Apr 072011
 

Ralf Rangnick ist schon ein Phänomen. Kaum drei Wochen schwingt er das Zepter auf Schalke und schon weht der Wind nicht mehr ins königsblaue Gesicht, sondern drückt ganz Schalke praktisch nach vorne.

Neben den spielerischen Fortschritten, die gegen St. Pauli und Inter Mailand deutlich wurden, schafft es Rangnick offenbar, auch die Spieler, das Team, ja den ganzen Verein zu beflügeln und eine menschliche Note zu verpassen.

Schon vor knapp sieben Jahren hat Rangnick dieses Wunder geschafft. Auch damals wurde Schalke von einem “harten Hund” trainiert, der die Mannschaft mit seinen altmodischen Methoden nicht erreichen konnte. Don Jupp musste gehen und Müller präsentierte diesen Professor, der von Manager Rudi Assauer in der Pressekonferenz mit falschem Vornamen angekündigt wurde.

Dann ging alles sehr schnell. Nicht nur auf dem Platz wurde das Tempo deutlich erhöht. Die Mannschaft präsentierte sich als Einheit und stürmte, mit Lincoln an der Spitze, bis auf Platz 2. Es wurde der Offensivfußball zelebriert, den man seit den Jahren, als Emile Mpenza, Ebbe Sand und Jörg Böhme auf dem Platz standen, vermisst wurde.

Auch in der Gegenwart scheint Rangnick derjenige zu sein, der den Knoten lösen kann. Der das Biest Schalke frei lässt, so dass es solche Spiele abliefern kann, wie wir es vorgestern in Mailand erleben durften.

Am Samstag kommt der harte Hund mit seinem Wolfsburger Rudel in die Arena. Magath wird es nicht gefallen haben zu sehen, dass die Mannschaft offensichtlich gegen ihn gespielt hat bzw. er die richtigen Knöpfe nicht gefunden hat, um das wahre Potenzial dieses Teams abzurufen.

Hoffen wir, dass Rangnick es weiterhin schafft. Am liebsten natürlich gegen den alten Trainer und Manager. Das wäre das Sahnehäubchen auf eine tolle königsblaue Woche.

 

 Posted by on 7. April 2011 at 09:11

  7 Responses to “Der Entfesslungskünstler”

  1. Glück Auf!

    Klar würden wir uns alle über einen Sieg gegen VW freuen, und ich gebe Dir auch Recht was die Tendenz in den letzten beiden Auftritte angeht, aaaaber:

    -gegen Inter waren die Leute, die Felix geholt hat ziemlich gut

    -international lief’s diese Saison ja meistens recht rund (auch wenn das 2:5 bisher das Sahnehäubchen war)

    -Ein- und Aufstellung hat Rangnick perfekt hinbekommen – obwohl sich am Dienstag viele die Augen gerieben haben dürften wer da aufläuft – aber das Inter kraft- und laufmäßig am Ende klar unterlegen war kann nicht nur am NEUEN Trainer gelegen haben

    -als Magath als “harter Hund” geholt wurde war das ja nicht das schlechteste für unseren doch gerne mal etwas chaotischen Verein

    -auch Don Jupp hat damals – auch wenn einiges nicht gepasst hat – junge Spieler an den Kader rangeführt, die ihre Sache dann unter Rangnick sehr gut gemacht haben

    Ich will hier keinen Felix-Lobgesang anstimmen, da waren bestimt viele Sachen nicht in Ordnung, aber man sollte auch nicht alles verteufeln was vorher war. Freuen wir uns lieber über die aktuelle Entwicklung (die ja immer einer Vorgeschichte bedarf) und hoffen wir mal, dass Ralf “Rolf” Rangnick unseren Jungens weiter so gut tut!

  2. Auf einmal funktioniert’s sogar wieder richtig unter Opera,
    was für ein fähiger Blogger :-)

  3. Ich würde die Ära Magath weder verklären, noch verdammen. Immerhin hat er die Truppe ja dorthin geführt, aber offenbar mit wenig freundlichen Methoden.

    Zu Ralf Rangnick. Ich mag ihn und er kann wirklich was aus der Truppe machen. Allerdings hat er in der Heynckes-Saison von der Fitness der Mannschaft profitiert, man denke z.B. an die Aufholjagd in Hamburg damals. In der Saison, die er vorbereitete, hatte die Mannschaft meiner Erinnerung nach körperliche Defizite, die sich letztlich auch auf die Attraktivität des Fußballs ausgewirkt haben. Hoffen wir, dass das nächste Saison nicht passiert.

    • Ich verkläre Magaths Leistung nicht. Siehe hier den letzten Abschnitt. (http://blogundweiss.de/2011/04/06/ein-feuerwerk-des-fusballs/)

      Hat Hoffenheim körperliche Defizite? Ich glaube nicht so sehr. Er wird dort sicher dazu gelernt haben. Abgesehen davon ist mit Markus Zetlmeisl zumindest noch einen von Magaths Schleifern im Team.

      Die körperliche Überlegenheit hat uns in dieser Saison herzlich wenig genutzt, weil spielerisch wenig bis nichts zusammen lief.

  4. Ich habe auf der S04-Mailingliste einen prima Beitrag gelesen. Danach ist es genau die Mischung aus Magath und Rangnick, die so einschlägt. “Magaths Spieler sind fit und Rangnicks Spieler wissen, wohin sie laufen müssen.” So kann man es tatsächlich sehen. Wenn der Rolf jetzt noch an sich arbeitet und auch ein Augenmerk auf Fitness legt, könnten uns gute Zeiten bevorstehen.

 Leave a Reply

(erforderlich)

(erforderlich)

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>