Mrz 162011
 

Die Großdemo ist gescheitert. Die Bewegung “Pro Magath” wird im Laufe des Tages wohl vor vollendete Tatsachen gestellt.

Was früher am Marathontor gegen den Trainer ausgetragen wurde, findet heute wegen der sozialen Netzwerke für den Trainer vor der Geschäftsstelle statt. Absurd eigentlich.

Felix Magath hat knapp 175.ooo Facebook Freunde in Deutschland und einem kleinen Rest der Welt. 900 Schalke Fans organisierten sich via Facebook Gruppe “Pro Magath“. 100 davon erschienen heute, um der Bewegung vor Ort ein Gesicht zu geben. Viel zu wenig, um irgendwen anderen als die Bild zu beeindrucken.

Trotzdem hat Felix Magath gezeigt, dass Facebook gerade für öffentliche Personen eine mächtige Plattform bietet, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt und durchdacht daher eingesetzt wird. Gerade im viel diskutierten Fußballgeschäft wird Facebook wohl eine wichtige Rolle spielen.

Magath hat es sogar schon geschafft, den Facebook Daumen in das Stadionbild zu transportieren. Gegen Valencia und Frankfurt war er letztendlich fast allgegenwärtig. Im alten Rom wäre Tönnies in beiden Fällen nicht lebend aus der Arena gekommen. Zu oft zeigte der Daumen mit seinem Namen nach unten. Schon alleine deswegen steht ein Verlierer in dieser sich androhenden Posse fest.

Das Kapitel Magath wird heute wohl zu Ende gehen. Sollte erneut Ralf Rangnick zur Feder greifen und ein weiteres Kapitel schreiben, muss ich mich demnächst mal mit @tommes04 treffen, damit die Verlosung des Buches auch im Beisein eines Anwalts von Statten geht. 13 Personen haben auf eine Rückkehr getippt. Mehr dazu, wenn – um die gewagte Superkombo literarischer Metaphern den letzten Schliff zu geben – die Messe gelesen ist.

 Posted by on 16. März 2011 at 08:20

  3 Responses to “Vollendete Tatsachen”

  1. Facebook ist ein Kommunikationskanal. Wer die Kommnunikation steuert, steuert die Meinung. Meinung ist Macht. Soviel zur Theorie. Facebook als Mittel, Macht zu erlangen oder/und zu demonstrieren – so einfach ist es dann aber wohl doch nicht. Ich für meinen Teil bin froh, dass Magaths Facebook-Offensive so offensichtlich gescheitert ist. Wenn von 175.000 “Freunden” nur 100 bis 150 tatsächlich (physisch) auftauchen, ist das ein unterirdischer Wert, an dem es auch nichts zu beschönigen oder zu relativieren gibt.

    Die Medien – und über die Medien Magath – haben seine Facebook-Like-Zahlen zu unkritisch und vor allem 1:1 in reale Zustimmung umgerechnet. Als Magath seinen Account einrichten ließ, sonnte er sich in dieser Zustimmung. Sie wurde zu einer Art Faustpfand im Spiel um die Macht, in dem wir uns immer noch befinden. Wie wenig dieses Pfand tatsächlich wert ist, haben wir gestern gesehen. Die Fans von zu Guttenberg haben diese Erfahrung bereits vor ein paar Wochen gemacht, als ihre Aufrufe zu Massendemnstrationen trotz abertausender “Likes” grandios scheiterten.

    Ich kann deshalb deine These, dass Facebook im Fußball eine immer wichtigere Rolle spielen wird, nicht oder nur sehr bedingt teilen. Ich persönlich finde es gut, dass man unseren geliebten Verein nicht durch einen Klick auf ein Daumenicon steuern kann, da so auch eine Fremdsteuerung verhindert wird.

    • Da geben ich dir größtenteils Recht. Facebook wird aber deswegen wichtig bleiben, weil die Kommunikation der Fans mit und über die handlenden Personen nun auf Facebook verlagert hat. Ich will damit nicht sagen, dass dies nun ausschließlich über das Netzwerk geht. Die direkte Kommunikation im Stadion, in den Kneipen und via etablierter Medien bleibt bestehen.
      175.000 “Fans” kann man aber auch nicht so einfach wegdiskutieren und gibt zumindest ein Stimmungsbild unter den Fans und Sympathisanten des Vereins wieder.
      Dass eine Facebook-Bewegung irgendwann mal einen Trainer im Amt hält oder diesen daraus verjagt, ist eher unwahrscheinlich und bleibt, wenn, die Ausnahme.
      Trotzdem: Social Media, und hier besonders Facebook, wird eine wichtige Rolle in der Kommunikation zwischen Fan und Verein werden. Ich bin gespannt, ob der S04 aus den Fehlern gelernt hat und seine Trainer in Zukunft unter der eigenen Facebook-Präsenz sprechen lassen wird.

  2. What a joy to find such clear thinking. Thanks for poitnsg!

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