Mrz 152011
 

Der FC Schalke 04 sucht einen neuen Trainer. Mit dieser These kann man sich ruhig um die Ecke trauen, auch wenn der Inhalt des “Männergesprächs” bis Mittwoch geheim bleiben sollte.

Wenn man sich aber schon bei einem Anwalt trifft, dann kann das nur ein Scheidungsanwalt gewesen sein. Zudem hat Magath dem Team bis zum Mittwoch frei gegeben. Ein weiterer Hinweis darauf, dass eine Trennung kurz bevor steht. Anscheinend sieht er keine Notwendigkeit mehr darin, das Team auf ein Bundesligaspiel vorzubereiten, bei dem er nicht mehr auf der Bank sitzen wird. Ich finde es sehr schade, dass die Ehe zwischen Magath und Schalke nicht länger gehalten hat. Der eine (Schalke) wusste bereits vorher von den Fehlern des anderen, während dieser (Magath) nicht bereit war, auf den Partner zuzugehen und sein Verhalten den Umständen (Fans/Mitarbeiter) anzupassen. Was so toll begonnen hat, geht vermutlich mit einer Schlammschlacht zu Ende.

Denn Tönnies wirft Magath Satzungsbruch in mehreren Fällen vor, da sich dieser wohl nicht an die – von ihm eh gehassten – Statuten bei Transfers über 300.000 Euro gehalten haben soll und in manchen Fällen den Aufsichtsrat wohl nicht kontaktiert hat. Deswegen will man Magath nicht auszahlen. Der Ehevertrag wird – davon gehe ich aus – vor dem Gericht landen und wird uns wohl noch einige Zeit begleiten.

Schalke sucht einen neuen Partner und hat dabei so einiges an Mitgift zu bieten. Da wäre zum einen die europäische Königsklasse. Klanghafte Namen wie Barcelona und Manchester United könnten Trainer-Kandidaten, die eventuell erst zur nächsten Saison bereit wären, schneller ins Boot locken. Zumal Schalke auch immer noch die Chance auf einen weiteren Titel hat. Mit einem Spiel könnte sich der neue Kapitän an Bord den Gewinn des DFB-Pokals auf die Fahnen schreiben. Und das gegen einen Zweitligisten. Einfacher geht es wohl nicht.

Doch ein Laster hat Schalke ebenfalls: Das Abstiegsgespenst ist trotz des Erfolges gegen Eintracht Frankfurt immer noch nicht ganz vom Berger Feld verscheucht. Auf die Pokalwettbewerbe konzentrieren und sich auf die neue Saison vorbereiten, wäre für den neuen Coach also nicht drin. Es gilt, die Konzentration auf die Bundesligasaison zu behalten, will man nicht als der Depp in die Geschichte eingehen, der einen der größten Clubs Deutschlands in wenigen Spielen an die Wand gefahren hat.

Es lässt sich also traumhaft spekulieren. Otto Rehhagel steht wohl als Übergangslösung Gewehr bei Fuß. Allerdings nur, wenn die langfristige Lösung erst im Sommer frei wird. Wie es zum Beispiel bei Robin Dutt, Mike Büskens oder Huub Stevens der Fall wäre. Auch Ralf Rangnick hatte, nach seinem Abschied aus Hoffenheim, betont, erst wieder im Sommer ein Traineramt zu übernehmen. Doch die Aussicht auf die Champions League und einen nationalen Titel dürften gute Argumente auf Schalker Seite sein, den Ex-Trainer schon eher ans Steuer zu holen.

Man darf nun auch auf die Rolle von Horst Heldt gespannt sein. Er wird derjenige sein, der den neuen Trainer verpflichtet und wird ab diesem Zeitpunkt nicht nur am Rande der Manege stehen, sondern wieder mitten im Zirkus Bundesliga mitmischen. Und das im königsblauen Dress. Ob es ihm passt und ob die Menge nach der Vorstellung aplaudiert, muss man abwarten.

Welcher Trainer in den nächsten 48 Stunden präsentiert wird, ist eigentlich noch völlig offen. Deswegen lade ich alle Leser ein, bei diesem kleinen Tippspiel mitzumachen. Es gibt auch etwas zu gewinnen. Das Buch wird unter allen richtigen Antworten verlost.

 Posted by on 15. März 2011 at 07:30

  One Response to “Wer will noch mal? Wer hat noch nicht?”

  1. […] falsche Frage. Es müsste eher lauten: Ist Rangnick wieder der richtige Trainer? Immerhin ist …Ralf Rangnick wagt das Abenteuer Schalke also ein weiteres Mal. Zunächst einmal Willkommen zurück, Herr Professor! Nach der verheerenden öffentlichen […]

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