Mrz 122011
 

Rolf Dittrich wurde gegangen. Das ist für mich erstmal eine gute Nachricht. Zu schlecht hat sich der von Felix Magath inthronisierte Pressesprecher in verschiedensten Situationen verhalten. Vor allem im Umgang mit den Mitarbeitern und den Fans schien er sich nicht besonders gut gemacht zu haben.

Häufig hatte man den Eindruck, er agiere nicht zum Wohle des Vereins, sondern ausschließlich zum Wohle und im Sinne von Magath. Jetzt möge mancher behaupten, dass Magath so viel Macht besäße, dass es da keinen wirklich großen Unterschied mehr gäbe. Dass dem nicht so ist, konnte man in den letzten Tagen beobachten. In einer Mehrheitsentscheidung hat der Vorstand die Freistellung des Pressesprechers beschlossen. Der Vorstand besteht derzeit aus Peter Peters, Horst Heldt und eben Felix Magath. Der Trainager zeigte sich auf der Pressekonferenz überrascht von der Entwicklung.

Ich lese aus diesen Ereignissen, dass der restliche Vorstand, gemeinsam mit dem Aufsichtsrat, ein Zeichen in Richtung Felix Magath setzen wollte: “Wir wollen mit dir weiter machen, deine Alleingänge innerhalb des Vereins machen wir aber nicht mehr mit. Jetzt kannst du mal sehen, wie sich das anfühlt, wenn einfach so über deinen Kopf hinweg entschieden wird.”

Derzeit habe ich mich noch nicht abschließend zum Thema geäußert. Das liegt zum einen daran, dass mir bisher die Zeit fehlte, meine Meinung kund zu tun. Zum anderen liegt es daran, dass diese Meinung ziemlich komplex und vielschichtig ist:

Meiner Meinung nach sollte man es weiterhin mit Magath versuchen. Zumindest bis zum Saisonende. Als Trainer gehört er für mich immer noch zu den besten im Lande. Das beweist sein Erfolg in der letzten Saison. Auch in dieser Spielzeit hat Magath etwas geleistet. DFB-Pokal Finale und Champions-League Viertelfinale sind durchaus achtsam. Die Bundesligasaison ist eh die verrückteste, die ich bisher erlebt habe. Solange er es schafft, nicht mehr in den Abstiegsstrudel zu geraten, ist auch hier alles in Butter.

Dass sich die Mannschaft über seine Gangart beschwert hat, kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Er ist als harter Hund bekannt und zieht sein Ding durch. Wer damit nicht klarkommt, sollte gehen.

Diesen harten Hund sollte er aber nicht als Arbeitgeber auf der Geschäftsstelle geben, denn die dortigen Mitarbeiter sind keine Profifußballer mit Millionengehältern. Sie sind, im Gegensatz zu den Lizenzspielern, ein kontinuierlicher Teil des Vereins, der diesen Umgang nicht braucht. Magath betont immer und gerne, dass er auch Fehler gemacht habe. Ob er auch in der Lage ist, diese Fehler abzustellen und den Verein (damit meine ich Fans und Mitarbeiter) mit ins Boot zu holen, da bin ich mir noch nicht so sicher. Sollte in dem Gespräch mit Tönnies die Bereitschaft auf Seiten Magaths nicht erkennbar sein, sollte die Trennung vollzogen werden. Denn der Verein ist das höhere Gut. Er steht auch über Erfolg und Titel.

Sportlich gesehen wird das Spiel gegen Frankfurt heute mehr oder weniger zum Fingerzeig. Gewinnt man, bleibt der Absteigskampf nur im Hinterkopf. Sollte man Punkte lassen oder gar verlieren, dann geht es in den nächsten Wochen nur noch um eins: Ums sportliche Überleben.

 Posted by on 12. März 2011 at 12:44

  2 Responses to “In einem Boot?”

  1. Alle in einem Boot? Alles wieder gut? Nein. Weder noch. Wenn überhaupt ein Boot, dann ein Katamaran, der nur noch von dünnen Seilen zusammen gehalten wird.

    Die Aktion des Vorstands ( minus Magath ) ist sehr schlechter Stil.

    Ich bin gespannt was bei dem “Gespräch unter Männern” zwischen FM und CT rauskommt. Falls was rauskommt.

    Zurück zum Spocht. Das ist wichtiger. Heute.

  2. Es wird endlich Zeit für offene Worte, für klare Aussgen, und nicht immer dieses hin und her.
    Mein Lieblingsbeispiel ist immer wieder Mourinho, der mit den Antworten JA und NEIN schnell antwortete, und keinen Rattenschwanz von Spekulationen verursachte.

    Maul auf machen, das wäre auf Schalke sehr schön, damit endlich wieder Ruhe rein kommt.

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