bei uns in Stuttgart eingesetzt. Denn der Kerle wird das Tor eh nicht treffen! :)

    Forza VfB!
    Thomas

    • Was hat er sich denn so arg zu Schulden kommen lassen. Wie bereits erwähnt: Ich habe das Ganze nicht so verfolgt.

  2. Was doch verwundert, ist die Tatsache, dass erst jetzt unterschreibt. Das hätte man ggf. schon vor dem 2.ten Trainingslager haben können. Aber da wurde wohl noch auf andere Lösungen spekuliert. Naja, ich hoffe das Beste und denke, Schalke kann bei dem Geschäft nicht viel verlieren. Für Marica steht hingegen die Zukunft seiner Karriere in Westeuropa auf dem Spiel!

  3. Ich tippe, Marica hat sich in Stuttgart hauptsächlich dasselbe zuschulden kommen lassen wie dereinst bei uns Orlando Engelaar: Er hat die hohen Erwartungen nicht erfüllt.

  4. In den Gesprächen hatte sich der Rumäne, der im Jahr 2007 einen Fünfjahresvertrag bis 2012 bei den Schwaben unterzeichnete, uneinsichtig gezeigt, was seine Rolle im System von Labbadia angeht und was konkret von ihm erwartet wird. In der rumänischen Zeitung Gazeta Sporturilor war folgendes von Marcia zu vernehmen: “Als zweiter Stürmer mit Defensiv-Aufgaben bin ich verschwendet. Ich verliere meine Frische, um zu treffen. Ich könnte spielen, was Labbadia will, aber ich fühle, dass ich so der Mannschaft nicht helfe. Ich bin Stürmer, eine Nummer 9, kein Zehner, kein Elfer, kein Achter. Ich bereue, dass ich 2007 die Dummheit gemacht habe, einen Fünfjahresvertrag zu unterschreiben. Ich bin unglücklich. Für beide Seiten wäre es besser, wenn wir im Sommer eine Lösung finden.”

    das war der Grund seiner Verbannung

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